Am Samstag, 23. September, kamen die freiwillig Tätigen der Pfarrei Gut Hirt – Good Shepherd in den Genuss eines eigens für sie organisierten «Septemberfests». Sie wurden vom Pfarreiteam bekocht und verwöhnt.
«Ohne die Freiwilligen wäre so vieles nicht möglich», sagt Pfarrer Kurt Schaller, «sie sind für unsere Pfarreigemeinschaft so lebensnotwendig wie der Atem für den Körper». Als Dankeschön und Wertschätzung für den grossartigen Einsatz der unzähligen freiwillig Tätigen organisierte die Pfarrei wie jedes Jahr ein Fest. «Wir wollten nicht einfach ins Restaurant gehen, sondern an diesem Abend den Spiess umdrehen, für die Freiwilligen da sein, für sie kochen und sie bedienen.»
Und das gelang auch: Das Fest wurde von den 85 Teilnehmenden sehr geschätzt. Sie genossen das gemütliche Beisammensein im Pfarreizentrum und wurden dabei von vier Mitgliedern des Akkordeon-Orchesters Zug-Baar unterhalten. Dazu gab es eine Grillade, serviert vom Pfarreiteam. Ein Highlight war das Dessertbuffet mit selbstgemachten Kreationen.
Die Crew der Freiwilligen von Gut Hirt ist altersmässig bunt durchmischt. Mit dabei sind Ministranten, Lektoren, Frauen und Männer, die Geburtstagsbesuche machen, Nachbarschaftshilfe leisten, die Hauskommunion verteilen, beim Kirchenchor mitwirken, Apérogruppen, Helfende für die Mittagstische und Strickerinnen oder Missionsmitglieder, die für die «Chilbi» produzieren bzw. kochen.
Nicht ganz einfach für die Gastgeber war die stimmungsmässige Schwere der aktuellen Situation rund um die traurigen Enthüllungen der Missbrauchsstudie. Im vorausgehenden Gottesdienst nahm Pfarrer Kurt Schaller Bezug darauf und gab seinem tiefen Bedauern Ausdruck.
Zu Ehren der Freiwilligengemeinschaft spielte im Gottesdienst die gesamte Besatzung des Akkordeon-Orchesters Baar-Zug (14-15 Leute) auf und berührte insbesondere mit den populären Melodien wie «You rise me up» oder «We are the World».
Die Erkenntnisse der Pilotstudie zum Missbrauch beschäftigen viele Menschen. Wie kann ich mit meiner eigenen Betroffenheit und Erschütterung umgehen? Ein offener Abend unter dem Titel «Demut in Stille» bietet am 28. September in Zug Raum und Möglichkeiten für Austausch.
Am Donnerstag, 28. September von 17.00 bis 20.00 Uhr stehen die Türen der Kirche St. Oswald in Zug für einen Moment des Austauschs und der Stille offen. Seelsorgerinnen und Seelsorger sind anwesend und stehen auf Wunsch für Gespräche bereit.
Programm
Um 17:30, 18.30 und 19.30 Uhr beginnen die gestalteten halbstündigen Momente mit musikalischem Intermezzo, Taizé-Liedern, Stille, einem kurzen Gebet und Vaterunser zum Abschluss.
Kontakt
pastoralraum@kath-zug.ch
Telefon 041 725 47 69
Die Orgel in der Pfarreikirche Menzingen wird heuer 20 Jahre alt. Sie ist eine der grössten Orgeln im Kanton Zug. Eine im Jahr 2000 eingesetzte Orgelneubaukommission hat ihre Erstellung in nur drei Jahren umgesetzt.
Die neue Orgel wurde am Sonntag, 16. November 2003, mit einem Einweihungsgottesdienst und einem Kollaudationskonzert von Felix Gubser feierlich eingeweiht. Die von der Firma Rieger erbaute Orgel ist rein mechanisch und umfasst 40 Register.
2004 wurde eine Konzertkommission gegründet, die jährlich 6 Konzerte mit verschiedensten Themen und Musikern aus dem In- und Ausland organisiert. In den letzten 20 Jahren wurden somit beinahe 120 Konzerte durchgeführt. Die Organisten und Organistinnen sind jeweils begeistert von den umfassenden Möglichkeiten der Orgel, verschiedenste Stilrichtungen zu interpretieren und schätzen sie auch als äusserst vielseitiges Begleitinstrument.
