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Pünktlich zur traditionellen Landeswallfahrt des Standes Zug zeigte Petrus am Auffahrtstag seine Sympathie für die zahlreichen Pilger und sorgte für trockenes Wetter. Im Pilgergottesdienst entzündete Frau Landammann Silvia Thalmann-Gut die neue Standeskerze mit einem Bild der Kapelle St. Jost.

Als erste Gruppe traf die Pfadi Menzingen im Klosterdorf ein. Die Pfadis waren bereits am Vorabend um 19 Uhr gestartet und hatten sich unterwegs durch die Nacht am Lagerfeuer gewärmt und verpflegt. Der Zuger Stadtpfarrer und Standesdomherr Reto Kaufmann feierte mit den 25 Pfadis um 6.30 Uhr in der mystischen Morgenstimmung in der Gnadenkapelle den ersten Gottesdienst des Tages.

Pfadi Menzingen mit Frühgottesdienst um 6.30 Uhr | © Arnold Landtwing

Bald nach den Jugendlichen erreichte eine grosse Gruppe der Pfarrei Rotkreuz gut gelaunt und glücklich das Ziel. Sie hatten die gut 40 Kilometer zu Fuss zurückgelegt. Ab jetzt feierten verschiedene Zuger Pilgergruppen beinahe im Zweistundentakt in der Klosterkirche oder im Oratorium einen Gottesdienst.

Pfarrei Rotkreuz mit 40 Kilometern Pilgerweg in den Knochen vor der Klosterkirche | © Arnold Landtwing

Eine neue Standeskerze für die Landeswallfahrt

Im Pilgergottesdienst entzündete Frau Landammann Silvia Thalmann-Gut die neue Standeskerze mit der Aufschrift „Regierung und Volk des Standes Zug“. Neben dem Zugerwappen ziert eine Rötelzeichnung der Kapelle St. Jost des Ägerer Künstlers Meinrad Iten die Standeskerze. Gestaltet wurde diese Kerze in Zusammenarbeit mit dem Staatsarchivar.

Frau Landammann Silvia Thalmann-Gut entzündet die neue Standeskerze | © Arnold Landtwing

Christsein: ein Weg nach innen und nach aussen

Mit dem Wunsch für die christlichen Kirchen, „dass sie zunächst bewusst einen inneren, persönlichen Weg zu den Quellen ihres Selbstverständnisses gehen können“ verband Pfarrer Kurt Schaller in seiner Predigt gleichzeitig das Anliegen, als Christinnen und Christen auch nach aussen zu gehen. Als konkrete Impulse erinnerte er an ein stilles Gebet zu Hause, unterwegs oder am Arbeitsplatz, ein aufmunterndes Lächeln oder einfach ein gutes Wort, das einen anderen Menschen aufrichtet und stärkt.

Pfarrer Kurt Schaller gab konkrete Impulse für den Alltag mit auf den Weg | © Arnold Landtwing

Politik und Kirche gemeinsam besinnlich unterwegs

Bei der Landeswallfahrt des Standes Zug wird eine alte Tradition lebendig erhalten: Falls sie nicht schon mit einer der Pilgergruppen unterwegs waren, stossen am Nachmittag der Regierungsrat, der Zuger Stadtrat sowie Mitglieder des Bundesparlaments und Vertreter der Justiz dazu. Nach dem grossen Pilgergottesdienst und dem Salve Regina der Mönche lädt jeweils der Abt zu einer Begegnung und einem Glas Wein ein. Aus dem Archiv hatte Abt Urban ein Buch aus dem 9. Jahrhundert mit der Benediktsregel geholt. Er ermunterte, in er Politik gemeinsam unterwegs zu sein und die drei der Benediktsregel zugrunde liegenden Schritte des Hörens, Hoffens und Handelns zu beherzigen.

Schwester Mattia Fähndrich mit dem 1200 Jahre alten Buch | © Arnold Landtwing

Traditionsgemäss klang die Landeswallfahrt für die Verantwortlichen aus Regierung und Kirche bei einem Imbiss im gemütlichen Rahmen aus.

Einer alten Tradition folgend, lädt der Pfarrer von St. Michael Zug alle Pfarreiangehörigen des ganzen Kantons Zug zur gemeinsamen Landeswallfahrt nach Einsiedeln ein.

