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«Kirche Kunterbunt» ist ein Projekt der Pfarreien im Ägerital, die im Oktober und November zu den ersten Feiern eingeladen haben. Eine bunte Mischung von Eltern mit ihren Kindern und anderen Leute nahmen an der Feier teil und waren begeistert.

Was «Kirche Kunterbunt» sein will, erklärte Seelsorgerin Margrit Küng zu Beginn des Anlasses: «Das neue Angebot will Kirche von einer anderen Seite zeigen. In verschiedenen Ateliers soll vieles Platz haben, um den Glauben zu leben und zu feiern. Den Abschluss bildet ein Mittagessen.»

Wegweiser zu den vielfältigen Angeboten | © Margrit Küng

Ein Anlass mit vorgegebenem Rhythmus

Das Konzept «Kirche Kunterbunt» sieht vor, dass jedes Treffen in einem gleichbleibenden Rahmen und zu einem bestimmten Thema stattfindet: Eine halbstündige Willkommenszeit führt hinein in eine Stunde Kreativzeit mit Ateliers, einer etwa halbstündigen Feier und abschliessendem Mittagessen.

Was ist mir heilig?

Der Anlass im November war den Heiligen gewidmet und stellte die Frage nach dem, was einem wichtig oder heilig ist und wer zu den Heiligen zählt. Anhand eines grossen Wegweisers erklärte Katechetin Tanja Hürlimann die verschiedenen Ateliers für die Aktivzeit: Basteln einer Blume und Schatzkiste, Leseecke, Memoryspiel mit Heiligenfiguren, Puzzle mit Heiligenfiguren aus der Unterägerer Marienkirche, Diskussionsecke, Gemeinschaftsspiel…

Kniffliges Geduldsspiel| © Margrit Küng

Eine spannende und nicht ganz leicht zu lösende Aufgabe war, herauszufinden, wie oft Maria in der Marienkirche auf Bildern, Statuen oder sonstwo zu finden ist.

Nahrung für die Seele und den Bauch

Bei einer kurzen Feier in der Kirche stand eine Geschichte im Mittelpunkt. Mit einem Segensgebet, das alle nach Hause mitnehmen konnten, schloss die Feier. Der anschliessende Spaghettiplausch lud zu angeregten Diskussionen ein und viele der Teilnehmenden freuten sich bereits auf die nächste «Kirche Kunterbunt» am 24. Februar 2024.

Bedürfnis nach niederschwelligem Angebot

Für Seelsorgerin Margrit Küng ist das Konzept «Kirche Kunterbunt», das seinen Ursprung in England hatte, eine gute Art, Kirche auf eine andere Art den Menschen nahezubringen. «Die Erfahrung zeigt, dass heute viele junge Eltern und Familien einen anderen Bezug zur Kirche suchen», weiss die Seelsorgerin.

Als neue Form bietet «Kirche Kunterbunt» ein niederschwelliges Angebot, das vor allem junge Familien anspricht, weil Kirche in einem anderen Setting erlebt und erfahren werden kann. Die positiven Rückmeldungen zeigen, dass die Form den Bedürfnissen junger Familien entspricht und den Kontakt untereinander fördert.

Die Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz veranstaltet seit 2007 die «Woche der Religionen». Mitwirkende aus rund zehn Religionen haben an der Gestaltung der diesjährigen Woche vom 4. bis 12. November mitgewirkt.

Rund 100 Veranstaltungen widmen sich schweizweit dem Thema «Zeit», bieten Gelegenheit für Begegnungen und Austausch. Während der gemeinsamen Erlebnisse sollen gegenseitiger Respekt und ein tragfähige Beziehungen für ein friedliches Zusammenleben in der Schweiz geschaffen werden.

Auch in Zug findet eine Veranstaltung statt. Sie geht am 10. November in der CityKirche um 20 Uhr der Frage nach, ob «Alles nur Täuschung?» sei, wie sie von östlichen Religionen von jeher gestellt wird. Als Gast macht sich Stefan Bauberger, Jesuit und Zen Meister, Physiker und Professor für Philosophie in München, Gedanken dazu.

