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Am 6. Juni 1954 ging das erste «Wort zum Sonntag» auf Sendung, damals noch zeitlich unbeschränkt und es gibt Erinnerungen daran, dass es bis zu 20 Minuten dauern konnte. Heute sind es noch knapp vier Minuten.

Im Regieraum wird die Aufnahme gesichtet und geschnitten | © zVg

 

Der heutige Leiter der Fachstelle Kommunikation der Katholischen Kirche Zug,  Arnold Landtwing, war 2016- 2018 zu sehen und zu hören. Hier sein Statement:

Zwischen heiligen Momenten und Höllenfahrt

«Mit Kirche habe ich schon lange nichts mehr am Hut, aber das, was Du heute gesagt hast…». So begannen unmittelbar nach der Aufnahme etliche Reaktionen auf ein Wort zum Sonntag. Und dann begegnete ich im von Technik flirrenden Regieraum Lebensgeschichten und Schicksalen, die mich tief berührten. Das waren heilige Momente hinter den Kulissen. Solche gab es auch auf offener Strasse. Mehrere Jahre nach dem letzten Einsatz sprach eine Frau mich an und zu meinem grossen Erstaunen zählte sie mehrere Inhalte verschiedener Sendungen auf. Sie hatte die Gedanken als Ermutigung und Inspiration in den Alltag mitgenommen. Umgehend nach der Ausstrahlung eingegangene Mails und Beschwerden zeigten, dass das Wort zum Sonntag auch Stachel im Fleisch von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft sein kann. Die Bandbreite der Reaktionen lag zwischen Inspiration für den Alltag und dem Wunsch, ich solle doch zur Hölle zu fahren. Das Wort zum Sonntag regt an oder regt auf. Gut so. Deshalb ist es auch mit 70 Jahren relevant. Punkt.

Das Katholische Medienzentrum widmet dem 70-Jahr-Jubiläum einen Beitrag, in welchem verschiedene Sprecherinnen und Sprecher auf ihre Erfahrungen zurückblicken. Den ganzen Beitrag gibt es hier zum Nachlesen:

 

Drei kirchliche Sozialberatungsstellen der Katholischen Kirche im Kanton Zug decken das gesamte Gebiet des Kantons ab und sind Anlaufstellen für Menschen in belastenden Lebenssituationen. Oftmals fangen sie Menschen in schwierigen Situationen auf, die durch die Maschen der staatlichen Sozialhilfe fallen.

Über 40 katholische Seelsorgerinnen und Seelsorger aus dem ganzen Kanton Zug trafen sich im Pfarreiheim St. Michael in Zug zur Pastoralkonferenz. Als Schwerpunktthema stellten sich die drei kirchlichen Sozialberatungsstellen vor, die das ganze Kantonsgebiet abdecken.

Simone Schelker (Co-Leiterin Leuchtturm Diakonie & Soziales Zug) Stefan Horvath (Sozial- und Beratungsdienst St. Martin Baar) und Gerd Zimmermann (Pfarreisozialdienst Cham-Hünenberg) gaben Einblick in den Alltag ihrer Sozialberatungsstellen.

Leisten kirchliche Sozialarbeit im Kanton Zug: Stefan Horvath, Simone Schelker und Gerd Zimmermann (v.l.n.r.)  | ©  Arnold Landtwing

Professionelle Zusammenarbeit auf allen Ebenen

Im SOHO, dem Sozial-Höck, treffen sich die Sozialarbeitenden alle sechs Wochen zu einem fachlichen Austausch und prüfen, wo sie sich gegenseitig unterstützen können. Bei Bedarf leisten sie auch kollegiale Intervision und beraten sich, wie man spezielle Fälle bearbeiten kann. Zusammenarbeit, Vernetzung und Kommunikation stellen für die drei unverzichtbare Säulen dar. Gut vernetzt und in regelmässigem Austausch sind sie auch mit zahlreichen Institutionen und auch mit staatlichen Stellen im Kanton Zug. Für den Herbst ist eine Zusammenkunft und Besprechung mit Regierungsräten geplant.