Liebe Zugerinnen und Zuger

Pilgern ist eine uralte Tradition und aktuell wieder sehr beliebt: entschleunigen, die Natur wahrnehmen, sich mit Gott und anderen im Gebet verbinden. Die Sehnsucht der Menschen nach dieser Erfahrung ist ungebrochen. Für den Kanton Zug findet seit 1426 die jährliche Landeswallfahrt nach Einsiedeln statt. Am Auffahrtstag, dem 9. Mai 2024 ist es wieder so weit: Menschen aus allen Pfarreien des Kantons pilgern nach Einsiedeln. Die Zuger Landeswallfahrt ist immer geprägt durch Begegnungen von Menschen aller Generationen, die im Glauben verbunden miteinander beten und sich in Gesprächen näherkommen.

Es ist auf verschiedene Weise möglich, daran teilzunehmen. Nähere Infos erhalten Sie auf Anfrage auch bei den einzelnen Pfarrämtern.

Pilgermöglichkeiten ab Zug St. Michael:

  • 10 Uhr: Pilgersegen in der Kirche St. Michael (Den Pilgersegen erhalten Sie in der Regel in Ihrer Pfarrei).
  • 00 Uhr: Besammlung beim «Chämistal» für das Rosenkranzgebet
  • 20 Uhr: Treffpunkt Bahnhofhalle Zug für die «Wallfahrt Light», Pilgerleiter Peter Weber. Fahrt mit dem Zug bis Altmatt, Spaziergang mit Impulsen zum Katzenstrick, gemeinsames Weitergehen mit der Pilgergruppe bis Einsiedeln (Billette selber besorgen).
  • 00 Uhr: Segen auf dem Raten durch Pfarrer Reto Kaufmann, gemeinsames Weitergehen
  • 12.00 Uhr: Pfarrer Reto Kaufmann begrüsst die Pilgergruppen beim Kloster Einsiedeln; kurzes Gebet und Segen.

Gottesdienste in Einsiedeln:

  • 06.30 Uhr: Gestaltung Reto Kaufmann bei der Gnadenkapelle
  • 15.00 Uhr: im Oratorium für Familien mit Vorschulkindern, Dauer ca. 30 Minuten. Treffpunkt vor dem Hauptportal der Klosterkirche
  • 15.00 Uhr: Feierliche Eucharistiefeier in der Stiftskirche in Einsiedeln. Die Predigt wird von Pfarrer Kurt Schaller, Gut Hirt Zug, gehalten.
  • 16.30 Uhr: feierliche Vesper mit anschliessendem «Salve Regina».

Einer uralten Tradition folgend darf ich als Pfarrer von St. Michael Zug alle Pfarreiangehörigen unseres Kantons herzlich zu dieser Wallfahrt einladen. Ich wünsche Ihnen einen erlebnis-, begegnungs- und segensreichen Tag und grüsse Sie freundlich

Reto Kaufmann, Pfarrer, Pfarrei St. Michael, Zug

An diesem Wochenende endet für unsere christlich-orthodoxen Geschwister die Karwoche und sie feiern am 5. Mai das orthodoxe Osterfest – auch in St. Johannes Zug.

Wer eine orthodoxe Osternachtfeier erleben möchte, ist am Samstag, 4. Mai um 21 Uhr in die Kirche St. Johannes Zug eingeladen. Ein Spitalseelsorger, der auch verheirateter Priester der mit Rom unierten ukrainisch-griechisch-katholischen Kirche ist, gestaltet die Feier.  Der einstündige Gottesdienst wird in ukrainischer und deutscher Sprache abgehalten.

Bereits zum westlichen Osterfest haben Kinder und Jugendliche in der Pfarrei St. Johannes traditionelle Osterbrote und -süssigkeiten gebacken. Diese verteilten sie alten Leuten im Quartier und in den eigenen Familien.

Gemeinsam Osterbrote und Osterkuchen backen | © zVg

Bei diesem Angebot von österlichen Süssigkeiten kann man nur freudig „ja“ sagen… | © zVg

Die meisten orthodoxen Kirchen orientieren sich am julianischen Kalender, der sich um 13 Tage von unserem gregorianischen Kalender unterscheidet. Aus diesem Grund findet das orthodoxe Osterfest immer nach unserem statt.

