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Heuer stehen am Messestand der Katholischen Kirche Zug vom 28. Oktober bis 5. November die Jugendverbände im Mittelpunkt. Sie stellen sich dem Publikum vor und laden Jung und Alt zum gemeinsamen Spielen ein.

«Jugendarbeit hat schon immer zur Tätigkeit der Kirche in den Pfarreien gehört», sagt Franz Lustenberger, Leiter Arbeitsgruppe Messe Zug. «Indem die Katholische Kirche Zug den Jugendvereinen an der diesjährigen Messe eine Plattform bietet, möchten wir unseren Dank für dieses riesige ehrenamtliche Engagement zum Ausdruck bringen und gleichzeitig auf diese Vereine aufmerksam machen», begründet er das Thema des diesjährigen Messeauftritts.
In der Schweiz machen über 500’000 Kinder und Jugendliche in den verschiedensten Jugendorganisationen mit. Auch im Kanton Zug sind es mehrere tausend Kinder und Jugendliche. Ehrenamtlich engagierte Leiterinnen und Leiter verbringen mit ihnen eine sinnvolle Freizeit. Die Katholische Kirche Zug und die Kirchgemeinden unterstützen diese Jugendarbeit mit Sachleistungen, wie beispielsweise Räumen, und auch finanziell.
Jungwacht und Blauring (Jubla), die Ministranten und die Pfadi haben sich bereits im Vorfeld für den Messeauftritt kreativ engagiert und jeweils eine Box erstellt, in der sie ihr Wirken vor Ort in den einzelnen Pfarreien vorstellen.

Spass und Spiel im Vordergrund

Die Jugendverbände stehen für Abenteuer und Plausch. So werden am Stand der Katholischen Kirche Zug in der Halle A2.55 Spiel und Spass im Vordergrund stehen. Ein überdimensional grosses Vier-Gewinnt-Spiel wird als Publikumsmagnet im Zentrum stehen und den kleinen wie auch grossen Besuchern für Spielfreuden zur Verfügung stehen. Damit die Spielwilligen nicht waren müssen, bis sie an der Reihe sind, kann auch an Tischen gespielt werden.
Wie immer wird auch ein attraktives Give-Away verteilt. Es wird Impulse für das Spielen zuhause mitgeben.

Jodlermesse am 5. November

Am Sonntag, 5. November, findet um 9.30 Uhr in der Eventhalle die beliebte ökumenische Jodlermesse statt. Geniessen Sie das klangvolle Fest mit Sinn für Gemeinschaft und Glaube zum 50 Jahre-Jubiläum der Messe!

Die Zuger Kirchen bieten in Zusammenarbeit mit den drei Luzerner Landeskirchen Paaren weit über die Trauung hinaus Unterstützung bei ihrer Beziehungsarbeit an. Regina Kelter, Sozialpädagogin Pfarrei Hünenberg, leitet Ehevorbereitungskurse und lässt einblicken.

Regina Kelter, du gehörst zum Leitungsteam* der Ehevorbereitungskurse im Kanton Zug. Wie viele Teilnehmende habt ihr ungefähr pro Kurs?

Wir rechnen jeweils mit vier bis acht Paaren.

Die Kurse richten sich primär an Paare, die vor der Hochzeit stehen, stehen aber auch für bereits verheiratete offen. Kommen diese tatsächlich auch?

Die meisten Paare haben ihre Hochzeit noch vor sich. Einzelne kommen auch ein paar Monate nach ihrer Trauung in unser Seminar, weil es vorher vielleicht terminlich nicht gepasst hat. Nur sehr selten melden sich Paare an, die schon länger verheiratet sind. Das liegt wohl daran, dass sie sich nicht als die Zielgruppe fühlen, auch wenn die Themen des Tages auch nach etlichen Ehejahren interessant bleiben. Diese Paare wählen eher die Impulsangebote, die wir gemeinsam mit der Landeskirche Luzern ausschreiben. Das «Date im Weinberg» und der Kurs «Aus Liebe ins Rudern kommen» verbinden beispielsweise das gemeinsame Erlebnis mit Erfahrungen aus dem Alltag der Paare und der Spiritualität.

