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Der Kanton Zug hat die Geschichte der sozialen Fürsorge mit einer Studie aufgearbeitet. In einer ersten Dialogveranstaltung standen die Geschichten von Betroffenen im Zentrum. Am zweiten Abend diskutieren Fachleute, wie sich damalige Zwangsmassnahmen auf spätere Generationen auswirken. 

Im Rahmen der Studie konnten Betroffene  ihre persönliche Geschichte erzählen. Dabei machten sie die Erfahrung, dass Historikerinnen und Historiker ihnen zuhörten und auch wahrgenommen haben, was in der Seele der Betroffenen passiert ist. Persönliche Geschichten sorgten am ersten Dialogabend zur Studie der sozialen Fürsorge im Kanton Zug für emotionale und bewegende Momente. Die Schicksale machten auch deutlich, wie wichtig eine umfassende Aufarbeitung des Themas ist.

Übertragung sozialer Benachteiligung auf Folgegeneration

Studien zeigen, dass soziale Benachteiligung häufig von einer Generation auf die nächste übertragen werden. Viele Betroffene von fürsorgerischen Massnahmen haben Bevormundung, Geringschätzung, Repression und Demütigung erlebt.

Wie wirken sich diese Erfahrungen auf ihre Söhne und Töchter aus? Diesem Thema widmet sich die zweite Dialogveranstaltung unter dem Titel «Vorbei, verdrängt, aber nicht vergessen – Auswirkungen von Zwangsmassnahmen auf Nachkommen» am Donnerstag, 25. Mai um 19 Uhr im Kantonsratssaal in Zug. Als Fachmann ist auch Stefan Horvath auf dem Podium. Er ist verantwortlicher Leiter des Sozial- und Beratungsdienstes der Pfarrei St. Martin in Baar.

Stefan Horvath, Leiter Sozial- und Beratungsdienst Pfarrei St. Martin in Baar. Foto zVg

Bei kühlen Temperaturen und winterlich ausgerüstet machten sich grössere und kleinere Gruppen aus verschiedensten Pfarreien im Kanton Zug mitten in der Nacht oder am frühen Morgen auf den Weg nach Einsiedeln. 

Noch abends zuvor stand die fahrbare Kapelle in Oberägeri an der Delegiertenversammlung der Vereinigung der Kirchgemeinden, wo sie zu einem Moment der Stille inspiriert hatte. In der Nacht des Auffahrtstages stand sie schon ab 3 Uhr morgens als Raststätte an der Pilgerroute und lud jetzt zu warmer Suppe und Tee ein. Die Zuger Polizei sorgte mit Strassensperrungen bis in die Morgenstunden hinein für die Sicherheit der Pilgernden auf dem Weg über den Raten.

Hier ein paar Impressionen vom Tag:

Bei den Frühaufstehern waren ganze Generationenprojekte anzutreffen: Gemeinsam waren Eltern, Kinder und Grosseltern durch die Dunkelheit auf dem Weg, sogar der Familienhund war mit dabei | © Arnold Landtwing

In Oberägeri bekamen die Pilgerinnen und Pilger einen speziellen Segen mit auf den Weg und in den Tag hinein. | © Roland Meier

Ein besonderes Zeichen lebendiger Ökumene setzte der reformierte Pfarrer Manuel Bieler: Auf Einladung hin hat er zusammen mit seinem katholischen Kollegen, dem Baarer Pfarrer Anthony Chukwu, den Weg unter die Füsse genommen und eine katholische Wallfahrt mit vielen Facetten und Traditionen kennengelernt. | © Arnold Landtwing

Gruppen, die nach durchwanderter Nacht früh in Einsiedeln ankamen, feierten eigene Gottesdienste, die anderen trafen sich zum grossen Pilgergottesdienst am Nachmittag in der Klosterkirche, die mit gut 500 Gläubigen gut gefüllt war. | © Arnold Landtwing

 

 

 

In den Himmel hineingenommen

Der Chamer Pfarrer Thomas Rey holte in seiner Predigt die Situation der Pilgerinnen und Pilger ab, die dreckig, verschwitzt und auch müde in der festlichen Barockkirche waren. Diesen «totalen Szenenwechsel» deutete er als beabsichtigt. Die festliche Kirche lasse uns in den Himmel schauen und die vielen Engel und Heiligenfiguren in der Kirche sollen daran erinnern, dass niemand alleine ist. «Durch die Taufe und die Feier der Eucharistie nimmt die Kirche uns alle in den Himmel hinein.»

