Die Karwoche und Ostern sind für die Pfarreien und Missionen eine speziell dichte Zeit, in welcher sie nicht nur den Kern des christlichen Glaubens – Tod und Auferstehung Jesu – feiern, sondern auch besondere Traditionen lebendig erhalten und kulturelles Handwerk wie Palmbaumbinden an die nächste Generation weitergeben.
Palmbaumbinden in der Pfarrei Neuheim
Jeweils am Samstag vor Palmsonntag treffen sich in Neuheim die Erstkommunionkinder und gestalten unter fachkundiger Anleitung und Mithilfe einer erwachsenen Begleitperson ein Palmbäumli. Am Palmsonntag ziehen sie voll Freude und Stolz mit den Palmbäumli in die Kirche ein. Nach dem Gottesdienst verzieren sie manch Hauseingang oder Garten und erinnern über die Karwoche und Ostern hinaus an den Einzug Jesu in Jerusalem.
Eindrückliches Passionsspiel im Palmsonntagsgottesdienst der kroatischsprachigen Mission
Junge Gläubige der kroatischen Mission aus dem Aargau gestalteten den Palmsonntagsgottesdienst in Guthirt Zug mit einem sehr aufwändigen Passionsspiel, in welchem sie das Leiden und Sterben von Jesus darstellten. Schwester Andela Pervan sorgte mit ihrem jungen Chor für die Musikalische Gestaltung. Das Durchschnittsalter der Gottesdienstbesucherinnen und – besucher war auffallend tief. Und: Wer nicht frühzeitig in der Kirche war, musste mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Sibylle Lovric – Sep hat im Gottesdienst fotografiert und die Bilder auf Facebook gepostet. Wir dürfen die Fotos hier wiedergeben.
Während der Tagung zum Synodalen Prozess, zu welcher Kardinal Mario Grech am 19. März nach Bern angereist war, holte das Berner Pfarrblatt während des ganzen Tages Stimmen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein, darunter von Abt Urban vom Kloster Einsiedeln, Mentari Baumann (Geschäftsführerin der Allianz Gleichwürdig Katholisch), Moritz Bauer (Präses Jubla Schweiz), Eva-Maria Faber (Rektorin Theologische Hochschule Chur), Bischof Felix Gmür und Melanie Hürlimann (Mitglied Präsidium RKZ und Geschäftsstellenleiterin der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug VKKZ).
Hier der Auszug mit dem Interview, das Sylvia Stam mit Melanie Hürlimann geführt hat:
Was nehmen Sie mit aus der Begegnung mit Kardinal Grech?
Melanie Hürlimann: Ich habe in den Statements viele Anliegen gehört, die nicht neu sind. Aber ich zweifle, ob wir wirklich gehört werden und ob wir einen Schritt weiterkommen. Ich möchte nicht resignieren, bin aber nicht sicher, ob mir das gelingt.
Wie bringen Sie Evangelisierung und Mission mit Synodalität in Verbindung?
Hürlimann: Natürlich ist die Botschaft des Evangeliums das Ziel, aber Begriffe wie Evangelisierung können auch als Ausrede benutzt werden, um sich nicht mit den Problemen zu befassen, die heute in der Schweiz anstehen, wie etwa die Gleichberechtigung. Das hinterlässt bei mir den Eindruck, dass viele Kleriker in ihrer eigenen Welt leben.
Der Synodale Prozess ist seit Herbst 2021 in Gang. Ist Ihr eigenes Wirkungsfeld in dieser Zeit synodaler geworden?
Hürlimann: In der Pfarrei, in der Vereinigung der Katholischen Kirchengemeinden des Kantons Zug (VKKZ) und in der RKZ nehme ich den Prozess sehr stark wahr. Wenn ich mit eher kirchenfernen Katholikinnen und Katholiken spreche, stelle ich häufig fest, dass sie von diesem Prozess keine Kenntnis haben.
