Am Stand der Katholischen Kirche an der Zuger Messe zog nicht nur das Messethema zahlreiche Leute an, sondern auch der Wettbewerb: Insgesamt wurden 24 Gewinnerinnen und Gewinner gezogen. Sie kommen in den Genuss von Tageskarten für die Zugerbergbahn und Kinderbücher.
«Wir wurden vom enormen Interesse am Wettbewerb völlig überrascht», sagt Franz Lustenberger, Leiter der Projektgruppe Messe Zug. «Am Samstag, dem zweitletzten Messetag, mussten wir sogar notfallmässig weitere Karten für die Teilnahme nachdrucken». Zusammen mit Sandra Dietschi, Gesamtleiterin Fachstellen der Katholischen Kirche Zug, zog er dann in der Folgewoche unter den weit über tausend Teilnehmenden die 24 Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs.
Es winkten attraktive Preise, die dann eine Woche später verschickt wurden: 15 Tageskarten für die Zugerbergbahn und neun Kinderbücher («Lilly und die Rega»/«Herr Stämpfli – am Samstag ist Zeitungsbündeltag»). Gesponsert wurden die Preise von den Zugerland Verkehrsbetrieben ZVB, Beat Jossen und Severin Hofer.
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Bernadette Thalmann
Im Interview zu seinem Abschied als Gesamtleiter Fachstellen blickt Diakon Markus Burri auf die Erfahrungen und Highlights der vergangenen vier Jahre zurück. Sein Ziel war, die Kirche noch mehr zu vernetzen und gemeinsame Projekte zu unterstützen.
Markus Burri, deine Stelle wurde im Rahmen der Abschaffung des Dekanats im Jahr 2018 geschaffen. Wodurch unterscheidet sie sich von der damaligen Aufgabe des Dekans?
Mit dem Abgang des Dekans stellte sich damals die Frage, wer nun die kantonal geschaffenen Stellen und Aufgaben betreut. So entstand die Stelle des «Gesamtleiters Fachstellen und Spezialseelsorge». Ich betreue die Fachstellen-Verantwortlichen bei seelsam, BKM, Kirche und Wirtschaft, Pfarreiblatt und Kommunikation. Sie sollen die Unterstützung bekommen, die sie für ihre Aufgaben benötigen und Wertschätzung spüren. Dasselbe gilt für die Seelsorgenden im Kantonsspital, der Klinik Zugersee und in den Gefängnissen. Sie stellen sich täglich den vielen Anfragen, Schwierigkeiten und Sorgen der Menschen.
Innerkirchlich bin ich im Gremium der Pastoralraumleitenden und vertrete diese im Präsidium der VKKZ (Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug).
Zu meinen Aufgaben gehört schliesslich auch die Vernetzung der kirchlichen Mitarbeitenden innerhalb des Kantons. Ich bin überzeugt, dass ein gutes Miteinander hilft, dass wir uns als Kirche stärker fühlen und in der Öffentlichkeit auch besser wahrgenommen werden.
Welche Projekte haben dazu beigetragen?
Die Regionalleitung und ich haben zusammen die Pastoralkonferenz ins Leben gerufen. Ein Gefäss, in dem sich die kirchlichen Mitarbeitenden regelmässig treffen können. Beim Osterapéro tauschen sich die Pfarrei- und Fachstellenleitenden aus. Verbindende kantonale Projekte waren das Mittragen der Aktionen «Zuger helfen Zugern» und der «Langen Nacht der Kirchen». Beide wurden und werden in Partnerschaft mit den Reformierten durchgeführt. Gerne erinnere ich mich auch an die Aktion mit der fahrenden Kapelle. Anstelle des Standes an der Zuger Messe waren wir eine Woche mit der Kapelle im Kanton unterwegs – und haben viel positives Echo erhalten.
Gab es auch neue diakonische Projekte?