Am Samstag, 30. September, wird das 20 jährige Jubiläum der Orgel mit einem Orgel-Morgen von 09.15- 12.00 Uhr gefeiert. Nach einer Einführung von Hans Aregger (ehemaliger Kirchenratspräsident) zur Chronologie der Orgelentstehung und einer Information von Felix Gubser (Orgelfachexperte) folgen drei Kurzkonzerte zu je 30 Minuten:
Dazwischen gibt es jeweils eine Kaffeepause auf dem Kirchenplatz. Um 12 Uhr sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich zu einem Apéro im Pfarreiheim eingeladen.
Trix Gubser, Präsidentin Kommission Kirchenkonzerte Kirchgemeinde Menzingen
In Erinnerung an das Attentat von 2001 im Zuger Regierungsgebäude findet am Mittwoch, 27. September 2023, um 19 Uhr ein ökumenischer Gedenkanlass in der Kirche St. Oswald in Zug statt. Der Regierungsrat lädt die Bevölkerung zu dieser besinnlichen Andacht ein.
Am 27. September 2023 jährt sich das Attentat im Zuger Regierungsgebäude von 2001. Damals wurden drei Mitglieder des Regierungsrats und elf Mitglieder des Kantonsrats getötet.15 weitere Personen wurden teilweise schwer verletzt.
Wie in den vergangenen Jahren organisiert der Regierungsrat auch dieses Jahr einen schlichten und besinnlichen Gedenkanlass. Der Anlass findet um 19 Uhr in der Kirche St. Oswald in Zug statt. Der Zuger Stadtpfarrer Reto Kaufmann gestaltet die Besinnung zusammen mit dem reformierten Pfarrer Hans-Jörg Riwar. Organist Philipp Emanuel Gietl und der Cellist Jonas begleiten den Gedenkanlass musikalisch.
Am 27. September 2023 sind noch weitere Zeichen des Gedenkens vorgesehen. So werden am Mittag im Kanton Zug die Kirchenglocken in Erinnerung an die Opfer des Zuger Attentats sowie an alle Opfer von Gewalt auf der Welt läuten. Ferner werden die Gräber der Verstorbenen sowie die Gedenkstätte «Einschnitt» beim Regierungsgebäude mit Blumen geschmückt. Und schliesslich wird auf dem Regierungsgebäude die Zuger Fahne auf Halbmast wehen.
Am 30. September thematisiert das Forum Kirche und Wirtschaft im Zentrum Dorfmatt, Rotkreuz das «Würdig Altern». Fachstellenleiter Thomas Hausheer erklärt im folgenden Interview, was das Thema so brisant macht, und die Ziele der Veranstaltung.
Thomas Hausheer, weshalb ist das Thema «Würdig Altern» so wichtig für unsere Gesellschaft?
Wir werden zunehmend älter und bleiben immer länger gesund. Unsere Verantwortung besteht nun darin, die Seniorinnen und Senioren in jeder Hinsicht ernst zu nehmen und ihrem Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Eigenverantwortung gerecht zu werden. Betreuungs- und Pflegebedarf stehen dem zunehmenden Fachkräftemangel und Kostendruck gegenüber. Es braucht neue Lösungen und diese erfordern das Zusammenspiel von professionellen Dienstleistungen, staatlicher Unterstützung und Freiwilligenarbeit.
Um welche ethischen Werte geht es der Kirche bei diesem Thema?
Es geht um Menschenwürde und Solidarität, insbesondere darum, schwächere und hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen. Wenn Menschen im Alter ihren Lebenswillen verlieren, weil sie sie keine Perspektiven, keinen Platz in der Gesellschaft mehr haben, so fordert das die Kirchen aufs Höchste heraus. Denn sie wollen Leben unterstützen und schützen.
Welche Bedeutung haben die älteren Menschen für die Kirchen?
Die Tradition der kirchlichen Altersarbeit reicht weit zurück. Die betagten Menschen sind nach wie vor diejenigen, die der Kirche am höchsten verbunden sind, ihr am meisten vertrauen, sich am deutlichsten als religiöse Menschen bezeichnen und sich für den christlichen Glauben interessieren. Die Kirchen unterstützen die Seniorinnen und Senioren gemäss ihrer Gesundheit und ihren Bedürfnissen auf verschiedenste Weisen. Die noch fitten Seniorinnen und Senioren möchten sich mit ihren eigenen Ideen und Fähigkeiten einbringen können. Sie sind zum Engagement bereit, weil die Sache sie überzeugt. Sie sind somit auch ein Zukunftspotential für die Kirchen. Seniorenarbeit möchte die Potenziale des Alters für die Gesellschaft nutzbar machen und das soziale Engagement älterer Menschen fördern.

Thomas Hausheer, Fachstellenleiter Forum Kirche Wirtschaft | © Thomas Müller
Was leisten die Zuger Kirchen für ältere Menschen?
