Zur Startseite Zur Navigation Zum Inhalt Zur Kontaktseite Zur Sitemapseite Zur Suche

Das Präsidium der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug hat Thomas Hausheer zum neuen Leiter des «Forum Kirche und Wirtschaft» gewählt. Er folgt per 1. Juni 2021 auf Christoph Balmer, der seit knapp 12 Jahren der Fachstelle vorsteht.

Thomas Hausheer (1963) ist als ausgewiesener Geschäftsmann im Tourismusbereich mit der Zuger Wirtschaft stark vernetzt. Der gebürtige Zuger freut sich auf die neue Aufgabe: «Es geht hier wie im Tourismus hauptsächlich um Begegnung und Vermittlung».
Sein Studium der Betriebswissenschaft absolvierte Thomas Hausheer an der Universität Bern. Anschliessend war er in der Tourismusforschung tätig. 1990 stieg er in das familieneigene Reiseunternehmen ein, welches er über drei Jahrzehnte in verschiedenen Führungspositionen massgeblich prägte. Im Zuge der Nachfolgeregelung wurde die Firmengruppe an die Knecht-Holding veräussert. Dort wird Thomas Hausheer weiterhin ein Beratungsmandat innehaben.
Als Verwaltungsrat der Sportmittelschule Engelberg ist er auch in der Sportförderung engagiert. Überdies ist Thomas Hausheer seit 15 Jahren Kirchenrat der Reformierten Kirche des Kantons Zug und für die Beratung Triangel zuständig. Er wohnt in Unterägeri, ist verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern.

Christoph Balmer, der die Fachstelle Forum Kirche und Wirtschaft im August 2009 aufgebaut und in der Folge erfolgreich geleitet hat, wird seinen Nachfolger noch während einer Übergangszeit begleiten, bevor er dann mit 68 Jahren die Pensionierung antreten wird.

 

Medienmitteilung der Katholischen Kirche Zug vom 2. Februar 2021

seelsam – ökumenische Seelsorge für Behinderte feiert heuer das 20-jährige Bestehen. Andrea Koster Stadler und Ruedi Hofer geben als Leitungsteam erste Einblicke in die umfangreichen Aktivitäten, die sie und ihr Projektteam derzeit am Gestalten sind.

Andrea Koster Stadler, wann genau feiert die ökumenische Fachstelle seelsam ihr Jubiläum?

Höhepunkt des Jubiläumsjahrs wird das Fest am Samstag, 18. September sein. Es wird mit vielen Überraschungen aufwarten. Darüber hinaus planen wir aber für das ganze Jahr 2021 fröhliche, aufgestellte Impulse, denn es gibt schon genügend schwere Themen, die es zu tragen gilt.

Können Sie uns ein paar Einblicke geben? Was konkret wird am grossen Fest stattfinden?

Wir feiern zusammen Gottesdienst und werden dabei von Musik und einem Künstlerpaar begleitet (Ruedi und Claudia Kündig, Biblepainting). Provokative Theaterszenen mit den zuwebe Theaterleuten werden Denkanstösse geben, ein feines Festessen die Gaumen verwöhnen und Marktstände verschiedener Institutionen werden voraussichtlich zum Bummeln und Verweilen einladen. Auch politische Gäste werden anwesend sein. Wir wollen vernetzen, zwischen all den verschiedenen Organisationen rund um Menschen mit einer Behinderung, den betroffenen Menschen selbst und der Öffentlichkeit.

Ruedi Hofer, wer hilft bei der Umsetzung der Jubiläumsaktivitäten mit?

Zur Planung und Umsetzung haben wir ein gut durchmischtes Team zusammengestellt. Mit dabei sind nebst dem Leitungsteam zwei Mütter von betroffenen Söhnen, eine betroffene Frau, die in der zuwebe wohnt, und zwei weitere Seelsorger. Auch die Mitglieder von seelsam selbst wirken bei der Jubiläumsgestaltung mit. Jeden Monat bekommen sie Post mit einer Einladung, sich am Anlass einzubringen. Sie werden den festlichen Rahmen für den 18. September gestalten, mit Basteln, Singen und Dekorieren. Wir möchten sie anstecken mit der Freude darüber, dass seelsam 20-jährig wird.