Es war mir von Beginn an ein Anliegen, die diakonische Arbeit der Kirche im Kanton zu stärken. Erwähnen möchte ich die kantonale Wegbegleitung. Hier machte es Freude, zusammen mit dem reformierten Partner die Treffen und Weiterbildungen der Ortsgruppen zu organisieren. Zu einem Herzensanliegen wurde ausserdem der Weiterbestand der Organisation «FRW Interkultureller Dialog», für den ich mich als Präsident engagiere. Die rund 140 Freiwilligen schenken Menschen aus der Fremde durch Sprachtreffen und Begegnungsanlässe menschliche Wärme.
Was hat dich besonders herausgefordert?
Die katholische Kirche funktioniert in der Schweiz bekanntlich mit einem dualen System. Partner sind die pastorale und die staatskirchenrechtliche Seite. Durch den Wegfall des Dekanats musste eine neue Form des Miteinanders von Pastoral und VKKZ gefunden werden. Die grosse Herausforderung war und ist die Überzeugungsarbeit, dass wir einander brauchen.
Was hat besonders Freude gemacht?
Mir ist sicher zugutegekommen, dass ich durch meine langjährige Tätigkeit im Kanton bekannt war. So durfte ich viel Wohlwollen von allen Seiten erleben, auch von meinen Partnern der reformierten Kirche. Besonders beglückend ist für mich, dass es gelungen ist, die Freikirchen für die «Lange Nacht der Kirchen» im Jahr 2023 zu gewinnen. All das erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit.
Was machst du mit der neu gewonnenen Freiheit als Pensionierter?
Da habe ich noch nicht allzu grosse Pläne. Seit einem Jahr leite ich die Abgabestelle von Tischlein-deck-dich in Unterägeri. Dieses dankbare Amt werde ich weiterhin wahrnehmen. Ebenso werde ich für Aushilfen in den Pfarreien zur Verfügung stehen. Und natürlich warten da auch Kinder auf den Grosspapi…
Interview: Bernadette Thalmann
Ende September wird Markus Burri (65), seit vier Jahren Gesamtleiter der kantonalen Fachstellen und der Spezialseelsorge bei der Katholischen Kirche Zug, pensioniert. Er übergibt an Sandra Dietschi, die bis anhin bei der Landeskirche Luzern tätig war.
Nach dem Studium am Katechetischen Institut in Luzern arbeitete Sandra Dietschi (59) acht Jahre lang als Religionspädagogin in einer Pfarrei im Kanton Solothurn. 1996 nahm sie die Arbeit bei der Katholischen Kirche des Kantons Luzern auf, zu Beginn als Co-Leiterin der Fachstelle kirchliche Jugendarbeit. Vor sechs Jahren wurde sie Fachverantwortliche im Bereich Pastoral mit den Schwerpunkten Diakonie sowie Interreligiöser Dialog und Mitglied der Geschäftsleitung im Bildungsgang kirchliche Jugendarbeit ForModula. Als ausgebildete Supervisorin und Coach in Organisationen (am IAP Institut für angewandte Psychologie in Zürich) übernahm sie auch die Beratung von Einzelpersonen und Teams in den Pastoralräumen.
Sandra Dietschi ist in Olten aufgewachsen, verwitwet und lebt seit 30 Jahren in Luzern. In ihrer Freizeit spielt sie leidenschaftlich gerne Theater und geniesst auch mal einen ruhigen Tag in der Natur oder taucht in die Welt eines nordischen Krimis ein. «Menschen mit ihren individuellen Ressourcen und Fähigkeiten haben mich von je her sehr interessiert. Ebenso das Entwickeln von Visionen und deren Umsetzung», sagt sie. «Darum freue ich mich sehr auf viele Begegnungen, auf das gemeinsame Nachdenken und Umsetzen in einer bewegten Zeit».