Im Kanton Zug sind wir aktuell mit dem Projekt «Kirche mit Zug» unterwegs. Hier beziehen wir Freiwillige, Hauptamtliche, Kirchenferne ein. Wir laden alle ein und gehen mit ihnen auf den Weg. Das wird sehr geschätzt, da ist ein guter und ansteckender Spirit drin! Der Kanton Zug ist klein, man kennt sich, und dies eröffnet tolle Möglichkeiten.
Seit 2015 lädt der Pfarreirat der Pfarrei Oberägeri an den ersten Abenden der Karwoche zu öffentlichen Gesprächen mit spannenden Persönlichkeiten ein, dieses Jahr zum Thema «Wandel».
Wandel in der Kirche, im Mittelmeer und in der Gesellschaft: Mit Pater Martin Werlen, der Meeresschutzbiologin Silvia Frei und der ehemaligen Leiterin des Büros für Gleichberechtigung Kanton Zürich, Helena Trachsel Weibel bringt der Pfarreirat der Pfarrei Oberägeri in den diesjährigen Karwochengesprächen einen breiten Mix von Wandel zum Tragen.
Das rege Interesse an diesen Veranstaltungen zeigt, dass die Pfarrei Oberägeri ein Bedürfnis erkannt hat und in der richtigen Zeit ein erfolgreiches Format geschaffen hat. «Wir haben gemerkt, dass die Menschen in der Karwoche gerne besinnliche Anlässe besuchen und offen sind für solche Diskussionen und Themen» stellt Pfarreirat Peter Lüthi fest.
Simpler Ablauf, spannender Austausch
Der Ablauf der Abendveranstaltungen ist simpel: im Zentrum steht ein aktuelles Thema, zu dem bekannte aber auch eher unbekannte Persönlichkeiten interviewt werden. Ziel ist es, den Gast möglichst viel erzählen und sprechen zu lassen. Kurze musikalische Intermezzi lockern den Abend auf.
Beim anschliessenden Karwochenapéro mit Wasser, Most und Brot besteht dann die Möglichkeit, mit dem Gast persönlich ins Gespräch zu kommen oder mit anderen Besucherinnen und Besuchern auszutauschen. Dem Pfarreirat Oberägeri gelingt es immer wieder, bekannte Gesichter für die Karwochengespräche zu gewinnen. So stehen auf der Gästeliste etwa Fernsehmoderator Röbi Koller, die Rollstuhlathletin Edith Wolf-Hunkeler, Parteipräsident Gerhard Pfister und Arzt Thierry Carrel.
Vom Glück in die Mitte und bis an den Rand
Dass die Karwochengespräche auf Interesse stossen, zeigt die Tatsache, dass einmal die Veranstaltung in den grossen Maienmattsaal zügeln musste, als Fussballtrainer Hans-Peter Latour Red und Antwort stand. Themen vergangener Jahre waren «Glück», «berufen», «die Mitte finden» und «Am Rand». Dem Corona-Lockdown boten die die Oberägerer mit dem Motto «aufbrechen!» die Stirn und streamten die Gespräche.
Karwochengespräche 2024 zum Thema Wandel
Die Karwochengespräche finden jeweils abends um 20 Uhr im Pfarreizentrum Hofstettli in Oberägeri statt. Die Abende stehen allen Interessierten offen und es wird keine Kollekte erhoben.
Mo,25. März: Wandel in der Kirche.
Pater Martin Werlen ist durch seine Bücher und durch seine Vorträge zu einem Bannerträger für die Erneuerung der Kirche geworden. Seit 2020 ist er verantwortlich für die Propstei St. Gerold im Vorarlberg. Und was macht er dort? Er unterstützt den Wandel.
Di,26. März: Wandel im Mittelmeer.
Dr. Silvia Frei, ist Meeresschutzbiologin und doktorierte in Neurobiologie. Die meisten von uns kennen das Meer vor allem als Erholungsraum. Wie die Entwicklung dieses Raumes weitergeht, müsste eigentlich von grossem Interesse sein. Was wandelt sich?
Mi,27. März: Wandel in der Gesellschaft.
Helena Trachsel Weibel leitete während 13 Jahren und bis zu ihrer Pension die «Fachstelle Gleichstellung des Kantons Zürich». Sie kennt den gesellschaftlichen Wandel.