Als Auftakt zum letzten Tag der Zugermesse erklangen in der bis zum letzten Platz besetzten Eventhalle urchige Jodellieder und Alphornmelodien. Im Anschluss daran war am Stand der Kirche wie in der ganzen Woche zuvor wieder viel los, es wurde gespielt und gebastelt.

Wenn sich am Sonntagmorgen die Tore der Zugermesse bereits um 9 Uhr für das Publikum öffnen, dauert es gerade mal eine Viertelstunde, bis die mehrere hundert Sitzplätze in der grossen Eventhalle besetzt sind.

Spielen bedeutet Leben

Der katholische Seelsorger Bernhard Lenfers und der reformierte Pfarrer Andreas Haas stellten das Thema Spielen ins Zentrum. Sie zeigten in einer anregenden Dialogpredigt auf wie sich die Kreativität Gottes auch im Spielen zeigen kann und an die Weisheit erinnert. Das Gottesdienstpublikum nahm die Einladung zum Austausch unter sich gern an.

Für einmal war die Dialogpredigt auch eine Pingpongpredigt | © Arnold Landtwing

Jodellieder, die zu Herzen gehen

Die Jodelklubs Schlossgruess Cham und Bärgbrünneli Menzingen schufen mit ihren von geerdeter Spiritualität klingenden Jodelliedern eine besinnliche Stimmung. Ebenso urchig  ein Alphorntrio.

Stimmige Jodellieder gehen im Gottesdienst zu Herzen | © Arnold Landtwing

Erfolgreicher Stand der Kirche

Von der ersten Stunde an war der Stand der Kirche an der diesjährigen Zugermesse gut besucht. Die fantasievoll gestalteten Kisten der Jugendverbände zogen die Aufmerksamkeit auf sich und zeigten, was Jugendarbeit in den Pfarreien leistet. Zeitweise überrannt wurde der Basteltisch, an welchem die Kinder mit einfachsten Mitteln, einer Kartonrolle, einem Pingpongball und einem Stück Schnur ein Geschicklichkeitsspiel basteln konnten. Sehr interessiert daran war auch die Generation der Grosseltern, sie nahm die Ideen mit, um mit den Enkeln zu basteln.

Viele gute Begegnungen

Die Stimmung am Stand war durchs Band sehr fröhlich und locker, sodass die Betreuerinnen und Betreuer sich über zahlreiche motivierende und schöne Begegnungen mit Besucherinnen und Besuchern freuen konnten. Die Präsenz der Katholischen Kirche Zug an der Zugermesse hinterliess bei zehntausenden von Leuten ein positives Bild. Geschätzt wird der Auftritt und das fantasievolle Angebot der Kirche wie auch der stimmungsvolle Gottesdienst auch von der Messeleitung selber.

 

Am Samstag, 28. Oktober öffnete die Zugermesse die Tore und schon bald darauf verweilten Kinder und Erwachsene am Stand der Katholischen Kirche Zug. Das Motto „Spiel mit!“ und das Basteln begeistern das Publikum.

Auf den engen Wegen durch die Ausstellungsstände der Zugermesse werden die Besucherinnen und Besucher von links und rechts mit Angeboten und Eindrücken für alle Sinne überhäuft. Kaum biegt man zum Stand (oder besser: die Spiellandschaft) der Katholischen Kirche Zug ein, weitet sich der Raum.

Vier-Gewinnt ist ein Publikumsmagnet

Ein wahres Magnet ist das riesengrosse Vier-Gewinnt-Spiel, bei welchem sich Kinder gern mit den Eltern messen – und der Sieg oftmals ebenso überraschend wie ungeplant an die junge Generation geht. Beliebt sind auch die bereitgelegten Spiele, laden sie doch ein, sich ungezwungen und ohne Konsumzwang eine Weile hinzusetzen und auszuruhen.