Die Pfarreien bieten diverse Aktivitäten zur Vermeidung von Alterseinsamkeit an. Das breitgefächerte Angebot umfasst die Bereiche Freizeit, Bildung, Kultur, Unterhaltung und Spiritualität. Die «mitenand-namitage» in Baar warten beispielsweise laufend mit aktuellen saisonalen Angeboten auf. Die auf Altersarbeit spezialisierten Seelsorgenden in den Pastoralräumen leisten professionelle Begleitung in den Alterszentren, die kantonalen Seelsorgenden unterstützen in den Spitälern und im Bereich der Palliative Care. Unter den jungen oder noch rüstigen älteren Menschen werden zudem Freiwillige rekrutiert, die bei Anlässen helfen, Reisen organisieren oder Seniorinnen und Senioren in den Alterszentren besuchen. Dieser Einsatz bringt beiden Seiten Kontakt, Abwechslung und mehr Lebensqualität. Im Gespräch, beim Vorlesen oder auf Spaziergängen erfahren die besuchten Personen Anteilnahme und Begleitung.
Das Format des aktuellen Anlasses ist mehrstündig und workshopartig. Wie unterscheidet es sich sonst noch von den «Kappeler» Abenden?
Beim bevorstehenden Anlass geht es darum, ein aktuelles Thema im Austausch mit Fachpersonen aus der Regierung des Kantons Zug und spezialisierten Organisationen zu diskutieren und gemeinsam mit den Teilnehmenden mögliche Handlungsfelder auszuloten, die dann weiterentwickelt werden. Das Zielpublikum ist je nach Thema in einer anderen Zusammensetzung als bei den Kappeler Veranstaltungen, die sich eher an Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Kirche richten. Das Angebot vom Format «Wichtig&richtig» spricht Menschen an, die sich unabhängig von ihrer beruflichen Position für das Thema interessieren.
Anmeldung zur Veranstaltung «Älterwerden würdig gestalten» vom 30. September 2023 in Rotkreuz
Interview: Bernadette Thalmann
«Die Pilotstudie zum sexuellen Missbrauch in der Kirche fördert 1002 Fälle mit 921 Betroffenen zutage. Jeder einzelne Fall steht für ein menschliches Schicksal, für Leid und für Schmerz. Was die Ungeheuerlichkeit des Missbrauchs in der Biografie der Betroffenen und in deren Umfeld angerichtet hat, lässt sich kaum erahnen. Ich bin zutiefst erschüttert.
Im Moment bin ich in Gedanken bei den Opfern. Sie verdienen die Aufmerksamkeit, die ihnen durch Vertuschung und Verdrängung so lange vorenthalten wurde. Das gehört zur Wiedergutmachung, soweit eine solche überhaupt möglich ist.
Wir müssen uns fragen, was die Ergebnisse des wissenschaftlichen Pilotprojekts für die Kirche von morgen bedeuten. Bischof Joseph Maria Bonnemain sagte in der Medienkonferenz klar, dass nur eine gewaltfreie Kirche eine Daseinsberechtigung hat.
Wir stehen erst am Anfang eines noch langen Weges. Das dreijährige Folgeprojekt wird ein noch grösseres Ausmass dieser Tragödie aufdecken. Auch wenn es schier unerträglich ist, müssen wir uns der Aufarbeitung der Geschichte stellen. Zu lange wurde in der Kirche weggeschaut, sei es von pastoral Verantwortlichen wie auch von Kirchgemeinden. Der Forschungsprozess hätte schon vor 20 Jahren angestossen werden können und müssen.
Die seit einiger Zeit begonnene Präventionsarbeit müssen wir konsequent fortführen. In der Personalrekrutierung, der Ausbildung und der Personalführung ist eine Professionalisierung unabdingbar. Vor allem aber muss in der Kirche ein Kulturwandel stattfinden. Wir müssen grundlegende Mechanismen angehen, die den Missbrauch in diesem Ausmass überhaupt ermöglicht haben. Dazu gehören die Machtfrage, die Sexualmoral, das Priester- und das Frauenbild, die Personal sowie die Ausbildungs- und Personalpolitik. Auch als Verantwortliche von Kirchgemeinden sind wir in Pflicht genommen.
Auf diesem Weg kann die Kirche wieder das sein, was sie sein soll: Eine Institution, die für die Menschen da ist und dem Leben dient.
Stefan Doppmann
Präsident der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug (VKKZ)
Der Schlussbericht der Universität Zürich zu den sexuellen Missbräuchen in der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz erschreckt und erschüttert. Er zeigt das persönliche Fehlverhalten einzelner Täter und gleichzeitig systemische Ursachen auf, für welche die Bischöfe, ihre Vorgänger und andere Führungspersonen in der Kirche geradestehen müssen.
