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Die Zugerinnen und Zuger zeigen sich erneut sehr solidarisch mit armutsbetroffenen Familien im Kanton: Rund 9,2 Tonnen Lebensmittel haben sie in einer Sammelaktion zusammengetragen. Das Ergebnis liegt damit im Vergleich zum Vorjahr nochmals um gut eine Tonne höher.

 «Zuger für Zuger» ist mittlerweile eine feste Grösse während der Adventszeit im Kanton Zug und demonstriert mit dem eindrücklichen Ergebnis, dass die Zuger Bevölkerung die weniger privilegierten Mitmenschen im reichen Kanton wahrnimmt. Yolanda Fässler, Bereichsleiterin Arbeit & Förderung von GGZ@Work in Baar, freut sich über die Grosszügigkeit der Spendenden: «Es ist eine tolle Sache und überhaupt nicht selbstverständlich, dass wir das Ergebnis nochmals steigern konnten. Die Lebensmittelspenden entlasten zu Beginn des neuen Jahres Menschen, die finanziell schlechter gestellt und von Armut betroffen sind.»

Taschen mit gespendeten Lebensmitteln. Foto: Arnold Landtwing

Engagement mit Mehrwert

Einen besonderen Beitrag hat wiederum die reformierte Religionslehrerin Heike Dönni geleistet: Zusammen mit Schülerinnen und Schülern in Cham hat sie Guetzli gebacken und vom Erlös haltbare Waren gekauft. Allein dieses Projekt steuerte Lebensmittel im Wert von rund 1’200 Franken zum Gesamterfolg bei. Ebenfalls zum guten Resultat beigetragen haben auch Angestellte des Grosskonzerns Glencore, die rund 4000 Kilogramm zusammentrugen.
Die Spenden werden von der GGZ@Work eingesammelt, sortiert und dann in Taschen sinnvoll verteilt, ab 21.01.2025 über mehrere Wochen an bedürftige Personen mit dem entsprechenden Ausweis in den Tischlein-Deck-Dich-Filialen in Baar, Cham und Ägeri abgegeben.

v.l.n.r.: Melanie Schnider (kath. Kirche), Meliha Jukic (Glencore), Simone Bulach (ref. Kirche), Erika und Michelle Tanner (Tanner SA), Yolanda Fässler (GGZ@Work). Foto:_Arnold Landtwing

Langjährige Solidarität

2008 haben Die «Zuger Woche» und die Gemeinnützigen Gesellschaft Zug (GGZ@Work) die Sammelaktion initiiert. Die reformierte und katholische Kirche unterstützen das alljährlich laufende Projekt. Sie nehmen die Lebensmittel entgegen, die anschliessend von der GGZ eingesammelt werden. Zu den idealen Spenden zählen Esswaren, die nicht schnell verderblich sind, Putzmittel und Produkte der Körperhygiene.

Weitere Informationen zu Tischlein deck dich

Michelle und Erika Tanner tragen jedes Jahr willkommene Spenden des Familienbetriebs Tanner SA bei. Foto: Arnold Landtwing

Melanie Schnider (Kommunikation katholische Kirche im Kanton Zug) und Simone Bulach (Kirchenrätin reformierte Kirche Kanton Zug). Foto: Arnold Landtwing

Für die Abgabe von Lebensmitteln braucht es viele helfende Hände von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Foto:_Arnold Landtwing

Hochbetrieb bei der Abgabe von Lebensmitteln der Aktion „Zuger für Zuger“. Foto: Arnold Landtwing

Vor über 130 Jahren machte Papst Leo XIII auf gesellschaftliche Missstände während der Industrialisierung aufmerksam. Mit seiner Arbeiter-Enzykla «rerum novarum» setzte er sich für mehr Gerechtigkeit der Arbeitnehmenden ein.

