Die über 40-köpfige Gruppe unter Leitung von Italienermissionar Mimmo Basile und Guthirt-Pfarrer Kurt Schaller erlebte eine Entdeckungsreise durch wunderbare Landschaften und tausendjährige Kultur. Eine Teilnehmerin schwärmte davon, welch gewaltiges Erlebnis die Akropolis war und ihre italienischsprachige Kollegin ergänzte: «Quello che mi ha piacuto tantissimo è la celebrazione nei luoghi dove è stato San Paolo. E stato un belissimo viaggio con tutti i sensi.»
Eine andere Reiseteilnehmerin, die sich vor allem für Altertumsgeschichte und Mythologie interessierte, kam auf der Rundreise auch auf ihre Rechnung. Was sie im Unterwegssein mit der Gruppe jedoch speziell berührt hat, war, wie hilfsbereit die Leute waren.
«Was mich immer wieder fasziniert ist, wie die Pilgerinnen und Pilger dazu beitragen, dass alles ein Ganzes wird. Auf dieser Reise war es sehr eindrücklich und wertvoll, wie man das Verbindende entdeckt. Unterwegs auf den Spuren von Paulus passt deshalb der Gedanke des mystischen Leibes von Christus, bei dem jeder einzelne seine Charismen einbringt und so ein grosses Ganzes entstehen kann», stellte auch Pfarrer Kurt Schaller beeindruckt fest. Für ihn als Priester bedeutete die Reise jedoch auch eine andere Erfahrung: «Paulus hat Mut gebraucht, um in der pulsierenden Stadt Korinth Jesus Christus als Erlöser zu verkünden. Das ermutigt mich, auch in der Schweiz mit grosser Freude und Zuversicht für das einzustehen, was ich glaube, hoffe und liebe. Diese Pilgerreise hat mich sehr in meinem Glauben bestärkt, dass Gott uns liebt.»

Am Ort, wo Lydia, die erste Christin Europas getauft worden ist, feierte die Pilgergruppe einen Gottesdienst unter freiem Himmel | © MCLI
Drei Aspekte von Religion, Kultur und Sozialem waren für einen der Reiseteilnehmer im Rückblick wichtig: «Ich erlebte die tiefsten religiösen Gefühle während den Gottesdiensten unter freiem Himmel. Kulturell hat Griechenland viel zu bieten und es gibt viel zu entdecken, etwa die Klöster in Meteora, die Akropolis oder die orthodoxen Kirchen.» und mit Blick auf das Soziale betonte er: «Wir waren aus Spanien, der Schweiz, Griechenland und Italien – und es herrschte ein gutes Zusammenleben.»
Für Italienermissionar Mimmo Basile hat die Pilgerreise auf den Spuren von Paulus auch einen nachhaltigen Aspekt, der zuhause weiterwirken wird: «Im Mittelpunkt der Predigt des heiligen Paulus stand immer der Name Jesu; und der Hymnus auf die Liebe, den wir in 1Kor 13,1-13 finden und den wir gerade in Korinth gelesen und meditiert haben, hat mir noch einmal bestätigt, dass Paulus trotz allem den Weg aufgezeigt hat, den Christus selbst gelehrt hat, nämlich die Liebe, die Agape. Nun liegt es an uns allen, sie in unserem persönlichen Leben und in unserer Gemeinschaft zu verkörpern.»

Die Zuger Pilger in Korinth | © MCLI
Wenn am Schluss sich Reiseteilnehmende mit «Danke – und bis zum nächsten Mal» verabschieden, haben sie eine unvergessliche kulturverbindende Woche erlebt und der Aufwand für die Organisation hat sich dreifach gelohnt: religiös, kulturell und sozial.
Der Stand der katholischen Kirche Zug war an der diesjährigen Zuger Messe einmal mehr sehr gut frequentiert. Das vielfältige Angebot lud Familien mit Kindern, Jugendliche, Junggebliebene bis zu Besucherinnen und Besuchern älteren Jahrgangs mit unterhaltsamen Aktivitäten zum Verweilen ein.
«Kirche mit Zug. Bitte einsteigen.» stand als Motto über dem über 100 Quadratmeter grossen Stand, mit welchem die katholische Kirche Zug sich an der Zuger Messe zum 15. Mal der Öffentlichkeit präsentierte. Fünf verschiedene symbolische Zugwagons luden zum Verweilen und zum Austausch ein. Neugierig liessen sich Paare und Befreundete auf das Speeddating der anderen Art ein, bei welchem sie auf einem Glücksrad mit speziellen Fragen überrascht wurden. Was würde der Welt fehlen, wenn es dich nicht gäbe? Welches ist dein verborgenes Talent? Was würdest du mit zwei geschenkten Stunden tun? Was locker und mit Augenzwinkern begann, führte oftmals zu einer tieferen und ernsthaften Diskussion.
Der Ruhewagen mit einem grossen Fernsehbildschirm mit einer Zugfahrt rund um den Zugersee war als Pausenort sehr willkommen, dem entsprechend waren die vier SBB-Erstklasssitze gut besetzt. Auf grosses Interesse stiess der Bastelbogen mit einem Zug, den Kinder ausmalen und zusammenbasteln konnten. Fast 1000 Exemplare wurden verteilt, sowohl an Kinder selber als auch von Grosseltern, die mit ihren Enkeln basteln.
Was als kleine Aktion geplant war, entwickelte sich zu einem Publikumsmagnet: An einer Wand konnten mit grossen Klebe-Zetteln Erwartungen und Wünsche an die Kirche platziert werden. Schon in den ersten Tagen war mit farbigen Zetteln zugeklebt. Wer verweilte und einen Blick auf die lange Wand warf, fand vorwiegend positive Notizen, ernsthafte kritische Rückmeldungen, Bekenntnisse und kurze Gebete. Eine Rückmeldung bedankte sich für die Begegnungsmöglichkeit, die ein Weg sei, Kirchenaustritten entgegenzuwirken. Die gesammelten Rückmeldungen werden ausgewertet und zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt.