Welches sind die Ziele, die seelsam in diesem Jahr erreichen möchte?

Das Jubiläum soll weit über das Jahr 2021 hinaus wirken und Spuren hinterlassen! Wir möchten noch vermehrt sichtbar machen, was die Kirchen für Menschen mit Beeinträchtigungen tun. Eine Stärke von uns ist nämlich, dass wir uns bei seelsam Zeit nehmen und offen sind für die Bedürfnisse des Gegenübers, dass wir das Zusammensein geniessen, uns gegenseitig bereichern und anstecken. Damit sind wir ein Gegenpool zur leistungsorientierten Gesellschaft, die immer mehr Menschen krank macht.

Andrea Koster Stadler, sogenannt «behinderte» Menschen haben oft auch ganz besondere Fähigkeiten. Welche sind das?

Wir erleben oft, dass sie dem Gegenüber sehr zugewandt sind. Sie handeln offen und direkt, spüren kaum Barrieren. Entsprechend sind sie bereit und fähig, den Moment zu leben, sich auf das einzulassen, was er bietet. Und nicht zuletzt sind sie in der Regel dankbar, schätzen kleine Gesten und Zuwendungen, sind zuverlässig und treu, verteidigen mitunter hartnäckig, was ihnen wichtig ist. Mit ihrem Wesen zeigen sie uns, dass es auch Leichtigkeit im Leben gibt und nicht immer alles ernst sein muss. Von ihnen können wir lernen, dass unser Leben ein Geschenk ist und wir dankbar sein sollten für unsere Gaben.

Ruedi Hofer, was bedeutet eigentlich der Name «seelsam»?
Unsere Vorvorgängerin Pfarrerin Barbara Brunner hat es so ausgedrückt: seelsam lässt das Feld offen für viele Assoziationen: Balsam für die Seele, Seelsam − heilsam, mit viel Seele, Begegnung von Seele zu Seele, etc.» Auch aus dem seelsam-Logo, das ein Töpfchen mit Salbungsöl zeigt, kann eine Erklärung abgeleitet werden: So, wie man einen Menschen segnet und mit Öl salbt, so versuchen wir Menschen mit kognitiver Behinderung seelisch und leiblich auf sorgsame Weise Gutes zu tun und mit ihnen Gottes Gegenwart zu erleben und zu feiern.

Mit welchen Organisationen arbeitet seelsam zusammen?

Als ökumenische Organisation der katholischen und der reformierten Kirche arbeitet seelsam mit den Pfarreien und Kirchgemeinden sowie verschiedenen Institutionen vor Ort zusammen wie Stiftung Maihof (Haus Maihof, Haus Wiesenweg, Haus Euwmatt und Zentrum Sonnhalde), zuwebe Baar, HPS Zug (Heilpädagogische Schule Zug,) HZH (Heilpädagogisches Zentrum Hagendorn), SHS (Sprachheilschule) Unterägeri und die City Kirche. Wir sind dran, die Kontakte zu erweitern, zu intensivieren und vermehrt Synergien zu nutzen.

Andrea Koster Stadler, wie gelingt es, Menschen mit unterschiedlichen Handicaps als Gemeinschaft anzusprechen?

Dies ist in der Tat eine ganz grosse Herausforderung! Wir versuchen es und freuen uns, wenn es zu Begegnungen kommt, unerwartet, unkonventionell, im Herzen berührend!

 

Andrea Koster Stadler ist katholische Co-Leiterin von seelsam / Ruedi Hofer ist reformierter Co-Leiter von seelsam

 

Interview: Bernadette Thalmann

 

Die Zuger Woche hat in ihrer Ausgabe vom 20. Januar Thomas Betschart, Katechet Pfarrei Oberägeri, als Zuger des Jahres nominiert. Dies aufgrund seines vielseitigen Engagements, unter anderem für das Projekt der fahrenden Kapelle.

