06.12.2024, 15.54
Im Laufe der vergangenen gut 150 Jahre haben sich im Kloster Heiligkreuz in Cham mehr als 200 Krippen angesammelt. Sie stammen von Schwestern, waren Geschenke oder wurden gekauft. An den Adventswochenenden zeigt das Kloster einen Grossteil davon der Öffentlichkeit.
Gewohnte und ungewohnte Darstellungen der Geburtsszene Jesu prägen derzeit einige Innenräume des Klosters Heiligkreuz in Cham. Einige der etwa 200 Krippen sind ganz schlicht, andere wiederum bis ins Detail verziert. Sie sind aus Wachs, Holz, Bananenblättern, Stein, Seide oder anderen Materialien und weisen ganz unterschiedliche Grössen auf. Die ältesten von ihnen dürften aus dem 18. Jahrhundert stammen. Während all diese Figuren und Landschaften das Jahr hindurch fein säuberlich beschriftet und katalogisiert verstaut bleiben, hat sie Sr. Agnes Widmer für die Adventszeit hervorgeholt und in Szene gesetzt. Letztmals war das im Jahr 2017 der Fall.
Die Krippen stammen aus der Schweiz und weiteren europäischen Staaten, aus dem Nahen Osten, Afrika, Asien und Lateinamerika. Bei einigen ist die Herkunft aufgrund der Gesichtszüge, Kleidung und Hautfarbe der Figuren gut erkennbar, bei anderen fehlen Informationen. «Wir wissen nicht bei allen Krippen, woher sie kommen», sagt Sr. Agnes, die im Kloster für das Archiv und das Museum zuständig ist. Viele der Krippen würden von Schwestern und Häusern des Klosters stammen. Mit der Übergabe an das Mutterhaus in Cham seien jedoch Informationen über deren Herkunft teilweise verlorengegangen.
Wer die Ausstellung besucht, taucht bereits nach der Klosterpforte ins Geburtsgeschehen Jesu ein. Mehrere Krippen säumen den Weg zum Museumsraum, dem Zentrum der Sammlung. Den Abschluss bildet eine grosse Krippe von Bildhauer Romano Galizia in der Kirche. Sie setzt sich aus drei Skulpturen zusammen und wurde aus demselben Marmor gefertigt wie der Altar.
Beim Betrachten der zahlreichen Krippen sinniert Sr. Agnes. Ob junge Familien heute wohl noch eine Krippe haben zu Hause, ob sie ihnen noch etwas bedeuten mag?
Text: Marianne Bolt

Mehrstufige Krippe. Foto: Marianne Bolt

Krippe aus Nigeria. Foto: Marianne Bolt

Matroschka-Krippe. Foto: Marianne Bolt

Krippe auf Seide gemalt. Foto: Marianne Bolt
An den Adventswochenenden im Kloster Heiligkreuz, Cham, samstags und sonntags geöffnet von 14.00–16.30 Uhr. Führungen werden keine angeboten, es wird aber immer eine Ansprechperson anwesend sein, um Fragen zu beantworten.
www.kloster-heiligkreuz.ch / 041 785 02 00.

Krippe der Armen aus Nigeria. Foto: Marianne Bolt