«Zeit haben – Zeit nehmen – Zeit geben» lautete das Motto des Referats von Thomas Wallimann zum 20-jährigen Jubiläum des Leuchtturms Diakonie & Soziales. Temperamentvoll führte der Theologe und Sozialethiker durch die verschiedenen Kategorien von Zeit und landete am Schluss beim alles entscheidenden Menschenbild.
Bezug zur Zeit ist fundamental
Ausgehend von Schöpfungserzählungen aus vielen Religionen zeigte Wallimann auf, wie fundamental wichtig es für das menschliche Selbstverständnis ist, einen Bezug zur Zeit zu haben. Dabei konnte er für sein Referat aus dem vollen schöpfen, denn als Leiter des sozialethischen Instituts «ethik22» und Dozent an verschiedenen Fachhochschulen steht das Zusammenwirken von Werthaltungen und gesellschaftliche Entwicklungen im Zentrum seiner Arbeit.
In einem grossen Bogen führte er das Publikum von der Geschichte über die Philosophie bis hin zur Wissenschaft, um schliesslich über verschiedene Ebenen von Zeit und deren Eigenheiten nachzudenken.
In der zeitlich hoch getakteten Gegenwart ist Zeit vor allem als «Chronos» präsent. Diese Einheit, die präzis gemessen und geplant werden kann, läuft in der Wahrnehmung der meisten Menschen einfach durch und geht vorbei. Als «Orientierungszeit» bezeichnete Wallimann inhaltlich gefüllte Sammlungen von Erinnerungen von Momenten. Als dritte Kategorie stellte er den «Kairos» vor, der in Anlehnung an eine griechische Gottheit den richtigen Moment bedeutet. Die Gründung des Leuchtturms Diakonie & Soziales der Katholischen Kirche Stadt Zug vor 20 Jahren sei ein solcher «Kairos-Moment» gewesen, in welchem genau zum richtige Zeitpunkt Wesentliches geschehen sei.
Zeit und Würde
Mani Matters Lied «Ich han en Uhr erfunde» machte das Publikum darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, dass der Mensch Zeit selbst gestalten kann und wie dies ihm Majestät und Würde verleiht.
Entscheidend ist das Menschenbild
Mit diesem Steilpass richteten sich die weiteren Ausführungen des Referenten auf das alles entscheidende Menschenbild. Während das ökonomisch ausgerichtete Menschenbild auf Leistung und Erfolg fokussiert sei, stehe im christlichen der Mensch als solcher im Zentrum, nicht seine Leistung. Übersetzt auf das Wirken des fünfköpfigen Frauenteams im Leuchtturm folgerte Wallimann: «Ihr habt und nehmt euch Zeit für jeden Menschen, egal, wie lange dieser braucht, um darzulegen, was für ihn wichtig ist. Damit verleiht ihr ihm Würde.»
So könne in der Beratung die Chronoszeit zu Erlebniszeit werden und bestenfalls zum Kairos im Leben eines hilfesuchenden Menschen. Der Leuchtturm sei durch sein Dasein eine wichtige gesellschaftliche Bremse. Er zeige, dass es auch eine andere Werteordnung als Leistung gibt.
In der anschliessenden Diskussion mit dem Publikum gab Co-Leiterin Simone Schelker Einblick in die Vielfalt der Fragestellungen, mit welchen Menschen in den Leuchtturm kommen: Von Arbeit über Gesundheit und Finanzen bis hin zu Überforderung im Alltag, zum Beispiel wenn jemand mit einer Tasche voll ungeöffneter Post Hilfe sucht. Hier nimmt sich die Beraterin Zeit, öffnet zusammen mit dem Klienten oder der Klientin die Briefe, sichtet und sortiert sie miteinander nach Priorität. Im Schlusswort dankte Margrith Brechbühl den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die an diesem Abend im Hintergrund im Einsatz standen
Das Thema Resilienz bot den Lockstoff, vier Fachleute auf dem Podium waren das Rezept für eine gelungene Jubiläumsveranstaltung der Fachstelle Forum Kirche und Wirtschaft im Kloster Kappel.