Die fahrende Kapelle im Tiny-House-Stil war einer der Träume von Thomas Betschart. Ende Mai des vergangenen Jahres wurde er zur Realität. Die Kapelle war fertiggestellt und rollte am 8. Juni zum Strassenverkehrsamt, wo sie gepüft wurde. Seither ist sie auf Tournee in Pfarreien des Pastoralraums Zug Berg.
Das kirchliche Projekt «die.kapelle», konzipiert von und für junge Erwachsene, wird getragen vom «Verein die.kapelle». Dessen Gründer ist Thomas Beschart. Für ihn ist die Kapelle «ein modernes Wohnzimmer Gottes, in dem sich gläubige, suchende, kritische oder einfach neugierige (junge) Menschen willkommen fühlen und mit dem Göttlichen in Berührung kommen können.»
In der kleinen Kapelle kann man eine Kerze anzünden, Stille finden, meditieren, beten, Gespräche führen, Mini-Workshops besuchen, Kleinstkonzerte geniessen, Taizé-Lieder singen oder einfach eine Pause machen.
Wegen Corona mussten die gemeinschaftlichen Anlässe im Dezember abgesagt werden. Stattdessen wurde an jedem Adventssonntag ein Podcast ausgestrahlt, in dem junge Erwachsene über Lebenssinn und -Unsinn diskutierten. Sofern Corona es zulässt, wird die Kapelle auch am Stand der Katholischen Kirche Zug anlässlich der Zuger Messe im Oktober dieses Jahres präsent sein.

Wählen Sie mit!

Wer möchte, kann die Wahl von Thomas Betschart zum «Zuger des Jahres» unterstützen. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff «Zuger des Jahres» und der Angabe Ihres Namens und Ihrer Adresse sowie dem Satz «Ich wähle Thomas Betschart zum Zuger des Jahres» an die Adresse redaktion@zugerwoche.ch.

 

Bernadette Thalmann

 

 

 

Wie helfen wir Menschen, deren Lebensende gekommen ist? Neu werden als ökumenisches Angebot auch im Kanton Zug «Letzte Hilfe»-Kurse durchgeführt, welche sich niederschwellig den Themen Lebensende, Sterben und Tod widmen.

Die Idee der «Letzte-Hilfe»-Kurse ist in Österreich und Deutschland entstanden und hat sich bereits in verschiedenen Ländern bewährt. Eine internationale Arbeitsgruppe bestimmt jeweils einen Lizenznehmer pro Land. In der Schweiz ist dies die reformierte Landeskirche in Zürich. Sie ist auch verantwortlich für die Ausbildung der kursleitenden Personen.

Palliativ Zug, reformierte und katholische Kirche

In diversen Kantonen werden Kurse ökumenisch oder in Zusammenarbeit mit Palliativ-Organisationen durchgeführt (GR, BS, BL, BE). Bis anhin gab es im Kanton Zug vereinzelte Anbieter von «Letzte-Hilfe»-Kursen. Neu soll auch hier das Angebot im Rahmen einer Kooperation zwischen Palliativ Zug sowie der katholischen und der reformierten Kirche im Kanton Zug koordiniert erfolgen. «Geplant sind für das kommende Jahr zwei bis vier Kurse, sagt Roland Wermuth, Delegierter der Katholischen Kirche Zug und Leiter Spitalseelsorge am Kantonsspital. «Das Angebot richtet sich an alle am Thema Interessierten in der Bevölkerung, insbesondere Menschen, die Schwerkranke betreuen.» Der erste Kurs ist für den 29. Mai 2021 im Reformierten Kirchenzentrum Zug geplant.

