Die Orgel in der Pfarreikirche Menzingen wird heuer 20 Jahre alt. Sie ist eine der grössten Orgeln im Kanton Zug. Eine im Jahr 2000 eingesetzte Orgelneubaukommission hat ihre Erstellung in nur drei Jahren umgesetzt.
Die neue Orgel wurde am Sonntag, 16. November 2003, mit einem Einweihungsgottesdienst und einem Kollaudationskonzert von Felix Gubser feierlich eingeweiht. Die von der Firma Rieger erbaute Orgel ist rein mechanisch und umfasst 40 Register.
2004 wurde eine Konzertkommission gegründet, die jährlich 6 Konzerte mit verschiedensten Themen und Musikern aus dem In- und Ausland organisiert. In den letzten 20 Jahren wurden somit beinahe 120 Konzerte durchgeführt. Die Organisten und Organistinnen sind jeweils begeistert von den umfassenden Möglichkeiten der Orgel, verschiedenste Stilrichtungen zu interpretieren und schätzen sie auch als äusserst vielseitiges Begleitinstrument.
Am Samstag, 30. September, wird das 20 jährige Jubiläum der Orgel mit einem Orgel-Morgen von 09.15- 12.00 Uhr gefeiert. Nach einer Einführung von Hans Aregger (ehemaliger Kirchenratspräsident) zur Chronologie der Orgelentstehung und einer Information von Felix Gubser (Orgelfachexperte) folgen drei Kurzkonzerte zu je 30 Minuten:
Dazwischen gibt es jeweils eine Kaffeepause auf dem Kirchenplatz. Um 12 Uhr sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich zu einem Apéro im Pfarreiheim eingeladen.
Trix Gubser, Präsidentin Kommission Kirchenkonzerte Kirchgemeinde Menzingen
In Erinnerung an das Attentat von 2001 im Zuger Regierungsgebäude findet am Mittwoch, 27. September 2023, um 19 Uhr ein ökumenischer Gedenkanlass in der Kirche St. Oswald in Zug statt. Der Regierungsrat lädt die Bevölkerung zu dieser besinnlichen Andacht ein.
Am 27. September 2023 jährt sich das Attentat im Zuger Regierungsgebäude von 2001. Damals wurden drei Mitglieder des Regierungsrats und elf Mitglieder des Kantonsrats getötet.15 weitere Personen wurden teilweise schwer verletzt.
Wie in den vergangenen Jahren organisiert der Regierungsrat auch dieses Jahr einen schlichten und besinnlichen Gedenkanlass. Der Anlass findet um 19 Uhr in der Kirche St. Oswald in Zug statt. Der Zuger Stadtpfarrer Reto Kaufmann gestaltet die Besinnung zusammen mit dem reformierten Pfarrer Hans-Jörg Riwar. Organist Philipp Emanuel Gietl und der Cellist Jonas begleiten den Gedenkanlass musikalisch.
Am 27. September 2023 sind noch weitere Zeichen des Gedenkens vorgesehen. So werden am Mittag im Kanton Zug die Kirchenglocken in Erinnerung an die Opfer des Zuger Attentats sowie an alle Opfer von Gewalt auf der Welt läuten. Ferner werden die Gräber der Verstorbenen sowie die Gedenkstätte «Einschnitt» beim Regierungsgebäude mit Blumen geschmückt. Und schliesslich wird auf dem Regierungsgebäude die Zuger Fahne auf Halbmast wehen.
Am 30. September thematisiert das Forum Kirche und Wirtschaft im Zentrum Dorfmatt, Rotkreuz das «Würdig Altern». Fachstellenleiter Thomas Hausheer erklärt im folgenden Interview, was das Thema so brisant macht, und die Ziele der Veranstaltung.
Thomas Hausheer, weshalb ist das Thema «Würdig Altern» so wichtig für unsere Gesellschaft?