Sandra Dietschi
Dank an Markus Burri
Im Rahmen der Auflösung der Dekanatsstelle im Kanton Zug übernahm Markus Burri vor vier Jahren die neu geschaffene Stelle als Gesamtleiter Fachstellen. Per Ende September wird er nun pensioniert. «Markus Burri hat in den vergangenen Jahren die Katholische Kirche Zug weiter vernetzt und immer wieder als Bindeglied zwischen den verschiedenen Organisationseinheiten der Katholischen Kirche Zug gewirkt», sagt Stefan Doppmann, Präsident der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug. «Er hat damit wesentlich zum Gelingen gemeinsam getragener kantonaler Projekte beigetragen.» Als Beispiele erwähnt er die «Lange Nacht der Kirchen» im Kanton Zug und den Auftritt mit der «Kapelle unterwegs». Auch wichtige diakonische Projekte habe Markus Burri vorangetrieben, so Stefan Doppmann weiter, beispielsweise die «Ökumenische Wegbegleitung» und die Reorganisation des Flüchtlingsvereins FRW, wo er sich als Präsident engagierte. Im Namen des VKKZ-Präsidiums dankt er Markus Burri für das unermüdliche Engagement.
Bernadette Thalmann
Per Oktober tritt Karin Schmitz-Güttinger ihre neue Stelle als katholische Co-Leiterin bei der ökumenischen Behindertenseelsorge seelsam in Zug an. Derzeit leitet sie ökumenische Fachstelle Heilpädagogischer Religionsunterricht im Kanton Solothurn.
Karin Schmitz-Güttinger (56) wohnt in Dagmersellen, ist verheiratet und hat drei Söhne. Nach der kaufmännischen Lehre bildete sie sich berufsbegleitend zur nebenamtlichen Katechetin aus. Später absolvierte sie die Zusatzausbildungen «HRU (Heilpädagogischer Religionsunterricht)» und «Erwachsenenbildner SVEB 1». Praktische Erfahrungen als Katechetin und Heilpädagogin sammelte sie an verschiedenen Stellen, zuletzt als Leiterin der ökumenischen Fachstelle Heilpädagogischer Religionsunterricht im Kanton Solothurn.
Karin Schmitz-Güttinger tritt die Nachfolge von Andrea Koster Stadler an, die während der vergangenen zwei Jahre als katholische Co-Leiterin bei seelsam wirkte.
Bernadette Thalmann
Bischof Felix Gmür wird am 22. Oktober anlässlich der Eröffnung der Zuger Messe den Stand der Katholischen Kirche Zug besuchen. Der Stand widmet sich dem Thema «Das ist Kirche!».
«Die Zuger Messe mit ihren jeweils rund 80’000 Besucherinnen und Besucher bietet der Kirche eine ausgezeichnete Möglichkeit, mit den Menschen in den Dialog zu treten», begründet Bischof Felix Gmür sein Interesse. Der Stand der Katholischen Kirche Zug habe ihm bisher immer gut gefallen, ergänzt er. Der Bischof wird am 22. Oktober, dem Eröffnungstag der Messe, «um die Mittagszeit herum» präsent sein.
Nach zwei Jahren Pause wegen Corona freut sich die Katholische Kirche Zug ganz besonders auf die zwischenmenschlichen Begegnungen. «Es sind die Menschen, die Kirche ausmachen», erklärt Franz Lustenberger, Leiter der Arbeitsgruppe Messe Zug. Dies wolle der Messeauftritt in diesem Jahr aufzeigen.
Wer den Stand der Kirche in der Woche vom 22. bis zum 30. Oktober besucht, dürfte überrascht darüber sein, was Kirche alles bedeutet. Die Gäste bekommen rund 300 Porträts von Kirchenangehörigen unterschiedlichster Herkunft zu sehen – Junge und Ältere, die sich für die Gemeinschaft am Ort engagieren. Die Porträts werden inhaltlich ergänzt durch Kernaussagen dazu, was eine vielfältige Kirche ausmacht, die sich den Menschen zuwendet. Mitwirkende aus den verschiedenen Pfarreien betreuen den Stand, der sich neu nicht mehr am See, sondern auf dem Stierenmarktareal befindet (A2.53). Sie freuen sich auf einen regen Austausch.