Vernetzt unterwegs

Die beteiligten Organisationen haben folgende Aufgaben:
  • Sie klären und fördern den weiteren Kursbedarf im Kanton.
  • Sie koordinieren das Kursangebot.
  • Sie vermitteln Kursleitende, so dass Kirchgemeinden, Pfarreien und andere Institutionen «Letzte-Hilfe»-Kurse vor Ort gemäss ihren Bedürfnissen anbieten können.
  • Sie gewähren den Austausch mit den nationalen Lizenzteilnehmern, geben Rückmeldungen aus kantonalen Kursen und lassen neue Erkenntnisse in das Kursangebot einfliessen.
  • Sie begleiten und vernetzen die Kursleitenden, damit ein interdisziplinärer, fachlicher Austausch möglich wird.

Delegierte Personen der beteiligten Organisationen:

Katholische Kirche Zug: Roland Wermuth, Leiter Spitalseelsorge, Kantonsspital Zug
Palliativ Zug: Rita Fasler, Leitung Informations- und Beratungsstelle
Reformierte Kirche Zug: Pfarrer Andreas Mauer, Beauftragter Palliativ Care

Grundwissen vermitteln

Sterbebegleitung ist keine Wissenschaft, die nicht auch in der Familie und der Nachbarschaft möglich ist. Die Kurse möchten Grundwissen an die Hand geben und ermutigen, sich Sterbenden zuzuwenden. Denn Zuwendung ist das, was wir alle am Ende des Lebens am meisten brauchen.

www.letztehilfe.info

 

Bernadette Thalmann

Im Anschluss an die Medienkonferenz des Bundesrats vom 14. Januar 2021 hat auch das Bistum Basel seine Präventionsmassnahmen angepasst. Für die Gottesdienste gibt es im Kanton Zug keine weiteren Beschränkungen.

Generalvikar Markus Thürig hat gestern die angepassten Schutzmassnahmen des Bistums Basel bekanntgegeben:

  • Die Gottesdienste dürfen nach kantonalen Regelungen weiter durchgeführt werden. Da die Zuger Regierung analog zum Bund keine weiteren Einschränkungen erlassen hat, bleibt es bei der Beschränkung auf 50 Personen.
  • Die ausserschulische Katechese wird bis Ende Februar ausgesetzt.
  • Die Mundkommunion wird bis Ende Februar untersagt.

Auf der Corona-Seite des Bistums Basel finden Sie jederzeit die aktualisierten Infos zu den Präventionsmassnahmen.

Unter besonderen Bedingungen haben die Sternsingerinnen und Sternsinger den Segen zu den Menschen gebracht. Dieses Zeichen der Hoffnung ist gerade jetzt wichtig. Damit alle Aktionen durchgeführt werden können, wurde die Sternsingerzeit bis zum 2. Februar verlängert.

In einer Video-Botschaft dankt Kathrin Staniul-Stucky, die bei Missio für die Aktion Sternsingen verantwortlich ist, den SternsingerInnen und den vielen Begleitpersonen. «Ihr sorgt dafür, dass der Segen zu den Menschen findet.» Die Gruppen haben Videos gedreht, über Zoom geprobt und statt zu singen mit Instrumenten Musik gemacht. An vielen Orten haben sie Sternsingerpost verteilt. In ihrer Botschaft appelliert Kathrin Staniul-Stucky eindringlich, die Kinder in den Beispielprojekten in der Ukraine und im globalen Süden nicht zu vergessen: «Sie sind die, die unsere Hilfe jetzt besonders brauchen.»

Die Sternsingergruppen haben neue Wege gefunden, ihre Botschaft von Weihnachten zu den Menschen zu bringen. In der Zuger Pfarrei Hünenberg und Cham beispielsweise machten sie Besuche auf Anfrage, in Oberriet SG tanzten sie zu den Klängen von «Jerusalema» und in Freiburg hat die Pfarrei ihr dreirädriges Piaggio mit Sternsingermotiven geschmückt, um so auf die unterstützten Hilfsprojekte aufmerksam zu machen.