Nehmen daran auch gleichgeschlechtliche Paare teil?

Die Impulsangebote sind offen für alle Formen von Partnerschaften. Angenommen wurden sie bisher, meines Wissens, nur von heterosexuellen Paaren. Ich vermute, hier müssen wir uns als Kirche vorab Vertrauen erarbeiten.

Welches sind die hauptsächlichsten Konfliktthemen in einer Partnerschaft?

Ich kann dazu keine statistischen Angaben machen, sondern nur aus meinem Erleben sprechen. Zu Konflikten führen können beispielsweise unterschiedliche Rollenvorstellungen, mangelnder Austausch über eigene Wünsche und Bedürfnisse, überhöhte Erwartungen an den Partner oder die Partnerin oder unterschiedliche Vorstellungen von der gemeinsamen Zukunft. Die Ehevorbereitungskurse setzen aber nicht bei den Problemen an und sind keine Paartherapie. Vielmehr versuchen wir die Ressourcen des Paares sichtbar werden zu lassen. Das ist eher ein Beitrag zur Prävention von Konflikten.

Wie werden die Themen angegangen?

Die Struktur des Tages ist ein Wechsel von Inputs und Zeit zu zweit. Die Paare bekommen viel Gelegenheit, miteinander über wichtige Themen ins Gespräch zu kommen. Nur zu allgemeinen Themen findet ein Austausch im Plenum statt, so dass die Intimität gewahrt bleibt.

Wie aktiv sind die Teilnehmenden?

Die Teilnehmenden sind sehr aktiv und das auch auf sehr individuelle Weise. Wir bieten ihnen verschiedene Formen an, über Aspekte der Liebesbeziehung nachzudenken: Mit kleinen symbolischen Handlungen, beim Spaziergang, anhand von Texten…

Bekommst du auch Rückmeldungen zum Kurs? Was kommt besonders gut an?

Besonders geschätzt wird die Offenheit der Themen und der Kursleitenden. Paare mit spanischer oder italienischer Herkunft müssen beispielsweise nach wie vor die Teilnahme an einen Ehevorbereitungskurs für ihre Hochzeit nachweisen können, kommen also nur bedingt freiwillig. Am Ende des Tages sind jedoch auch sie dankbar und fühlen sich bereichert. Manche zeigen sich überrascht darüber, wie «locker» und «zeitgemäss» der Kurs ist und dass sie tatsächlich wertvolle Anregungen erhalten haben. Das Klischee verstaubter kirchlicher Angebote ist halt noch weit verbreitet…

Was macht dir besonders Freude an den Kursen?

Ich darf das Thema der Kommunikation in den Kurs einbringen: Wie gehen wir miteinander um? Wie reden wir miteinander? Mich freut, wenn Teilnehmende sichtbar gerne die kleinen Übungen nutzen oder wir gemeinsam engagiert anhand von Filmszenen Dialoge analysieren. Weil ich der festen Überzeugung bin, dass gutes Gesprächsverhalten zufriedene Paare kennzeichnet.
Ganz besonders aber freue ich mich über die jungen Leute, die positiv und zuversichtlich miteinander durchs Leben gehen wollen. Unter lauter Liebenden zu sein, macht mich auch immer ein bisschen froh!

Traut man heute noch, sich zu trauen?

Die Zahlen der kirchlichen Trauungen gehen zurück. Sie sind ein Ausdruck dafür, dass die religiöse Dimension der Ehe stark an Bedeutung verloren hat.

Was motiviert, kirchlich zu heiraten?

Paare, die heute kirchlich heiraten, haben sich das gut überlegt. Die wenigsten suchen nur die Romantik der kirchlichen Feier oder fühlen sich diesbezüglich der Familie verpflichtet. Vielmehr berührt mich die Glaubenskraft vieler Paare, die auf Gottes Segen und Unterstützung vertrauen und hoffen.

Ich war überrascht und erfreut zu sehen, dass es unter den «Impulsangeboten» auch einen Kurs zum «Alleinleben» gibt.