Der Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios, hofft, dass die Christen im Osten und im Westen ein gemeinsames Datum für das Osterfest finden.

https://www.kath-zug.ch/ueber-uns/pfarreien/pfarrei-st-johannes-der-taeufer

Am HallelujART Festival in Steinhausen zeigen Kunstschaffende, wozu sie «Kirche» inspiriert. Acht Kunstwerke auf dem Gelände vom Zentrum Chilematt, die betrachtet werden können, an denen weitergearbeitet wird, die vergänglich sind. Im Rahmen des HallelujART Festivals regen sie zu Fragestellungen und Gesprächen an.

«Kunst hat und ist eine Botschaft»

«Kunst hat und ist eine Botschaft», sagt der Steinhauser Pfarreileiter Ruedi Odermatt. Wir sitzen an einem runden Tisch im Zentrum Chilematt – mit dabei sind die zwei Kunstschaffenden Annina Gerber und Daniel Züsli sowie Ewald Trachsel, Dozent des Bachelor-Studiengangs Kunst & Vermittlung an der Hochschule Luzern. An diesem grau-nassen Vormittag schildern sie, was anfangs Mai am HallelujART Festival im und um das Zentrum Chilematt entstehen wird. Bei HallelujART trifft Kunst auf Kirche.

Bald wird mir klar, dass die Botschaft, welche die Kunst hier vermitteln möchte, nicht als gegeben auf dem Silbertablett serviert wird. Vielmehr scheinen hier Kunstwerke zu entstehen, deren Lesart individuell ausfallen wird. Kunstwerke, die nicht Antworten liefern, sondern Fragen aufwerfen. Kunstwerke, welche die Anwesenden aus dem Betrachten herausholen und sie ins Kunstgeschehen miteinbeziehen.

(v.l.n.r.): Daniel Züsli, Annina Gerber und Ewald Trachsel | © Pfarreiblatt Marianne Bolt

«Wackelkontakt mit dem Göttlichen»

Die künstlerischen Werke stammen von acht Studierenden und Alumnis der Hochschule Luzern, deren Werke bei einem Projektwettbewerb von einer Fachjury ausgewählt wurden. Einer von ihnen ist der in Cham aufgewachsene Daniel Züsli. Der gelernte Schreiner und Holzbildhauer hat sein Kunststudium bereits abgeschlossen, heute bezeichnet er sich als Weltbildhauer. In der Kirche St. Matthias möchte er den Ambo zum Vibrieren bringen. Denn anders, als er es erwartet hat, ist dieser nicht schwer, sondern leicht und verrückbar. Und das, obschon der Ambo eigentlich fest verankert sein müsste. «Das hat mich an die Kirche erinnert. Denn auch kirchliche Strukturen halten heute nicht mehr so gut wie auch schon.» So entstand sein Kunstprojekt. Mithilfe einer Anleitung zur Meditation und zur Annäherung hin zum Ambo bringt der oder die Betrachtende den Ort der Verkündigung in Bewegung. Und wird damit selbst Teil des künstlerischen Werks. Für Ruedi Odermatt wirft ein vibrierender Ambo Fragen auf wie: «Was erschüttert mich, erschüttert mich das Wort Gottes?» Und Ewald Trachsel fügt hinzu: «Das ist sozusagen ein Wackelkontakt mit dem Göttlichen. Das ist das Spezielle!»

«Häusliche Arbeit, Ökologie und Vergänglichkeit»

Annina Gerber wird ihr Kunstwerk in der Wildblumenwiese des Chilematt Gartens aufbauen. Die Kunststudentin, Mutter und Ärztin aus Zug möchte etwas realisieren, das mit dem Ort, aber auch mit ihr selbst zu tun hat. Bei der Begehung des Chilematt-Areals sei ihr das Foyer aufgefallen, das sich in der Mitte des Gebäudes befindet. Foyer – heute wird dieser Begriff für Vorräume öffentlicher Gebäude verwendet. Doch ursprünglich stammt er vom französischen foyer, was so viel wie Herd, Feuerstelle oder Brennpunkt bedeutet. Der Herd oder das Feuer befand sich früher im Zentrum, dort versammelte sich die Familie. So entschied sie sich, den Herd aufzugreifen. Aus Stampflehm, einem wiederentdeckten, ökologischen Baumaterial, wird sie im Chilematt Garten eine Skulptur in Form eines Kochherdes aufbauen. Unterschiedliche Gedankengänge begleiten sie dabei. Die Frage nach dem Wert der häuslichen Arbeit in der Gesellschaft, nach der Ökologie und der Vergänglichkeit. Denn wird Stampflehm nicht geschützt, wird er von der Witterung zersetzt. Dieser letzte Aspekt ist Dozent Ewald Trachsel wichtig. «Von diesen Werken bleibt langfristig kaum etwas übrig. Was aber bleibt, sind die Erinnerungen all jener, welche die Kunstwerke aufgesucht haben.»