Jugendverbände stellen sich kreativ vor

Die an zwei langen Wänden aufgereihten Gucklöcher mit Kisten, mit welchen sich zahlreiche Jugendverbände wie Ministranten, Jubla und Pfadi vorstellen, lassen viele Kinder staunend in die dargestellten kreativen Szenen eintauchen und darin verweilen.

Ökumenischer Gottesdienst mit Jodlermesse

Die Zugermesse dauert bis am Sonntag, 5. November, an welchem morgens um 9.30 Uhr auch  der traditionelle ökumenische Gottesdienst mit einer Jodlermesse stattfindet. Bernhard Lenfers Grünenfelder, Gemeindeleiter der katholischen Pfarrei St. Johannes und Andreas Haas, Pfarrer der Reformierten Kirche Kanton Zug gestalten diese Feier gemeinsam.

 

Die folgenden Bilder geben einen Einblick hinter die Kulissen, vom Aufbau des Standes bis zur Inbetriebnahme:

Die grosse Fläche gilt es mit dem Stand zu bespielen| © Arnold Landtwing

Der Aufbau bedeutet viel Handarbeit, souverän geplant und koordiniert von Roland Villiger (hinten Mitte) | © Arnold Landtwing

Der Stand der Kirche ist bald schon gut besucht | © Arnold Landtwing

Familien messen sich am Vier-Gewinnt | © Arnold Landtwing

Heuer stehen am Messestand der Katholischen Kirche Zug vom 28. Oktober bis 5. November die Jugendverbände im Mittelpunkt. Sie stellen sich dem Publikum vor und laden Jung und Alt zum gemeinsamen Spielen ein.

«Jugendarbeit hat schon immer zur Tätigkeit der Kirche in den Pfarreien gehört», sagt Franz Lustenberger, Leiter Arbeitsgruppe Messe Zug. «Indem die Katholische Kirche Zug den Jugendvereinen an der diesjährigen Messe eine Plattform bietet, möchten wir unseren Dank für dieses riesige ehrenamtliche Engagement zum Ausdruck bringen und gleichzeitig auf diese Vereine aufmerksam machen», begründet er das Thema des diesjährigen Messeauftritts.
In der Schweiz machen über 500’000 Kinder und Jugendliche in den verschiedensten Jugendorganisationen mit. Auch im Kanton Zug sind es mehrere tausend Kinder und Jugendliche. Ehrenamtlich engagierte Leiterinnen und Leiter verbringen mit ihnen eine sinnvolle Freizeit. Die Katholische Kirche Zug und die Kirchgemeinden unterstützen diese Jugendarbeit mit Sachleistungen, wie beispielsweise Räumen, und auch finanziell.
Jungwacht und Blauring (Jubla), die Ministranten und die Pfadi haben sich bereits im Vorfeld für den Messeauftritt kreativ engagiert und jeweils eine Box erstellt, in der sie ihr Wirken vor Ort in den einzelnen Pfarreien vorstellen.

Spass und Spiel im Vordergrund

Die Jugendverbände stehen für Abenteuer und Plausch. So werden am Stand der Katholischen Kirche Zug in der Halle A2.55 Spiel und Spass im Vordergrund stehen. Ein überdimensional grosses Vier-Gewinnt-Spiel wird als Publikumsmagnet im Zentrum stehen und den kleinen wie auch grossen Besuchern für Spielfreuden zur Verfügung stehen. Damit die Spielwilligen nicht waren müssen, bis sie an der Reihe sind, kann auch an Tischen gespielt werden.
Wie immer wird auch ein attraktives Give-Away verteilt. Es wird Impulse für das Spielen zuhause mitgeben.

Jodlermesse am 5. November

Am Sonntag, 5. November, findet um 9.30 Uhr in der Eventhalle die beliebte ökumenische Jodlermesse statt. Geniessen Sie das klangvolle Fest mit Sinn für Gemeinschaft und Glaube zum 50 Jahre-Jubiläum der Messe!