Auch heute stehen wir vor grossen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen wie etwa Korruption, Kinderarbeit, Rechtspopulismus oder die Abholzung der Regenwälder. Oft scheinen diese unlösbar zu sein. Doch im neuen Kartenspiel LeoXIII bekämpfen die Spielerinnen und Spieler diese Dilemmata mithilfe der katholischen Soziallehre, die sich auf universelle Prinzipien wie Menschlichkeit und Solidarität beruft. «Mit LeoXIII wollen wir die Spielenden für die Prinzipien der katholischen Soziallehre sowie die Tugenden ethischen Handelns sensibilisieren», erklärt Thomas Wallimann, Sozialethiker am Institut «ethik22».

Für Freunde, Familien und den Unterricht

Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der KAB Schweiz hat er das Kartenspiel LeoXIII entwickelt, gemeinsam mit sechs professionellen Spielentwicklern des kirchlichen Jugendtreffs «Gamers Point», Mitarbeitenden der christlichen Sozialbewegung St. Gallen KAB SG und des Instituts «ethik22». Das Spiel eignet sich für Spielende ab zehn Jahren, im Freundeskreis oder in der Familie sowie für Ethik- oder Religionsunterricht. Doch wie genau funktioniert das Spiel?

Das Kartenspiel ist nach dem Papst LeoXIII (1810-1903) benannt, der den Grundstein für die Entwicklung der katholischen Soziallehre gelegt hat. Foto: KAB Schweiz

 

Karten ablegen – aber mit guten Argumenten

LeoXIII erinnert ein wenig an das bekannte Kartenspiel UNO, jedoch mit einem entscheidenden Unterschied: Es geht nicht darum, möglichst schnell zu spielen, sondern darum, fundierte Argumente vorzubringen. Zu Beginn des Spiels werden Herausforderungskarten ausgelegt, die globale Probleme wie etwa fehlende Bildung oder den Zugang zu Trinkwasser symbolisieren. Diese Herausforderungen müssen mithilfe der fünf Prinzipien der katholischen Soziallehre gelöst werden: Gerechtigkeit, Hilfe zur Selbsthilfe, Ökologie, Menschlichkeit und Solidarität. Die Prinzipien sind auf farbigen Zahlenkarten dargestellt.

Im Spielverlauf legen die Spielenden Zahlenkarten ab, um die katholische Soziallehre in die Diskussion einzubringen. Höhere Zahlen repräsentieren stärkere Argumente. Ziel ist es, alle Karten abzulegen und dabei möglichst wenige Strafpunkte zu sammeln. Strafpunkte gibt es, wenn Karten nicht gespielt werden. Denn sinnbildlich steht dieses Verhalten dafür, dass jemand die Argumente der katholischen Soziallehre nur im Kopf hat und nicht in eine Debatte einbringt. Am Ende gewinnt die Person mit den wenigsten Strafpunkten, die die Prinzipien der katholischen Soziallehre am besten angewendet hat.

Spass und tiefe Bedeutung

«Das Spiel behandelt zentrale ethische Fragen unserer Zeit», sagt Thomas Wallimann. «Jede Karte regt zu einer Diskussion über gesellschaftliche Herausforderungen an.» So kann beispielsweise die Karte «Kinderarbeit» dazu führen, Fragen zu stellen wie: Was löst dieses Thema bei euch aus? Warum ist Hilfe zur Selbsthilfe notwendig? Wie könnte eine solche Unterstützung konkret aussehen? Durch diese Diskussionen erlernen die Spielenden ethisch fundiert zu argumentieren und die katholische Soziallehre anzuwenden. Neben den pädagogischen Vorteilen hat LeoXIII noch einen weiteren, erfreulichen Aspekt: Es macht grossen Spass, sich mit den globalen Herausforderungen zu beschäftigen und nach einer gerechteren Welt zu streben.

20*Christus+Mansionem +Benedicat+25

Das Jahr beginnt,
das Christuskind
liess einen Stern aufgehen.
Wer anderen
seine Liebe schenkt,
kann ihn heute noch sehen.
Christus segne dieses Haus.

Mit diesen Gedanken aus dem Segen der Sternsinger wünschen wir Ihnen Gottes Segen über das neue Jahr.

 

Eine Sternsingerin bringt an der Wohnung des St. Galler Bischofs Markus Büchel den Dreikönigssegen an | © Alex Ortiz

 

 

 

 

Möge das weihnächtliche Geheimnis der Menschwerdung Gottes Sie mit Kraft und Zuversicht begleiten, Ihnen Ruhe und Sicherheit schenken und Sie mit Mut und Kraft segnen für alles, was kommt.