Kunst regt zum Nachdenken an

Nebst diesen zwei künstlerischen Werken werden vom 4. bis 26. Mai noch sechs weitere Projekte realisiert, die unter anderem Anlass geben, über Spiritualität und Rollenverständnisse nachzudenken und segensreich zu wirken. Anlass für das HallelujART Festival ist das 100-jährige Bestehen der Schweizerischen St. Lukasgesellschaft für Kunst und Kirche/SSL. Im Verlauf dieses Jahres werden in über zehn Kantonen Interventionen in Kirchen durchgeführt und Podiumsdiskussionen zu künstlerischen Arbeiten geführt.

Marianne Bolt

 

Das HallelujART Festival im Überblick:

Sa, 04.05., 17.00 Uhr: Vernissage als meditativer Stationen-Gottesdienst
Do, 09.05., 11.30 Uhr: Führung
Mi, 15.05., 17.30 Uhr: Führung. 18.30–20.30 Uhr: Kunst trifft Kirche bei Wein und Brot. Mit allen teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern des HallelujART Festivals und mit den Vertretern der St. Lukasgesellschaft Markus Buenzli-Buob und Marco Schmid. Moderiert wird der Abend von der Kunsthistorikerin Rachel Mader.
Mo, 20.05., 11.30 Uhr: Führung
So, 26.05., ab 12 Uhr: Finissage

Infos zu diesen und weiteren Programmpunkten finden sich im Flyer zum HallelujART-Festival und können auf der Webseite der Pfarrei Steinhausen abgerufen werden.

Dem Stadtzuger Michael Walser steht ein grosser Tag bevor: die Vereidigung als Schweizer Gardist am 6. Mai. Damit realisiert sich ein Wunsch, der ihn von Kindesbeinen an begleitet hat.

Er ist 23-jährig, gelernter Polymechaniker und – seit einem halben Jahr in der Schweizergarde. Am 6. Mai wird der Stadtzuger Michael Walser im Vatikan als Schweizergardist vereidigt. Doch was führt einen jungen Mann vom Zugersee nach Rom?

Ein Wunsch aus der Primarschulzeit

Der Wunsch, dereinst Schweizergardist zu werden, erwuchs bereits im Primarschulalter, als Michael Walser von einem Ex-Gardisten dessen Helm und Hellebarde tragen durfte. Der Wunsch blieb bestehen, sodass er sich nach abgeschlossener Lehre über das Aufnahmeverfahren in die Schweizergarde informierte. Um an diesem Verfahren teilnehmen zu können, müssen zahlreiche Bedingungen erfüllt sein: Ein Kandidat muss männlich, katholisch, ledig, körperlich und psychisch gesund und mindestens 1,74 Meter gross sein. Zudem muss er die Sakramente bis zur Firmung erhalten haben.

Im katholischen Glauben ist Michael Walser fest verankert, lange diente er als Ministrant in Cham. Auch den Dienst in der Schweizergarde erachtet er als Dienst für die katholische Kirche. Wie er sagt, wird der Glaube in der Garde gepflegt: «Wir haben fast täglich die Möglichkeit, die Messe zu besuchen. Zudem organisiert unser Kaplan verschiedene Gebetsmöglichkeiten wie das Rosenkranzgebet oder Andachten.»

Rasieren, Gürtel und Schuhe putzen und Manschetten wechseln

Der normale Arbeitsalltag beginnt mit der obligatorischen täglichen Rasur, dem Putzen des Gürtels und der Schuhe sowie mit dem Wechseln der Manschetten. Steht kein ausserordentlicher Einsatz bevor, setzt sich Michael Walser sein Béret auf. Nur im Dienst an Feiertagen und bei hochrangigen Gästen trägt er den Helm.

Michael Walser im Dienst als Schweizergardist | © zVg

Ob er dem Papst schon einmal begegnet ist? «Ich habe ihn schon gesehen, jedoch noch nie mit ihm gesprochen», sagt Michael Walser. Die Schweizergardisten verhalten sich diskret: «Wenn er mit uns zu sprechen beginnt, dürfen wir ihm die Hand reichen und antworten.»