Wie immer warten auch Überraschungen auf die Gäste, unter anderem ein Wettbewerb und ein werthaltiges Give-away aus Zuger Produktion.
Die traditionelle Jodelmesse findet am Sonntag, 30. Oktober um 9.30 Uhr in der Eventhalle statt.
Bernadette Thalmann
Am Benefizanlass der CityKircheZug gab Lior Etter, Mitgründer von Wasser für Wasser (WfW), einen informativen Einblick in die Tätigkeit seiner Non-Profit-Organisation, die auch von der Katholischen Kirche der Stadt Zug unterstützt wird.
Ab Oktober übernimmt die Theologin Regula Grünenfelder (57) beim Verein FRW Interkultureller Dialog die Geschäftsleitung in einem 50%-Pensum. Eva Wimmer trat bereits im Mai nach fast 10 Jahren Einsatz für Flüchtlinge im Kanton Zug aus gesundheitlichen Gründen zurück.
Eine erste Stabsübergabe beim Verein FRW fand Mitte Mai statt. Damals übergab Eva Wimmer an Katja Wipfli-Willeschek. Die gewählte Nachfolgerin entschied sich aber für einen Rückzug in der Probezeit, da die Aufgabe nicht ihren Vorstellungen entsprach.
FRW-Präsident Markus Burri zeigt sich glücklich darüber, mit Regula Grünenfelder eine neue «versierte Persönlichkeit mit diversen Erfahrungen in NGO’s» als Nachfolgerin gefunden zu haben.
Regula Grünenfelder gehört zu den bekanntesten Theologinnen der Schweiz. Seit 2009 ist sie in zivilgesellschaftlich notwendigen Transformationen engagiert. Auf Basis dieser Erfahrungen arbeitet sie seit 2021 als selbständige Prozessbegleiterin, Referentin und Autorin. Sie ist Präsidentin der Vereine «Lueg jetzt» (Einsatz für kleine Bauernbetriebe) sowie von «Kloster-Leben» (Suche nach neuen Wegen für Klöster) und ausserdem externe wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Dogmatik der theologischen Fakultät an der Universität Fribourg.
Regula Grünenfelder ist verheiratet mit Bernhard Lenfers Grünenfelder und Mutter von zwei erwachsenen Söhnen. «Daheim» fühlt sie sich sowohl in Zug als auch im Albulatal.
«FRW heisst die Menschen vom ersten Tag an im Kanton Zug willkommen. Der Verein ist gastfreundlich und mitmenschlich, und dabei absolut intelligent aufgestellt. Zum Beispiel mit seinem innovativen, durchlässigen Lernprogramm», sagt Regula Grünenfeld. «Es erfüllt mich mit Dankbarkeit und Tatendrang, Teil dieses wunderbaren Netzwerks zu sein und mich für seine Tragfähigkeit einzusetzen.»
Bernadette Thalmann
Am vergangenen Samstag hat Brigitte Glur-Schüpfer die neuen Verantwortlichen für den Pastoralraum Zug Lorze – Christian Kelter als Pastoralraumleiter und Anthony Chukwu als Leitender Priester – feierlich eingesetzt.
Beim anschliessenden Apéro hat fand ein reger Austausch statt. «Was könnten die nächsten gemeinsamen Projekte sein?» Denn wie es Pastoralraumleiter Christian Kelter so schön gesagt hat: «Wir alle zusammen sind Kirche! Und wir dürfen gemeinsam dort hingehen, wo Gott uns hinführen will. Also lasst uns was auf die Beine stellen und es durchziehen.»