Wir werden zunehmend älter und bleiben immer länger gesund. Unsere Verantwortung besteht nun darin, die Seniorinnen und Senioren in jeder Hinsicht ernst zu nehmen und ihrem Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Eigenverantwortung gerecht zu werden. Betreuungs- und Pflegebedarf stehen dem zunehmenden Fachkräftemangel und Kostendruck gegenüber. Es braucht neue Lösungen und diese erfordern das Zusammenspiel von professionellen Dienstleistungen, staatlicher Unterstützung und Freiwilligenarbeit.
Um welche ethischen Werte geht es der Kirche bei diesem Thema?
Es geht um Menschenwürde und Solidarität, insbesondere darum, schwächere und hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen. Wenn Menschen im Alter ihren Lebenswillen verlieren, weil sie sie keine Perspektiven, keinen Platz in der Gesellschaft mehr haben, so fordert das die Kirchen aufs Höchste heraus. Denn sie wollen Leben unterstützen und schützen.
Welche Bedeutung haben die älteren Menschen für die Kirchen?
Die Tradition der kirchlichen Altersarbeit reicht weit zurück. Die betagten Menschen sind nach wie vor diejenigen, die der Kirche am höchsten verbunden sind, ihr am meisten vertrauen, sich am deutlichsten als religiöse Menschen bezeichnen und sich für den christlichen Glauben interessieren. Die Kirchen unterstützen die Seniorinnen und Senioren gemäss ihrer Gesundheit und ihren Bedürfnissen auf verschiedenste Weisen. Die noch fitten Seniorinnen und Senioren möchten sich mit ihren eigenen Ideen und Fähigkeiten einbringen können. Sie sind zum Engagement bereit, weil die Sache sie überzeugt. Sie sind somit auch ein Zukunftspotential für die Kirchen. Seniorenarbeit möchte die Potenziale des Alters für die Gesellschaft nutzbar machen und das soziale Engagement älterer Menschen fördern.

Thomas Hausheer, Fachstellenleiter Forum Kirche Wirtschaft | © Thomas Müller
Was leisten die Zuger Kirchen für ältere Menschen?
Die Pfarreien bieten diverse Aktivitäten zur Vermeidung von Alterseinsamkeit an. Das breitgefächerte Angebot umfasst die Bereiche Freizeit, Bildung, Kultur, Unterhaltung und Spiritualität. Die «mitenand-namitage» in Baar warten beispielsweise laufend mit aktuellen saisonalen Angeboten auf. Die auf Altersarbeit spezialisierten Seelsorgenden in den Pastoralräumen leisten professionelle Begleitung in den Alterszentren, die kantonalen Seelsorgenden unterstützen in den Spitälern und im Bereich der Palliative Care. Unter den jungen oder noch rüstigen älteren Menschen werden zudem Freiwillige rekrutiert, die bei Anlässen helfen, Reisen organisieren oder Seniorinnen und Senioren in den Alterszentren besuchen. Dieser Einsatz bringt beiden Seiten Kontakt, Abwechslung und mehr Lebensqualität. Im Gespräch, beim Vorlesen oder auf Spaziergängen erfahren die besuchten Personen Anteilnahme und Begleitung.
Das Format des aktuellen Anlasses ist mehrstündig und workshopartig. Wie unterscheidet es sich sonst noch von den «Kappeler» Abenden?
Beim bevorstehenden Anlass geht es darum, ein aktuelles Thema im Austausch mit Fachpersonen aus der Regierung des Kantons Zug und spezialisierten Organisationen zu diskutieren und gemeinsam mit den Teilnehmenden mögliche Handlungsfelder auszuloten, die dann weiterentwickelt werden. Das Zielpublikum ist je nach Thema in einer anderen Zusammensetzung als bei den Kappeler Veranstaltungen, die sich eher an Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Kirche richten. Das Angebot vom Format «Wichtig&richtig» spricht Menschen an, die sich unabhängig von ihrer beruflichen Position für das Thema interessieren.
Anmeldung zur Veranstaltung «Älterwerden würdig gestalten» vom 30. September 2023 in Rotkreuz
Interview: Bernadette Thalmann
«Die Pilotstudie zum sexuellen Missbrauch in der Kirche fördert 1002 Fälle mit 921 Betroffenen zutage. Jeder einzelne Fall steht für ein menschliches Schicksal, für Leid und für Schmerz. Was die Ungeheuerlichkeit des Missbrauchs in der Biografie der Betroffenen und in deren Umfeld angerichtet hat, lässt sich kaum erahnen. Ich bin zutiefst erschüttert.