Politik und Kirche gemeinsam besinnlich unterwegs

Für grosse Augen sorgte bei Zaungästen der farbenfrohe Einzug zur Vesper am späteren Nachmittag: Den Reihen der Mönche schlossen sich neben den Verantwortlichen der Kirchgemeinden auch der Regierungsrat, der Zuger Stadtrat sowie Mitglieder des Bundesparlaments und Vertreter der Justiz der Prozession an, alle angeführt von Weibeln oder Weibelinnen im Ornat. Anschliessend waren alle zu einem Empfang bei Abt Urban im Kloster eingeladen.

Tagebuch über Wetter, Abt und Klosterwein

Der Abt hatte sich vom Archivar das Tagebuch eines Mönchs aus dem 17. Jahrhundert bringen lassen. In diesem Tagebuch hatte der Mönch nicht nur minutiös festgehalten, was das Wetter gemacht hat, sondern auch der Abt. Wenn Letzteres für Erheiterung sorgte, sind die Notizen zum Wetter heute eine einzigartige historische Quelle zum Wetter der damaligen Zeit. In seinen Gedanken zeigte Abt Urban auf, wie das Wetter damals die Menschen und auch Entwicklungen in der Gesellschaft beeinflusste. Vieles davon ist auch in der heutigen Diskussion um das Klima wieder zu erkennen. Auch dass der Mönch damals die schlechte Qualität des Klosterweins bemängelte, stiess Jahrhunderte später auf Resonanz: Abt Urban kredenzte guten Wein aus dem eigenen Keller.

Traditionsgemäss klang die Wallfahrt für die Verantwortlichen aus Regierung und Kirche bei einem Imbiss im gemütlichen Rahmen aus.

Wie ist das Fürsorgewesen des Kantons Zug früher mit sozialen Randgruppen umgegangen? Nebst niederschwelliger Unterstützung fördert ein Forschungsbericht auch düstere Seiten zutage. Die Direktion des Innern präsentiert Erkenntnisse, ordnet ein und lädt zum Dialog ein. Mit dabei: Die katholische Kirche im Kanton Zug.

Vor einem halben Jahr hat der Kanton Zug mit dem Forschungsbericht «fürsorgen, vorsorgen, versorgen» das Fürsorgewesen umfassend aufgearbeitet. Mit Blick auf damals würdigt die Direktion des Innern die Vergangenheit und lädt zu einer vierteiligen Veranstaltungsreihe ein, in welcher über die Gegenwart und über die Gestaltung der Zukunft diskutiert werden soll.

Dialog mit Regierungsrat und VKKZ-Präsident

Den Auftakt bildet der Abend «Was war: eine Würdigung» am 13. Mai um 17 Uhr im Burgbachsaal in Zug. Neben den Erkenntnissen aus dem Forschungsbericht zeigt die Dialogveranstaltung auf, weshalb die Aufarbeitung für Betroffene und den Kanton so wichtig ist. Nach dem Podiumsgespräch laden moderierte «Gesprächstische» beim Apéro zum Austausch und zur Begegnung mit Verantwortlichen aus Politik, Fachstellen sowie mit Betroffenen ein.

Als Gastgeberinnen und Gastgeber der «Gesprächstische» engagieren sich unter anderem Regierungsrat Andreas Hostettler (Vorsteher Direktion des Innern), Nationalrätin Manuela Weichelt (Mit-Initiantin des Forschungsberichts) und VKKZ-Präsident Stefan Doppmann. Die Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug unterstützt die begleitenden Dialogveranstaltungen auch finanziell.