Viel häufiger als die Begegnungen mit dem Papst sind die Begegnungen mit den Touristen. «Sie fragen sehr oft, was sie wo finden!» Was Michael Walser besonders gerne macht, ist, auf Anfrage Billette für Papstaudienzen zu verteilen. Wenn er in seiner gelb-rot-blauen Uniform im Einsatz ist, sind er und seine Kameraden ein sehr beliebtes Fotosujet. Wenn der Dienst es erlaubt, darf er ab und zu lächelnd in die Kamera blicken. Aber: «Während der Schildwache mit der Hellebarde regen wir uns nicht.» Auch dann nicht, wenn sich ein Insekt mitten im Gesicht niederlässt.

Aussergewöhnlich Schlimmes hat Michael Walser bisher nicht erlebt. Aber ausserordentlich Schönes. «Zum Gardegeburtstag am 22. Januar marschierten wir in einer Formation mit Gardefahne und den Tambouren zum Campo Santo Teutonico. Das war sehr beeindruckend.» Ebenfalls erwähnt er die «Ehrenwache»; er war einer von vier Gardisten, die während der Weihnachtsmesse um den Altar, den «Baldachin», standen.

«Falls nötig, gebe ich mein Leben für den Papst»

Nun steht Michael Walser die Vereidigung bevor. «Das bedeutet mir sehr viel! Ich schwöre dabei, für den Papst – falls nötig – mein Leben zu geben. Wichtig ist aber auch, dass wir bei der Vereidigung der 147 Schweizergardisten gedenken, die am 6. Mai 1527 bei der Plünderung Roms getötet wurden.»

Wie lange Michael Walser insgesamt als Schweizergardist in Rom bleiben wird, weiss er noch nicht. Beim Antritt musste er sich für 26 Monate verpflichten, nach oben ist das Zeitfenster offen. Obschon er seit mehreren Monaten in Rom lebt, hat er kein Heimweh. Dennoch gibt es Dinge, die ihm fehlen, wie das Brot zu Hause, sein Bett, die Berge, die Natur und ein Schweizer Grossverteiler. Ein bisschen Zuger Heimat hat er aber auch im Vatikan; in der Kaserne teilt er sein Zimmer mit einem Gardisten aus Morgarten.

Marianne Bolt

 

Die Verbindung der Schweizergarde nach Buonas

Die Anfänge der Schweizergarde reichen nach Buonas am Zugersee zurück. Der ca. 1450 auf Schloss Buonas geborene Kleriker Peter von Hertenstein leitete diplomatisch die Gründung der Schweizergarde in die Wege. Am 22. Januar 1506 trafen die ersten 150 Schweizer Gardisten unter der Führung ihres Hauptmanns Kaspar von Silenen und Peter von Hertenstein in Rom ein, um als Leib- und Palastwache dem Papst zu dienen.

Die Kirche leistet auch wichtige Beiträge zum Kulturleben, indem sie die Königin der Instrumente, die Orgel, unterhält und zur Verfügung stellt. Zum Beispiel für die 42. Internationalen Zuger Orgeltage, die vom 28. April bis 25. Juni stattfinden. Künstlerischer Leiter und Gründer ist Olivier Eisenmann. Organistinnen und Organisten aus mehreren europäischen Staaten spielen bekannte Werke und mitunter hier unbekannte Stücke aus ihrer Heimat. Der Eintritt zu sämtlichen Konzerten ist frei.

 

 

  • Eine Besonderheit stellt das Orgelkonzert vom 26. Mai um 19.00 Uhr in der Pfarrkirche in Oberwil mit dem Warschauer Professor Andrzej Chorosiński dar. Er spielt polnische Orgelmusik alter Meister sowie eine romantische Elegie von M. Surzyński, welche umrahmt wird durch zwei virtuose Klavierwerke von Chopin (eine «Polonaise») und Beethoven («Grande Sonate Pathétique») in vom Interpreten hergestellten Transkriptionen für Orgel.

 

  • Am Sonntag, 2. Juni findet in der Reformierten Kirche Zug um 11.00 Uhr eine Matinee mit dem Duo Verena Steffen (Flöte) und Olivier Eisenmann (Orgel) statt. Im Wechsel mit Orgel-solo-Stücken von Muffat, Camillo Schumann, Denis Bédard und Théodore Dubois erklingen Duo-Werke von Haydn, François-Joseph Gossec, dem Spätromantiker Camillo Schumann, von Sergei Rachmaninoff und eine Uraufführung von Helmuth Franz Luksch aus Österreich.