Nina Hübscher, Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit der Pfarrei Heilig Geist in Hünenberg
Interview mit Christian Kelter:
Die Pfarreien Baar, Steinhausen, Hünenberg und Cham haben sich zum neuen Pastoralraum Zug Lorze zusammengeschlossen. Der Gemeindeleiter Christian Kelter aus Hünenberg leitet den Pastoralraum, Pfarrer Anthony Chukwu aus Baar wirkt als leitender Priester. Am 20. August findet die Einsetzung statt.
Christian Kelter, welches Ziel steckt hinter der Zusammenschliessung der Pfarreien zum Pastoralraum Zug Lorze?
Die Pastoralräume sind grundsätzlich die strukturelle Konsequenz aus dem Pastoralen Entwicklungsplan des Bistums Basel. Der Entwicklungsplan gibt zuerst einmal Orientierung für das pastorale Handeln der Kirche. Daneben will er die persönlichen und finanziellen Ressourcen noch gezielter einsetzen. Ein Pastoralraum ist somit ein Mittel zum Zweck.
Welche Aufgaben können durch eine Neustrukturierung besser gelöst werden?
Wenn wir als Kirche grösser denken und handeln, werden unsere Aktivitäten wirksamer. Alle sind eingeladen, ihre Ideen einzubringen und wir legen Mittel und Kräfte zusammen. So muss nicht mehr jede Pfarrei alles machen, was aufgrund des Ressourcenmangels weder sinnvoll noch möglich ist. Eine spannende Veranstaltung oder eine interessante Pfarreireise wird von allen Pfarreien beworben und sämtliche Pfarreimitglieder können daran teilnehmen. Gemeinsam, d.h. als Pastoralraum Zug Lorze, erzielen wir mehr Strahlkraft. Damit sind wir fähig, den Gestaltungsauftrag, den wir als Kirche in unseren Gemeinden und im Kanton haben, besser zu erfüllen.
Welche neuen Aufgaben hast du als Pastoralraumleiter?
Leiten heisst für mich, Menschen zu befähigen und zu ermutigen. Mut ist das, was unsere Kirche im Moment ganz besonders braucht. Es fehlt weder an Menschen und Begabungen, noch an Motivation. Es fehlt schlicht der Mut, Dinge auszuprobieren, mal «out of the Box» zu agieren und zu schauen, was passiert. Jesus hat das dauernd gemacht. Als Pastoralraumleiter möchte ich in dieser Hinsicht mit gutem Beispiel vorangehen. Ich will dafür sorgen, dass eine kreative Atmosphäre entsteht, die Neues andenken und entstehen lässt und ich will sicherstellen, dass die Ideen aus den verschiedenen Gruppen vermehrt umgesetzt werden.
Welche Aufgaben wirst du abgeben?
In meinem Hünenberger Team habe ich schon seit längerem Leitungsaufgaben delegiert. Da ist jemand für die Planung und Organisation zuständig, jemand anderes für Kommunikation. Die Mitarbeitenden bereiten eigenständig ihre Sitzungen vor und leiten sie. Eine Mitarbeiterin engagiert sich neu stark in der Personalführung. Sie ist dafür viel besser qualifiziert als ich. Delegieren entlastet mich und erlaubt mir, den Überblick zu behalten. Ich stelle sicher, dass wir offen bleiben für Gottes Geist und dass alle das notwendige «Werkzeug» haben, um ihre Arbeit optimal machen zu können.
Was bedeutet die Neuordnung für die einzelnen Pfarreien?
Jede Pfarrei ist und bleibt eigenständig. Das ist auch gut so. Alle Pfarreien haben Stärken und Schwächen. Mit der neuen Aufstellung sind wir in der Lage, uns auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. Gleichzeitig profitieren wir davon, dass einiges, was bei uns nicht so gut läuft, bei anderen Pfarreien besser funktioniert, was uns erspart, das Rad erneut zu erfinden. So können beispielsweise erfolgreiche Konzepte der Jugend- oder Altersarbeit übernommen werden. Ich hoffe, dass der Pastoralraum in diesem Sinne Entlastung bringt.