Die Zuger Kirchen bieten in Zusammenarbeit mit den drei Luzerner Landeskirchen Paaren weit über die Trauung hinaus Unterstützung bei ihrer Beziehungsarbeit an. Regina Kelter, Sozialpädagogin Pfarrei Hünenberg, leitet Ehevorbereitungskurse und lässt einblicken.

Regina Kelter, du gehörst zum Leitungsteam* der Ehevorbereitungskurse im Kanton Zug. Wie viele Teilnehmende habt ihr ungefähr pro Kurs?

Wir rechnen jeweils mit vier bis acht Paaren.

Die Kurse richten sich primär an Paare, die vor der Hochzeit stehen, stehen aber auch für bereits verheiratete offen. Kommen diese tatsächlich auch?

Die meisten Paare haben ihre Hochzeit noch vor sich. Einzelne kommen auch ein paar Monate nach ihrer Trauung in unser Seminar, weil es vorher vielleicht terminlich nicht gepasst hat. Nur sehr selten melden sich Paare an, die schon länger verheiratet sind. Das liegt wohl daran, dass sie sich nicht als die Zielgruppe fühlen, auch wenn die Themen des Tages auch nach etlichen Ehejahren interessant bleiben. Diese Paare wählen eher die Impulsangebote, die wir gemeinsam mit der Landeskirche Luzern ausschreiben. Das «Date im Weinberg» und der Kurs «Aus Liebe ins Rudern kommen» verbinden beispielsweise das gemeinsame Erlebnis mit Erfahrungen aus dem Alltag der Paare und der Spiritualität.

Nehmen daran auch gleichgeschlechtliche Paare teil?

Die Impulsangebote sind offen für alle Formen von Partnerschaften. Angenommen wurden sie bisher, meines Wissens, nur von heterosexuellen Paaren. Ich vermute, hier müssen wir uns als Kirche vorab Vertrauen erarbeiten.

Welches sind die hauptsächlichsten Konfliktthemen in einer Partnerschaft?

Ich kann dazu keine statistischen Angaben machen, sondern nur aus meinem Erleben sprechen. Zu Konflikten führen können beispielsweise unterschiedliche Rollenvorstellungen, mangelnder Austausch über eigene Wünsche und Bedürfnisse, überhöhte Erwartungen an den Partner oder die Partnerin oder unterschiedliche Vorstellungen von der gemeinsamen Zukunft. Die Ehevorbereitungskurse setzen aber nicht bei den Problemen an und sind keine Paartherapie. Vielmehr versuchen wir die Ressourcen des Paares sichtbar werden zu lassen. Das ist eher ein Beitrag zur Prävention von Konflikten.

Wie werden die Themen angegangen?

Die Struktur des Tages ist ein Wechsel von Inputs und Zeit zu zweit. Die Paare bekommen viel Gelegenheit, miteinander über wichtige Themen ins Gespräch zu kommen. Nur zu allgemeinen Themen findet ein Austausch im Plenum statt, so dass die Intimität gewahrt bleibt.

Wie aktiv sind die Teilnehmenden?

Die Teilnehmenden sind sehr aktiv und das auch auf sehr individuelle Weise. Wir bieten ihnen verschiedene Formen an, über Aspekte der Liebesbeziehung nachzudenken: Mit kleinen symbolischen Handlungen, beim Spaziergang, anhand von Texten…

Bekommst du auch Rückmeldungen zum Kurs? Was kommt besonders gut an?

