08.05.2025, 20.27
Das Konklave hat am 8. Mai Kardinal Robert Francis Prevost zum neuen Papst gewählt. Dieser hat den Namen Leo XIV. angenommen.
Gross war der Jubel auf dem Petersplatz, als kurz nach 18 Uhr aus dem Kamin der sixtinischen Kapelle weisser Rauch aufstieg und kurz darauf die Glocken des Petersdomes zu läuten begannen.
Der 1955 in Chicago geborene Kardinal Robert Francis Prevost gehört dem Augustinerorden an. Nach der Begrüssung der Gläubigen mit dem Friedensgruss nahm er mehrfach Bezug auf das Thema Frieden. Er dankte auch seinem Vorgänger Papst Franziskus und betonte, die Kirche müsse Dialog herstellen und eine synodale Kirche sein. In seiner kurzen, in einfacher Sprache und flüssig gehaltenen Ansprache erinnerte er auch an ein Zitat des Ordensgründers Augustinus: «Mit euch bin ich Christ, für euch bin ich Bischof». Seine marianische Frömmigkeit zeigte sich, indem er zusammen mit den Gläubigen nicht etwa ein Vaterunser, sondern ein Ave Maria betete.
Schliesslich spendete er seinen ersten päpstlichen Segen.

Papst Leo XIV erteilt seinen ersten päpstlichen Segen. Screenshot VaticanNews
Mit seinem ersten Auftreten setzte Papst Leo XIV. mehrere Zeichen, die seine Ausrichtung andeuten könnten. Der letzte Papst Leo, der XIII. gilt als Arbeiterpapst. Er hatte 1891 die erste Sozialenzyklika «Rerum Novarum» geschrieben, welche damals als revolutionär galt und den Grundstein für die kirchliche Soziallehre legte. Papst Leo XIII. zeichnete sich auch durch eine tiefe Marienfrömmigkeit aus, ie in mehreren Schreiben zum Ausdruck kam.
Einsatz für die einfachen Menschen, Vertrauen in die Fürsprache Mariens und die Kirche zur Synodalität anstossen – das waren auch Merkmale des verstorbenen Papstes Franziskus. Führt die Namenswahl Leo XIV. programmatisch das Erbe seines Vorgängers weiter? Es bleibt spannend.