Spät abends im Herbst erreichten aufrüttelnden Worte eines Familienmitglieds der Familie Tabash aus Betlehem Italienermissionar Mimmo Basile. In einer Sprachnachricht über Whatsapp erzählte der Sohn der Familie:

«Don Mimmo, es ist bedrückend, was ich dir erzähle. Wir wissen nicht mehr wie weiter. Es ist das erste Mal, dass wir in Betlehem Angst haben. Der Ort, wo Jesus zur Welt gekommen ist, ist leer, niemand ist da. Die Geburtskirche, die sonst voll von Menschen war, ist jetzt leer. In Betlehem leben wir einzig von Pilgertourismus. Dieser ist zum Erliegen gekommen, zuerst durch Corona und jetzt durch den Krieg. Unser kleines Geschäft beschäftigt und ernährt 25 Familien. Don Mimmo, wir brauchen Hoffnung, um bis Weihnachten durchhalten zu können. Was wir brauchen, ist Arbeit.»

Dazu schickte er folgendes Video aus der Geburtskirche:

Rosenkränze und Handwerk

Bei seinen zahlreichen Besuchen des Heiligen Landes hatte der Zuger Italienerseelsorger die Familie kennengelernt und jeweils deren kleines Geschäft besucht, um Rosenkränze und einheimisches Handwerk zu kaufen. Über die Jahre sind sie freundschaftlich verbunden in Kontakt geblieben.Als Zonenkoordinator handelte Don Mimmo sofort, um den Familien zu helfen. Er holte die Missionen der Kantone Thurgau, Schaffhausen, Luzern und Zug an Bord und gemeinsam sorgten sie für ein Zeichen der Geschwisterlichkeit.

Material für Rosenkränze und Krippen wird verarbeitet. Foto: Familie Tabash, Betlehem

 

Hoffnung als Geschenk zu Weihnachten

Unter dem Motto «Weihnachten der Geschwisterlichkeit» bekommen alle Besucherinnen und Besucher der italienischsprachigen Weihnachtsgottesdienste einen Rosenkranz geschenkt. Damit setzt die italienischsprachige Gemeinschaft ein starkes Zeichen der Nähe und der konkreten Hilfe, die an Weihnachten in Betlehem Hoffnung schenkt.

Rosenkränze werden geknüpft. Foto: Familie Tabash, Betlehem

 

Vor, an und nach Heilig Abend finden im Kanton Zug offene Weihnachtsfeiern statt. Herzlich willkommen!

  • Offenes Weihnachtsfest im Sonnenberg. Der Rotary Club Zug lädt am Donnerstag, 19. Dezember, von 18.30 bis ca. 22.00 Uhr zu einem besinnlichen Abend mit Abendessen in der Aula Sonnenberg an der Landhausstrasse 20 in Baar ein. Anmeldung bis 16.12. unter Telefon 041 767 78 33 oder info@sonnenberg-baar.ch

 

  • Offene Weihnachtsfeier 2024 der Pfadi Zytturm Zug.
    Eingeladen sind alle Personen, die diesen Abend alleine feiern müssten und jene, die diesen Abend in einer gemischten Gesellschaft in feierlichem Rahmen bei einem Nachtessen feiern wollen. Dienstag, 24. Dezember, 18.30 Uhr Apéro, anschliessend Nachtessen, Pulvertrum, Zugerbergstrasse, Zug. Eine Anmeldung ist nicht notwendig aber erwünscht. Bei Bedarf besteht ein Taxidienst von zu Hause zur Feier, zu den Mitternachtsmessen und wieder nach Hause. Anmeldungen für die Feier und den Taxidienst bei Lukas und Theresa Marbacher, Tel. 041 741 86 92.