Der «Bericht zum Pilotprojekt zur Geschichte sexuellen Missbrauchs im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz seit Mitte des 20. Jahrhunderts» umfasst 135 Seiten und bringt wissenschaftlich nüchtern formuliert Licht in ein sehr dunkles Kapitel der Kirche.
Das Projekt fördert
ans Tageslicht.
Die Lektüre des Berichts und Darstellung konkreter Fälle lässt einen fassungslos und sprachlos zurück. Aus diesem Grund steht auf der Titelseite des Berichts eine Triggerwarnung: «In diesem Bericht geht es um sexuellen Missbrauch. Die Ausführungen bewegen sich auf einer allgemeinen Ebene, enthalten aber auch Schilderungen konkreter Fälle von sexuellem Missbrauch.» Link zum Bericht.
Der Schlussbericht des Pilotprojekts zeigt auf, dass sexueller Missbrauch und dessen Vertuschung auch in der katholischen Kirche Schweiz System hatte. Wichtige Grundzüge der katholischen Kirche haben sexuellen Missbrauch in diesem Ausmass überhaupt ermöglicht oder gar begünstigt.
Dazu gehören beispielsweise
Hier die Medienmitteilung der Universität Zürich
Viele Kirchliche Institutionen haben in den letzten 20 Jahren bereits verschiedene Schritte unternommen, um das Geschehene aufzuarbeiten und dem Risiko von sexuellen Übergriffen präventiv zu begegnen. Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK), die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) und KOVOS (Katholische Orden und weitere Gemeinschaften) haben neben der Fortführung der wissenschaftlichen Erforschung weitere Massnahmen beschlossen, um institutionelle Mängel auf nationaler Ebene anzugehen:
Die Schweizer Bischofskonferenz nimmt die Forschungsergebnisse erschreckt und erschüttert entgegen und gesteht ein, dass zu viele kirchliche Führungspersonen jahrzehntelang verantwortungslos gehandelt haben: «Sie haben die Betroffenen nicht ernst genommen und die Täter geschützt. Sie standen auf der falschen Seite. Sie standen auf der Seite der Täter statt an der Seite der Betroffenen. Sie schützten das Ansehen der Kirche statt die Würde und Unversehrtheit der Menschen, die dadurch unsäglichem Leid ausgesetzt wurden. Sie liessen Täter versetzen und nahmen in Kauf, dass sich Missbräuche fortsetzten. Diese Schuld kann nicht einfach weggewischt werden. Sie ist aufzuarbeiten und muss dabei die Mechanismen der Macht, das Frauenbild, das Priesterbild und die Sexualmoral der Kirche angehen.»
Die Bischöfe anerkennen auch das Leid, das die sexuellen Missbräuche im Leben vieler Menschen, in Familien und deren Umfeld verursacht haben und «versichern, alles Menschenmögliche zu unternehmen, damit die Betroffenen Gerechtigkeit erfahren und sexuelle Missbräuche in Zukunft verhindert werden.» Link zum ganzen Statement der SBK.
In ihrem Statement schreibt die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz, sie sei «erschüttert über das unbeschreibliche Leid, das den von Missbrauch betroffenen Menschen im Umfeld der Kirche zugefügt worden ist. Anstelle von Hilfe, Segen und Respekt haben sie Gewalt und Erniedrigung erfahren. Viele Verantwortliche in der Kirche reagierten mit Schweigen und Vertuschen auf diese Verbrechen. Das ist zutiefst beschämend.» Link zum ganzen Statement der RKZ.
Abt Peter von Sury sagt als Vertreter der katholischen Orden und weiteren Gemeinschaften KOVOS: «Es ist offensichtlich, dass die Ordensinstitute und religiösen Gemeinschaften ein Teil des Problems sind (…) Es zeigt sich immer deutlicher, dass gewisse fehlgeleitete Formen des Ordenslebens den Nährboden bildeten für viele Formen von Grenzverletzungen, Manipulation, psychische Gewalt und Missbrauch. Schliesslich kam es auch in den von Ordensgemeinschaften geleiteten Schulen und Heimen zu Übergriffen durch Leitungs- und Lehrpersonen und Angestellte, aber ebenso aufseiten der Schülerinnen und Schüler untereinander.» Link zum ganzen Statement der KOVOS.
Die Medienkonferenz wurde live übertragen und steht hier zum Nachschauen zur Verfügung:
Alle Dokumente (Studie, Statements, Informationen für Betroffene etc.) finden Sie auf der Website www.missbrauch-kath-info.ch