Damit die Menschen nicht auf den Besuch und den Segen der Heiligen Drei Könige verzichten mussten, boten verschiedene Gruppen einen virtuellen Sternsingerbesuch an: So zum Beispiel im Kanton Zug die Pfarrei St. Johannes in der Stadt Zug. Sie hat ein Video mit einer bebilderten Geschichte, einem Interview mit Sternsingern, dem Sternsing-Segen und Infos zum Sternsingen 2021 in ihrer Pfarrei gedreht (Video auf Youtube ansehen).

 

Missio, Siegfried Ostermann

 

Videobotschaft von Kathrin Staniul-Stucky

 

Die Länder, die am meisten von der Klimaerwärmung betroffen sind, haben am wenigsten dazu beigetragen. Während der Ökumenischen Kampagne fordern «Fastenopfer» und «Brot für alle», dass diejenigen Verantwortung übernehmen, die den Klimawandel am meisten befeuern.

«Gäbe es den Klimawandel nicht, könnten wir regelmässig Reis ernten. Mein Mann könnte öfter fischen gehen und er würde mehr fangen. Wir müssten nicht hungern. Wir müssten keine Angst haben, weil unser Haus nicht ständig überschwemmt wird.» Jocelyn Sabatin wohnt in Suriago del Sur auf der philippinischen Insel Mindanao. Täglich spürt sie die Folgen des Klimawandels. In immer schnelleren Rhythmus wechseln sich auf den Philippinen extreme Trockenheit mit sturzflutartigen Taifunen ab. Mangrovenwälder an den Ufern verschwinden und mit ihnen die Fischgründe.

Auch anderswo setzt der Klimawandel den Menschen zu: In Kenia verdorren Felder, Konflikte um Weideland nehmen zu. In Indonesien überflutet der ansteigende Meeresspiegel fruchtbares Land, vernichtet Ernten und zerstört Häuser. Das fördert Krankheiten, Hunger, Armut und psychische Traumata. Menschen in ärmeren Ländern haben derzeit am meisten an den Folgen der Klimaerwärmung zu tragen, und sie haben am wenigsten dazu beigetragen. «Es zehrt an den Kräften», sagt Sabatin.

Schweizerische Nationalbank muss handeln

Auch die Schweiz trägt viel zur Klimaerwärmung bei, vieles davon über den Finanzplatz. Zu den inländischen Emissionen von 47 Millionen Tonnen CO2 kommen rund 22 mal mehr CO2-Emissionen hinzu, die über den Schweizer Finanzplatz gesteuert werden. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) nimmt darin eine wichtige Rolle ein. Ihr Aktienanteil an Kohle-, Erdgas- und Erdöl- Unternehmen von rund sechs Milliarden Franken macht die SNB für 43,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr mitverantwortlich.

Mit einer Unterschriftensammlung appellieren «Fastenopfer» und «Brot für alle» an die SNB: Sie soll alle Anteile an Unternehmen abstossen, die an Förderung, Handel und Verarbeitung fossiler Energieträger beteiligt sind.

Auf  jede und jeden kommt es an

Was wir in der Schweiz tun, hat Folgen im globalen Süden. Das zeigt sich nicht nur in der Wirtschaft. Auf www.klimagerechtigkeit-jetzt.ch machen die Hilfswerke während der Ökumenischen Kampagne die Stimmen der Menschen im Süden hörbar und zeigen die Folgen unseres Konsums. So steigt etwa wegen übermässigem Fleischkonsum die Nachfrage nach Futtermitteln und Weidefläche. Dies führt vielerorts zu Brandrodungen von Regenwald und damit zu massiven klimatischen Veränderungen – bloss ein Beispiel von vielen für die Schattenseiten unseres Konsums.

Jetzt können wir noch handeln. Deshalb setzen sich «Fastenopfer» und «Brot für alle» auf politischer Ebene, in Pfarreien und Kirchgemeinden und auf individueller Ebene für das Ziel «Netto Null bis 2040» ein. Nur so können wir den globalen Temperaturanstieg auf 1.5° Celsius zu beschränken, wie es im Pariser Klimaabkommen vereinbart wurde.