 

  • «Offene Tür» in Baar. Die ökumenische Weihnachtsfeier beginnt am Dienstag, 24. Dezember um 12.00 Uhr mit einem Apéro im festlich geschmückten Pfarreisaal im Pfarreiheim St. Martin, anschliessend wird ein Mittagessen serviert. Zwischendurch sind weihnachtliche Klänge und Geschichten zu hören. Die Teilnahme ist kostenlos, die Kosten werden von der katholischen und reformierten Kirche getragen. Freiwillige Unkostenbeiträge werden zugunsten von Einzelpersonen und Familien aus Baar eingesetzt, die auf den Pfarrämtern nach finanzieller Unterstützung fragen. Die «Offene Tür» endet um ca. 16.30 Uhr. Anmeldung bis 16.12. beim Sekretariat Pfarrei St. Martin, Asylstrasse 2, 6340 Baar, Tel. 041 769 71 40/43, anmeldung@pfarrei-baar.ch

 

  • Offene interreligiöse Weihnachtsfeier. Eine Weihnachtsfeier für Einheimische, Zugezogene, Geflüchtete, Erwachsene und Kinder – aller Religionen und Geschichten. Mit einem interreligiösen Weihnachtschor. Donnerstag, 26. Dezember, 10 Uhr, St. Johannes, Zug. Anschliessend gibt es ein Frühstück im Pfarreizentrum.

Weihnachtskugeln  | © Arnold Landtwing

Abtprimas Jeremias Schröder ist der Leiter der Benediktinischen Konföderation und damit der höchste Repräsentant der Benediktiner weltweit. Ende September haben Äbte aller benediktinischen Kongregationen sich im römischen Kloster Sant’Anselmo getroffen, um Jeremias Schröder in sein neues Amt zu wählen. Der Abtprimas leitet die von allen Benediktinern gemeinsam finanzierte Abtei Sant’Anselmo in Rom und ist Grosskanzler der dort ansässigen Päpstlichen Hochschule. Letztere ist weltweit führend in Forschung und Weiterentwicklung der Liturgie.

Weltweites Wirken der Universität Sant’Anselmo

Aufgrund persönlicher Kontakte der Hünenberger Kirchenrätin Tamara Bucher zu Pater Markus Muff, dem engsten Mitarbeiter des Abtprimas, kam im Rahmen einer Reise des Abtprimas in die Schweiz ein Treffen zustande, bei dem Stefan Doppmann und Ambros Birrer das VKKZ-Präsidium vertraten. Bei dieser Gelegenheit erzählte der Abtprimas von seinen vielfältigen Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten. Besonders interessant waren Ausführungen, wie stark Schweizer Professoren in den vergangenen achtzig Jahren die Geschicke von Sant’Anselmo mitgeprägt haben.

Gedankenaustausch und Stärkung bei gemeinsamer Kaffeepause.  | © Arnold Landtwing

 

 

Liturgie, Stärkung der Rolle der Frauen und Nachhaltigkeit

Mit ihrer weltweiten Ausrichtung leistet die römische Hochschule einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Kirche und zunehmend auch zur Stärkung der Rolle der Frauen. Ganz im Sinn der Umweltenzyklika «Laudato si» von Papst Franziskus engagieren sich die Benediktiner in Sant’Anselmo auch für Nachhaltigkeit, indem sie mit einer Solaranlage nicht nur die eigenen Stromkosten senken, sondern auch ökologisch ein Zeichen setzen wollen.

Querverbindungen zur katholischen Kirche im Kanton Zug

Der Gedankenaustausch zeigte auch überraschend, wie viele Querverbindungen der Benediktiner zum Kanton Zug bestehen. Neben der Landeswallfahrt zur Schwarzen Madonna in Einsiedeln, dem Kloster der Olivetaner-Benediktinerinnen in Heiligkreuz, persönlichen Beziehung von P. Markus Muff, dem Mitarbeiter von Jeremias Schröder, verwunderte es am Schluss nicht mehr, dass der Abtprimas, sein Mitarbeiter und der Kommunikationsverantwortliche der VKKZ, Arnold Landtwing, sich von gemeinsamer Studienzeit in Sant’Anselmo bestens kannten.