Im Moment bin ich in Gedanken bei den Opfern. Sie verdienen die Aufmerksamkeit, die ihnen durch Vertuschung und Verdrängung so lange vorenthalten wurde. Das gehört zur Wiedergutmachung, soweit eine solche überhaupt möglich ist.
Wir müssen uns fragen, was die Ergebnisse des wissenschaftlichen Pilotprojekts für die Kirche von morgen bedeuten. Bischof Joseph Maria Bonnemain sagte in der Medienkonferenz klar, dass nur eine gewaltfreie Kirche eine Daseinsberechtigung hat.
Wir stehen erst am Anfang eines noch langen Weges. Das dreijährige Folgeprojekt wird ein noch grösseres Ausmass dieser Tragödie aufdecken. Auch wenn es schier unerträglich ist, müssen wir uns der Aufarbeitung der Geschichte stellen. Zu lange wurde in der Kirche weggeschaut, sei es von pastoral Verantwortlichen wie auch von Kirchgemeinden. Der Forschungsprozess hätte schon vor 20 Jahren angestossen werden können und müssen.
Die seit einiger Zeit begonnene Präventionsarbeit müssen wir konsequent fortführen. In der Personalrekrutierung, der Ausbildung und der Personalführung ist eine Professionalisierung unabdingbar. Vor allem aber muss in der Kirche ein Kulturwandel stattfinden. Wir müssen grundlegende Mechanismen angehen, die den Missbrauch in diesem Ausmass überhaupt ermöglicht haben. Dazu gehören die Machtfrage, die Sexualmoral, das Priester- und das Frauenbild, die Personal sowie die Ausbildungs- und Personalpolitik. Auch als Verantwortliche von Kirchgemeinden sind wir in Pflicht genommen.
Auf diesem Weg kann die Kirche wieder das sein, was sie sein soll: Eine Institution, die für die Menschen da ist und dem Leben dient.
Stefan Doppmann
Präsident der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug (VKKZ)
Der Schlussbericht der Universität Zürich zu den sexuellen Missbräuchen in der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz erschreckt und erschüttert. Er zeigt das persönliche Fehlverhalten einzelner Täter und gleichzeitig systemische Ursachen auf, für welche die Bischöfe, ihre Vorgänger und andere Führungspersonen in der Kirche geradestehen müssen.
Der «Bericht zum Pilotprojekt zur Geschichte sexuellen Missbrauchs im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz seit Mitte des 20. Jahrhunderts» umfasst 135 Seiten und bringt wissenschaftlich nüchtern formuliert Licht in ein sehr dunkles Kapitel der Kirche.
Das Projekt fördert
ans Tageslicht.
Die Lektüre des Berichts und Darstellung konkreter Fälle lässt einen fassungslos und sprachlos zurück. Aus diesem Grund steht auf der Titelseite des Berichts eine Triggerwarnung: «In diesem Bericht geht es um sexuellen Missbrauch. Die Ausführungen bewegen sich auf einer allgemeinen Ebene, enthalten aber auch Schilderungen konkreter Fälle von sexuellem Missbrauch.» Link zum Bericht.
Der Schlussbericht des Pilotprojekts zeigt auf, dass sexueller Missbrauch und dessen Vertuschung auch in der katholischen Kirche Schweiz System hatte. Wichtige Grundzüge der katholischen Kirche haben sexuellen Missbrauch in diesem Ausmass überhaupt ermöglicht oder gar begünstigt.