Die kirchlichen Sozialberatungsstellen arbeiten professionell und unterstehen dem Datenschutz wie der Schweigepflicht. Die Beratungsangebote sind kostenlos und stehen allen Hilfesuchenden offen, unabhängig von Herkunft, sozialem Stand, Religion oder Weltanschauung.

Obdachlosigkeit im Kanton Zug

«Im reichen Kanton Zug gibt es Obdachlose, auch wenn das niemand so recht wahrhaben will», weiss Sozialarbeiter Stefan Horvath aus seiner Beratungspraxis. Was er vermisst ist etwa ein Ort, wo Obdachlose duschen können und er ergänzt: «Grosse Not herrscht auch bei Wohnungen oder Notzimmern.»

Stefan Horvath berichtet von Obdachlosigkeit im Kanton Zug | © Arnold Landtwing

«Die Komplexität der Fälle nimmt stetig zu», stellt Simone Schelker vom Leuchtturm Diakonie & Soziales fest. Zunehmend ist auch die Einsamkeit und so können die kirchlich Sozialarbeitenden etwas bieten, was bei staatlichen Stellen eng begrenzt ist: Zeit für den Menschen gegenüber. Oftmals kommen Menschen bei den kirchlichen Stellen vorbei, um zu erzählen, was sie belastet und gehen ohne spezielle Unterstützung erleichtert weiter, weil einfach jemand soviel Zeit hatte, ihnen zuzuhören, bis sie fertig erzählt hatten.

Freiwillige kochen für Mittagstisch

«Dank dem Einsatz von 35 Freiwilligen ist es in Cham seit vielen Jahren möglich, jeden Donnerstag einen Mittagstisch anbieten zu können, wo es eine Mahlzeit für 7 Franken gibt», berichtete Gerd Zimmerman und freute sich, dass «die Zusammenarbeit mit einem Grossisten einerseits Foodwaste verhindert , weil die Lebensmittel für den Mittagstisch verarbeitet werden können und zusätzlich Armutsbetroffene unterstützt werden können, die übriggebliebene Lebensmittel mitnehmen dürfen.»

Wertvolle Leistungen für die gesamte Gesellschaft

Wichtig zu wissen: Die kirchlichen Sozialberatungsstellen arbeiten subsidiär, das heisst, sie sind eng vernetzt mit staatlichen und anderen Stellen und sorgen dafür, dass zuerst ordentliche Hilfeleistungen in Anspruch genommen werden, bevor sie tätig werden.

Was an dieser Pastoralkonferenz einmal mehr deutlich wurde: die kirchlichen Sozialdienste leisten wertvolle Arbeit, die der ganzen Zuger Bevölkerung offenstehen und zugute kommen. Und was einige Seelsorgende mit Überraschung zur Kenntnis nahmen: Kirchliche Sozialberatungsstellen sind teilweise älter als die staatlichen, zu Beispiel in Baar.

Hier sind Informationen zu den einzelnen kirchlichen Sozialberatungsstellen zu finden:

Eine letzte Woche im Zuger Kantonsrat als erheblich erklärte Motion verlangt, der Kanton Zug soll das Konkordat mit dem Bistum Basel überdenken und Zahlungen einstellen. Der Historiker und Theologe Urban Fink-Wagner hat die Motion genauer angeschaut und erteilt mit seiner Analyse eine kleine Geschichtslektion mit interessanten Zusammenhängen und Hintergründen.

Unter anderem stellt er klar, dass der nichtresidierende Zuger Standesdomherr von der Kirchgemeinde besoldet wird und nicht, wie von den Motionären behauptet, vom Kanton. Ausserdem dürften die Zahlungen des Kantons ans Bistum Basel gemäss Fink nur einen Bruchteil der als sechsstellig vermuteten und medial verbreiteten Summe liegen. Diese und andere Analysen gibt es im Interview von Jacqueline Straub mit Urban Fink hier zu lesen. Der Zuger Regierungsrat hat jetzt ein Jahr Zeit, um die Motion zu beantworten.