Kennen sich aus gemeinsamen Studienzeiten in Sant’Anselmo: Arnold Landtwing, Abtprimas Jeremias Schröder und P. Markus Muff.  | © Stefan Doppmann

 

Bei so vielen Anknüpfungspunkten lag es auf der Hand, den Kontakt des Abtprimas und dem Kloster Sant’Anselmo zur Kirche des Kantons Zug aufrecht zu erhalten und zu vertiefen.

Im Laufe der vergangenen gut 150 Jahre haben sich im Kloster Heiligkreuz in Cham mehr als 200 Krippen angesammelt. Sie stammen von Schwestern, waren Geschenke oder wurden gekauft. An den Adventswochenenden zeigt das Kloster einen Grossteil davon der Öffentlichkeit.

Gewohnte und ungewohnte Darstellungen der Geburtsszene Jesu prägen derzeit einige Innenräume des Klosters Heiligkreuz in Cham. Einige der etwa 200 Krippen sind ganz schlicht, andere wiederum bis ins Detail verziert. Sie sind aus Wachs, Holz, Bananenblättern, Stein, Seide oder anderen Materialien und weisen ganz unterschiedliche Grössen auf. Die ältesten von ihnen dürften aus dem 18. Jahrhundert stammen. Während all diese Figuren und Landschaften das Jahr hindurch fein säuberlich beschriftet und katalogisiert verstaut bleiben, hat sie Sr. Agnes Widmer für die Adventszeit hervorgeholt und in Szene gesetzt. Letztmals war das im Jahr 2017 der Fall.

Die Krippen stammen aus der Schweiz und weiteren europäischen Staaten, aus dem Nahen Osten, Afrika, Asien und Lateinamerika. Bei einigen ist die Herkunft aufgrund der Gesichtszüge, Kleidung und Hautfarbe der Figuren gut erkennbar, bei anderen fehlen Informationen. «Wir wissen nicht bei allen Krippen, woher sie kommen», sagt Sr. Agnes, die im Kloster für das Archiv und das Museum zuständig ist. Viele der Krippen würden von Schwestern und Häusern des Klosters stammen. Mit der Übergabe an das Mutterhaus in Cham seien jedoch Informationen über deren Herkunft teilweise verlorengegangen.

Wer die Ausstellung besucht, taucht bereits nach der Klosterpforte ins Geburtsgeschehen Jesu ein. Mehrere Krippen säumen den Weg zum Museumsraum, dem Zentrum der Sammlung. Den Abschluss bildet eine grosse Krippe von Bildhauer Romano Galizia in der Kirche. Sie setzt sich aus drei Skulpturen zusammen und wurde aus demselben Marmor gefertigt wie der Altar.

Beim Betrachten der zahlreichen Krippen sinniert Sr. Agnes. Ob junge Familien heute wohl noch eine Krippe haben zu Hause, ob sie ihnen noch etwas bedeuten mag?

Text: Marianne Bolt

 

Mehrstufige Krippe. Foto: Marianne Bolt

Krippe aus Nigeria. Foto: Marianne Bolt

Matroschka-Krippe. Foto: Marianne Bolt

Krippe auf Seide gemalt. Foto: Marianne Bolt

Krippenausstellung

An den Adventswochenenden im Kloster Heiligkreuz, Cham, samstags und sonntags geöffnet von 14.00–16.30 Uhr. Führungen werden keine angeboten, es wird aber immer eine Ansprechperson anwesend sein, um Fragen zu beantworten.
www.kloster-heiligkreuz.ch / 041 785 02 00.

Krippe der Armen aus Nigeria. Foto: Marianne Bolt

Egli-Figuren schmücken nicht nur zahlreiche Krippen in Kirchen der Schweiz. Sie erklären auf anschauliche Art die Bibel. Eine der Schöpferinnen hatte nach Baar geheiratet. Diesen Sommer ist sie, die diesem biblischen Personal aus Stoff, Draht und Holz den Namen gegeben und sie berühmt gemacht hat, verstorben: Doris Egli. Eine Würdigung.

Egli-Figuren sind etwas ganz Besonderes. Zwar haben sie alle keine Gesichter. Und trotzdem verfügen sie über einen höchst individuellen Ausdruck, der durch die jeweilige Körperhaltung der Figuren entsteht – sodass sich jeweils in der Fantasie des Betrachters eine ganz eigene Person herausbildet.