 

Madlaina Lippuner, Fastenopfer

 

Unterschriftensammlung: www.sehen-und-handeln.ch/snb

 

Selten waren die Möglichkeiten, Advent und Weihnachten zu feiern, so vielfältig wie in diesem Jahr. In den Pfarreien des Pastoralraums Zug Walchwil nutzten zahlreiche Kinder und Erwachsene dankbar die verschiedenen Angebote.

Kleinkinder lauschten gebannt der kurzen Weihnachtsgeschichte in Gut Hirt. Die grösseren Kinder erlebten die Weihnachtsgeschichte an verschiedenen Stationen zwischen St. Oswald und St. Michael mit einem interaktiven Krippenspiel. In der Pfarrei Bruder Klaus waren viele Familien den Impulsen der Adventskerze 2020 gefolgt und feierten als Pfarreigemeinschaft in einer besonders weihnachtlich geschmückten Kirche. In Walchwil sang der Kirchenchor das zuvor eingespielte Stille Nacht fünfstimmig und schaffte eine zauberhafte Atmosphäre. Und in St. Johannes Zug nutzten vor allem Familien (vom Baby bis zur 85-Jährigen) die Möglichkeit, zeitunabhängig in das Geheimnis von Weihnachten einzutauchen. Eindrücklich die Gedanken, die sich Kinder der vierten Klassen zur Weihnachtsgeschichte machten, so zum Beispiel: «Maria und Josef, passt gut auf euch auf, die Menschen sind nicht so nett zu Fremden. Sie werden euch wegjagen, ihr seht nicht so aus, als ob ihr viel Geld hättet.» Oder: «Es ist doch immer dasselbe: Auch damals gab es arme Leute, die flüchten mussten. Und heute gibt es diese immer noch.» Oder: «Halten wir an Weihnachten den Platz in unseren Herzen frei für Menschen, denen es nicht so gut geht.»

Erstmals wurden die Weihnachtsgottesdienste von St. Michael nach St. Oswald und via Internet nach Hause übertragen. Bereits am Mittwoch waren sämtliche 50 Plätze im Mitternachtsgottesdienst ausgebucht. «So konnte es auch für mich Weihnachten werden», drückte es eine ältere Frau aus, die den Gottesdienst am Bildschirm mitverfolgte. Ein Ehepaar, das den Gottesdienst in St. Oswald mitfeierte, dankte für die schönen, hoffnungsvollen Worte: «In dieser schwierigen Zeit ist das Balsam auf unsere Seele.»

Neue digitale Medien erweitern die Reichweite. Die zeitliche Unabhängigkeit vieler Angebote entspricht dem aktuellen Zeitgeist. Der Kern der Weihnachtsbotschaft aber ist geblieben. Gott kommt in die Welt und geht mit den Menschen durchs Leben. Es war damals keine heile Welt und sie ist es auch heute nicht. Weihnachten ist und bleibt ein Hoffnungszeichen: Wir sind nicht allein − gemeinsam können wir auch schwierige Zeiten meistern.

 

Gaby Wiss, Leitungsassistentin Pastoralraum Zug Walchwil

Ende Oktober 2020 wurde die E-Plattform auf der Homepage der Fachstelle BKM aufgeschaltet. Sie dient der Schulung von Religionslehrpersonen, wenn persönliche Kontakte nicht möglich sind. Bereits wurden diverse Weiterbildungen erfolgreich durchgeführt.

mehr

Bei der Advents- und Weihnachtsgestaltung sind die Pfarreien in diesem Jahr besonders kreativ. Was sich Christof Arnold, Gemeindeleiter der Pfarreien Menzingen und Neuheim, zusammen mit seinem Seelsorgeteam ausgedacht hat, erfahren Sie im folgenden Interview.

War Ihr Team schon mal direkt betroffen von Corona?

Christof Arnold: Krank war zum Glück noch niemand. Aber eine Person musste in Quarantäne.

Was fordert Sie besonders heraus in der jetzigen Corona-Situation?