Der Aufmarsch von gut 100 Interessierten an einem kalten Winterabend zeigte, dass das Format «Wirtschaft und Werte» der Fachstelle Forum Kirche und Wirtschaft der Katholischen Kirche Zug auch in seiner 25. Durchführung erfolgreich unterwegs ist.
Thomas Hausheer freute sich als Leiter der Fachstelle, dass er nach Themen wie Fairtrade, Menschenrechte, Migrationspolitik, Rohstoffhandel oder Ethik im Spitzensport für die Jubiläumsveranstaltung zum Thema Resilienz vier ausgewiesene Fachleute auf dem Podium begrüssen konnte.
Resilienz ist naturgegeben
Eine bereits auf das Thema Resilienz ausgerichtete und mit Harfenmusik gestaltete Einstimmung in der Kapelle holte das Publikum ab und rollte den Teppich für das anschliessende Referat aus. Fabian Schmid, der Masterstudierende in «Überlebensstrategie für Kreative» und Unternehmen in Veränderungsfragen und Stressprävention berät, zog die Zuhörerinnen und Zuhörer in Bann. Anhand praktischer Beispiele aus Natur und Materialkunde führte er vor Augen, dass Resilienz naturgegeben ist und folgerte daraus, dass auch Menschen mit Körper, Geist und Seele all das zur Verfügung haben.
Resilienz kann nicht trainiert werden
Er wies darauf hin, dass vielen Leuten heute dieses Bewusstsein, Teil der Natur zu sein, abhandengekommen ist und dies zu einem Ausnahmezustand führt: «Wenn wir in unseren Situationen in der Wirtschaft, in der Arbeit oder zuhause in einem Ausnahmezustand sind, ist dies der Vorläufer des Ausbrennens.» Die Rückkehr zur Resilienz sieht er dort, wo man sich entscheidet, glücklich sein zu wollen statt Recht zu haben.
Podium mit Humortrainerin, HR-Fachfrau und Betriebsseelsorger
Im Anschluss an das Referat unterhielt sich Christian Zeugin, Leiter der SRF-Talkshow «Persönlich» mit dem Referenten, Nicole Grunau (Maschinenbauingenieurin und Head of people & Culture bei Energie Zukunft Schweiz), Noémie Walser (Genesungsbegleiterin und Humortrainerin) und Patrick Ulmann (Betriebsseelsorger). Mit empathischer Professionalität brachte der Moderator Stufen und Brüche der verschiedenen Biografien zur Sprache und entlockte der Runde, wie sie Resilienz erlebt, Krisen emotional bewältigt und Veränderungen gestaltet haben. Eindrücklich waren auch die Schilderungen, wie grundlegend die Bereitschaft war, Neues zu lernen und Erfahrungen weiter auszubilden.
Mit Haferbrei zu Resilienz
Noémie Walser erzählte von ihrer Krise mit Panikattacken und nannte diese das grösste Glück: «Ich bin in dieser Krise mir selbst begegnet, emotional nackt. Ich habe begonnen, mein Leben auf den Kopf zu stellen und habe Resilienz so erlebt. Ich habe begonnen, den Sinn hinter den Panikattacken zu verstehen, dass sie ein Alarmsystem sind und mich dazu auffordern, zu mir zu schauen.» Um Resilienz zu fördern, empfiehlt sie auch das Kochen von Haferbrei, um in einfachsten Dingen deren Wert wieder zu entdecken.
Vertrauensvolles Umfeld schaffen
Aus dem Bereich der Wirtschaft erzählte Nicole Grunau, wie sie zur Erkenntnis gelangte, nicht länger von morgens früh bis abends spät im Hochleistungsmodus unterwegs sein zu wollen. Als Führungsfrau versteht sie es heute als herausfordernde Aufgabe, aufmerksam zuzuhören und Mitarbeitende auch ausserhalb von Traktanden wahrzunehmen. Ein Rezept hat sie nicht, aber eine Haltung: «Es gilt, ein Umfeld zu schaffen, in dem jeder Mensch sich selbst sein kann. Auch im beruflichen Umfeld eine vertrauensvolle Atmosphäre im Team zu schaffen, in dem ich Dinge ansprechen kann.»