Notiz an der Zettelwand | © Arnold Landtwing
Besinnlicher Einstieg in den Schlusstag
Der ökumenische Gottesdienst am Schlusstag zeigte einmal mehr, dass an der Zuger Messe in der auch Besinnliches einen festen Platz hat. In der grossen bis auf den letzten Platz besetzten Eventhalle umrahmten die Zuger Alphornbläser-Vereinigung, das Jodlerdoppelquartett Zug und der Jodlerklub Echo Baarburg den ökumenischen Gottesdienst. Der reformierte Pfarrer Andreas Haas erinnerte daran, dass Wunder dort geschehen können, wo man für den Fluss des Lebens offen sei. Der katholische Gemeindeleiter Bernhard Lenfers Grünenfelder führte den Gedanken mit der berühmten Dreifaltigkeitsikone von Andrej Rublijow weiter. Für ihn ist Gott Geistkraft, Inspiration und Kreativität.

Ökumenischer Gottesdienst an der Zuger Messe | © Melanie Schnider
Die Organisation und Betreuung des Standes an der Zuger Messe erfordern einen hohen Aufwand, das wissen alle, die in den Pfarreien Personen für die Standbetreuung suchen müssen. Dieses Jahr waren gegen 80 Personen im Einsatz. Die zahlreichen persönlichen Begegnungen und das positive Echo von hunderten Besucherinnen und Besuchern verdeutlichen die Bedeutung dieser Präsenz.
Die Zuger Messe ist ein wichtiger Beitrag, um die katholische Kirche in der Öffentlichkeit positiv sichtbar zu machen und bietet auch oft die Gelegenheit, in einem persönlichen Gespräch aufzeigen zu können, für was Kirchgemeinden die Steuergelder im Kanton Zug einsetzen.
Fazit: Die katholische Kirche Zug ist auf dem richtigen Weg, wenn sie dorthin geht, wo die Menschen sind. Zum Beispiel an die Zuger Messe.
Leere Kirchbänke, negative Bilder und eine bröckelnde Relevanz des Glaubens in der Gesellschaft. Angesichts solcher Herausforderungen versucht die katholische Kirche im Kanton Zug nicht erst, die Menschen in die Kirchenräume zurückzulocken. Im Gegenteil. Sie geht hinaus zu den Menschen. Das verdeutlichte die Veranstaltung «Kirche mit Zug» am 2. Oktober in der Zuger Eventlocation Freiruum.
«Die Kirche steht aktuell vor einem grossen Umbruch», begrüsste Sandra Dietschi die Teilnehmenden an diesem Nachmittag. Sie ist Projektleiterin «Kirche mit Zug» und Gesamtleiterin der Fachstellen und Spezialseelsorgen der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug (VKKZ). Gut 50 Personen nahmen am Projektnachmittag teil. Bereits seit zwei Jahren ist das Projekt «Kirche mit Zug» energievoll unterwegs. In dieser Zeit erarbeiteten die Projektteilnehmenden sieben Themenfelder, in denen sich die Kirche im Kanton Zug weiterentwickeln soll. Diese umfassen Aspekte wie Spiritualität, die Diversität in der Gesellschaft oder das Mitwirken aller in der Kirche. «Heute Nachmittag geht es darum, unsere Gestaltungsmacht zu nutzen», betonte Dietschi, «Ziel ist es, konkrete Umsetzungsmöglichkeiten für diese Themenfelder zu entwerfen.»