Sie sind gemacht aus Draht, Stoff, Holz und ähnlichem Material. Diese bis zu 130 Zentimeter grossen biblischen Erzählfiguren sind nicht nur biegsam. Da sie von oben bis unten mit Stoff überzogen sind, können ihre Kleider auch beliebig gewechselt werden. Ihre im wahrsten Sinne des Wortes stoffliche Aura und ihre wuscheligen Mähnen verleihen ihnen eine angenehm bescheidene und demütige Ausstrahlung. Gleichzeitig wirken sie knuffig, gesellig, herzlich. Man findet sie sofort sympathisch. Sympathisch menschlich.

Die Frau, nach der die Figuren benannt sind und die sie zwar nicht erfunden, aber massgeblich in den 1960er Jahren entwickelt hat – zusammen mit ihrem Mann – erklärte einmal: «Die fertigen Figuren sind bereit, geführt, geformt, verändert, lebendig zu werden. Gerade die ausserordentliche Beweglichkeit des Materials und die grosse Standfestigkeit ermöglichen es, die Figuren immer wieder anders zu uns sprechen zu lassen.»

Erfunden im Kloster

Die gebürtige Ostdeutsche Doris Egli schuf in den Sechzigerjahren erste bewegliche Figuren, um ihren Kindern biblische Geschichten besser erzählen zu können. Doris Egli hatte nach Baar geheiratet und dort eine der wenigen Frauen kennengelernt, die damals als erste die beweglichen Krippenfiguren herstellten. Ihren Ursprung hatte diese neue Art der Figur im Sommer 1964 im Schweizer Kloster Ilanz.

Der Name Egli wurde zum Markenzeichen der Figuren. Und Doris Egli perfektionierte Aufbau und Funktion konsequent weiter. Die Künstlerin sah in der Beweglichkeit der Figuren und ihrer vielseitigen Nutzbarkeit einen grossen pädagogischen Wert: «Sie helfen uns, komplizierte Texte besser zu verstehen. Wir lernen, die Dramatik eines Textes in die Bildersprache zu übersetzen.» Von Doris Egli stammt der schöne Satz: «Je mehr wir spielen, desto weiter kommen wir.»

Christkind in die Krippe gelegt

«Es war für mich ein besonderes Erlebnis, als ich als kleiner Junge in den 1970er Jahren das Christkind in die Krippe der Egli-Figuren in der Kirche St. Thomas in Inwil legen durfte», erinnert sich der 58-jährige Sohn Bernardo Egli gegenüber kath.ch.

Mit seinen drei älteren Schwestern sei er mit den biegsamen Stofffiguren seiner Mutter quasi aufgewachsen. «Dies hat unsere Familie zweifellos mitgeprägt.» Jahrzehnte später habe er dann in der Schweiz die Materiallieferungen für die Puppen seiner Mutter übernommen. «In rund 50 Kirchen der Schweiz sind die universalen Egli-Figuren im Einsatz.»

Behinderte in Stiftung stellen Gestelle her

Heute stellt die Stiftung Brändi in Horw die Figurengestelle auf Nachfrage her. Die Gestelle für die biblischen Erzählfiguren werden von behinderten Menschen an geschützten Arbeitsplätzen produziert. Allerdings hat die Produktion in den vergangenen Jahren nachgelassen.

Ebenso gibt es immer weniger Kurse, um das Herstellen der kleinen, bis zu 30 Zentimeter grossen Egli-Figuren zu erlernen. Die grosse Zeit der Egli-Figuren ist sicher vorbei. Diese Entwicklung schmälert nicht die grosse Leistung und die Leidenschaft des Ehepaars Doris und Primo Egli, die sich jahrelang der Entwicklung der Figuren gewidmet haben. Im Sommer ist Doris Egli im Alter von 87 Jahren verstorben. Nur drei Wochen später schied ihr Ehemann Primo, der ursprünglich gelernter Innenarchitekt war, an seinem 94. Geburtstag aus dem Leben.