Dazu gehören beispielsweise
Hier die Medienmitteilung der Universität Zürich
Viele Kirchliche Institutionen haben in den letzten 20 Jahren bereits verschiedene Schritte unternommen, um das Geschehene aufzuarbeiten und dem Risiko von sexuellen Übergriffen präventiv zu begegnen. Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK), die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) und KOVOS (Katholische Orden und weitere Gemeinschaften) haben neben der Fortführung der wissenschaftlichen Erforschung weitere Massnahmen beschlossen, um institutionelle Mängel auf nationaler Ebene anzugehen:
Die Schweizer Bischofskonferenz nimmt die Forschungsergebnisse erschreckt und erschüttert entgegen und gesteht ein, dass zu viele kirchliche Führungspersonen jahrzehntelang verantwortungslos gehandelt haben: «Sie haben die Betroffenen nicht ernst genommen und die Täter geschützt. Sie standen auf der falschen Seite. Sie standen auf der Seite der Täter statt an der Seite der Betroffenen. Sie schützten das Ansehen der Kirche statt die Würde und Unversehrtheit der Menschen, die dadurch unsäglichem Leid ausgesetzt wurden. Sie liessen Täter versetzen und nahmen in Kauf, dass sich Missbräuche fortsetzten. Diese Schuld kann nicht einfach weggewischt werden. Sie ist aufzuarbeiten und muss dabei die Mechanismen der Macht, das Frauenbild, das Priesterbild und die Sexualmoral der Kirche angehen.»
Die Bischöfe anerkennen auch das Leid, das die sexuellen Missbräuche im Leben vieler Menschen, in Familien und deren Umfeld verursacht haben und «versichern, alles Menschenmögliche zu unternehmen, damit die Betroffenen Gerechtigkeit erfahren und sexuelle Missbräuche in Zukunft verhindert werden.» Link zum ganzen Statement der SBK.
In ihrem Statement schreibt die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz, sie sei «erschüttert über das unbeschreibliche Leid, das den von Missbrauch betroffenen Menschen im Umfeld der Kirche zugefügt worden ist. Anstelle von Hilfe, Segen und Respekt haben sie Gewalt und Erniedrigung erfahren. Viele Verantwortliche in der Kirche reagierten mit Schweigen und Vertuschen auf diese Verbrechen. Das ist zutiefst beschämend.» Link zum ganzen Statement der RKZ.
Abt Peter von Sury sagt als Vertreter der katholischen Orden und weiteren Gemeinschaften KOVOS: «Es ist offensichtlich, dass die Ordensinstitute und religiösen Gemeinschaften ein Teil des Problems sind (…) Es zeigt sich immer deutlicher, dass gewisse fehlgeleitete Formen des Ordenslebens den Nährboden bildeten für viele Formen von Grenzverletzungen, Manipulation, psychische Gewalt und Missbrauch. Schliesslich kam es auch in den von Ordensgemeinschaften geleiteten Schulen und Heimen zu Übergriffen durch Leitungs- und Lehrpersonen und Angestellte, aber ebenso aufseiten der Schülerinnen und Schüler untereinander.» Link zum ganzen Statement der KOVOS.
Die Medienkonferenz wurde live übertragen und steht hier zum Nachschauen zur Verfügung:
Alle Dokumente (Studie, Statements, Informationen für Betroffene etc.) finden Sie auf der Website www.missbrauch-kath-info.ch
Alle spirituellen Traditionen kennen heilige Orte. Ob draussen in der Natur, als Symbole oder religiöse Bauwerke haben eines gemeinsam: Sie verbinden mit dem Göttlichen. Der «Kalender der Religionen» lädt ein, sich auf den Weg zu machen und Spuren des Heiligen in der ganzen Welt zu entdecken.
Jeweils im September erscheint der «Kalender der Religionen», der sechzehn Monate bis im Folgejahr abdeckt. Ziel des Kalenders ist es, den Fächer religiöser und kultureller Vielfalt zu öffnen und für das Fremde zu sensibilisieren. Wissen um kulturelle, religiöse und weltliche Wurzeln anderer Traditionen ist ein Schlüssel für gegenseitigen Respekt. Und diesen braucht unsere zunehmend pluralistischen Gesellschaft für ein fried- und respektvolles Zusammenleben. Erklärungen zu Festen und Feiertagen bieten einen achtsamen Zugang zu einem vielfältigen kulturellen und spirituellen Erbe.