Die Insel der spirituellen Momente inspirierte zu neuen Ideen | © Arnold Landtwing
Die Teilnehmenden trafen sich dazu auf farbig gestalteten Inseln und diskutierten angeregt. Dabei entstanden kreative Ideen wie fahrbare Kapellen, Kulturevents in den Kirchen, sakrales Tanzen im Freien oder Solarpanels auf den Kirchdächern. «Ich erhoffe mir von der Veranstaltung, dass es jetzt solche Aufbrüche in der Kirche gibt», sagt Urs Stierli, Teilnehmer und Gemeindeleiter der Katholischen Pfarrei Oberägeri, «Es ist toll, zu sehen, wie viele Leute hier sind und ihre Energie in diese Veränderung stecken. Andererseits sind wir auch in der Pflicht, neu zu gestalten.» Verschiedene neue Gestaltungsansätze haben während des Nachmittags im Freiruum konkrete Gestalt bekommen.
Die Idee eines Kirchenpasses stammt von Alessandra Fellmann sowie sechs weiteren Teilnehmenden der Pastoralräume Zug-Lorze und Zug-Walchwil, der reformierten Kirche und der VKKZ. «Wir wollen alle Christinnen und Christen – egal, ob orthodox, christkatholisch, katholisch, reformiert oder freikirchlich – miteinander vernetzen, indem wir alle Angebote in einem Kirchenpass auflisten», erklärt Fellmann. Ziel sei es, Kirchen, Gottesdienste oder Veranstaltungen über ein Streckennetz gemeinsam zu besuchen.
Ein ganz anderes Projekt entwarfen Renate Falk, VKKZ-Präsidiumsmitglied, und Barbara Gunasekaram vom Pastoralraum Zug-Walchwil. Pensionierte können in der Rolle eines Chilegrosis oder eines Chilegrossvaters interessierten jüngeren Menschen das Christentum näherbringen. «Denn sie wissen, was Kirche und Glaube bedeuten und können ihre Erfahrungen weitergeben», sagen die beiden.
Diese zwei Projekte sind nur zwei von insgesamt neun. «Das begeistert und erfüllt mich mit Stolz», freute sich Sandra Dietschi, «Die Ursprungsfrage, welche Kirche die Menschen im Kanton Zug brauchen, ist keine leere Worthülse geblieben. Gemeinsam konnten wir sie mit Leben füllen». «Das macht für mich ‹Kirche mit Zug› zu einem Herzensprojekt», sagt Sandra Dietschi.
Die neue Webseite www.kirche-mit-zug.ch wird die entwickelten Ideen sammeln und demnächst allen zugänglich machen.
Hinweis: «Kirche mit Zug» ist kantonal angelegt und ergänzt das Projekt «Mensch + Kirche Zug 2035» der katholischen Kirche Stadt Zug.
Soll eine Machbarkeitsstudie für das Kloster auf dem Gubel mitfinanziert werden? Wie entwickelt sich die Kirche im Kanton Zug weiter und wie wird künftig das Pfarreiblatt produziert? Einige Traktanden an der Delegiertenversammlung sorgten für Diskussionsstoff.
Delegiertenversammlung im Herbst gleich Budgetversammlung. In Menzingen genehmigten die Delegierten der Kirchgemeinden des Kantons Zug am 19. September das Budget 2025, das eine Kostenzunahme von 298’000 Franken verzeichnet. Unter anderem entsteht diese aufgrund von Projekten und des Teuerungsausgleichs. Zudem ist für die Unterstützung des italienischsprachigen Missionars eine 30 % – Stelle geplant.
Breit diskutiert wurden zwei Anträge, die die Mitfinanzierung einer Projektleitungsstelle für das Kloster Maria Hilf auf dem Gubel beinhalteten. Seit vergangenem Jahr hat eine kirchliche Stiftung die Trägerschaft des Klosters inne. Diese verfügt jedoch über keine finanziellen Mittel. Der Stiftungsrat möchte während einer dreijährigen Projektphase eine Zukunftsperspektive entwickeln, sodass die Klosteranlage auch künftig als Wallfahrtsort bestehen bleibt und wenn möglich einer Gemeinschaft einen Lebens- und Wirkungsort bietet. Der erste Antrag sah vor, eine Projektleitungsstelle während drei Jahren mit je 80’000 Franken mitzufinanzieren – die Inländische Mission würde sich jeweils mit weiteren 40’000 Franken jährlich daran beteiligen. Aus den Voten ging hervor, dass vor allem Unklarheit besteht bezüglich der Projektierungsdauer von drei Jahren. So nahmen die Delegierten den zweiten Antrag an und sprachen 80’000 Franken nicht für drei Jahre, sondern erstmal für das Jahr 2025. Zugleich führt VKKZ-Präsident Stefan Doppmann aber auch Gespräche mit dem Stiftungsrat, um das weitere Vorgehen zu klären.
Ebenfalls angeregt diskutiert wurde das Redaktionssystem des Pfarreiblatts. Mehrere Faktoren haben dazu geführt, dass über die langfristige Weiterverwendung des derzeitigen Systems nachgedacht wird und mögliche Alternativen ins Auge gefasst werden müssen. Da in der Entscheidungsfindung derzeit kein Zeitdruck besteht, werden von der VKKZ bis zur nächsten Delegiertenversammlung im Frühling 2025 gangbare Wege skizziert.
Weiter wurde über den Steuerausgleich, das Reporting der Verwendung der Steuergelder und die Fachstelle Kommunikation informiert. Für die Katholikinnen und Katholiken dürfte das Projekt Kirche mit Zug von Interesse sein, über dessen aktuellen Stand die Projektverantwortliche Sandra Dietschi berichtete. Die öffentliche Veranstaltung anfangs Oktober, zu welcher ausdrücklich auch die Basis eingeladen wurde, bildet einen Meilenstein, danach wird in Interessengruppen an der Zukunft der katholischen Kirche im Kanton Zug weitergearbeitet.
Marianne Bolt