Patrick Ulmann erreicht als Betriebsseelsorger die Menschen, indem er über Jahre hinweg Vertrauensarbeit leistet und sie regelmässig am Arbeitsplatz für ein paar Minuten besucht. Er versteht Seelsorge als unvoreingenommenes Zuhören, das zu einem Perspektivenwechsel führen und dadurch entlasten kann. Die Kraft der Vergebung hat für ihn etwas Faszinierendes: «Vergebung ist ein Heilsgut aus dem christlichen Glauben, es kann eine positive Dynamik bei sich selbst und beim Gegenüber in Gang setzen.»
«Wenn wir das Leben ernst nehmen, haben wir ein ernsthaftes Problem.»
Und der Referent, Fabian Schmid? Aus der Erkenntnis des Ausbrennens hat er zwei Unternehmen aufgelöst, nur um kurz darauf wieder mit verrückten Projekten durchzustarten. «Ich habe Energie verschwendet, weil ich beweisen wollte, dass ich liebenswert bin.» Eine lange Reise auf einem Frachtschiff liess ihn zur Ruhe kommen. Wenn in seiner Beratungstätigkeit ein Kartenhaus zusammenfällt, hört er aufmerksam zu. «Und wenn alles auf dem Tisch liegt, geht es darum ein einziges Problem anzuschauen und zu lösen.»
Resilienz durch Netzwerk
Die facettenreichen persönlichen Statements und kleinen konkreten Beispiele aus der Biografie und der Berufserfahrung der Gäste auf dem Podium luden das Publikum zum Weiterdenken zuhause ein. Fachstellenleiter Thomas Hausheer kündigte für den Herbst bereits eine nächste Veranstaltung zum aktuellen Thema Klima an.
Dass neben hochkarätigen Referaten das Format «Wirtschaft und Werte» auch wegen der Pflege des Netzwerkes geschätzt wird, zeigte der anschliessende gemütliche Teil, der sich bis in den späten Abend hineinzog. Befragt, was sie von diesem Abend mitnehme, antwortete Elena Philipp, Grossspenden-Fundraiserin bei der Stiftung Sozialwerk Pfarrer Sieber: «Dass in einer immer komplexeren Welt Resilienz immer wichtiger wird.»
Was Pfarreien auch noch leisten: Sie ermöglichen Skifahren für alle. Die Pfarrei Oberägeri organisiert jedes Jahr ein bezahlbares Skilager für alle, die sich teure Skiferien nicht leisten können.
Moderator Damian Betschart von PilatusToday ist mit der Pfarrei Oberägeri im Skilager «unterwegs»: auf der Piste und in der Küche. Bei den Gesellschaftsspielen versteht er zuerst nur Bahnhof und lernt dann schnell dazu. Was er auch darf: einen Blick ins legendäre Chaos im Mädchenzimmer werfen.
Irene Hürlimann ist die Organisatorin des Lagers und erklärt dem Moderator: «Wir haben seit vielen Jahren immer wieder Menschen dabei, die sich teure Skiferien nicht leisten können. Oder es kommen auch Mütter mit ihren Kindern mit, wenn der Vater vielleicht keinen Urlaub bekommt. Hier ist einfach immer jemand, der einem hilft mit den Kindern.»
Das ganze 18 Minuten langen Video gibt es hier im Link.
Freiwillige und Mitarbeitende der italienischsprachigen katholischen Missionen der Bistumsregion St. Viktor trafen sich in Cham zu einer Tagung «Auf dem Weg zu einer Pastoral der Gemeinschaft».
Der Zuger Italienermissionar Don Mimmo Basile trägt als Zonenkoordinator die Verantwortung für die italienischsprachigen Missionen der Kantone Thurgau, Schaffhausen, Luzern und Zug, die zur Bistumsregion St. Viktor des Bistums Basel gehören. Seiner Einladung zur Tagung «Auf dem Weg zu einer Pastoral der Gemeinschaft» folgten 140 Freiwillige und Mitarbeitende der italienischsprachigen Mission, darunter auch aus dem Kanton St. Gallen.