Die Landeskirche Luzern initiiert auch immer wieder Angebote für Alleinlebende. Viele Menschen sind in keiner Partnerschaft. Aber auch sie leben in Beziehungen, auf ganz vielfältige Weise. Und auch diese Beziehungen wollen gut gestaltet sein. Dieses Impulsangebot möchte ein Beitrag dazu sein.

*zum Leitungsteam der Ehevorbereitungskurse gehören nebst Regina Kelter Ruedi Odermatt, Gemeindeleiter der Pfarrei Steinhausen, und Jörg Leutwyler, evangelischer Seelsorger.

 

Interview: Bernadette Thalmann

 

www.kirchlich-heiraten.lu

Siehe auch Artikel «Die Beziehung zu zweit vorbereiten und pflegen»

 

 

 

 

Am Sonntag übertrug SRF live den Gottesdienst aus der Kirche St. Oswald Zug. Pfarreiseelsorgerin Gaby Wiss predigte im von Kindern und Erwachsenen sowie von einer Band gestalteten Gottesdienst über Engel.

Zum Thema Engel konnte sich Gaby Wiss an hunderten Bibelstellen orientieren. Sie zeigte mit Blick auf das Schutzengelfest, wie Engel eine Brücke zwischen Himmel und Erde schlagen.

https://www.srf.ch/play/tv/-/video/-?urn=urn:srf:video:0294725a-5e27-4cc3-8b60-aa0a42ea1fe7

Unmittelbar im Anschluss an den Gottesdienst wollte Norbert Bischofberger in der Sendung „Nachgefragt“ von Gaby Wiss wissen, was Engel sind und wo sie heute in unserem Alltag wirken.

https://www.srf.ch/play/tv/-/video/-?urn=urn:srf:video:61a3a9a6-ae35-41a5-b694-119fe5397436

«Wie gestalten wir eine altersfreundliche Welt?» – Zur Auseinandersetzung mit diesem Thema lud das Forum Kirche und Wirtschaft in Kooperation mit Ethik 22 und KAB Schweiz nach Rotkreuz ein. Gleich zu Beginn wurde den Teilnehmenden klar: Alter betrifft alle.

Pflege, Politik, kirchliche Altersarbeit und Forschung – aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten die Rednerinnen und Redner den Alltag im hohen Alter. An der Veranstaltung des Forums Kirche und Wirtschaft der Katholischen Kirche Zug Ende September zeigte die Spitex-Pflegefachfrau Katrin Hausheer die Komplexität von Personen auf, die im Alter auf Unterstützung angewiesen sind. Am Beispiel des Leitbilds für die Altersarbeit in Risch-Rotkreuz gab Hanna Grossmann, Abteilungsleiterin Soziales/Gesundheit der Gemeinde Risch, den rund 35 Teilnehmenden Einblick in die Schwerpunkte seitens der Politik. Diese sind die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, altersgerechter Wohnraum sowie Bewegung und Aufenthalt im öffentlichen Raum. Ziel ist, dass Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen möglichst lange selbstbestimmt, aktiv und mit hoher Teilhabe das Leben gestalten können.

Geh-hin-Kirche ist gefragt

Die Referate wechselten sich ab mit Gruppendiskussionen der Teilnehmenden. Bei lebhaften Gesprächen stellten sie viele Fragen: Wer finanziert das Alter? Wie wird mit altersbedingten Einschränkungen umgegangen? Wann soll Hilfe angenommen werden? Und wie kommen Betroffene zur Information und Einsicht, dass Hilfe nötig ist? Darauf antwortete Agatha Schnoz von der kirchlichen Altersarbeit des Pastoralraums Zug-Walchwil, dass der direkteste Kanal der persönliche Kontakt sei. Gerade die Kirchen hätten diesbezüglich eine hohe Verantwortung. Eine Geh-hin-Kirche sei gefragt.

