14.10.2024, 09.42
Seit 15 Jahren überraschende und kreative Präsenz. Vom 26. Oktober bis 3. November findet die jährliche Zuger Messe auf dem Stierenmarktareal statt. Seit 2009 ist der Stand der Katholischen Kirche im Kanton Zug fester Bestandteil. Dieses Jahr prägen fünf symbolische Zugwagons mit verschiedenen Aktionen den Stand. Roland Villiger, der seit Beginn eine treibende Kraft hinter dem Auftritt ist, blickt zurück.
Herr Villiger, vor 15 Jahren präsentierte sich die Katholische Kirche erstmals an der Zuger Messe. Was hat Sie damals motiviert?
Es war faszinierend, die Vielfalt der Mitglieder, das umfangreiche Engagement und die unterschiedlichen Aktivitäten der Katholischen Kirche im Kanton Zug zusammenzuführen. Unser Ziel war es, 80’000 Zugerinnen und Zuger auf diese facettenreiche Arbeit aufmerksam zu machen.
Noch heute erinnern sich viele an die beeindruckende Idee, in allen Pfarrkirchen die Hauptportale auszuhängen und an der Messe zu präsentieren. Wie kam es zu dieser Idee?
Wir wollten offene, lebendige Geschichten rund um dieses Projekt erzählen. Mit etwas Nachdenken und Reflektion fiel uns die Idee praktisch wie vom Himmel zu. Es sollte ein Symbol für Offenheit und Dialog sein.
Gab es Widerstände, gegen die Sie sich durchsetzen mussten?
Widerstände gehören zu jedem spannenden Projekt dazu. Uns ging es nicht ums Durchsetzen, sondern darum, zu überzeugen. Wir wollten Menschen für die Idee gewinnen und das ist uns gelungen.
Wie war das Echo der Besucherinnen und Besucher?
Das Echo war vielfältig, aber überwiegend positiv. Viele Besucherinnen und Besucher haben uns auf die Offenheit und Kreativität des Projekts angesprochen.
Wie wurde das Projekt damals finanziert?
Es handelte sich um eine 500 m² große Sonderausstellung an der Zuger Messe. Wir haben Sponsoren gefunden, mit Mitarbeitenden, Firmen, Freiwilligen und der Unterstützung der VKKZ zusammengearbeitet. Besonders das Netzwerk des damaligen Dekans Alfredo Sacchi war für den Erfolg entscheidend.
Wie sah der Stand damals aus, und wer hat ihn betreut?
Der Stand war sehr vielseitig: Wir hatten einen Raum der Stille, eine Bühne für die vielen Musiken im Kanton Zug, eine Malwerkstatt mit 1000 Leinwänden, einen Weihwasser- und Schokoladenstand, einen Briefkasten für Wünsche, eine Plaudertheke und ein digitales Fürbittbuch. Dazu natürlich die Türen der Pfarreien als Exponate. 150 Volunteers haben uns unterstützt – das war einfach grossartig.
Was bedeutete das für die Pfarreien, ihre Hauptportale vorübergehend zu entfernen?
Jede Pfarrei hat dadurch viele interessante Geschichten und Erlebnisse gesammelt. Es hat die Menschen vor Ort bewegt und den Dialog angeregt. Teilweise haben Pfarreiangehörige in der offenen Kirche auch Nachtwache gehalten.
Welche späteren Ausstellungen sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Nach der grossen Sonderschau sind unsere Auftritte kleiner geworden, aber immer mit spannenden Themen und viel Engagement vom Team und den Freiwilligen. Jede Messe war eine neue Herausforderung und Gelegenheit, unsere Botschaften zu teilen.
2023 war das überdimensionale 4-Gewinnt-Spiel ein Publikumsmagnet. Wie präsentiert sich der Stand in diesem Jahr?
Kommen Sie vorbei, lassen Sie sich von fünf symbolischen Zugwagons inspirieren. Es hat für alle etwas: Für Kinder und Familien einen Spielwagon. Im Jugendwagon können Jugendliche bei einem Wettbewerb ihre Geschicklichkeit mit einem Hammer beweisen. Der Ruhewagon lädt zum Verweilen und eine Zugreise rund um den Zugersee ein, im Plauderwagon kann man ungezwungen einen fremden Menschen kennenlernen und im Visionswagon geht es um Ideen, wie Kirchengebäude in Zukunft auch genutzt werden könnten.
Was motiviert Sie, sich Jahr für Jahr für dieses Projekt zu engagieren?
Die gesellschaftlichen Veränderungen betreffen auch die Kirche. Die Chance, diese Veränderungen gemeinsam mit einem grossartigen Team positiv und konstruktiv zu kommunizieren, begeistert mich. Es macht Freude, die Kirche in einem neuen Licht zu zeigen und dabei auf allen Seiten Zuversicht zu schaffen.
Interview: Arnold Landtwing