Als Vertreterin des Präsidiums der RKZ und als Geschäftsstellenleiterin der Vereinigung katholischer Kirchgemeinden des Kantons Zug VKKZ begrüsste Melanie Hürlimann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung. Sie erinnerte daran, dass für ein erfolgreiche Integration auch das Interesse und der Wunsch der deutschsprechenden Pfarreien für ein Miteinander vorhanden sein müsse: «Da gibt es Pfarreien, welche schon sehr weit sind und andere, bei denen müssen noch Ängste abgebaut werden. Die Pfarreien und die Missionen können nur profitieren von einander, es gibt keine Verlierer.»
In seiner Einleitung erinnerte Mimmo Basile an das von der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) 2020 lancierte gemeinsame Projekt zur Neuausrichtung der Migrationspastoral in der Schweiz. Das Konzept strebt mit einem Paradigmenwechsel ein vermehrtes Miteinander von Sprachgemeinschaften und Pfarreien an. Auf dieser Grundlage haben die Italienermissionare im Februar 2023 in Como die «Carta von Capiago» entwickelt, die überschrieben ist mit «Zu einem immer grösseren Wir. Auf dem Weg zu einer interkulturellen Pastoral». Seine Ausführungen schloss Mimmo Basile mit dem Wunsch und der Motivation an die Tagungsteilnehmer: «Gott braucht erwachsene Jüngerinnen und Jünger, die fähig sind, das Evangelium im Leben zum Klingen zu bringen, die fähig sind, den Glauben auf eine neue Weise zu verkünden.»
Impulse aus der Bistumsleitung
Zwei Referate bildeten schwerpunktmässig den Inhalt der Tagung: Der Bildungsverantwortliche des Bistums Basel, Mathias Mütel, gab Impulse zu einer immer katholischeren und inklusiveren Kirche. Über die Frage «Wie können die italienischen Missionen auch für lokale Gemeinschaften und die Diözesankirche eine Bereicherung sein?» dachte Donata Tassone-Mantellini als Personalverantwortliche des Bistums Basel nach.
Bischofsvikar Hanspeter Wasmer stand der gemeinsamen Messfeier vor und betonte in der Predigt, dass kulturell unterschiedliche gelebter Glaube Heimat für alle bedeute und gegenseitig bereichere.
Am 21. Februar kamen im Pfarreiheim St. Martin in Baar Seelsorgerinnen und Seelsorger aus dem ganzen Kanton zur 7. Pastoralkonferenz zusammen. Für das Schwerpunktthema Flüchtlinge und Migration hatte Regula Grünenfelder eine «Carte Blanche» bekommen. Die Theologin ist Geschäftsführerin von FRW Interkultureller Dialog und Projektleiterin «Asyl- und Kontext-Seelsorge». In letzterer ist sie selbst als Seelsorgerin engagiert.
Auf dem Hintergrund aktueller Zahlen von Flüchtlingen einerseits und dem Einbruch der Zahlen von Kirchenmitgliedern andrerseits motivierte Regula Grünenfelder zum helfenden Dasein der Kirche. Mit Blick auf ihre Seelsorgearbeit im Asylbereich versteht sie Seelsorge als ein gemeinsames Lernen in einem verletzlichen und begrenzten Lebensraum. «Transreligiöse Seelsorge ist eine Chance, das Thema Anspruchsgruppen wie Behörden und Schulen begreiflich zu machen» betonte sie. Als Fazit aus ihrer Erfahrung zog sie die Erkenntnis, dass Menschen und Gesellschaft Traditionen brauchen und es dafür ein «zentrales Gebäude des verbindenden Obdachs im Lebensraum» brauche. Die schwierige Lage der Katholischen Kirche sieht sie auch als Chance, wenn es gelingt, die kirchlichen Räume für die Welt von morgen gesellschaftlich relevant zu gestalten.
Der Verein FRW
FRW steht für Friede, Respekt und Würde in der Zivilgesellschaft. Dafür engagieren sich mehr als 130 Zugerinnen und Zuger sowie Zugezogene ehrenamtlich. Bei gemeinsamen Bildungs- und Freizeit-Aktivitäten entwickeln Freiwillige und Teilnehmer die eigenen Talente und erhalten Wissen und Lebensfreude. In diversen Räumen im Kanton Zug begegnen sich Menschen aller Nationen und Generationen mit dem Ziel «miteinander leben, voneinander lernen».