Rita Z.*, als Kind im Kinderkurhaus Theresia in Unterägeri, 1960er-Jahre

Hinweise:

  • Auf der Homepage des Kantons Zug finden sich alle Informationen zum Forschungsbericht «fürsorgen, vorsorgen, versorgen» und zu den Veranstaltungen.
  • Vom 15. Mai bis am 20. Oktober zeigt das Staatsarchiv Zug eine Kabinettsausstellung Zeitzeugnisse zur sozialen Fürsorge.
  • Einen Kurztext zur Studie gibt es hier.
  • Die gesamte Studie steht hier kostenlos als e-book zum Herunterladen zur Verfügung.

Die Plenarversammlung der Römisch-katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) hat an ihrer letzten Versammlung Melanie Hürlimann ins Präsidium gewählt. Damit gehört die Geschäftsstellenleiterin der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug (VKKZ) zum Leitungsgremium der obersten staatskirchenrechtlichen Ebene des Landes.

Stefan Doppmann, Präsident der VKKZ, freut sich sehr über die Wahl von Melanie Hürlimann. Für ihn bringt die Plenarversammlung der RKZ mit dieser Wahl ihre grosse Wertschätzung gegenüber der jahrelangen exzellenten Arbeit von Melanie Hürlimann für die Kirche in der Schweiz zum Ausdruck. Auch für den Kanton Zug sieht er diese Wahl als grosse Ehre.

Um sich auf der anderen Seite zu entlasten, hat die Geschäftsstellenleiterin der VKKZ verschiedene Aufgaben niedergelegt. So ist sie etwa aus dem Bildungsrat der katholischen Kirche in der Deutschschweiz zurückgetreten.

Das Präsidium der VKKZ gratuliert Melanie zu ihrer ehrenvollen Wahl und wünscht ihr viel Erfüllung und Freude bei ihrer neuen Aufgabe.

Medienmitteilung der RKZ

Kinder und Jugendliche feierten am 14. April im Zentrum «Sonnenberg» in Baar die kraftvollen «Wältwunder» des Lebens. Dabei erstrahlte eine «Wunderwält» von unterschiedlichen Bedürfnissen und Konfessionen.

Der «Sonnenberg» in Baar ist ein heilpädagogisches Schul- und Beratungszentrum. Begleitet werden Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichsten Themen zu Sprachbehinderung, Verhaltensauffälligkeiten, Sehbehinderung oder Blindheit und Mehrfachbehinderungen. Alle paar Jahre findet ein gemeinsames Fest mit verschiedenen kirchlichen Feiern statt. So wurden im April Erstkommunion, Abendmahl und Firmung im Rahmen des Schulbetriebes gefeiert.

Jeder hat seine eigene Wunderwelt

Es war, wie in der biblischen Botschaft (Mt 13,31-32 – Gleichnis vom Senfkorn) die Bestärkung, dass die Lebenskraft dieser 16 Kinder und Jugendlichen am Wachsen ist, und alle ihre Lebensgeschichten von den «Wältwundern» erzählen sollen. Im Fest mit den verschieden kirchlichen Feiern sprachen wir ihnen als Gemeinschaft Mut und Zuversicht zu. Jede und jeder in dieser Menschheitsfamilie ist wertvoll, trotz möglicher Einschränkungen, und bringt so seine ganz persönliche Wunderwelt in den Lebensalltag.

Für die uns lebensermöglichenden «Wältwunder» Sonne, Luft, Wasser und Erde dankten wir, besangen sie mit berührten und erfüllten Herzen. Um Gott als wunderbare und lebensspende Kraft staunend zu erahnen, betteten wir uns alle in die nährende Humusschicht, um wachsend unseren Lebensweg weiterzugehen. Dies in der Hoffnung, auch die so nötigen Sonnenstrahlen, Regentropfen und Atemluft zu erhalten.

Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund

Die Lebens- und Schulwelt «Sonnenberg» steht für die Bedürfnisse des Kindes, des Jugendlichen ein und feierte in der Aula und nicht in der Kirche. Denn der Ort sollte allen bekannt und vertraut sein. Ansonsten ist es für manche eine Überforderung.
Der katholische Domherr Alfredo Sacchi und der reformierte Pfarrer Ruedi Hofer von seelsam – ökumenische Seelsorge für Menschen mit Behinderung machten sich in Begegnungen mit den Eltern, Kindern und Jugendlichen und deren Situationen vertrauter. Beide zeichneten ein hoffnungsvolles Bild, nämlich dass lebendige Kirche zu den Menschen geht und diese in ihren jeweiligen konkreten Situationen bestärkt.