In der Diskussion wurde deutlich, dass oft erst über pflegerische Unterstützung ein Kontakt mit älteren Menschen hergestellt wird. Wird bei diesen Kontakten auch Zeit investiert für andere Themen wie beispielsweise der Umgang mit Einsamkeit, mit der Angst vor dem Alleinsein? Da sei die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren sehr wichtig, beispielsweise mit Spiritual Care, mit der Nachbarschaftshilfe, Wegbegleitungen und so weiter, meinte Walter Wyrsch, Geschäftsführer Spitex Nidwalden. Trotzdem dürfe Freiwilligenarbeit nicht per se professionalisiert werden.

Zeitlich begrenzte Engagements gesucht

Riccardo Pardini, Alterssoziologe und Berater in Alterspolitik und Altenarbeit an der Berner Fachhochschule, unterstützte diese Aussage sehr. Die Motive, sich freiwillig zu engagieren, hätten sich stark verändert. Heute werde mehrheitlich ein zeitlich begrenztes Engagement gesucht. Gefragt seien sozialer Austausch sowie das Bedürfnis, Zeit zu schenken. Was das Netz an Strukturen anbelangt, meinte Pardini, dass sowohl der Individualisierung in kleinräumigen Gebieten wie auch der Care in Community Rechnung getragen werden müsse.

Auch für die Menzinger Gemeinderätin Susan Staub, Vorsteherin Soziales und Gesundheit, ist der Kontakt mit Betroffenen sehr wichtig: die Zusammenarbeit mit Pro Senectute, mit Vereinen etc. Eine zusätzliche Herausforderung stelle in diesem Zusammenhang das neue Datenschutzgesetz dar.

Auf einen anderen Aspekt machte Riccardo Pardini aufmerksam: Spezifische Angebote für ältere Menschen wie Jass-Nachmittage, Tanz-Nachmittage, etc. sprechen ein spezifisches Segment von Menschen an. Aber aus diversen Gründen können nicht alle an diesen Veranstaltungen teilnehmen. Niederschwellige und aufsuchende Begegnungsmöglichkeiten müssten unbedingt mitbedacht werden.

Gemeinsames Unterwegssein nötig

Bei einer zweiten Gruppendiskussion stellten die Anwesenden erneut viele Fragen: Wie lassen sich freiwillig Engagierte finden? Wie kann zu pflegenden Angehörigen geschaut werden, wohin soll man sich im Akutfall wenden? Und wie können kirchliche Diakoniestellen noch besser genutzt und integriert werden?

Walter Wyrsch machte eindringlich darauf aufmerksam, dass die Kraft der Politik von unten nicht unterschätzt werden dürfe. «Sorgt dafür, dass in die Thematik involvierte Institutionen ein gemeinsames Verständnis, gemeinsame Grundlagen und Zusammenschlüsse erarbeiten.» Gemeinsames Unterwegssein ist Schlüsselwort und Ausrichtung zugleich – da waren sich alle einig.

Auf Einladung von Thomas Wallimann, Geschäftsleiter Ethik 22 und Mitorganisator, gaben die Podiumsteilnehmenden den Anwesenden einen letzten Satz mit auf den Weg.

Susan Staub bat um Akzeptanz, dass es sehr unterschiedliche Herangehensweisen ans Thema gibt. Für Riccardo Pardini war unbestritten, dass ältere Menschen noch sehr viel zur gesellschaftlichen Entwicklung beitragen können. «Eigenverantwortung und mein persönliches Dazutun ist das Gebot einer christlich-sozialen Stunde», sagte Walter Wyrsch. Agatha Schnoz wiederum äusserte überzeugt, dass die Kirchen wichtige Player in der Frage nach einer altersgerechten Welt sind. Thomas Hausheer, Leiter der Fachstelle Kirche und Wirtschaft und Organisator, beendete die Veranstaltung mit der Aussage: «Alter betrifft alle, also führen wir den Dialog weiter!».

 

Sandra Dietschi, Gesamtleiterin Fachstellen Katholische Kirche des Kantons Zug

 

 

Das Präsidium der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug (VKKZ) unterstützt den Massnahmenkatalog, welchen die Römisch-katholische Zentralkonferenz RKZ als Forderung an die Bischöfe in den Raum stellt. Die Präsidien aller elf Kantonalkirchen des Bistums, darunter auch Stefan Doppmann, Präsident der VKKZ, haben letzte Woche Bischof Felix Gmür zu einer Aussprache getroffen.