Die musikalische und theatralische Interpretation der Sintflut verbindet Generationen und die biblische Zeit mit dem Heute. In Steinhausen und Baar singen und spielen der Chor der Generationen, ein professionelles Orchester und ein Schauspieler das Oratorium «Die Sintflut», das die biblische Geschichte aus einem anderen Blickwinkel miterleben lässt.
Auf das Erschaffen der ganzen Schöpfung, die Gott in der Genesis als «sehr gut» bezeichnet, folgen bei der Sintflut Untergang, Tod und Neuanfang. Gott bestraft den Menschen für seine Sünden – nur mithilfe der Arche Noachs sollen Menschheit und Tiere überleben. Das Oratorium «Die Sintflut» greift diese biblische Geschichte auf und erzählt sie «neu aufgesetzt», wie der Komponist Martin Völlinger sagt. Es werden Fragen nach Schuld und Gerechtigkeit gestellt und Noachs Gefühlsregungen wie Hadern und Zweifeln, Widerstände und Wut in Wort und Melodie zum Ausdruck gebracht.
Der Text von Hanspeter Gschwend und die Musik von Martin Völlinger bilden ein klassisches, vierteiliges und sehr dramatischangelegtes Oratorium als theatralisches Gesamtkunstwerk, das in Steinhausen Ende September uraufgeführt wird «Es ist ein hochdramatisches Stück mit sehr viel Tiefgang», sagt der Komponist. Der musikalische Leiter Christian Renggli ergänzt: «Die Unwetter in diesem Sommer haben mir vor Augen geführt, dass das Thema Sintflut beklemmend aktuell ist.»
Neu ist im Gegensatz zur biblischen Geschichte, dass auch Noachs Frau mit der Mezzosopranistin Susanne Andres eine Stimme erhält. Aus dem Blickwinkel einer Frau und Mutter stellt sie Fragen, rüttelt wach und erinnert an die Liebe. Auffällig ist an den Texten, dass sie weitgehend dem Inhalt der biblischen Geschichte folgen, jedoch so formuliert sind, dass sie auch zur heutigen Weltsituation zahlreiche Gedankenanstösse liefern, ohne konkret politisch zu sein.
Um die menschlichen Regungen hörbar zu machen, nutzt Martin Völlinger ein breites musikalisches Spektrum, das gefühlsbetont von der Einstimmigkeit bis hin zum Ausreizen des Orchesters reicht, Kinderstimmen, welche die klangliche Hoffnungsfarbe darstellen und ein Erzähler, der Gott und Noach eine Stimme verleiht. «Die Sintflut ist eine Reise durch alle menschlichen Richtungen. Sie führt von tiefster Verzweiflung zur Hoffnung und vom strafenden zum liebenden Gott», sagt Martin Völlinger.
Um der Dramatik des Oratoriums gerecht zu werden, seien ein grosses Orchester – bei der «Sintflut» spielt das professionelle Orchestra Puccini –, ein Schauspieler in der Rolle eines Erzählers und Gesangsstimmen aller Generationen unerlässlich. Der Chor der Generationen setzt sich aus den Kirchenchören von Baar und Steinhausen, dem Jugendchor Steinhausen sowie Gastsängerinnen und Gastsängern zusammen und umfasst etwa 120 Menschen zwischen acht und achtzig Jahren. Wie Christian Renggli sagt, wirken im Chor der Generationen Sängerinnen und Sänger mit, die zum ersten Mal in einem Chor mitsingen, andere verfügen über eine professionelle Gesangsausbildung oder langjährige Erfahrung mit Chorkonzerten. Das musikalische Zusammenwirken der Generationen erlebt Christian Renggli als grosse Bereicherung. «In den Pausen kommen die Sängerinnen und Sänger über die Altersgrenzen hinweg miteinander
ins Gespräch das freut mich sehr!» Trotz der unterschiedlichen Jahrgänge und Erfahrungen beobachtet der musikalische Leiter, dass das Oratorium mit viel Lust vorbereitet wird. «Das Wichtigste ist unser gemeinsames Ziel: Wir wollen das neue Oratorium Sintflut von Martin Völlinger in drei tollen Konzerten aufführen.»
• Marianne Bolt, Pfarreiblatt 38/39-2024
Die Sintflut – damals und heute
Ein musikalisches, generationenübergreifendes Grossprojekt
Flyer mit allen Informationen
DIE SINTFLUT – ORATORIUM
Die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Umfeld der Kirche zeigt auf, wie wichtig die Präventionsarbeit ist, welche die Kirche seit vielen Jahren bereits leistet. In regelmässigen und verpflichtenden Kursen werden kirchliche Mitarbeitende zu Massnahmen und Intervention des Schutzkonzepts des Bistums Basel geschult. Anfangs Januar 2025 sind die nächsten Kurse ausgeschrieben.
Mit Instrumenten zur Selbstreflexion werden die Kursteilnehmenden umfassend sensibilisiert zu Themen wie Nähe und Distanz sowie sexuelle Übergriffe im alltäglichen professionellen und kollegialen Umgang. Zudem fördert der Kurs das Bewusstsein dafür, wie Grenzverletzungen oder sexuelle Übergriffe entstehen können.
Das Angebot richtet sich breit an viele Berufsbilder im Umfeld der Kirche: Katechetinnen und Katecheten, Jugendarbeitende, kirchliche Behördenmitglieder, Theologinnen und Theologen, Lehrpersonen sowie Freiwillige in der Pastoral.
Die Inhalte des Kurses vermitteln die Bedeutung der Prävention, werfen einen systemischen Blick auf Beziehungen und erinnern an professionelle Sorgfalt und Verantwortung bei Nähe und Distanz in Beziehungen. Ein besonderes Kapitel betrifft Sorgfalt und Verantwortung bei Asymmetrie und Abhängigkeit in Beziehungen. Die Kursteilnehmenden lernen Täterstrategien erkennen und wissen um die Massnahmen des Schutzkonzeptes. Für den Fall eines Ereignisses oder eines Verdachts kennen sie professionelle Intervention und wissen, wer die Ansprechpersonen sind.
Informationen zu den Kursen:

Es war definitiv ein ungewöhnliches Bild. Über 80 Personen stapften am Dienstagabend, 10. September, durch den Korporationswald in Baar. Es war weder eine Gruppenwanderung noch ein Teamevent eines Zuger Unternehmens. Vielmehr hatte die Veranstaltung «Natur, Wirtschaft und Wohlbefinden» des Forums Kirche und Wirtschaft die Leute angelockt. Zum allerersten Mal fand ein Anlass des Zyklus «Wirtschaft und Werte» in freier Natur statt. «Während einem Erlebnisrundgang tauchen wir in den Wald und seine Vielfalt ein und anschliessend diskutieren wir darüber, wie wir ihn sowohl nutzen als auch schützen können», erklärt Thomas Hausheer, Leiter des Forums Kirche und Wirtschaft und Organisator des Veranstaltungszyklus.
Anders als bei früheren Veranstaltungen waren an diesem Abend auffallend viele interessierte Personen aus der Wirtschaft dabei, vor allem aus den Bereichen Gartenbau und Forstwirtschaft. Neben ihnen waren auch lokale Politikerinnen und Politiker sowie Kirchenmitglieder anzutreffen.

Martin Ziegler gibt Einblick in das filigrane Ökosystem des Waldes | © Arnold Landtwing
Im Verlauf des Abends informierten vier Fachpersonen, die alle auf unterschiedliche Weise mit dem Wald zu tun haben. «In einer Handvoll Walderde hat es mehr Lebewesen als Menschen auf der Welt», sagt Martin Ziegler, Leiter des Amts für Wald und Wild des Kantons Zug, «Der Wald ist ein komplexes Ökosystem und wir kennen nur einen Bruchteil davon. Darum gilt es, zu staunen, ihn zu beschützen und mit Nachsicht zu geniessen.» Welche Wirkung der Wald auf den Menschen hat, weiss Tanja Flütsch. Sie ist Natur- und Jobcoach und Waldbaden-Leiterin und verhilft Menschen zu ihrer inneren Stärke zu gelangen. «Der Wald funktioniert wie ein Co-Coach, ein Spiegel. Das Beobachten der Natur hilft dabei, zu inneren Einsichten zu gelangen», erklärt sie. «Am liebsten würde ich barfuss durch den Wald gehen», meint Teilnehmer und Hobbygärtner Yannick Hausheer während des Rundgangs, «Dann würde ich den Wald noch viel achtsamer wahrnehmen.» Nicht nur für die innere Balance und die psychische Gesundheit ist der Wald wichtig.

