Regelmässig reist die Zuger Pressefotografin Alexandra Wey in den Nahen Osten und dokumentiert die erschütternde Wirklichkeit des Syrienkrieges. Dabei schreckt sie auch vor Grauen und Zerstörung nicht zurück.
Die Fachstelle Bildung-Katechese-Medien der Katholischen Kirche Zug organisiert neu die Kurse für Leiterinnen und Leiter von Ministranten im Kanton Zug. Dadurch sollen alle Pfarreien gleichermassen Zugang zu den Kursen haben.
Bis letztes Jahr wurden angehende Leiterinnen und Leiter von Ministranten durch die DAMP (Deutschschweizerische Arbeitsstelle für Ministrant*innenpastoral) ausgebildet. Mit der Umstrukturierung der DAMP wurde die Organisation der Minileiterkurse an die jeweiligen Kantone delegiert. Einige Pfarreien boten bereits vorher eigene Kurse für ihre angehenden Minileiter an und führten sie erfolgreich durch.
Damit künftig sämtliche Pfarreien des Kantons Zug gleichermassen Zugang zu Kursen für Leitende von Ministranten haben, werden die Kurse ab dem Schuljahr 2020/2021 von der Fachstelle Bildung-Katechese-Medien (BKM) koordiniert und organisiert. Die drei Ministrantenpräses Doris Baumann, Carla Omlin und Martin Brun sowie die Weiterbildungsverantwortliche der Fachstelle BKM, Conny Weyermann, haben deshalb ein entsprechendes Konzept entworfen.
Jährlich wird ein Kurs mit drei Kurseinheiten für die angehenden Leitenden von Ministranten durchgeführt. Die Einheiten werden unterteilt in «Liturgie und Team», «Spielpädagogik» sowie «Anlässe und Notfälle». Für die Durchführung der Kurse werden erfahrene Ministrantenpräses oder Scharleitende engagiert. Die Weiterbildungen finden jeweils in den Räumlichkeiten verschiedener Pfarreien im Kanton Zug statt. Nach jeder Kurseinheit erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat, welches von der DAMP nach wie vor zur Verfügung gestellt wird.
Die erste Kurseinheit mit den Inhalten Liturgie und Team findet am Samstag, 14. November 2020 im Pfarreizentrum St. Michael in Zug statt. Ende August wird der Flyer an alle Ministrantenscharen des Kantons Zug verschickt, damit die Anmeldungen erfolgen können. Ebenfalls wird der Kurs auf der Homepage www.minis.ch aufgeschaltet. Auswärtige Anmeldungen werden jedoch erst dann angenommen, wenn aus dem Kanton Zug zu wenige Anmeldungen eingehen sollten.
Conny Weyermann, Fachstelle Bildung-Katechese-Medien
Einer der Teilnehmenden an der Sommeraktion der Katholischen Kirche Zug ist Ständetrat Matthias Michel. Er stellt in seiner nächsten Umgebung neue geschichtliche und religiöse Bezüge her.
Mehr Macht dem Klerus, weniger den Nichtgeweihten: Eine Vatikan-Instruktion sorgt für Wirbel. Bischof Felix Gmür hält sie für «theologisch defizitär und klerikalistisch verengt».
Das Sorgentelefon unter der Nummer 143 ist so aktuell wie nie zuvor. Die freiwilligen Telefonberatenden haben seit Mitte März 150-300 Stunden zusätzliche Gesprächszeit geleistet.
Die Zahlen von April 2020 (im Vergleich zu April 2019) zeigen, dass die Telefonseelsorge rund 30% mehr Anrufe von über 65-jährigen verzeichneten, und dass die Themen Einsamkeit (+30%), Schwierigkeiten mit der Alltagsbewältigung (+15%), psychisches Leiden (+7%) und Suizidalität (+7%) dramatisch zugenommen haben.
Die Zunahme der Suizidalität ist besorgniserregend. Sie liegt im langjährigen Durchschnitt bei 1-2%. Weltweit sterben jährlich rund 800‘000 Menschen durch Suizid. In der Schweiz waren es 2018 über 1‘400 Personen. Jährlich werden 10‘000 Suizid-Versuche registriert. Die Dunkelziffer wird jedoch auf über 20‘000-30‘000 beziffert. Zwischen 214‘000-260‘000 Personen haben mindestens einmal in ihrem Leben einen Suizidversuch unternommen.
Die Freiwilligen der Telefonseelsorge hören den verzweifelten Anrufern zu und stellen ihnen Fragen. Reden hilft und nimmt den Druck von der Seele.
Das Sorgentelefon hat 60 Mitarbeitende. Diese werden während knapp eines Jahres ausgebildet und leisten mit ihren Tag-/Nacht-Schichten ein Pensum von ca. 10-20% Freiwilligenarbeit. Die umfassende Ausbildung hilft vor Überforderung, damit die Telefonberatenden mit den Schicksalen, mit denen sie am Telefon konfrontiert werden zurechtkommen.