Die Römisch-katholische Zentralkonferenz (RKZ), das oberste staatskirchenrechtliche Gremium der Kirche in der Schweiz hat allen Kantonalkirchen einen Massnahmenkatalog mit vier konkreten Forderungen zur Vernehmlassung vorgelegt. Zu den vier Forderungen, die zur Erneuerung der Kirche und mehr Transparenz beitragen sollen, gehören der Beizug einer externen Fachperson für die Voruntersuchung, die Bischof Joseph Maria Bonnemain gegen seine Kollegen zu leiten hat, das Einrichten einer unabhängigen Meldestelle für Missbrauchsfälle mit Kontrollfunktion, die Errichtung eines interdiözesanen kirchlichen Strafgerichts mit Beteiligung der RKZ und die Forderung, dass die privaten Lebensumstände von Angestellten nicht mehr anstellungs- oder kündigungsrelevant sein sollen.

Differenzierte finanzielle Konsequenzen sind denkbar

Das Präsidium der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug VKKZ unterstützt diese Forderungen und signalisiert den Bischöfen auch, dass es bereit ist, diese für alle herausfordernde und belastende Situation zusammen zu tragen und durchzustehen. Die Androhung von Sanktionen erachtet das Zuger Leitungsgremium im jetzigen Zeitpunkt nicht als zielführend. Spezifische und differenzierte finanzielle Konsequenzen könnten allenfalls geprüft werden, wenn sich die Bischöfe nicht erkennbar bewegen sollten.

Aktuelle Situation mit hoher Sprengkraft

Ende letzter Woche haben sich die elf Präsidien der Kantonalkirchen des Bistums Basel in Solothurn mit Bischof Felix Gmür zu einer Aussprache getroffen. Übereinstimmend orteten die Vertreter aus den verschiedenen Bistumskantonen in der aktuellen Situation eine hohe Sprengkraft. Sie haben den Bischof und mit ihm die ganze Bischofskonferenz dringend aufgefordert, nun starke Zeichen zu setzen, um ihre Bereitschaft und Fähigkeit zur Erneuerung konkret zu belegen.

Bischof geht zuversichtlich an Weltsynode in Rom

Bischof Felix zeigte sich im Gespräch offen. Auch äusserte er sich zuversichtlich, dass der dringende Wunsch nach Dezentralisierung und Föderalisierung der Weltkirche an der Synode gehört wird und der dringende Reformbedarf regional angegangen werden kann.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Zuger Pfarreien führt der Verein FRW Interkultureller Dialog regelmässig Mittag- oder Abendessen durch, bei denen die hiesige Bevölkerung fremdländische Kost ausprobieren und in einen interkulturellen Dialog mit Geflüchteten und Zugewanderten treten kann.

Wie schmeckt die türkische Küche? Wie die usbekische, iranische, afghanische, eritreische oder die ukrainische? Probieren Sie es aus! Und lernen Sie die Menschen kennen, die aus den jeweiligen Kulturkreisen stammen und bei uns leben. In den Pfarreien Steinhausen, Cham, St. Johannes in Zug sowie in Baar können Interessierte in regelmässigen Abständen eine bunte kulinarische Vielfalt und eine ebenso vielfältig zusammengesetzte Tischgemeinschaft erleben.

Wertvoll für alle

«Den Geflüchteten und Zugewanderten helfen die Gespräche zum Üben und Verbessern der Sprachkenntnisse, die sie in den FRW-Sprachkursen erworben haben, und damit gleichzeitig zur Integration in unsere Gesellschaft», sagt Regula Grünenfelder, Geschäftsleiterin FRW.
Auch die Zuger Gäste empfinden die Begegnungsessen als eine Bereicherung. Gerd Zimmermann, Leiter Pfarreisozialdienst und Koordinator der Mittagstische in Cham sieht folgende Gründe: «Der generationenübergreifende Dialog mit Menschen anderer Kulturkreise gibt den Teilnehmenden vielerlei neue Impulse und regt zum Perspektivenwechsel an. Zudem macht das Ausprobieren einer neuen Küche auch Spass.»