Besonders geschätzt wird die Offenheit der Themen und der Kursleitenden. Paare mit spanischer oder italienischer Herkunft müssen beispielsweise nach wie vor die Teilnahme an einen Ehevorbereitungskurs für ihre Hochzeit nachweisen können, kommen also nur bedingt freiwillig. Am Ende des Tages sind jedoch auch sie dankbar und fühlen sich bereichert. Manche zeigen sich überrascht darüber, wie «locker» und «zeitgemäss» der Kurs ist und dass sie tatsächlich wertvolle Anregungen erhalten haben. Das Klischee verstaubter kirchlicher Angebote ist halt noch weit verbreitet…

Was macht dir besonders Freude an den Kursen?

Ich darf das Thema der Kommunikation in den Kurs einbringen: Wie gehen wir miteinander um? Wie reden wir miteinander? Mich freut, wenn Teilnehmende sichtbar gerne die kleinen Übungen nutzen oder wir gemeinsam engagiert anhand von Filmszenen Dialoge analysieren. Weil ich der festen Überzeugung bin, dass gutes Gesprächsverhalten zufriedene Paare kennzeichnet.
Ganz besonders aber freue ich mich über die jungen Leute, die positiv und zuversichtlich miteinander durchs Leben gehen wollen. Unter lauter Liebenden zu sein, macht mich auch immer ein bisschen froh!

Traut man heute noch, sich zu trauen?

Die Zahlen der kirchlichen Trauungen gehen zurück. Sie sind ein Ausdruck dafür, dass die religiöse Dimension der Ehe stark an Bedeutung verloren hat.

Was motiviert, kirchlich zu heiraten?

Paare, die heute kirchlich heiraten, haben sich das gut überlegt. Die wenigsten suchen nur die Romantik der kirchlichen Feier oder fühlen sich diesbezüglich der Familie verpflichtet. Vielmehr berührt mich die Glaubenskraft vieler Paare, die auf Gottes Segen und Unterstützung vertrauen und hoffen.

Ich war überrascht und erfreut zu sehen, dass es unter den «Impulsangeboten» auch einen Kurs zum «Alleinleben» gibt.

Die Landeskirche Luzern initiiert auch immer wieder Angebote für Alleinlebende. Viele Menschen sind in keiner Partnerschaft. Aber auch sie leben in Beziehungen, auf ganz vielfältige Weise. Und auch diese Beziehungen wollen gut gestaltet sein. Dieses Impulsangebot möchte ein Beitrag dazu sein.

*zum Leitungsteam der Ehevorbereitungskurse gehören nebst Regina Kelter Ruedi Odermatt, Gemeindeleiter der Pfarrei Steinhausen, und Jörg Leutwyler, evangelischer Seelsorger.

 

Interview: Bernadette Thalmann

 

www.kirchlich-heiraten.lu

Siehe auch Artikel «Die Beziehung zu zweit vorbereiten und pflegen»

 

 

 

 

Am Sonntag übertrug SRF live den Gottesdienst aus der Kirche St. Oswald Zug. Pfarreiseelsorgerin Gaby Wiss predigte im von Kindern und Erwachsenen sowie von einer Band gestalteten Gottesdienst über Engel.

Zum Thema Engel konnte sich Gaby Wiss an hunderten Bibelstellen orientieren. Sie zeigte mit Blick auf das Schutzengelfest, wie Engel eine Brücke zwischen Himmel und Erde schlagen.

https://www.srf.ch/play/tv/-/video/-?urn=urn:srf:video:0294725a-5e27-4cc3-8b60-aa0a42ea1fe7

Unmittelbar im Anschluss an den Gottesdienst wollte Norbert Bischofberger in der Sendung „Nachgefragt“ von Gaby Wiss wissen, was Engel sind und wo sie heute in unserem Alltag wirken.

https://www.srf.ch/play/tv/-/video/-?urn=urn:srf:video:61a3a9a6-ae35-41a5-b694-119fe5397436

«Wie gestalten wir eine altersfreundliche Welt?» – Zur Auseinandersetzung mit diesem Thema lud das Forum Kirche und Wirtschaft in Kooperation mit Ethik 22 und KAB Schweiz nach Rotkreuz ein. Gleich zu Beginn wurde den Teilnehmenden klar: Alter betrifft alle.

