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04.02.2025, 11.38

In vier Kursen innerhalb eines Jahres wurden 150 kirchlich und seelsorgerlich Mitarbeitende im Kanton Zug für das Wahren von Grenzen in ihrer Arbeit sensibilisiert.
In verschiedenen Bereichen sei es in Katechese, Jugendarbeit, Seelsorge oder Behörde tragen diese Mitarbeitenden besondere Verantwortung für das Wohlergehen der jungen und älteren Menschen, mit denen sie in Kontakt stehen. Angesichts der dringenden Notwendigkeit, die Missbrauchsthematik konsequent aufzuarbeiten, kommt der Präventionsarbeit hohe Bedeutung zu.

Organisation der Kurse

Für die katholische Kirche im Kanton Zug übernahm die Gesamtleiterin der Fachstellen, Sandra Dietschi, die Organisation der entsprechenden Kurse. Für die Kurse im Januar 2025 wurde Sieglinde Kliemen beigezogen, die seit Dezember 2022 als Präventionsbeauftragte des Bistums Basel tätig ist.

Sieglinde Kliemen bringt umfangreiche Erfahrung als systemische Beraterin mit, spezialisiert auf Trauma, psychiatrische Diagnosen und Opfer-Täter-Dynamiken. Zudem ist sie Co-Präsidentin des Vereins Zwüschehalt und mit dem Thema häusliche Gewalt vertraut, indem sie sich für betroffene Männer und Väter mit deren Kindern einsetzt.

Inhalt der Kurse

In den vier Kursen mit dem Titel «Nähe und Distanz – Grenzwahrung in der kirchlichen und seelsorgerischen Arbeit» wurden die gut 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Inhalten und Massnahmen zur Prävention und Intervention des Schutzkonzeptes des Bistums Basel geschult. Mit Instrumenten zur Selbstreflexion wurden sie sensibilisiert und setzten sich mit dem Thema Nähe und Distanz auseinander. Ein zentraler Aspekt war die Bewusstseinsarbeit darüber, wie Grenzverletzungen bis hin zu sexuellen Übergriffen entstehen können.

Analytische Perspektiven

Im Rahmen des Präventionskurses vermittelte Sieglinde Kliemen auch einen analytischen Blick auf Ungleichgewichte und Abhängigkeiten in Beziehungen sowie die Strategien von Täterinnen und Tätern. Sie gab den Teilnehmenden konkrete Hilfestellungen für den professionellen Umgang, falls sie von Übergriffen betroffen sind, Zeugen davon werden oder einen Verdacht schöpfen.

Spannungsfeld von Übergriffen

Besonders aufschlussreich war die Betrachtung des Themas Übergriffe im Spannungsfeld von Vernachlässigung, Überforderung und Hypersensibilität:

  • Wer sich (zu) sicher fühlt, läuft in Gefahr, unachtsam zu werden.
  • Wer überfordert ist, schiebt das Thema beiseite.
  • Wer hypersensibel reagiert, kann sich in einen permanenten Angstzustand hineinsteigern, dass etwas geschehen könnte.

«Gesunder Umgang bewegt sich im Mittelfeld zwischen Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und gesundem Menschenverstand», brachte Kliemen das Spannungsfeld prägnant zusammen.

Austausch und Reflexion

Im Austausch mit den Kursteilnehmenden beantwortete die Spezialistin Sieglinde Kliemen Fragen analytisch und klar und forderte mit präzisen Rückfragen zum Weiterdenken an.

Basisschulung zum Schutzkonzept für Seelsorgende, Verantwortliche in Kirchenräten und Fachstellen. Foto: Arnold Landtwing

Kirche schaut hin: alle Informationen und Massnahmen

Unter dem Link «Kirche schaut hin» finden Sie auf der Homepage der Katholischen Kirche im Kanton Zug sämtliche Massnahmen im Kanton sowie im Bistum und national.