Der «Weg zu Spuren des Heiligen» führt zu Naturstätten wie die Bärenhütten, einem von nordamerikanischen Indianerstämmen verehrter Monolithen, oder weitläufige Gebiete wie die Zhongnan-Berge in China. Zu den religiösen Bauwerken zählt die Abtei Mont-Saint-Michel ebenso wie die Umayyaden-Moschee im Herzen der islamischen Welt. In Indien– der Wiege von Jainismus, Buddhismus und Hinduismus – steht ein Tempel vielfach dort, wo sich ein mythologisches oder historisches Gründungsgeschehen ereignet hat und in den Kanälen des Ghettos von Venedig spiegeln sich die Synagogen, die die Erinnerung an das Schicksal der jüdischen Gemeinden im 16. Jahrhundert wachhalten. Eine handliche Broschüre vermittelt zusätzliche Informationen und ein persönlicher Code zum Kalender schaltet den Zugang frei zu weiterem Material und Fotos.
Der Kalender kostet 15 Franken und ist erhältlich bei Iras Cotis. Ab 10 bestellten Exemplaren gibt es einen Rabatt.
Wir verlosen drei Exemplare des Kalenders der Religionen. Interessierte schicken ein Mail mit Namen und postalischer Adresse an kommunikation@zg.kath.ch
https://www.kalender-der-religionen.ch/home.php
Vom 7. September bis am 9. September findet in Bern die Synodale Versammlung statt. Unter den 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist auch eine Vertretung aus dem Kanton Zug dabei. In der Cafeteria im Haus Sunnematt brennt während der Synodalen Versammlung eine Kerze. Die VKKZ lädt ein mit einem besinnlichen Text von Lothar Zenetti einen Moment innezuhalten und sich so symbolisch mit dem Prozess in Bern zu verbinden.
Der Liedermacher Konstantin Wecker hat diesen Text erfolgreich musikalisch umgesetzt:
Unter den 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Synodalen Versammlung bringen acht Personen die Stimme der Katholische Kirche im Kanton Zug ein: Roman Ambühl , Rita Bieri-Luthiger, Sandra Dietschi, Sr. Mattia Fähndrich, Christian Kelter, Susanne Klass-Auf der Maur, Peter Lüthi und Lea Schlienger. Das Treffen beginnt um 18 Uhr mit einem öffentlichen Gebet in der Deifaltigkeits-Basilika und schliesst am Samstag um 15.30 Uhr mit einem Gebet in der Heiliggeist-Kirche
In einem intensiven Programm erarbeitet die Versammlung pastorale Wegweiser auf Grundlage von Herausforderungen und Chancen in Gesellschaft und Kirche der Zukunft und sucht nach optimierten synodalen Strukturen im Bistum Basel. Die Vorbereitungsdokumente haben durchaus das Potenzial für einen synodalen Mutausbruch, der Veränderungen in der Kirche anstossen kann.

Im Haus Sunnematt begleitet eine Kerze die Synodale Versammlung in Bern | © Arnold Landtwing
Pater Martin Schmid zog im 18. Jahrhundert in die Jesuiten-Mission in Bolivien. Bis heute ist sein Name dort ein Begriff und die Kirchen, die er im bolivianischen Tiefland Chiquitania errichtet hat, gehören heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Eine multidisziplinäre Inszenierung regt zum Erinnern und Nachdenken an.
„Berühmte Baarerinnen und Baarer? Da kommen viele ins Grübeln. Hans Waldmann vielleicht, der Haudegen aus Blickensdorf, der es als Heerführer bis zum Bürgermeister von Zürich gebracht hatte. Aber Pater Martin Schmid – bei den allermeisten hierzulande Fehlanzeige.“ schreibt Franz Lustenberger einleitend in seinem zweiseitigen Pfarreiblatt-Beitrag zum Baarer Jesuiten.
Franziska Schmid hat sich in Bolivien auf Spurensuche gemacht und ist als Nachfahrin von P. Martin Schmid mit Dankbarkeit und als Ehrengast willkommen geheissen worden. Alles zur Geschichte dieses Baarers und dem Kulturprojekt, das im Monat September eine vertiefte Auseinandersetzung mit dessen Missionstätigkeit ermöglicht, finden Sie hier im aktuellen Pfarreiblatt (Seite 6 und 7).