Pflege, Politik, kirchliche Altersarbeit und Forschung – aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten die Rednerinnen und Redner den Alltag im hohen Alter. An der Veranstaltung des Forums Kirche und Wirtschaft der Katholischen Kirche Zug Ende September zeigte die Spitex-Pflegefachfrau Katrin Hausheer die Komplexität von Personen auf, die im Alter auf Unterstützung angewiesen sind. Am Beispiel des Leitbilds für die Altersarbeit in Risch-Rotkreuz gab Hanna Grossmann, Abteilungsleiterin Soziales/Gesundheit der Gemeinde Risch, den rund 35 Teilnehmenden Einblick in die Schwerpunkte seitens der Politik. Diese sind die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, altersgerechter Wohnraum sowie Bewegung und Aufenthalt im öffentlichen Raum. Ziel ist, dass Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen möglichst lange selbstbestimmt, aktiv und mit hoher Teilhabe das Leben gestalten können.

Geh-hin-Kirche ist gefragt

Die Referate wechselten sich ab mit Gruppendiskussionen der Teilnehmenden. Bei lebhaften Gesprächen stellten sie viele Fragen: Wer finanziert das Alter? Wie wird mit altersbedingten Einschränkungen umgegangen? Wann soll Hilfe angenommen werden? Und wie kommen Betroffene zur Information und Einsicht, dass Hilfe nötig ist? Darauf antwortete Agatha Schnoz von der kirchlichen Altersarbeit des Pastoralraums Zug-Walchwil, dass der direkteste Kanal der persönliche Kontakt sei. Gerade die Kirchen hätten diesbezüglich eine hohe Verantwortung. Eine Geh-hin-Kirche sei gefragt.

In der Diskussion wurde deutlich, dass oft erst über pflegerische Unterstützung ein Kontakt mit älteren Menschen hergestellt wird. Wird bei diesen Kontakten auch Zeit investiert für andere Themen wie beispielsweise der Umgang mit Einsamkeit, mit der Angst vor dem Alleinsein? Da sei die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren sehr wichtig, beispielsweise mit Spiritual Care, mit der Nachbarschaftshilfe, Wegbegleitungen und so weiter, meinte Walter Wyrsch, Geschäftsführer Spitex Nidwalden. Trotzdem dürfe Freiwilligenarbeit nicht per se professionalisiert werden.

Zeitlich begrenzte Engagements gesucht

Riccardo Pardini, Alterssoziologe und Berater in Alterspolitik und Altenarbeit an der Berner Fachhochschule, unterstützte diese Aussage sehr. Die Motive, sich freiwillig zu engagieren, hätten sich stark verändert. Heute werde mehrheitlich ein zeitlich begrenztes Engagement gesucht. Gefragt seien sozialer Austausch sowie das Bedürfnis, Zeit zu schenken. Was das Netz an Strukturen anbelangt, meinte Pardini, dass sowohl der Individualisierung in kleinräumigen Gebieten wie auch der Care in Community Rechnung getragen werden müsse.

Auch für die Menzinger Gemeinderätin Susan Staub, Vorsteherin Soziales und Gesundheit, ist der Kontakt mit Betroffenen sehr wichtig: die Zusammenarbeit mit Pro Senectute, mit Vereinen etc. Eine zusätzliche Herausforderung stelle in diesem Zusammenhang das neue Datenschutzgesetz dar.

Auf einen anderen Aspekt machte Riccardo Pardini aufmerksam: Spezifische Angebote für ältere Menschen wie Jass-Nachmittage, Tanz-Nachmittage, etc. sprechen ein spezifisches Segment von Menschen an. Aber aus diversen Gründen können nicht alle an diesen Veranstaltungen teilnehmen. Niederschwellige und aufsuchende Begegnungsmöglichkeiten müssten unbedingt mitbedacht werden.