 

  • Am Sonntag, 9. Juni um 19.30 Uhr gastiert in der katholischen Pfarrkirche Baar die litauische Organistin Renata Marcinkutė Lesieur mit einem Programm, das eine Mischung der beliebtesten Orgelwerke (Toccaten von J.S Bach und Widor) mit Raritäten aus dem Baltikum von M.K. Čiurlionis und A. Kalējs darstellt.

 

  • Das Abschlusskonzert vom Dienstag, 25. Juni um 19.30 Uhr in der katholischen Pfarrkirche in Cham gestaltet der Göttinger Organist Stefan Kordes. Der mehrfache Preisträger widmet sein Konzert mit Ausnahme von einem Andante Mozarts ganz dem Schaffen seiner deutschen Heimat: Kompositionen der Barockmeister Buxtehude, Georg Muffat, J.S. Bach und dessen Söhnen Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel sowie Mendelssohn.

Der Eintritt für alle Konzerte ist frei (Kollekte).

Alle Informationen zu den Musikerinnen und Musikern sowie den gespielten Werken gibt es im Programmheft der 42. Internationalen Zuger Orgeltagen hier.

Für den Bischof ist es unerlässlich, die Anliegen der katholischen Bevölkerung zu kennen. Im Bistum Basel bildet der Diözesane Seelsorgerat die Verbindung zwischen der Basis und dem Bischof. Der Kanton Zug ist mit der Hünenbergerin Rita Bieri-Luthiger im Diözesanen Seelsorgerat vertreten.

Es ist ein Rat, der im Hintergrund agiert, dem aber eine wichtige Rolle zukommt. Der Diözesane Seelsorgerat (DSR) des Bistums Basel bildet die Verbindungsstelle zwischen der Basis der zehn Bistumskantone und dem Bischof. Zu den Aufgaben des DSR gehört es, den Bischof und dessen Mitarbeitende mit einer kritischen und solidarischen Stimme zu beraten und Impulse und Anliegen der vkatholischen Bevölkerung einzubringen. Die Hünenbergerin Rita Bieri-Luthiger* ist das einzige Mitglied im DSR aus dem Kanton Zug. Vor sechs Jahren wurde sie als Delegierte in den Rat berufen, ihre zweite und damit letzte Amtszeit endet 2026.

Noch heute ist Rita Bieri-Luthiger positiv überrascht, dass sich der Bischof mit wenigen Ausnahmen stets die Zeit für die Treffen mit dem DSR nimmt. «Unser Gremium ist ihm wichtig. Eines der persönlichen Anliegen von Bischof Felix war es, Menschen mit Migrationshintergrund dabei zu haben, damit die Bevölkerung möglichst gut repräsentiert wird.»

Aha-Erlebnis für den Bischof

Der Seelsorgerat trifft sich dreimal jährlich während zwei Tagen. Vor den Treffen legen der Vorstand des DSR und der Bischof das Thema fest, über welches beraten wird. Beim letzten Treffen im November diskutierten sie über die Freiwilligenarbeit. In der Vergangenheit hat dieser Austausch mitunter auch schon zu Aha-Erlebnissen geführt. So wurde der Wunsch des Bischofs, Menschen mit Migrationshintergrund und die fremdsprachigen Missionen mehr ins örtliche Pfarreileben einzubinden, von einem Mitglied einer fremdsprachigen Mission relativiert. Gläubige würden es schätzen, in ihrer Sprache Gottesdienst zu feiern und anschliessend in ihrer eigenen kulturellen Ausprägung Gemeinschaft zu erleben.

Anliegen von der Basis

Andere mögliche Themen, über welche der DSR und der Bischof miteinander diskutieren, sind Fragen, wie politisch die Kirche sein darf – beispielsweise im Zusammenhang mit
den ökologischen Herausforderungen, dem Einstehen für die Schwachen am Rande der Gesellschaft oder das Mitspracherecht der Gläubigen in der Kirche. Wichtig ist, dass es sich bei den Themen um Anliegen handelt, die von der Basis stammen. Wie Rita BieriLuthiger diese Anliegen aus ihrer Umgebung hört? «Ich versuche wahrzunehmen, was die Menschen beschäftigt.» Selbstverständlich können auch Wünsche von Mitchristen direkt an sie herangetragen werden. «Wenn eine Gruppe mit einem Anliegen zu mir kommt und ich es in den DSR einbringe, besteht die Chance, dass wir das Thema mit dem Bischof aufgreifen.»