Der Gottesdienst war sprachlich einfach, der Fokus lag auf Zeichenhandlungen und konkret wahrnehmbaren Elementen wie Musik, Symbolen, Farben und Kerzen. Bei der Feier haben zahlreiche Mitarbeitende, Eltern und Grosseltern mitgeholfen. Sie haben Lieder komponiert, begleitet, gestaltet und liebevoll die Vorfreude darauf mitgetragen.

 

Reto Weiss, Religionspädagoge im «Sonnenberg»

 

Marina Battiston ist Sakristanin und Präsidentin der Sakristanenvereinigung des Kantons Zug, die im März tagte. Im Interview verrät sie, was den Beruf als Sakristanin so besonders, aber auch nicht ganz einfach macht.

 

Marina Battiston*, welche Aufgaben haben Sie als Sakristanin?

Ich habe ähnliche Aufgaben wie ein Hauswart. Es geht um den Unterhalt und die Pflege der Kirchen und deren Umgebungen. Das bedeutet beispielsweise Laub wischen, Unkraut entfernen, Schneeräumen und Salzen. Sichtbar werde ich eigentlich nur bei den Gottesdiensten. Da geht es um die Organisation, Vorbereitung und Begleitung der Liturgen. Die aufwändigsten Arbeiten sind diejenigen vor und nach dem Gottesdienst, beispielsweise die Pflege der liturgischen Gewänder und Geräte, die Organisation des Kirchenschmucks. Wir gestalten den Kirchenraum mit Blumenschmuck oder biblischen Figuren, schliessen und öffnen die Pforten. Bei einigen Aufgaben helfen auch die Ministranten mit.

Was ist das Besondere an der Sakristaninnen-Arbeit?

Die Vielfalt. Man muss gut organisieren können, damit beispielsweise alle Vorarbeiten an Palmsonntag oder an Ostern rechtzeitig erledigt sind und die Gottesdienste reibungslos durchgeführt werden können. Für mich persönlich ist die Begegnung mit den vielen verschiedenen Liturgen, Laien, Diakonen und Priestern eine riesige Bereicherung, auch wenn es die Arbeit erschwert.

Benno Müller (SSV-Präsident), Marina Battiston, Daniel Frischkopf (Präsident Kirchgemeinde Cham-Hünenberg), Markus Ruoss (Ansprechperson in der SSV für den Kantons Zug) | © zVg

Welche Ausbildung ist nötig?

Die Ausbildung erfolgt in der Sakristanen-Schule des Schweizerischen Sakristanenverbands in Einsiedeln. Wir haben seit August des vergangenen Jahres einen neuen Schulleiter, einen talentierten jungen Lehrer, wie die letzten Schulabsolventen mir erzählten. Je nachdem, ob man den kleinen oder den grossen Ausbildungsgang wählt, investiert man 3 oder 4 Wochen. Für Aushilfen gibt es einen Einführungskurs von 3 ½ Tagen. Die Nachfrage nach den Kursen ist erfreulicherweise gestiegen.
In dieser Schule lernt man nicht nur viel über die praktischen Arbeiten, sondern thematisiert auch die christliche Spiritualität, den Glauben, das Kirchenjahr, die Abläufe der Gottesdienste und vieles mehr. Die Schlussprüfung besteht aus einer schriftlichen Arbeit über die Kirche und einer Prüfung, die über vierzig Fragen umfasst.

Erhalten Sie auch Rückmeldungen und Wertschätzung für Ihre Arbeit?

Ab und zu gibt es Kirchgänger die Freude haben, wenn die Kirche schön dekoriert ist, und ein Kompliment aussprechen. Wo ich besonders Wertschätzung erfahren darf, ist in der Sakristanenvereinigung. Dort haben wir Sakristaninnen und Sakristane auch die Möglichkeit, uns regelmässig auszutauschen.