Gemeinsames Unterwegssein nötig

Bei einer zweiten Gruppendiskussion stellten die Anwesenden erneut viele Fragen: Wie lassen sich freiwillig Engagierte finden? Wie kann zu pflegenden Angehörigen geschaut werden, wohin soll man sich im Akutfall wenden? Und wie können kirchliche Diakoniestellen noch besser genutzt und integriert werden?

Walter Wyrsch machte eindringlich darauf aufmerksam, dass die Kraft der Politik von unten nicht unterschätzt werden dürfe. «Sorgt dafür, dass in die Thematik involvierte Institutionen ein gemeinsames Verständnis, gemeinsame Grundlagen und Zusammenschlüsse erarbeiten.» Gemeinsames Unterwegssein ist Schlüsselwort und Ausrichtung zugleich – da waren sich alle einig.

Auf Einladung von Thomas Wallimann, Geschäftsleiter Ethik 22 und Mitorganisator, gaben die Podiumsteilnehmenden den Anwesenden einen letzten Satz mit auf den Weg.

Susan Staub bat um Akzeptanz, dass es sehr unterschiedliche Herangehensweisen ans Thema gibt. Für Riccardo Pardini war unbestritten, dass ältere Menschen noch sehr viel zur gesellschaftlichen Entwicklung beitragen können. «Eigenverantwortung und mein persönliches Dazutun ist das Gebot einer christlich-sozialen Stunde», sagte Walter Wyrsch. Agatha Schnoz wiederum äusserte überzeugt, dass die Kirchen wichtige Player in der Frage nach einer altersgerechten Welt sind. Thomas Hausheer, Leiter der Fachstelle Kirche und Wirtschaft und Organisator, beendete die Veranstaltung mit der Aussage: «Alter betrifft alle, also führen wir den Dialog weiter!».

 

Sandra Dietschi, Gesamtleiterin Fachstellen Katholische Kirche des Kantons Zug

 

 

Das Präsidium der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug (VKKZ) unterstützt den Massnahmenkatalog, welchen die Römisch-katholische Zentralkonferenz RKZ als Forderung an die Bischöfe in den Raum stellt. Die Präsidien aller elf Kantonalkirchen des Bistums, darunter auch Stefan Doppmann, Präsident der VKKZ, haben letzte Woche Bischof Felix Gmür zu einer Aussprache getroffen.

Die Römisch-katholische Zentralkonferenz (RKZ), das oberste staatskirchenrechtliche Gremium der Kirche in der Schweiz hat allen Kantonalkirchen einen Massnahmenkatalog mit vier konkreten Forderungen zur Vernehmlassung vorgelegt. Zu den vier Forderungen, die zur Erneuerung der Kirche und mehr Transparenz beitragen sollen, gehören der Beizug einer externen Fachperson für die Voruntersuchung, die Bischof Joseph Maria Bonnemain gegen seine Kollegen zu leiten hat, das Einrichten einer unabhängigen Meldestelle für Missbrauchsfälle mit Kontrollfunktion, die Errichtung eines interdiözesanen kirchlichen Strafgerichts mit Beteiligung der RKZ und die Forderung, dass die privaten Lebensumstände von Angestellten nicht mehr anstellungs- oder kündigungsrelevant sein sollen.

Differenzierte finanzielle Konsequenzen sind denkbar

Das Präsidium der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug VKKZ unterstützt diese Forderungen und signalisiert den Bischöfen auch, dass es bereit ist, diese für alle herausfordernde und belastende Situation zusammen zu tragen und durchzustehen. Die Androhung von Sanktionen erachtet das Zuger Leitungsgremium im jetzigen Zeitpunkt nicht als zielführend. Spezifische und differenzierte finanzielle Konsequenzen könnten allenfalls geprüft werden, wenn sich die Bischöfe nicht erkennbar bewegen sollten.