Um Mitglied des Diözesanen Seelsorgerats zu sein, bedarf es keiner bestimmten Ausbildung. Den Statuten ist zu entnehmen: «Der Seelsorgerat fördert die Kräfte des Laienapostolats, um den Glauben ins Spiel zu bringen.» Und: «Der Diözesane Seelsorgerat ist ein Gremium, das die Gläubigen repräsentiert und den Bischof bei der Erfüllung seiner Aufgaben unterstützt.» Für Rita Bieri-Luthiger ist es wichtig, dass die Mitglieder des DSR Interesse am Christsein mitbringen und aktiv am Glaubens- und Pfarreileben in ihrer Gemeinde teilnehmen. Entscheidend ist, dass es sich nicht um ein Gremium handelt, das sich selbst genügt, sondern dass der Bischof froh und offen ist um diese Stimme. Was sie besonders
schätzt, ist der geschützte Rahmen der Treffen. «Ein freier und ehrlicher Austausch ist jederzeit möglich.» Ihre persönliche Motivation stammt aus ihrer Erfahrung, die sie mit der Kirche seit ihrer Jugend gemacht hat. In Hünenberg aufgewachsen, hat sie die Entstehung der Pfarrei Hünenberg miterlebt. Das Engagement für die Kirche ist ihr stets wichtig gewesen, sodass sie bis heute nicht Zuschauerin, sondern Mitakteurin ist.

Marianne Bolt

*Die Hünenbergerin Rita Bieri-Luthiger (geb. 1958) ist ausgebildete Primarlehrerin und Mutter von vier erwachsenen Kindern. Sie hat sich während vielen Jahren freiwillig und als Katechetin in der Pfarrei Hünenberg engagiert.

Die Lebenserwartung in der Schweiz ist eine der höchsten der Welt. Sie erklärt sich aus materiellem Wohlstand, guter medizinischer Versorgung, risikoarmen Arbeitsbedingungen und einer sauberen Umwelt. Ein langes Leben ist für die meisten Menschen wünschenswert, aber auch angstbesetzt. Der Umzug in eine Alters- oder Pflegeeinrichtung im höheren Alter wird vielfach mit Sorge betrachtet.

Beim Frühstückskaffee über das Leben austauschen

Die ökumenische Seelsorge im Pflegezentrum Baar lädt neu ab Ende April einmal monatlich zu einem gemeinsamen Frühstück ins Café Soleil, um sich mit Interessierten zum Thema Alter auszutauschen. Zielgruppe sind Personen ab 70 Jahre, die noch keinen Kontakt mit einer Pflegeinstitution hatten. Jörg Leutwyler, reformierter Seelsorger erklärt: «Wir sprechen über ganz praktische Aspekte des Alterns, aber auch existentielle Fragen dieses Lebensabschnitts. Wir möchten schrittweise vertraut machen mit den Themen und dabei Ängste abbauen.»

Ziel ist dabei nicht, neue Bewohnende für das Pflegezentrum Baar zu rekrutieren, sondern niederschwellig direkt vor Ort Berührungspunkte zu ermöglichen und breit angelegte Informationen zu geben. «Auch die Freuden und das Glück der späten Jahre werden nicht zu kurz kommen bei unserem Mitenand-Frühstück», ergänzt Roger Kaiser, katholischer Seelsorger im Pflegezentrum Baar. Was man kenne und erlebt habe, könne nicht mehr unspezifische Sorgen bereiten.

«Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben steht für uns im Vordergrund», ergänzt Jörg Leutwyler. Aus der Arbeit im Pflegezentrum wisse man, wie schwer sich Menschen mit diesem Lebensabschnitt und einer Veränderung der Wohnsituation tun. Genau da setzte das Angebot an. Die Begegnung mit Gleichgesinnten, der Aufbau von Kontakten und das Vertrautwerden mit der Umgebung sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einer bewussten Gestaltung des Alters.

Das erste Mittwoch Morgen Mitenand findet am 24. April 2024 statt.