Den Text der Motion findet sich hier

Rund 150 freiwillig Engagierte begleiten ebenso viele Frauen und Männer und unterstützen sie im Rahmen der Ökumenischen Wegbegleitung Kanton Zug.

Ob Gespräche, miteinander spielen, etwas vorlesen, Begleitung beim Einkaufen oder zum Arzt oder Integrationshilfe. Das Angebot der Ökumenischen Wegbegleitung ist vielseitig und individuell zugeschnitten. Laut Bruno Baumgartner, Co-Leiter des Angebots und Sozialdiakon in der Alters- und Erwachsenenarbeit der Reformierten Kirche Bezirk Baar Neuheim, sind Gespräche und Spaziergänge am meisten gefragt. «Wir wollen Menschen eine Gemeinschaft bieten», sagt er und stellt klar, dass es darum geht, Zeit zu schenken, und den sozialen Austausch. «Wir bieten keine Nachbarschaftshilfe, also kein Rasenmähen oder Einkaufen und auch keine Pflege.»

Begleitung für die Begleitenden

Regelmässige Weiterbildungsangebote für die Begleitenden sind sehr gefragt. Dies zeigt die grosse Teilnehmerzahl der letzten Weiterbildung. Zum Thema «Wenn Gespräche und Emotionen(heraus-)fordern – Wie schwierige Begleitungen gelingen können» nahmen an zwei Tagen über 40 Personen teil.

v.l.n.r.: Fabian Kraxner (Oberarzt Psychiatrie Spital Affoltern), Sandra Curschellas (Ärztin Geriatrie/ Palliative Care Spital Affoltern) und Volker Schmitt (katholischer Diakon und Seelsorger Spital Limmattal) | © Franz Lustenberger

Fabian Kraxner (Oberarzt Psychiatrie Spital Affoltern), Sandra Curschellas (Ärztin Geriatrie/ Palliative Care Spital Affoltern) und Volker Schmitt (katholischer Diakon und Spitalseelsorger Spital Limmattal) gaben wertvolle Impulse und stellten sich praxisnah den Fragen der Teilnehmenden.

In kleinen Runden tauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erfahrungen aus. «Das Teilen von emotionalen Erlebnissen wurde durch die Intimität der Gruppengrössen möglich und zu spüren, dass ich mit meinen Fragen und Grenzen in vielfältigen Begleitungssituationen nicht allein bin, hat gutgetan. In der anschliessenden Plenumsrunde prägte sich eine wichtige Erkenntnis bei mir ein: jeder Mensch hat seine Insel, die er oder sie gestaltet. Ich kann die Insel von meinem Gegenüber nicht ändern, aber ich kann versuchen, Brücken zu bauen.» schaut Co-Leiterin Sandra Dietschi auf den Tag zurück, an dem sie als Teilnehmerin dabei war.  Sie ist Co-Leiterin der Ökumenischen Wegbegleitung und Gesamtleiterin der Fach- und Spezialseelsorgestellen der Katholischen Kirche Zug.

Erfahrungsaustausch in Kleingruppen mit Volker Schmitt | © Franz Lustenberger

 

Zeitlich limitierter Einsatz

Mehrheitlich sind es ältere Personen, die Unterstützung suchen und ebenfalls ältere, die diese freiwillig anbieten wollen. In den letzten Jahren hat die Anzahl der jüngeren Menschen, die Hilfe anbieten, etwas zugenommen. Die Verantwortlichen sind immer auf der Suche nach neuen Wegbegleitenden. Um der heutigen Zeit gerecht zu werden, soll es zukünftig auch projektmässige, zeitlich limitierte Angebote, geben. Begleitende können sich nur für einen bestimmten Zeitraum verpflichten. Ziel der Ökumenischen Wegbegleitung ist, dass eine langfristige Beziehung zwischen Begleitenden und Begleitpersonen entstehen kann. Die Nachfrage nach Begleitung nimmt stetig zu. Vereinsamung ist ein grosses Thema. Oft sind es nicht die Personen selbst, die Hilfe suchten, sondern Pflegeleute, Ärzte oder Angehörige, die sich bei der Ökumenischen Wegbegleitung melden.