Welche Aufgaben haben die anderen Leitungspersonen der Pfarreien?
Wir alle, also Anthony Chukwu, Thomas Rey und Ruedi Odermatt leiten mit dem, was wir sind und tun. Wir sind – gottseidank – sehr unterschiedlich. Das vergrössert die Palette der vorhandenen Charismen. Und die Aufgaben werden auf verschiedene Schultern verteilt. Als Leitender Priester wird beispielsweise Anthony Chukwu die Führung der im Pastoralraum tätigen Priester übernehmen.
Welche Hürden galt es zu überwinden, um diesen Pastoralraum zu schaffen?
Die grösste Hürde war sicher die Angst, dass eine Pfarrei oder eine Person etwas verlieren könnte: Freiheit, Autonomie, Privilegien. Das ist verständlich und menschlich. Wir haben uns in dieser Hinsicht alle entwickeln müssen, auch das Bistum. Am Ende konnten wir alle «Ja» sagen zur heutigen Lösung.
Welche Themen sind für den neuen Pastoralraum derzeit zentral?
Jetzt geht es erst mal drum, sich kennenzulernen und ein Gefühl für die jeweils anderen zu entwickeln. Ich bin kein Freund von Aktionismus. Wir werden miteinander die Situationen in unseren Pfarreien ganz genau analysieren, schauen, was läuft, wo es harzt und was es noch braucht. Danach werden wir Schritt für Schritt ins Handeln kommen. So, dass alle gut mitkommen.
Worauf freust du dich besonders?
Ich habe grosse Freude daran, mit Menschen Kirche zu entwickeln. In den letzten Monaten habe ich in allen Pfarreien tolle Menschen kennengelernt und positive Energien gespürt: Daraus wird Gutes entstehen. Ich glaube fest daran, dass der Heilige Geist uns als Kirche den Weg zeigen wird. Diesen Weg möchte ich mit all den motivierten Menschen suchen und einschlagen: Ich kann mir nichts Schöneres denken.
Interview: Bernadette Thalmann
Am Samstag, 20. August um 17.00 Uhr, findet in der Pfarrkirche Heilig Geist in Hünenberg die feierliche Einsetzung von Christian Kelter (Leiter Pastoralraum Zug Lorze) und Anthony Chukwu (Leitender Priester Pastoralraum Zug Lorze) durch Brigitte Glur, Bischofsvikariat St. Viktor, statt. Sie sind herzlich dazu eingeladen!
Elf Begleitpersonen haben in diesem Sommer 22 Menschen mit Einschränkung während des seelsam-Ferienlagers begleitet. Bei besten Wetterbedingungen wurden die Tage im Hotel «Allegro» in Einsiedeln zu einem unvergesslichen Erlebnis.
seelsam ist eine Seelsorgestelle für Menschen mit Behinderung. Getragen wird sie von der katholischen und der reformierten Kirche in Kanton Zug. Zu ihrem vielfältigen Angebot zählen auch begleitete Ferienlager. Das Programm in diesem Sommer war besonders abwechslungsreich: Man genoss die Schifffahrt auf dem Zürichsee, den Zoo in Rapperswil, spielte Minigolf, besuchte einen Gottesdienst in Einsiedeln, flanierte im Klosterdorf, besuchte die Pferdestallungen und shoppte im Seedammcenter. Auch Basteln und Spielen waren angesagt, ebenso wie Gesang und Spass am abendlichen Lagerfeuer.
«Für mich war diese Ferienzeit ein bereichernder Höhepunkt. All die fröhlichen und aufgestellten Menschen, ihre Dankbarkeit und ihre Wertschätzung haben mich begeistert», sagt Ruedi Vogt, freiwilliger Helfer im Leitungsteam rückblickend. Er dankt allen, die zum Gelingen dieser herrlichen Ferienwoche beigetragen haben. Mitg./bth