Veranstaltungen werden geschätzt

Wie sehr die Veranstaltungen geschätzt werden, zeigt sowohl die jeweils gute Stimmung wie auch die hohen Teilnehmerzahlen. 50 bis 70 Personen, Alleinstehende, aber auch Mütter mit Kindern, machen gemäss Gerd Zimmermann in Cham bei der katholischen und der reformierten Kirche jeweils mit. Eine Anmeldung für die Anlässe ist nicht nötig und der Preis für das Mittagessen beträgt für Erwachsene 7 Franken ohne und 8 Franken mit Kaffee, für Kinder und Erwachsene mit beschränkten finanziellen Mitteln 2 Franken. Manchmal gibt es sogar noch ein Dessert dazu, gesponsert von einer der umliegenden Bäckereien.

 

Nächste interkulturelle Begegnungsessen

  • Cham: 5. Oktober 12-13 Uhr (Reformierte Kirche), 12. Oktober 12-13 Uhr (Pfarreiheim)
  • Steinhausen: 3./24./ 31. Oktober 12-13 Uhr (Zentrum Chilematt)
  • Zug: 1. Oktober 17-18 Uhr, 4. Oktober 12-13 Uhr (Pfarreiheim St. Johannes)
  • Baar: 22. November 18-21 Uhr (Schwesternhaus, Anmeldung erforderlich)

Mehr Informationen unter www.frwzg.ch oder auf den jeweiligen Homepages der Pfarreien.

 

Vreni Peterer, Missbrauchsbetroffene und Präsidentin der Interessengemeinschaft für missbrauchsbetroffene Menschen im kirchlichen Umfeld (IG-MikU), nennt die Pilotstudie einen wichtigen Schritt, dem weitere folgen müssen. Sie spricht über Vertrauensverlust und darüber, was für Betroffene von zentraler Bedeutung ist.

Vreni Peterer, am 12. September wurde die Pilotstudie zur Geschichte sexuellen Missbrauchs im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz publiziert. Was für eine Bedeutung hat diese Studie für Personen, die von Missbrauch in der katholischen Kirche betroffen sind?

Vreni Peterer: Eine sehr grosse, obschon wir der Pilotstudie ursprünglich sehr kritisch gegenüberstanden! Endlich steht schwarz auf weiss, dass versetzt und vertuscht wurde. Nun sollte es auch dem Hinterletzten klar sein, dass Missbräuche stattgefunden haben. Und wir nahmen mit Befriedigung zur Kenntnis, dass Bischof Joseph Bonnemain bereits präventive Massnahmen angekündigt hat.

Sie waren der Pilotstudie gegenüber kritisch eingestellt?

Viele Betroffene fragten sich, warum eine Pilotstudie erstellt werden muss, um herauszufinden, ob der sexuelle Missbrauch in einer umfangreichen Nachfolgestudie aufgearbeitet werden müsse. Das war für uns sehr verletzend. Aber nun sehen wir, dass die Pilotstudie eine gute Auslegeordnung ist.

Sie haben Bischof Bonnemains Massnahmen genannt. Sind diese in Ihren Augen ausreichend, um Missbrauch künftig zu verhindern?

Für den Moment sind wir zufrieden, dass die Massnahmen bis Ende 2024 umgesetzt werden sollen. Aber wir müssen dranbleiben. Denn wir sind uns bewusst, dass Menschen am Werk sind. Der Mensch ist die grosse Unbekannte. Es wird weiterhin Menschen geben, die anderen Menschen Leid zufügen.

Können Sie der katholischen Kirche unter solchen Bedingungen noch Vertrauen bezüglich der Bekämpfung von Missbrauch entgegenbringen?

Mein Vertrauen ist aufgrund der jüngsten Medienberichte zur Vertuschung von Übergriffen wieder stark gesunken. Ich wollte den Bettel hinwerfen und überlegte mir sogar, ob ich das an der Pressekonferenz tun soll, an welcher die Pilotstudie vorgestellt wurde.