Sorgten für einen spannenden Anlass zum Thema Wald: (v.l.n.r.): Thomas Hausheer, Beda Schlumpf, Tanja Flütsch, Walter W. Andermatt, Martin Ziegler und Stefan Doppmann. | © Thomas Müller
Wälder liefern Holz, sauberes Trinkwasser, reinigen die Luft und regulieren das Klima. «Der Wald hat sehr viele Funktionen und Anspruchsgruppen», sagt Beda Schlumpf, Abteilungsleiter Fischerei und Jagd des Kantons Zug. Wie kann man den Wald nutzen und schützen? Wie gelingt es, dass er nicht nur der Erholung dient, sondern auch dem Klimaschutz? Auswege aus diesem doppelten Dilemma thematisierten die vier Wald-Fachpersonen Walter W. Andermatt, Tanja Flütsch, Martin Ziegler und Beda Schlumpf während einer Podiumsdiskussion im Anschluss an den Waldrundgang. Stefan Doppmann, Präsident der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug, moderierte das angeregte Gespräch.
Besonders intensiv diskutierten die Podiumsteilnehmenden die Demut, die man bei einem Waldspaziergang spürt. Ebenso thematisierten sie die wachsenden Ansprüche der Bevölkerung an den Wald und die Tätigkeiten der Waldeigentümer. «Wir schlagen Holz ganz gezielt, sodass Licht auf den Boden fällt und neues Leben entstehen kann, aber auch genügend Platz für Freizeitaktivitäten im Wald vorhanden ist», sagt Walter W. Andermatt, Präsident der Korporation Baar-Dorf und Vizepräsident des Verbandes der Waldeigentümer, «Es ist wichtig, dass ein Gleichgewicht zwischen der Holznutzung und dem Naturschutz eingehalten wird.»
Nach der Podiumsdiskussion tauschten sich die Teilnehmenden bei einem Imbiss bis spät abends weiter aus. «Es war sehr spannend für mich, die Sichtweise der Waldbesitzer zu hören», sagt die Teilnehmerin Chiara Parodi, «Für viele ist der Wald einfach da, doch sie sehen die Arbeit dahinter nicht.» Teilnehmer Josef Häfliger meint: «Vieles ist mir erst durch den Rundgang bewusst geworden. Ich fand es schön, wie es den Fachpersonen gelang, Demut gegenüber dem Wald zu thematisieren.» Genau das liegt auch dem Organisator Thomas Hausheer besonders am Herzen: «Mir ist es wichtig, ethische Impulse für ein verantwortungsvolles Handeln gegenüber unseren Wäldern mitzugeben.»
Text: Melanie Schnider
Hinweis:
Die nächste Veranstaltung des Zyklus «Wirtschaft und Werte» des Forums Kirche und Wirtschaft findet im Frühling 2025 statt. Weitere Informationen finden Sie hier
Frisch und überraschend anders als erwartet. So soll die neuste gemeinsame Kampagne der reformierten und katholischen Kirche Zug daherkommen. Ab September werden drei verschiedene Plakate auf den Strassen, in Bussen, Kinos sowie auf sozialen Medien wie Instagram und Facebook zu sehen sein. Die Plakate enthalten kurze, prägnante Botschaften wie «24/7 da», «Für alle» und «Bei dir». Diese Aussagen beziehen sich auf den Wesenskern der Kirche: Sie ist jederzeit für die Menschen da, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Status, und bietet einen verlässlichen Wert in einer Zeit der Unverbindlichkeit.
Die visuellen Darstellungen sind humorvoll und laden zur Interpretation ein. Beispielsweise zeigt ein Plakat einen Menschen, der im Schwimmbad den Schatten eines Weihnachtsbaums geniesst, während auf einem anderen ein schweres Motorrad neben einem Rollator und einem Rollbrett zu sehen ist. Ein weiteres Plakat zeigt eine dampfende Tasse Kaffee, aus der eine Gestalt herauswinkt – eine Anspielung auf Jesus, der über das Wasser geht? Die Logos der beiden Kirchen sind dezent am unteren Rand der Plakate platziert.