Ein Grossteil der Anrufenden sind Frauen. Sie bevorzugen den Beratungskanal Telefon. Männer warten viel länger bis sie Hilfe suchen und bevorzugen die Online-Beratung mit der E-Mail-Beratung bzw. Chat-Beratung. Hier können sie offen und anonym über alles schreiben, was sie bedrückt. Laut Statistik wird per Online-Beratung 7x häufiger eine Suizid-Absicht von einem Mann geäussert als an einem Beratungs-Telefongespräch.
Menschen mit Suizidgedanken möchten meist nicht sterben, sondern sehnen sich nach einem Ausweg aus der Krise, nach Ruhe und Frieden. Die Telefonberaterin erarbeitet zusammen mit dem Anrufenden Lösungswege und verweist in spezifischen Fällen auf die über 600 Fachstellen aus der Region.
Die meisten Gespräche dauern im Schnitt 30 Minuten. Bei Suizid-Androhung gibt es kein Limit und die Mitarbeitenden von Telefon 143 beenden erst das Gespräch, wenn der Druck beim Gegenüber merklich abgenommen hat, Lösungsschritte erarbeitet wurden und mitgetragen werden.
Die Beratung ist über die Telefonnummer 143, per E-Mail und Chat unter www.143.ch erreichbar. Für die Anrufenden ist die Dienstleistung gratis, anonym und jederzeit erreichbar: Tag und Nacht an 365 Tagen im Jahr! „Damit weiterhin diese professionelle und für die Gesellschaft wertvolle Dienstleistung aufrecht erhalten werden kann, sind wir auf solche grosszügigen Spenden wie die Gottesdienst-Kollekten am letztjährigen Zuger Diakonie-Sonntag angewiesen“, bedankt sich Klaus Rütschi, Geschäftsführer der Dargebotenen Hand bei allen Spenderinnen und Spendern. Diese Gelder werden für die qualifizierte Aus- und Weiterbildung der Freiwilligen in der Telefonseelsorge dringend benötigt.
Spenden: PC 60-18506-6
Klaus Rütschi, Geschäftsführer Telefon 143, Die Dargebotene Hand Zentralschweiz
Ihre Pension steht bevor. Margrith Mühlebach-Scheiwiller, noch bis Ende Juli Regionalverantwortliche der Bistumsregion St. Viktor, blickt zurück auf die Arbeit der vergangen sechs Jahre.
Hier drei Stimmen zur Jubiläums-Veranstaltung des Forum Kirche und Wirtschaft vom 1. Juli. Befragt wurden Joachim Eder, Ex-Ständerat, Renate Falk, Kirchenrätin und Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenopfer.
Welche Aussage zum Thema hat Ihnen an diesem Abend am besten gefallen?
Joachim Eder: Dass Anne Schwöbel die Bedeutung der sozialen Verantwortung der Unternehmen betonte, schien mir sehr wichtig. Ihre Aussage, dass die Mitarbeitenden im Zentrum stehen müssen, ist zwar eine Selbstverständlichkeit, geht heute im grassierenden Wachstumswahn aber leider sehr oft unter.
Renate Falk: Mich haben zwei Aussagen bewegt: Die von Mathias Binswanger «Kirche hätte viel zur Wirtschaft zu sagen» und die von Thomas Wallimann-Sasaki «Wir Menschen müssen den Reichtum gestalten. Wenn wir ihn seinem freien Lauf überlassen, wird die Einkommensschere immer grösser».
Bernd Nilles: Die ExpertInnen haben deutlich gemacht, dass Geld allein kein gutes Leben sichert, der Markt nicht alles regeln kann. Zugleich wurde betont, im Sinne der katholischen Soziallehre Privatbesitz nie ganz privat ist. Wer etwas besitzt, hat Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und diese hat Anteile am Besitz. Dies kann nicht nur auf freiwilliger Basis geschehen, sondern es braucht verbindliche Regeln. Steuern sind ein Beispiel für solche Regeln. Gesetze und Unternehmensverantwortung ein anderes.
Der Event war einer der ersten grösseren Anlässe nach dem Corona-Shotdwn und Schutzmassenahmen waren nötig. Wie haben Sie die Stimmung empfunden?
Joachim Eder: Die Stimmung war sehr positiv, die Jubiläumsveranstaltung ausgesprochen würdig. Ich stellte im Publikum keine Art von Unsicherheit fest, im Gegenteil: der Wunsch, sich wieder mal austauschen zu können und miteinander den Dialog zu pflegen, war spürbar.
Renate Falk: Die Stimmung war anregend und von einer konzentrierten Aufmerksamkeit geprägt. Das Referat und die anschliessende Diskussion haben durch verschiedene humorvolle Aussagen der Mitwirkenden dem ernsten Thema eine gewisse Würze gegeben. Beim anschliessenden Apéro war die Corona bedingte Zurückhaltung spürbar.