Was für Auswirkungen hat dieser Vertrauensschwund auf die Zusammenarbeit mit kirchlichen Institutionen?

Ich werde künftig noch viel kritischer hinschauen und viel kritischer sein. Denn nicht nur die Medienberichte zum Versagen von amtierenden Bischöfen im Umgang mit Übergriffen hat sich negativ auf mein Vertrauen ausgewirkt, sondern auch die Tatsache, dass Bischof Bonnemain die Voruntersuchung gegen diese Bischöfe leiten wird. Er hätte diesen Auftrag nicht annehmen dürfen. Den Vertrauensschwund beobachte ich aber nicht nur bei Betroffenen, sondern sehr weit darüber hinaus.

Wie meinen Sie das?

Jetzt muss die ganze Gesellschaft aufgefangen werden. Und all jene Seelsorgenden, die gute Arbeit leisten und sich heute ohnmächtig fühlen und erschüttert sind. Wenn es jetzt zu Abgängen von solchen Seelsorgenden kommt, dann gehen einmal mehr die falschen!

Was sind für die IG-MikU die nächsten nötigen Schritte?

Betroffene müssen das Vertrauen haben, sich zu melden. Dazu benötigen sie Anlaufstellen, die stimmig sind und ihre Bedürfnisse erfüllen. Doch die Kirche wird auch tief in die Tasche greifen müssen. Sie hat die Missbräuche verursacht, nun soll sie auch für Therapien und weitere Unterstützungsformen aufkommen. Dazu ist die Genugtuung von maximal 20’000 Franken, welche die Kirche derzeit bezahlt, bei Weitem nicht ausreichend.

Worunter leiden Betroffene nach einem Missbrauch am meisten?

Viele sind traumatisiert, ihr Urvertrauen wurde zerstört. Einige leiden unter Angstzuständen und Schlaflosigkeit. Andere unter Depressionen und unter körperlichen und seelischen Schmerzen. Beziehungsunfähigkeit, Vereinsamung oder negative Auswirkungen auf das ganze familiäre Umfeld sind keine Seltenheit.

Ein Missbrauch muss auch den eigenen Glauben äusserst strapazieren…

Das ist sehr individuell, da kann ich nur für mich sprechen. Die katholische Kirche ist trotz allem auch heute noch meine Heimat.  Ich werde vorläufig nicht aus ihr austreten, denn ich habe nichts getan. Es sind die Täter, die gehen müssen. Geblieben ist bei mir aber die Angst vor dem Teufel. Der Pfarrer, der mich missbrauchte, hatte mir mit dem Teufel gedroht. Noch heute frage ich mich, wer nach meinem letzten Atemzug auf mich warten wird. Ist es Gott – oder doch der Teufel, weil ich den Namen des Pfarrers genannt habe?

 

Kirchliche und unabhängige Anlaufstellen finden sich unter diesem Link: www.missbrauch-kath-info.ch

Am Samstag, 23. September, kamen die freiwillig Tätigen der Pfarrei Gut Hirt – Good Shepherd in den Genuss eines eigens für sie organisierten «Septemberfests». Sie wurden vom Pfarreiteam bekocht und verwöhnt.

«Ohne die Freiwilligen wäre so vieles nicht möglich», sagt Pfarrer Kurt Schaller, «sie sind für unsere Pfarreigemeinschaft so lebensnotwendig wie der Atem für den Körper». Als Dankeschön und Wertschätzung für den grossartigen Einsatz der unzähligen freiwillig Tätigen organisierte die Pfarrei wie jedes Jahr ein Fest. «Wir wollten nicht einfach ins Restaurant gehen, sondern an diesem Abend den Spiess umdrehen, für die Freiwilligen da sein, für sie kochen und sie bedienen.»