Mittwoch Morgen Mitenand

  • Gemeinsames Frühstück einmal im Monat.
  • Mit thematischen Impulsen
  • Immer mittwochs von 9:00 – 10.30 Uhr
  • Im Café Soleil Pflegezentrum Baar, Landhausstrasse 17, 6340 Baar
  • Begleitet von:
    Roger Kaiser, katholischer Seelsorger Pflegezentrum Baar
    Jörg Leutwyler, reformierter Seelsorger Pflegezentrum Baar

Termine bis Sommer
24.04.2024
22.05.2024
26.06.2024
24.07.2024
21.08.2024
18.09.2024

Der Verein FRW Interkultureller Dialog zog bei seiner Mitgliederversammlung eine positive Jahresbilanz. Dank der mehr als 150 Freiwilligen und breiter Unterstützung im Kanton Zug wurden 2023 unter anderem rund 680 Deutschkurse gehalten und rund 70 Mittagstische oder Begnungsessen realisiert.

«In meinem ersten Jahr als Präsident bin ich vor allem dankbar», sagt Joachim Eder an der Versammlung vom 21. März im Pfarreizentrum St. Johannes in Zug. «Der Kanton, die Landeskirchen, Einwohnergemeinden, Stiftungen und die Wirtschaft sowie unsere Mitglieder sind das Rückgrat des Vereins. Ihnen danke ich aufrichtig! Sie ermöglichen unsere grossen Integrationsbemühungen für eine friedliche, solidarische Gesellschaft.» Seit mehr als zehn Jahren fördert der Verein den Frieden in der Gesellschaft, den gegenseitigen Respekt und das Achten der Würde jeder Person. Joachim Eder: «Die Vision von ‹FRW – Friede, Respekt und Würde› ist aktueller und wichtiger denn je. In einer Zeit, wo uns Kriege und dramatische Situationen in der Ukraine, im Gazastreifen sowie in vielen Brennpunkten rund um den Globus auf Trab halten, wo diese Kriege unsägliche Not und beispiellose humanitäre Zustände bringen, setzen wir ein Zeichen und fördern das Zusammenleben von Menschen aller Nationen, Religionen und Generationen.»

Vereins-Vorstand bestätigt und erweitert

An der Versammlung bestätigten die anwesenden Mitglieder den aktuellen Vorstand: Joachim Eder (Präsident), Eusebius Spescha (Vizepräsident), Yohana Woldegebriel (FRW Freiwillige), Thomas Schmid (Aktuar) und Christian Krebs (Finanzen). Neu in den Vorstand gewählt wurden Abdul Ahad Shirzad, verantwortlich für das neugeschaffene Ressort «Geflüchtete und Lernende», sowie Christian Weiss, der das Ressort «Medien und Öffentlichkeitsarbeit» übernimmt. Mirjam Weiss, die 4 Jahre für die Kommunikation des FRW verantwortlich zeichnete, verabschiedet sich aus dem FRW-Vorstand und unterstützt den Verein künftig weiterhin als freiwillig Engagierte in den Projekten.

Über den FRW Interkultureller Dialog

FRW Interkultureller Dialog fördert als Verein das Zusammenleben. Das Angebot rund ums Deutschlernen, um Begegnungsessen und die praktische Sprachanwendung richtet sich an einheimische, zugezogene und ganz besonders an geflüchtete Menschen im Kanton Zug. Professionell koordiniert werden die Freiwilligen durch ein kleines Team unter der Geschäftsleitung von Regula Grünenfelder. Weitere Informationen sowie der Jahresbericht 2023 sind online unter www.frwzg.ch verfügbar.

 

Es ist einer der eindrücklichsten Momente in der Feier der Osternacht: Als einziges Licht leuchtet in der komplett dunklen Kirche die Osterkerze. Nach und nach wird das Licht weitergegeben und erhellt bald die ganze Kirche. Das Licht besiegt die Dunkelheit, die Auferstehung wird erlebbar.

Das gesungene Osterlob erklingt nur ein einziges Mal im Jahr und schliesst die Lichtfeier ab. Wörtlich übersetzt bedeutet «Exsultet» «Es jauchze» und genau das drückt der mehr als 1500 Jahre alte Gesang auch aus: Die Freude darüber, dass das Leben über den Tod siegt.

Das Exsultet klingt aus mit dem Wunsch, dass das Licht der Osterkerze leuchte, „um in dieser Nacht das Dunkel zu vertreiben“.

Wir wünschen allen ein frohes Osterfest und dass die Botschaft der Osternacht Licht und Hoffnung ins Leben und in unsere Welt bringt!

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