Finanziert wird die Ökumenische Wegbegleitung Kanton Zug von der reformierten und der katholischen Kirche im Kanton Zug. Wer sich für eine begrenzte Zeit als Wegbegleiter oder Wegbegleiterin engagieren möchte, findet in zahlreichen Pfarreien Anlaufstellen. Alle Informationen und Kontaktstellen finden sich auf der Homepage www.wegbegleitung-zug.ch

 

Heute haben die Schweizer Bischofskonferenz  SBK, die Römisch-katholische Zentralkonferenz RKZ  und die Konferenz der Ordensgemeinschaften und anderer Gemeinschaften des gottgeweihten Lebens in der Schweiz KOVOS in einem Zwischenbericht über den Stand der Massnahmen zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Schweiz informiert.

Betroffene von sexuellem Missbrauch im kirchlichen Umfeld sollen künftig überall in der Schweiz professionelle und unabhängige Beratung erhalten, Täter zur Rechenschaft gezogen, Risiken für weitere Missbräuche auf allen Ebenen der Institutionen minimiert und Vertuschung verhindert werden.

Sechs konkrete Massnahmen

Die drei nationalen kirchlichen Institutionen der Schweiz – SBK, RKZ und KOVOS – haben am 27. Mai 2024 folgende Punkte präsentiert:

  1. Die unabhängige Beratung von Betroffenen soll künftig ausschliesslich durch die staatlich anerkannten Opferberatungsstellen erfolgen. Die kircheninternen Melde- und Fallbearbeitungsstrukturen werden zusammen mit externen Fachleuten überprüft und weiterentwickelt.
  2. Externe psychologische Abklärungen sollen gewährleisten, dass nur Personen in den kirchlichen Dienst gelangen, die für die pastorale Arbeit mit Menschen geeignet sind.
  3. Für die Führung von Personaldossiers und die Weitergabe von relevanten Informationen über kirchliche Mitarbeitende werden schweizweit einheitliche Standards eingeführt, um beispielsweise Versetzungen bei Fehlverhalten zu unterbinden.
  4. Die wissenschaftliche Aufarbeitung wird fortgesetzt, erneut in Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Universität Zürich. Die Resultate werden 2027 präsentiert.
  5. Die Mitglieder aller drei Auftraggeberinnen verpflichten sich, keine Akten mehr zu vernichten, die im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen stehen oder den Umgang damit dokumentieren.
  6. Ein nationales kirchliches Gericht soll die einheitliche Rechtsprechung in allen Bistümern der Schweiz gewährleisten. Betroffene sollen Verfahrensrechte erhalten. Zudem soll das Gericht auch kirchenexterne Juristen und Juristinnen umfassen.

Der aktuelle Stand des Projekts und alle bisherigen Informationen finden sich auf: Aufarbeitung Missbrauch Schweiz

Das Seelsorge-Café in der Bauhütte in Zug ist neu auch sonntags geöffnet. Hierher kommen Menschen, die sonst vereinsamen, die mit jemandem reden möchten oder auch professionelle Beratung suchen. Weil so viele Menschen das Angebot von freiwilligen Seelsorgerinnen, Seelsorgern, Psychologinnen oder Psychologen s nutzen, hat die Bauhütte jetzt neu auch am Sonntag offene Türen.

Tele1 war auf Besuch und hat mit Gästen und freiwillig Engagierten gesprochen. Das Video öffnet sich mit einem Klick auf das Bild:

Begegnungen und Gespräche in der Bauhütte  | © Screenshot

 

 

Vom 15. Mai bis 15. Juni 2024 finden in der ganzen Schweiz Aktionen statt, um einen Beitrag zur Umsetzung der UNO-Behindertenrechtskonvention zu leisten. Im Kanton Zug ist auch seelsam engagiert, die ökumenische Seelsorge für Menschen mit Behinderung leistet.

Die Leiterin von seelsam, Karin Schmitz-Güttinger, freut sich auf den Aktionsmonat: «Ich freue mich, dass wir mit unserem inklusiven Gottesdienst ein Angebot im Kanton Zug beisteuern können und als spirituelles Angebot auch im Aktionsprogramm im Kanton Zug integriert sind.»