Selbstgemachte Kreationen

Und das gelang auch: Das Fest wurde von den 85 Teilnehmenden sehr geschätzt. Sie genossen das gemütliche Beisammensein im Pfarreizentrum und wurden dabei von vier Mitgliedern des Akkordeon-Orchesters Zug-Baar unterhalten. Dazu gab es eine Grillade, serviert vom Pfarreiteam. Ein Highlight war das Dessertbuffet mit selbstgemachten Kreationen.

Die Crew der Freiwilligen von Gut Hirt ist altersmässig bunt durchmischt. Mit dabei sind Ministranten, Lektoren, Frauen und Männer, die Geburtstagsbesuche machen, Nachbarschaftshilfe leisten, die Hauskommunion verteilen, beim Kirchenchor mitwirken, Apérogruppen, Helfende für die Mittagstische und Strickerinnen oder Missionsmitglieder, die für die «Chilbi» produzieren bzw. kochen.

Erschwerte Rahmenbedingungen

Nicht ganz einfach für die Gastgeber war die stimmungsmässige Schwere der aktuellen Situation rund um die traurigen Enthüllungen der Missbrauchsstudie. Im vorausgehenden Gottesdienst nahm Pfarrer Kurt Schaller Bezug darauf und gab seinem tiefen Bedauern Ausdruck.
Zu Ehren der Freiwilligengemeinschaft spielte im Gottesdienst die gesamte Besatzung des Akkordeon-Orchesters Baar-Zug (14-15 Leute) auf und berührte insbesondere mit den populären Melodien wie «You rise me up» oder «We are the World».

 

 

 

 

 

 

 

Der Zuger Stadtpfarrer und Standesdomherr Reto Kaufmann ist als Priester Teil des Kirchen-Systems, das versagt und vertuscht hat. In einem kurzen und eindrücklichen Statement sagt er im aktuellen Pfarreiblatt, was ihn als Priester beschäftigt.

«Die Ergebnisse der Pilotstudie haben mich schockiert. Das Ausmass ist riesig – und dabei ist es ja erst eine Vorstudie. Verantwortliche in der Kirche haben versagt und unsägliches Leid verursacht sowie unsägliche Schuld auf sich geladen. Das ist nicht wiedergutzumachen. Meine Gedanken sind bei den Betroffenen.

Als Priester bin ich Teil des Systems, das Missbrauch und Vertuschen möglich gemacht hat und damit stehe ich seit heute auch unter Generalverdacht. Dies ist eine logische Konsequenz des Versagens auf der Leitungsebene und damit muss ich umgehen lernen.

Viele Gläubige und insbesondere auch ehrenamtlich Engagierte, die sich z.T. seit Jahrzehnten in den Pfarreien engagieren, sind verstört und verstehen ihre Kirche nicht mehr. Das Fehlverhalten von oben hat Auswirkungen auf die Basis und lässt viele sprachlos zurück. Viele Seelsorgerinnen und Seelsorger leisten tagtäglich gute Arbeit und sind für die Menschen da. Für uns Seelsorgende gilt, weiter gute Arbeit zu leisten und bestenfalls verlorenes Vertrauen wieder zurückgewinnen zu können.»

Diesen und weitere Beiträge zum Thema der Aufarbeitung des Missbrauchs finden Sie im aktuellen Pfarreiblatt hier

Die Erkenntnisse der Pilotstudie zum Missbrauch beschäftigen viele Menschen. Wie kann ich mit meiner eigenen Betroffenheit und Erschütterung umgehen? Ein offener Abend unter dem Titel «Demut in Stille» bietet am  28. September in Zug Raum und Möglichkeiten für Austausch.

Am Donnerstag, 28. September von 17.00 bis 20.00 Uhr stehen die Türen der Kirche St. Oswald in Zug für einen Moment des Austauschs und der Stille offen. Seelsorgerinnen und Seelsorger sind anwesend und stehen auf Wunsch für Gespräche bereit.

Programm

Um 17:30, 18.30 und 19.30 Uhr beginnen die gestalteten halbstündigen Momente mit musikalischem Intermezzo, Taizé-Liedern, Stille, einem kurzen Gebet und Vaterunser zum Abschluss.

Kontakt
pastoralraum@kath-zug.ch
Telefon 041 725 47 69

 

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