Aktuelle Situation mit hoher Sprengkraft

Ende letzter Woche haben sich die elf Präsidien der Kantonalkirchen des Bistums Basel in Solothurn mit Bischof Felix Gmür zu einer Aussprache getroffen. Übereinstimmend orteten die Vertreter aus den verschiedenen Bistumskantonen in der aktuellen Situation eine hohe Sprengkraft. Sie haben den Bischof und mit ihm die ganze Bischofskonferenz dringend aufgefordert, nun starke Zeichen zu setzen, um ihre Bereitschaft und Fähigkeit zur Erneuerung konkret zu belegen.

Bischof geht zuversichtlich an Weltsynode in Rom

Bischof Felix zeigte sich im Gespräch offen. Auch äusserte er sich zuversichtlich, dass der dringende Wunsch nach Dezentralisierung und Föderalisierung der Weltkirche an der Synode gehört wird und der dringende Reformbedarf regional angegangen werden kann.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Zuger Pfarreien führt der Verein FRW Interkultureller Dialog regelmässig Mittag- oder Abendessen durch, bei denen die hiesige Bevölkerung fremdländische Kost ausprobieren und in einen interkulturellen Dialog mit Geflüchteten und Zugewanderten treten kann.

Wie schmeckt die türkische Küche? Wie die usbekische, iranische, afghanische, eritreische oder die ukrainische? Probieren Sie es aus! Und lernen Sie die Menschen kennen, die aus den jeweiligen Kulturkreisen stammen und bei uns leben. In den Pfarreien Steinhausen, Cham, St. Johannes in Zug sowie in Baar können Interessierte in regelmässigen Abständen eine bunte kulinarische Vielfalt und eine ebenso vielfältig zusammengesetzte Tischgemeinschaft erleben.

Wertvoll für alle

«Den Geflüchteten und Zugewanderten helfen die Gespräche zum Üben und Verbessern der Sprachkenntnisse, die sie in den FRW-Sprachkursen erworben haben, und damit gleichzeitig zur Integration in unsere Gesellschaft», sagt Regula Grünenfelder, Geschäftsleiterin FRW.
Auch die Zuger Gäste empfinden die Begegnungsessen als eine Bereicherung. Gerd Zimmermann, Leiter Pfarreisozialdienst und Koordinator der Mittagstische in Cham sieht folgende Gründe: «Der generationenübergreifende Dialog mit Menschen anderer Kulturkreise gibt den Teilnehmenden vielerlei neue Impulse und regt zum Perspektivenwechsel an. Zudem macht das Ausprobieren einer neuen Küche auch Spass.»

Veranstaltungen werden geschätzt

Wie sehr die Veranstaltungen geschätzt werden, zeigt sowohl die jeweils gute Stimmung wie auch die hohen Teilnehmerzahlen. 50 bis 70 Personen, Alleinstehende, aber auch Mütter mit Kindern, machen gemäss Gerd Zimmermann in Cham bei der katholischen und der reformierten Kirche jeweils mit. Eine Anmeldung für die Anlässe ist nicht nötig und der Preis für das Mittagessen beträgt für Erwachsene 7 Franken ohne und 8 Franken mit Kaffee, für Kinder und Erwachsene mit beschränkten finanziellen Mitteln 2 Franken. Manchmal gibt es sogar noch ein Dessert dazu, gesponsert von einer der umliegenden Bäckereien.

 

Nächste interkulturelle Begegnungsessen

  • Cham: 5. Oktober 12-13 Uhr (Reformierte Kirche), 12. Oktober 12-13 Uhr (Pfarreiheim)
  • Steinhausen: 3./24./ 31. Oktober 12-13 Uhr (Zentrum Chilematt)
  • Zug: 1. Oktober 17-18 Uhr, 4. Oktober 12-13 Uhr (Pfarreiheim St. Johannes)
  • Baar: 22. November 18-21 Uhr (Schwesternhaus, Anmeldung erforderlich)

Mehr Informationen unter www.frwzg.ch oder auf den jeweiligen Homepages der Pfarreien.

 

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