Sie sind die Präsidentin der Sakristanenvereinigung des Kantons Zug. Welche Themen beschäftigen die Vereinigung aktuell?

Aktuell ist es und endlich gelungen, einen kompletten Vorstand zu haben. An der Generalversammlung anfangs März konnten wir mit Matej Lekic aus Baar einen jungen Sakristan dafür gewinnen. Die Rekrutierung von neuem Nachwuchs ist für uns schwierig, denn die Kirchgemeinden teilen uns die Namen der Neuangestellten nicht mit.
Die Besoldung ist ein weiteres Thema. In unserem Kanton gibt es grosse Schwankungen. Derzeit haben wir 10 verschiedene Besoldungs-Reglemente! Vonseiten der Kirchgemeinden wurde uns aber in Aussicht gestellt, dass man diesen Punkt angehen möchte.
Darüber hinaus fehlen dem Verband finanzielle Mittel, um Mitgliedern im Bedarfsfall Unterstützung zu geben. Aus Kostengründen können wir uns auch keiner Gewerkschaft angliedern. Nur dank der Unterstützung der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug, die uns einen jährlichen Zustupf auszahlt, können wir überleben. Dafür sind wir der VKKZ sehr dankbar.

Marina Battiston und Sr. Maria-Amadea, Neumitglied | © zVg

Wie viele Sakristane und Sakristaninnen gibt es schätzungsweise im Kanton Zug?

Wir haben etwa 24 Kirchen/Kapellen im Kanton Zug. Demnach dürften es etwa 40 Sakristane, Haupt- und Nebensakristane oder Aushilfen sein. In der Sakristanenvereinigung sind 33 aktive Sakristaninnen und Sakristane registriert, mit den Pensionierten ergibt das total 56 Mitglieder.

Können Sie die Arbeit als SakristanIn weiterempfehlen?

Wer diesen Job wählt, muss sich bewusst sein, dass die Besoldung nicht hoch ist und Wochenendarbeit anfällt. Doch ich kann für mich sagen, dass ich diese Arbeit nun seit 12 Jahren mache und immer noch mit viel Engagement und Freude am Werk bin.

*Marina Battiston wirkt seit September 2011 als Sakristanin im Pastoralraum Zugersee Südwest und ist seit Oktober 2021 Sekretärin der Kirchgemeinde Cham-Hünenberg

 

Interview: Bernadette Thalmann

 

Im Karwochen-Gespräch der Pfarrei Oberägeri vom 3. April zum Thema Glück sprach SRF-Moderator Röbi Koller. Mit seiner authentischen und humorvollen Art vermochte er einmal mehr zu begeistern.

Kein Wunder, dass der wohl bekannteste Glücksüberbringer der Schweiz mit seiner Präsenz die Sitzreihen im Pfarreiheim Hofstettli lückenlos füllte. Im «Happy-Day»-Format des Fernsehens sind es stets Träume, mitunter auch materielle, die in Erfüllung gehen. Was aber braucht es laut Röbi Koller im täglichen Leben, um glücklich sein zu können?

Für ihn ist das positive Denken Voraussetzung fürs Glücklichsein, die Zufriedenheit, mit dem was man hat − und da hätten die meisten in der Schweiz einiges aufzuzählen. «Ich habe mir eigentlich nie Materielles gewünscht», versucht er zu erklären, «irgendwann ergaben sich halt Chancen, an etwas zu gelangen, und ich habe sie genutzt.» So war’s beispielsweise mit seinem Ferienhaus.

Das Ziel von «Happy Day» ist für ihn denn auch nicht, Weihnachtsmann zu spielen und zu beschenken, sondern Vorbildfunktion wahrzunehmen. Er belohnt gerne Menschen, die es schwierig im Leben haben, aber nicht aufgeben und ihr Schicksal anpacken. Er mag es, mit Aufmerksamkeiten zu überraschen. Dementsprechend recherchiert er sorgfältig mit seinem Team.