Karin Schmitz leitet als Seelsorgerin die seelsam, die ökumenische Seelsorge für Menschen mit Behinderung | © Sandra Dietschi

seelsam-Gottesdienst im Zuger Programm

Am 9. Juni um 10 Uhr lädt seelsam zusammen mit Stadtpfarrer Reto Kaufmann um 10 Uhr in die Kirche St. Oswald in Zug zu einem inklusiven Gottesdienst ein. Claudia Nick leitet die Gesangsgruppe «Die Bande», mit welcher Menschen mit verschiedenen Behinderungen das gemeinsame Singen in der Kirche unterstützen.

Die Schweiz feiert 20 Jahre Behindertengleichstellungsgesetz und seit 10 Jahren ist gleichzeitig die UNO-Behindertenrechtskonvention in Kraft. Das Ziel einer inklusiven Zukunft vor Augen, machen die Aktionstage auf die rechte von Menschen mit Behinderung aufmerksam.

Aktionsmonat mit über 1000 Anlässen

Während des Aktionsmonats finden schweizweit rund 1000 Anlässe statt. Im vielfältigen Angebot zu finden sind etwa Speeddating und Gebärdensprache-Crashkurse, inklusive Museums- und Stadtführungen, Blind Jogging oder inklusives Segeln auf dem Bodensee. Sie alle laden Menschen mit Behinderung zur Teilnahme ein und schaffen in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die Bedeutung von Behindertenrechten.

Die Abschlussfeier mit Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider findet am 15. Juni im Kanton Genf statt. Das Programm sowie sämtliche weiteren Informationen zu den Aktionstagen Behindertenrechte sind unter www.zukunft-inklusion.ch zu finden.

Mit diesen wunderschönen Pfingstrosen aus dem Sunnematt-Garten wünschen wir Ihnen ein kraftvolles und geisterfülltes Pfingstfest! Verweilen Sie ein paar Minuten im Taizé-Gesang «Veni sancte spiritus», den Sie im Beitrag finden.

Pfingstsequenz

Komm herab, o Heil’ger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not,

In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.

Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.

Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.

Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.

Amen. Halleluja.

Pfingstsequenz, um 1200, zugeschrieben Stephan Langton, Erzbischof von Canterbury, Übertragung von Maria Luise Thurmair und Markus Jenny 1971

Die Delegiertenversammlung der katholischen Kirchgemeinden im Kanton Zug tagte am 15. Mai 2024 in Unterägeri und arbeitete sich zügig durch die statutarischen Geschäfte. Hohes Interesse galt dem neuen Personalreglement und der Berichtsmotion betreffend Weiterentwicklung der Ertragsverwendung der Kirchensteuern juristischer Personen.

Die Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug (VKKZ) ist der Zweckverband und eine Dienstleistungsorganisation der zehn katholischen Kirchgemeinden im Kanton Zug. Zweimal jährlich legt sie der Delegiertenversammlung Rechenschaft ab.

Höhere Aufwendungen im Gleichschritt

Die Delegierten hiessen die Jahresrechnung 2023 diskussionslos gut. RPK-Präsident Hubert Schuler präsentierte aus seiner Analyse über mehrere Jahre zwei Erkenntnisse zu steigenden Zahlen in Rechnung und Budget. In seinem Überblick zeigte er auf, dass Rechnung und Budget der VKKZ sich zwar gegen oben bewegen, dies jedoch im Gleichschritt mit den Zahlen der Kirchgemeinden.