Die drei Sujets der ökumenischen Kampagne | © norr.ch
Die Idee, Humor in die Kampagne einzubringen, entstand im kreativen Prozess. «Wir hinterfragen mit einem augenzwinkernden Ansatz Vorurteile, entlocken ein Schmunzeln und regen bestenfalls zum Nachdenken an», erläutert Simona Starzynski, Kommunikationsverantwortliche der reformierten Kirche Zug. Zusammen mit Arnold Landtwing, Kommunikationsverantwortlicher der katholischen Kirche Zug, hat sie die Kampagne initiiert und gemeinsam mit den Kreativen Stefan Fraefel und Sina Stähli der Zuger Agentur norr gestaltet. Die Scribbles stammen vom Emmenbrücker Illustrator Lorenz Rieser. Die Kommunikationsverantwortlichen sind sich bewusst, dass die Kampagne sowohl Applaus als auch Kritik hervorrufen wird. «Etwas Reibung darf gerne sein und führt hoffentlich zu Gesprächen. Wenn das gelingt, haben wir das Ziel erreicht», betont Arnold Landtwing.
Simona Starzynski und Arnold Landtwing heben die Bedeutung der Kampagne für die Sichtbarkeit der Kirche im Alltag der Menschen hervor. Starzynski erklärt: «Wir haben die humorvolle Herangehensweise bewusst gewählt, um die Kirche als nahbar und zeitgemäss darzustellen.» Und Landtwing ergänzt: «Die Kampagne soll nicht nur zum Schmunzeln anregen, sondern auch tiefere Reflexionen über Glauben und Gemeinschaft fördern.»
Die Kampagne ist ein weiterer Ausdruck der langjährigen ökumenischen Zusammenarbeit im Kanton Zug. «Wir spannen in vielen Bereichen zusammen, sei es in der Seelsorge, in Angeboten für unterschiedliche Zielgruppen oder in gemeinsamen Gottesdiensten. Wir betonen das Verbindende im Glauben an Jesus Christus,» erklären Starzynski und Landtwing. Die Kosten für die Kampagne werden aus dem laufenden Budget für Kommunikation und Marketing beider Kirchen bestritten.
Mit dieser ökumenischen Kampagne gehen die beiden Kirchen neue Wege, um ihre Botschaften zu vermitteln. Die humorvollen und kreativen Plakate unterscheiden sich deutlich von traditionellen kirchlichen Darstellungen und könnten dazu beitragen, generationenübergreifend ein breiteres Publikum zu erreichen.
Die Initiatoren sehen die Kampagne als Chance, überraschende Impulse und Akzente zu setzen. Obwohl sie zeitlich begrenzt ist, hoffen die Verantwortlichen, dass sie zu Gesprächen anregt und möglicherweise einen Perspektivenwechsel bei den Betrachtern auslöst. Sie laden Kritiker explizit zum Gespräch ein und sehen die Kampagne als Möglichkeit, das Bild der Kirche in der Gesellschaft zu erneuern und zu beleben. Die ökumenische Kampagne der Zuger Kirchen zeigt, dass traditionelle Institutionen durchaus modern und humorvoll kommunizieren können, ohne ihre Kernbotschaft zu verwässern.
Text: Carole Bolliger
Postkarten schreiben war gestern. Im Internetzeitalter geht Berichterstattung so: Am Abend Handyfotos und ein paar Sprachnachrichten schicken und – zack! – sind die zuhause Gebliebenen aktuell über das Wohlbefinden der jugendlichen Rompilger informiert. So geschehen gestern Abend kurz vor Mitternacht. Koordiniert hat dies Dominik Reding, der die Ministrantengruppe des Pastoralraumes Zug-Walchwil begleitet.

Die Zuger Minis sind ein Teil der grossen Schweizer Gruppe | © Dominik Reding
Wer nach Rom fährt, schwärmt garantiert vom Essen und von Begegnungen mit dem Papst. So auch Andrin Bachmann: «Dass ich wohl kaum dem Papst die Hand schütteln kann, wusste ich schon zuhause. Auf dem Petersplatz hatte ich aber die Chance, sehr nahe bei ihm zu sitzen. Das Essen in Italien ist sehr gut und ich habe Neues probiert.» Sein Kollege Janik Häfliger ist beeindruckt von der antiken Geschichte und ergänzt: «Die grosse Hitze macht vielen zu schaffen.»