Konkret auf persönliche Momente des Glücks angesprochen, meinte er Harald Juhnke zitierend: «Keine Termine und leicht einen sitzen haben…»
Die humoristischen Einlagen zogen sich durch. Als Urs Stierli, Gemeindeleiter der Pfarrei, im Anschluss der Veranstaltung zu «einem Glas Wasser mit Brot» einlud, scherzte er in gewohnter Manier: «Das wird er dann schon noch verwandeln…»

Zum gelungenen Abend trugen auch der Saxophonist Marcel Schmid mit seiner musikalischen Umrahmung bei sowie Jacqueline Bruggisser als Gesprächspartnerin von Röbi Koller. Sie sprach auch sein neustes Buch an, seine Zeit als Taxifahrer und sein Wirken als Botschafter des Hilfswerks Comundo.

Weitere Karwochen-Gesprächsabende zum Thema Glück

 

Bernadette Thalmann

 

 

Der Verein FRW Interkultureller Dialog hat einen neuen Präsidenten: Auf Markus Burri, der während den vergangenen vier Jahren mit viel Sorgfalt und menschlichem Gespür die Geschicke des Vereins geleitet hat, folgt nun Joachim Eder.

Der bekannte alt Regierungsrat und alt Ständerat des Kantons Zug ist immer noch engagiertes Mitglied diverser Kommissionen, Verbände und Stiftungen. An der FRW-Mitgliederversammlung vom 30. März 2023 wurde er einstimmig zum Präsidenten gewählt. Joachim Eder zeigt sich bereit, das Engagement des FRW für Geflüchtete, Zugezogene und Einheimische zu unterstützen und zu stärken. «Ich danke für Ihr Vertrauen und freue mich auf das Miteinander leben und voneinander Lernen›, das beim FRW offensichtlich nicht nur ein Slogan ist», sagte er nach Annahme der Wahl.

FRW Interkultureller Dialog fördert als Verein das Zusammenleben von Menschen aller Nationen, Religionen und Generationen. Das Angebot rund ums Deutschlernen, um Begegnungsessen und die praktische Sprachanwendung richtet sich an einheimische, zugezogene und ganz besonders an geflüchtete Menschen im Kanton Zug. Den grössten Teil der Aktivitäten ermöglichen rund 130 Freiwillige: Im letzten Jahr wurden 20‘000 Einsatzstunden gezählt. Professionell koordiniert werden die Freiwilligen durch ein kleines Team unter der Geschäftsleitung von Regula Grünenfelder. Die rund 50 Projekte kann der FRW dank der Zusammenarbeit mit Partnern wie kantonalen Stellen, Gemeinden, Vereinen, religiösen Organisationen und Privaten anbieten.
Geschichten dazu finden Sie im Jahresbericht 2022 auf frwzg.ch.

 

Mirjam Weiss, FRW Interkultureller Dialog

 

 

Die Pfarrei Hünenberg lud während der Fastenzeit zu vier Kurzpilgerwanderungen durch verschiedene Gegenden von Hünenberg ein. Das Angebot für eine Besinnung in der Natur gemeinsam mit anderen wurde geschätzt und sehr gut besucht.

«Die Fastenzeit wird oft mit dem Verzichten gleichgesetzt», sagt Christian Kelter, Gemeindeleiter der Pfarrei Hünenberg, «doch es geht um viel mehr. Es geht darum, sich auf die Grundlagen des Lebens und des christlichen Glaubens zu besinnen». Und dazu lud die Pfarrei zu vier kurzen Wanderungen durch Hünenberg ein, sogenannten Kurzpilgerwanderungen.
Das Angebot brachte Menschen zusammen, lud zum Austausch ein und bot ganz nebenbei etwas für die Gesundheit von Geist, Leib und Seele an. Die Wanderungen widmeten sich in diesem Jahr dem faszinierenden Thema «Feuer»: Feuer, das zerstört, verwandelt, reinigt, wärmt und letztlich auch neues Leben ermöglicht.
Die spirituellen Wanderungen werden auch im nächstes Jahr wieder angeboten. Mitg/bth

 

Für den Untergang der Credit Suisse übernimmt öffentlich niemand Verantwortung. Karl Huwyler, Ex-Credit-Suisse-Manager und früherer Präsident der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug erklärt, warum das so ist. Und warum die Gesetze dringend angepasst werden sollten.

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