Neues Personalreglement bringt viel Arbeit

Nach intensiver Vorarbeit konnten die Verantwortlichen der Arbeitsgruppe ein neues Muster-Personalreglement präsentieren, das den Kirchgemeinden eine Vorlage bietet. In Anlehnung an die Revision des kantonalen Personalgesetzes hat die Arbeitsgruppe eine Vereinheitlichung der Lohnbänder und Funktionsgruppen in Empfehlungen zu Lohneinreihung vorgenommen. Die Grundsätze der Gemeindeautonomie und der Besitzstandwahrung bleiben erhalten. Die beiden Vertreter der Arbeitsgruppe, die das Reglement erarbeitet hat, Thomas Inglin und Christoph Henzen wiesen darauf hin, dass die Anpassungen, die auf 1. Januar 2025 in Kraft treten sollen, auch mit der Mustervorlage in den Kirchgemeinden viel Detailarbeit bedeuten. Der Arbeitsgruppe gehörten auch Carmen Rueggeberg, Johannes Hegglin, Rolf Reinhard und Renate Falk an.

Kirchen müssen Regierungsrat Übersicht liefern

Ein Traktandum widmete sich der Berichtsmotion zur Weiterentwicklung der Ertragsverwendung der Kirchensteuer juristischer Personen. VKKZ-Präsident Stefan Doppmann erläuterte die politischen Abläufe einer solchen Motion und wies darauf hin, dass die Verantwortlichen der VKKZ mit den Reformierten zusammen mit den Motionären in Kontakt sind. Die Kirchgemeinden beider Konfessionen müssen zuhanden des Regierungsrats bis Mitte August konkrete Zahlen und Übersichten liefern.

VKKZ-Präsident Stefan Doppmann verabschiedete nach 10 Jahren Martha Theiler als Delegierte. | © Arnold Landtwing

Sympathisch und menschennah: Zahlreiche Klientinnen und Klienten sowie ehrenamtlich für den Leuchtturm Tätige waren als Ehrengäste zum 20-Jahr-Jubiläum eingeladen.

Wie feiert eine soziale Institution wie der Leuchtturm Diakonie & Soziales das 20-jährige Bestehen der Institution? Mit Zeit und dem Motto «Zeit haben – Zeit nehmen – Zeit geben». Nachdem vor einigen Wochen bereits der Sozialethiker Thomas Wallimann in einem Festreferat ausgeführt hatte, dass, wer Zeit für Menschen hat, ihnen Würde verleiht, waren am 6. Mai rund 100 Ehrengäste der Einladung zu einem einfachen und gemütlichen Nachtessen gefolgt. Für gute Stimmung sorgte zwischen den einzelnen Gängen die «Städtler-Kapelle».

Klientinnen, Klienten und ehrenamtlich Tätige waren Ehrengäste am Jubiläum des Leuchtturms Diakonie & Soziales | © Arnold Landtwing

Kirchenratspräsident Patrice Riedos Versuch, sich von einer von ChatGPT geschriebenen Rede inspirieren zu lassen, war so entmutigend, dass er lieber bei seinen eigenen Gedanken blieb. Anhand von persönlichen Erlebnissen auf einer Reise und im Alltag illustrierte er den Wert von Zeit und sozialem Engagement. Er ermunterte alle Anwesenden, «immer wieder darüber nachzudenken, wie wir unsere Zeit sinnvoll nutzen können und was die Prioritäten in unserem Leben sind.»

Renate Falk war eine Frau der ersten Stunde und erste Leiterin des Leuchtturms. Sie erinnerte in ihrer Ansprache an das Geheimnis des Mädchens Momo aus der Unendlichen Geschichte von Michael Ende. Es hatte für alle Zeit und es konnte zuhören, im Gegensatz zu den grauen Männern, die alles auf Effizienz trimmten und dabei die Menschlichkeit abhandenkam.

Simone Schelker und Margrith Brechbühl leiten den Leuchtturm Diakonie & Soziales | © Arnold Landtwing

Reto Kaufmann legte gleich zu Beginn seiner Gedanken alle Titel wie Stadtpfarrer und Domherr beiseite und wollte einfach als Mensch anwesend sein. Er wies darauf hin, dass das Team des Leuchtturms zwar Arbeitszeit schenke, diese gleichzeitig auch persönliche Zeit bedeute, weil sie die Botschaft vermittle, dass einem das Gegenüber wichtig sei. «Geschenkte Zeit ist eine gute Investition. Sie schafft Erinnerung, stärkt Vertrauen und vertieft Beziehungen.»

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