Bei südlichen Temperaturen ist ein schattiges Plätzchen sehr willkommen | © Dominik Reding
Die Sprachnachricht von Vera und Nora plätschert fröhlich dahin. «Uns gefällt es mega gut und es ist eindrücklich, wie viele Ministranten hier sind. Die Stimmung auf dem Petersplatz war sehr gut», weiss Vera zu berichten. Ministrantenkollegin Nora geniesst das Pflegen von Beziehungen: «Ich habe nie gedacht, dass ich einmal im Leben dem Papst so nahe sein werde. Mit Tausch-Spielen haben wir Minis aus anderen Ländern kennengelernt. Für die Stadtführung wurden Gruppen aus verschiedenen Kantonen gemischt. Sie war gut organisiert und spannend, hat aber etwas lange gedauert. Irgendwann hatten wir aber genug. Es ist cool, mit unserer Gruppe Zeit zu verbringen und Beziehungen zu pflegen.»

Besinnlicher Zwischenhalt in der Kirche Santa Maria in Trastevere | © Dominik Reding
Dass bei einer internationalen Wallfahrt auch Warten angesagt ist, liegt in der Natur der Sache, doch Vera nimmt das mit schon beinahe italienischer Gelassenheit: «Das Warten hält sich in Grenzen, aber mit so vielen Leuten kann man es gar nicht besser machen. Es ist schwierig, dass immer alle beschäftigt sind. Alles in allem ist es bestens organisiert, wir wissen immer, wo wir hingehen müssen.»
Die gemeinsame Zeit in Rom ist eine hervorragende Investition in die Jugendarbeit zuhause, denn ein Erlebnis wie die Ministrantenwallfahrt stärkt Zusammenhalt und Vertrauen. Nora geniesst auch die Freizeit «und dass wir bis kurz vor Mitternacht unterwegs in dürfen. So können wir anschauen, was uns sonst noch interessiert. Die Freiheit, dass wir auch selber unterwegs sein dürfen, macht diese Reise doppelt cool. Wir sind gespannt auf die nächsten Tage und freuen uns sehr auf ein Bad im Meer. Den Papst zu sehen ist ein Highlight und nur schon das Zusammensein mit Freunden in Rom ist ein wunderschönes Erlebnis.»

Ein besonderes Erlebnis für Minis, festzustellen: Wir sind viele! | © Dominik Reding
Auch wenn die Wallfahrt noch einige Tage dauern wird, weiss Vera schon jetzt, was sie auch im Namen der anderen Jugendlichen den Organisatoren und Verantwortlichen sagen will: «Danke, dass ihr all das für uns organisiert, es ist eine mega coole Chance für uns!»
Hohe und seltene Ehre für den Zuger Italienermissionar Mimmo Basile: Der italienische Staat hat ihn mit dem Orden «Stern Italiens» ausgezeichnet und zum Ritter ernannt.
Wenn der Staat Italien offiziell mit dem Orden «Stern Italiens» die Ritterwürde verleiht, setzt er ein wichtiges Zeichen, erst recht, wenn der Ausgezeichnete ein Priester ist.

Don Mimmo mit der Ernennungsurkunde | © Arnold Landtwing
«Die Anerkennung freut mich sehr», sagt der von der Ernennung überraschte Don Mimmo und nimmt sich gleich als Person zurück: «Auch wenn der Orden namentlich mir überreicht worden ist, verstehe ich ihn in erster Linie als Auszeichnung all der Mitarbeitenden, welche die vielen Projekte ermöglicht haben.»
In der ausführlichen Begründung für den Ritterschlag zählt der italienische Generalkonsul Mario Giorgio Stefano Baldi zahlreiche Projekte auf, die seit mehr als 25 Jahren mit dem Italienermissionar verbunden sind: Das Engagement für die in die Schweiz ausgewanderten Landsleute, die Organisation von Gruppen und Aktivitäten zur Förderung ihrer Integration, Fortbildungsveranstaltungen zu Fragen der Gesundheit und des Wohlbefindens sowie die Mobilisierung eines breiten Spektrums von Freiwilligen. Besonders betont wird der Einsatz für das «Centro Papa Giovanni» in Emmenbrücke, das zu einem Bezugspunkt der italienischen Gemeinschaft in der Region Luzern geworden ist.
Auf die Frage, was sich für ihn jetzt als «Cavaliere» ändere, lacht Mimmo Basile herzhaft: «Niente! Assolutamente niente! Wir arbeiten einfach weiter. Die Auszeichnung ist für uns als Teams eine Motivation, wie bisher unsere Arbeit weiterzumachen – als stille Arbeit.»

Der Orden «Stella d’Italia» | © Arnold Landtwing
Das Präsidium der VKKZ freut sich, dass das Wirken des Italienermissionars und seiner Mitarbeitenden nicht nur auf pastoraler Seite, sondern auch staatlich wahrgenommen wird und gratuliert herzlich zu dieser Auszeichnung.