FRW Interkultureller Dialog versteht die Veränderungen in regionalen Gemeinschaften, die Integration von Flüchtlingen, globale Ereignisse und Wandel als Anlass und Aufforderung, den Begriff Gesellschaft neu zu denken. Im Kanton Zug hat dies auf den Weg geführt, sehr viel breitere und tiefer wirkende Strukturen und Lösungen zu finden, die von nationaler, kultureller und spiritueller Vielfalt geprägt sind. www.frwzg.ch
Vor 150 Jahren trat die neue Kantonsverfassung in Kraft. Sie brachte einen grossen Umbruch: Die alten Einheitsgemeinden wurden aufgelöst. Seit 1874 haben wir im Kanton Zug Einwohner-, Bürger- und Kirchgemeinden.
Vor 150 Jahren wurden im Kanton Zug die Einheitsgemeinden aufgelöst und neu die Einwohner-, die Bürger- und die katholischen Kirchgemeinden gebildet. Die Zuger Gemeindeordnung, die wir heutigen Zugerinnen und Zuger gar nie anders gekannt haben, besteht also erst seit 1874. Das 150-jährige Bestehen der Zuger Gemeinden wird das ganze Jahr hindurch an verschiedenen Orten im Kanton dezentral gefeiert. Ausgelassene Volksfeste stehen neben erhellenden Referaten, informativen Ausstellungen und Buchvernissagen.
Geburtsstunde der Kirchgemeinden
Das Stadtarchiv Zug feiert «150 Jahre Einwohnergemeinde Zug» mit monatlichen Aktivitäten. Am 28. Februar präsentiert der Historiker Daniel Schläppi über die 1874 erfolgte Aufteilung der Gemeinde Zug in die Einwohner-, Bürger- und Kirchgemeinde – und damit über die Geburtsstunde der Kirchgemeinden.
Alle Jubiläumsaktivitäten und Feste im Überblick
Die Website www.150i.ch bietet einen Überblick über den gesamten Reigen an Jubiläumsaktivitäten. Hier finden sich Veranstaltungsdaten und -orte, Informationen über die Form der Events und Wissenswertes über das Unterhaltungsprogramm und das kulinarische Angebot.
Wer an die Katholische Kirche im Kanton Zug denkt, hat zuerst Pfarreien und Kirchgemeinden vor Augen. Doch auch verschiedene kantonalen Fachstellen, Spezialseelsorgen und Fremdsprachigenmissionen sind präsent und geben der Kirche ein Gesicht – oftmals sogar an besonderen Orten wie etwa im Gefängnis oder im Wirtschaftsbereich. Im Jahresbericht 2023 geben sie Einblick in ihr Wirken.
Jahresbericht 2023 der kantonalen Fachstellen und Spezialseelsorgen
«Mit Windmühlen statt Mauern dem Wind begegnen» überschreibt die Gesamtleiterin Fachstellen Sandra Dietschi ihr Editorial zum Jahresbericht 2023 der kantonalen Fachstellen und Spezialseelsorgen. Für sie sind es Weggemeinschaften, die hilfreich sind, um verschiedene Windstärken auszuhalten, denn «es sind stürmische Zeiten, in denen wir uns bewegen, und der Wind der Veränderung beschäftigt uns immer wieder aufs Neue.» Einige seien wie wohltuende Brisen gewesen, die Energien freigesetzt haben, andere seien durch Mark und Bein gegangen, fasst sie den Rückblick zusammen. Abschliessend bedankt sich Sandra Dietschi bei all denen, «die nicht müde werden, den verschiedenen Veränderungen ein Gesicht zu geben.»
Wer genauer wissen will, welche Entwicklungen und Veränderungen im vergangenen Jahr die verschiedenen Fachstellen und Spezialseelsorgen beschäftigt haben, kann dies hier im Jahresbericht entdecken.