Kennengelernt hatten sich die beiden 1955 in Stuttgart, geheiratet haben sie 1959 in der Schweiz. Ab 1985 haben sie sich dann beide vollumfänglich den Erzählfiguren gewidmet. Eine Ehe im Dienst der Bibel, quasi.

Kath.ch/Wolfgang Holz

Direkthilfe, die ankommt: In der Adventszeit nehmen katholische und reformierte Pfarrämter Lebensmittel und weitere Produkte für den alltäglichen Gebrauch entgegen, die im neuen Jahr an Bedürftige im Kanton Zug verteilt werden.

Nicht alle Bewohnerinnen und Bewohner im Kanton Zug können sorgenfrei einkaufen gehen. In der Adventszeit ist das besonders schmerzlich. Viele Frauen und Männer sind von Armut betroffen, sodass sie es sich zweimal überlegen müssen, was sie sich leisten können und was nicht. Um diese Menschen zu unterstützen, wird im Rahmen von «Zuger für Zuger» gesammelt. In der Adventszeit nehmen katholische und reformierte Pfarrämter Spenden entgegen, die im neuen Jahr im Rahmen der wöchentlichen Lebensmittelabgabe von «Tischlein deck dich» an die Empfängerinnen und Empfänger verteilt werden.

Was sich gut eignet sind Getreideprodukte, Tee, Kaffee, Reis, Öl, Essig und alle weiteren lang haltbaren Lebensmittel. Ebenso sind Hygieneartikel und Putzmittel sehr willkommen. Wenn möglich ist auf XXL-Packungen zu verzichten, damit die Spenden gerecht verteilt werden können. Was die Annahmestellen nicht entgegennehmen können sind Alkohol, Tabakwaren, Milchprodukte, eingefrorene Lebensmittel, schnell verderbliche und selbst hergestellte Lebensmittel.

Hinter dem Projekt «Zuger für Zuger» stehen die Zuger Woche, die reformierte und die katholische Kirche des Kantons Zug und GGZ@Work.

Abgabezeiten in katholischen Pfarrämtern

  • Allenwinden, Dorfstr. 12: Di 8.00–11.30; Do 14.00–17.30; Fr 8.00–11.30.
  • Baar, Asylstr. 2: Mo–Fr 8.30–11.30 und 13.30 bis 17.00; Mittwochnachmittag geschlossen.
  • Hünenberg, Maihölzli. 3a: Mo–Fr 8.30–11.30 und 13.30–17.00, Mittwochnachmittag geschlossen.
  • Meierskappel, Dorfstr. 5: gem. tel. Absprache.
  • Menzingen, Holzhäusernstr. 1: Mo 8.30–11.30 und 15.00–18.00; Di–Do 8.30–11.30.
  • Neuheim, Dorfplatz 13: Mo–Fr 8.00–11.00.
  • Oberägeri, Bachweg 13: Mo–Fr 9.00–11.30; Mo und Di 13.30–15.30;
  • Risch und Rotkreuz, Kirchweg 5, Rotkreuz: Mo–Fr 9.00–11.30 und Di, Do, Fr 14.00–17.00.
  • Steinhausen, Dorfplatz 1: Mo–Fr 8.00-11.45 und 13.30-17.00.
  • Unterägeri, Alte Landstr. 102: Mo–Do. 8.30–11.30; Mo, Di, Do, Fr 14.00–17.00.
  • Walchwil, Kirchgasse 8: Mo, Di, Do, Fr 8.30–11.00; Mittwoch geschlossen; Mo und Do zusätzlich 14.00–17.00.
  • Zug Gut Hirt, Baarerstr. 62: Di, Do 8.30–12.00 und 14.00–17.00; Mi 14.00–17.00; Fr 9.00–12.00; oder nach telefonischer Vereinbarung.
  • Zug Oberwil, Bruder-Klausen-Weg 2: Mo, Di, Do, Fr 8.30–11.30.
  • Zug St. Johannes, St. Johannesstr. 9: Mo–Fr 8.45–12.00 und 14.00–17.30; Mittwochvormittag geschlossen.
  • Zug St. Michael, Kirchenstr. 17: Mo–Do 9.00–12.00 und 14.00–17.00; Fr 9.00–12.00.
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