Vom 5. September bis 1. Oktober 2023 widmet sich ein dreiteiliges Kulturintermezzo in Baar und Zug dem Baarer Jesuiten. Mit zwei Ausstellungen «Pater Martin Schmid – Auf den kolonialen Spuren seines Erbes» und «Pater Martin Schmid – Menschen bauen Welten!» beleuchtet der Verein Pater Martin Schmid dessen Geschichte, Rollen und Wirken.
Alle Informationen finden Sie hier auf der Website Pater Martin Schmid.
Über 20 Jahre war Guido Estermann für die Katholische Kirche im Kanton Zug tätig: Zuerst zwölf Jahre als Redaktor des Pfarreiblatts und anschliessend zehn Jahre als Leiter der Fachstelle Bildung Katechese Medien BKM. Jetzt verlässt er die VKKZ und wechselt ins Generalvikariat Zürich-Glarus.
In den vergangenen zehn Jahren hat Guido Estermann als Leiter das Gesicht der BKM geprägt und mit der Fachstelle über den Kanton Zug hinaus als Kompetenzzentrum ausgestrahlt. Er engagierte sich für Entwicklungen von Strategien und Projekten, welche auf der Grundlage des «Leitbildes Katechese im Kulturwandel» und des «Lehrplans Religionsunterricht und Katechese» – in Fachkreisen bekannt unter dem Kürzel «LeRuKA» – umgesetzt wurden.
Neben Aufgaben wie dem Entwickeln, Konzipieren und Durchführen von Ausbildungsmodulen wirkte er auch in der Ausbildungsleitung im Zentralschweizer Bildungsraum Modu-IAK mit. Mit seiner «Vision 2030» verfolgte er das Ziel, «mündiges Christsein zu leben, damit die Faszination des Christentums wach bleibt.» Konkret hatte er damit eine neue Rolle der katechetisch Tätigen vor Augen, die sich aktiv in die Gestaltung der Pastoral einbringen sollen und damit Katechese und Religionsunterricht Teil einer gesamtpastoralen Entwicklung werden.
«Die Kirche muss sich als eine Garantin christlicher Werte und christlicher Menschenbilder stark machen. Deshalb muss sie ihre eigenen Hausaufgaben machen, die Kritik zum Anlass nehmen, sich zu verändern. Sie darf sich nicht in Strukturdiskussion verlieren und stagnieren. Dazu braucht es alle: Sie, du, wir -arbeiten wir an dieser Vision.» Guido Estermann
Das vielfältige Wirken von Guido Estermann kann nur summarisch gewürdigt werden – die Liste reicht von ökumenischer Zusammenarbeit über die Vernetzung mit der Direktion für Bildung und Kultur bis hin zur Rektorenkonferenz des Kantons Zug. Sehr wertvoll und für beide Seiten erkenntnisbereichernd war auch seine Tätigkeit als Dozent an der Pädagogischen Hochschule Schwyz.
Besondere Erwähnung verdient abschliessend das Projekt «Kulturpunkte Zug», welches spannende Geschichten und Hintergrundinformationen zu katholischen Kulturstätten im ganzen Kanton Zug vermittelt. Historisch, kulturgeschichtlich, theologisch: typisch Guido Estermann.

Guido Estermann verabschiedet sich von Kolleginnen und Kollegen | © Arnold Landtwing
Im Namen aller Mitarbeitenden der VKKZ und des Präsidiums dankte Gesamtstellenleiterin Sandra Dietschi in einer Abschiedsfeier Guido Estermann für sein enormes Schaffen und Wirken, «für deine hohe Kompetenz, für dein Da-Sein und So-Sein».
Ab September übernimmt Guido Estermann im Generalvikariat der Bistumsregion Zürich und Glarus die Verantwortung als «Beauftragter des Generalvikars für Pastoral».
Ein ausführliches Interview mit Guido Estermann unter dem Titel «Die BKM hat mich fachlich weitergebracht» finden Sie im Pfarreiblatt Seite 5 hier.