Als Gemeindeleiter muss ich langfristig planen, aber kurzfristig immer wieder Anpassungen machen. Das bedeutet, ich habe stets zwei bis drei Szenarien vor Augen.

Sehen Sie auch Chancen in all diesen ungewohnten Rahmenbedingen?

Ich würde weniger von Chancen sprechen, eher von Möglichkeiten. Mit Corona kommt sicher mehr Ruhe in den Advent.

Wie geht es den Mitgliedern der Pfarreien Menzingen und Neuheim?

Es leben viele ältere Menschen hier. Ich erlebe die Mitglieder unserer Gemeinschaft derzeit als zurückhaltender. Einige kommen nicht mehr in die Kirche, andere wiederum sind froh, dass sie − anders als im Frühling − trotzdem noch Gottesdienste besuchen können.

Wie stark sind die Kirchen Menzingen und Neuheim von der 50-Personen-Beschränkung für Gottesdienste betroffen? Werden zusätzliche Gottesdienste angeboten?

Für Menzingen, wo vor der zweiten Corona-Welle zwischen 80 und 100 Menschen den Sonntags-Gottesdienst besuchten, machen wir zusätzlich einen Samstagabend-Gottesdienst. Für Neuheim ist die Beschränkung kein Problem.

Welche Aktivitäten laufen im Advent?

Auch in diesem Jahr finden sowohl in Menzingen als auch in Neuheim die traditionellen Rorate- und Vorabendgottesdienste statt. Jede Woche liegen in beiden Kirchen ein Familienbrief und ein Impulsbrief auf. Im ersten gibt es Geschichten und Bastelanleitungen für Eltern mit Kindern, im zweiten spirituelle Anregungen. Sie sind auch auf der Homepage zu finden.
Etwas Besonderes ist in diesem Jahr die ökumenische Aktion «Haltepunkte» in Menzingen. Im ganzen Dorf sind Plakate mit verschiedenen Impulsen aufgestellt, die zum Einhalten anregen. Über einen QR-Code lässt sich das Thema vertiefen, beispielsweise mit Musik oder der Weihnachtsgeschichte.

Was haben Sie und Ihr Team für Weihnachten geplant?

An Heiligabend gibt es in beiden Pfarreien am Nachmittag drei kurze Familiengottesdienste von je einer halben Stunde und einen Mitternachtsgottesdienst. An Weihnachten findet in Menzingen zusätzlich zu den morgendlichen Festgottesdiensten ein ökumenischer Gottesdienst um 17 Uhr statt. Ich hoffe, dass sich die Pfarreiangehörigen an Weihnachten für die Gottesdienste anmelden. Dann können wir bei Bedarf einen zusätzlichen Gottesdienst anbieten.
Ab dem 24. Dezember bis Neujahr steht Eltern und Kindern ausserdem ein «Weihnachtsweg» in der Neuheimer und Menzinger Kirche zur Verfügung, auf dem sie quasi ihren eigenen Gottesdienst gestalten können. An verschiedenen Stationen haben sie die Möglichkeit, beispielsweise um den Segen zu bitten, die Krippe mit dem Kind anzusehen, die Weihnachtsgeschichte anzuhören oder das Friedenslicht abzuholen.

Wie würde das Szenario aussehen, wenn keine Gottesdienste möglich wären?

Dann würde die Kirche am 24. Dezember hell beleuchtet sein, es würde Musik gespielt und das Seelsorgeteam wäre vor Ort, um die Menschen zu begrüssen und sie auf den Weihnachtsweg einzuladen.

Gibt es in diesem Jahr vielleicht mal wirklich «Stille Nacht»?
Ich weiss nicht, ob es eine stille Nacht wird. Ich hoffe, es wird eine heilige Nacht.

 

www.pfarrei-menzingen.ch / www.pfarrei-neuheim.ch

 

Interview: Bernadette Thalmann

 

« Vorherige SeiteNächste Seite »

Weitere Nachrichten

aus der Kirche Schweiz