Bernd Nilles: Die Räumlichkeiten waren ideal und die Stimmung gut. Wer die 1,5 Meter Sicherheitsabstand unterschritt, hat dies eigenverantwortlich getan, das kann man als Veranstalter nicht beeinflussen.
Was wünschen Sie sich vom Forum Kirche und Wirtschaft für die Zukunft?
Joachim Eder: Das Forum hat sich gut etabliert. Es soll weiterhin wirtschaftliche und sozialethische Fragen thematisieren, christliche Anliegen zur Sprache bringen und damit zum wichtigen Austausch zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Kirche beitragen. Das ist heute nötiger denn je.
Renate Falk: Weiter dran bleiben an Themen, die unsere Gesellschaft prägen und bewegen, und auch die Kirche bewegen und prägen sollen.
Bernd Nilles: Nutzen Sie das Vernetzungs- und Dialogpotential weiter. Scheuen Sie schwierige Themen nicht. Denn es hat schon ein wenig verwundert, dass am Tag der bundesrätlichen Verkündung des Abstimmungstermins über die Konzernverantwortungsinitiative, dieses Stichwort nicht einmal fiel.
Interview: Bernadette Thalmann
Siehe auch Artikel «Wer hat, dem wird gegeben − in der Bibel und an der Börse»
Die Katholische Kirchgemeinde der Stadt Zug setzt in Zeiten von Corona ein Zeichen: Vom Ertragsüberschuss 2019 sollen 300’000 Franken für ein Corona-Hilfspaket verwendet werden.
Das Hilfspaket ist für Organisationen und Projekte bestimmt, die von der aktuell herrschenden Krise, ausgelöst durch das Coronavirus, betroffen sind. Von den geplanten Spenden wurden 60’000 Franken an der Kirchenratssitzung vom 28. April 2020 gesprochen. Diese Beitragshöhe entspricht der Kompetenz des Kirchenrates. Die Zuwendungen wurden bereits überwiesen. Folgende Institutionen wurden berücksichtigt:
Diese Institutionen verfügen über eine hohe Vertrauenswürdigkeit bei der Bevölkerung und sind oft die erste Anlaufstelle für Menschen, die von Armut betroffen sind.
Über die restlichen Spendengelder wird die Kirchgemeinde an der Kirchgemeindeversammlung vom 15. Dezember 2020 abstimmen.
Der Kirchenrat ist überzeugt, dass diese Soforthilfe-Massnahmen wichtig und richtig sind. In Krisenzeiten muss eine schnelle und unkomplizierte Unterstützung geleistet werden.
Medienmitteilung der Katholischen Kirchgemeinde der Stadt Zug vom 21. Juli 2020
«In Zeiten von Corona hat sich deutlich gezeigt, wie nützlich die neuen Pastoralraumstrukturen sind», resümiert Gaby Wiss, Leitungsassistentin Pastoralraum Zug Walchwil.
Kräfte zu bündeln und Ideen auszutauschen, war während der Corona-Krise ganz besonders wichtig: Die Religionslehrpersonen haben ihre Materialien auf einer Plattform hinterlegt, im Fachbereich Altersarbeit wurden Mutmachbriefe zugänglich gemacht, im Fachbereich Jugendarbeit Konzepte erarbeitet, die sogar auf Bistumsebene eingesetzt wurden, Pfarrer und Gemeindeleiter haben miteinander über die Möglichkeiten der Umsetzung des Schutzkonzeptes in den Gottesdiensten gesprochen, die Sekretariate haben von gemeinsamen Texten fürs Pfarreiblatt profitiert und die Sakristane haben Schilder, Kordeln und Desinfektions-Spender montiert. Und von St. Johannes Zug bis St. Johannes Walchwil wurden gemeinsame digitale Tagesimpulse verfasst: Für jeden Sonntag und Feiertag sprach ein Pfarrer oder Gemeindeleiter ermutigende Worte zu den Gläubigen im ganzen Pastoralraum, nachzulesen unter www.przw.ch.
Vielleicht sagen Sie: Davon habe ich gar nichts gemerkt! Das ist auch gut und richtig so. In Ihrer Pfarrei sehen Sie Ihre Bezugspersonen. Es sind die Menschen, die Ihnen vertraut sind. Die Pfarreiseelsorgenden können sich Ihnen mehr zuwenden, weil nicht jede/r das Rad neu erfinden muss, sondern gemeinsam nach sinnvollen Lösungen gesucht wird. Und trotz Absprachen ist es kein Einheitsbrei. Jede Pfarrei hat ihren eigenen Charakter – und das soll auch so bleiben.
Gaby Wiss, Leitungsassistentin Pastoralraum Zug Walchwil
Die Lehre der katholischen Kirche spricht sich gegen Abtreibung aus. Verfügt die katholische Kirche aber auch über Instrumente, um betroffenen Frauen das Leben ihres Kindes zu ermöglichen?