Die Katholische Kirche Zug wird keine Abstimmungsempfehlung zur Konzernverantwortungsinitiative abgeben, die der Bevölkerung Ende November vorgelegt wird. Persönlich lehnt VKKZ-Präsident Karl Huwyler die Kovi ab, wie er im Interview mit kath.ch bekannt gibt.
Ferdinand Gehrs Fresken in der Kirche Bruder Klaus in Oberwil sorgten vor gut sechzig Jahren für Zwist im Dorf. Die Bilder mussten jahrelang bedeckt werden. Zwei Zuger Kunstschaffende bringen die Geschichte mit einer multimedialen Inszenierung in die Gegenwart.
Oberwil in den Jahren 1955/56: Eine moderne Kirche wird gebaut, die Kirche Bruder Klaus. Rund, aus Beton. Ferdinand Gehr erhält den Auftrag, im Kirchenraum Fresken zu malen. Nach deren Fertigstellung entflammt ein Streit, die Bevölkerung ist gespalten. Handelt es sich um gotteslästernde Kinderzeichnungen oder um sakrale Kunst, deren Tiefe in der Einfachheit wurzelt? Während Jahren werden die Bilder mit grossen Vorhängen verhüllt. Der «Oberwiler Bilderstreit».
Vor diesem Hintergrund arbeiten derzeit zwei Zuger Künstler an den Vorbereitungen einer multimedialen Inszenierung, mit welcher sie die Geschichte rund um den Oberwiler Bilderstreit mit Projektion, Licht, Musik, Film, Ton und Stimmen in die Gegenwart holen. «Die Ereignisse der 50er Jahre waren der Kulminationspunkt einer Entwicklung, die bereits im Barock eingesetzt hatte», sagt der in Oberwil wohnhafte Projektleiter und Regisseur Daniel Christen. Der Aufbruch nach dem Zweiten Weltkrieg sei zum Teil für die Kirche aber auch für die Bevölkerung als Bedrohung wahrgenommen worden. «Und dann kam Gehr, der mit seinen Bildern ebenfalls in diese Richtung ging. Das war vielen zu viel.»
Gemeinsam mit Michael van Orsouw, der für die Dramaturgie zuständig ist, zeigt Christen die damalige Stimmung und Tiefe multimedial auf. «Zum Schluss kommt der Namenspatron Bruder Klaus zu Wort. «Die Leute sollen verstehen, wie es damals war im Dorf und dass der Bilderstreit sogar zu Zwist innerhalb von Familien führte.»
Um die Geschichte auf unterschiedlichen Wegen erfahrbar zu machen und aufzuzeigen, wie emotional aufgeladen die damalige Situation war, werden mit fünf Beamern Bilder an Wände und Decken projiziert. «Wir zeigen, wie Gehrs Bilder entstanden sind. Auch Zitate von damals werden zu hören sein», sagt Daniel Christen. Der Historiker Michael van Orsouw hat die historischen Aspekte herausgearbeitet. «Viele Menschen waren damals überfordert. Neuartiges lehnten sie ab, weil sie es nicht verstanden.» Ein Verhalten, das heute noch zu beobachten sei. «Wir tragen den Umgang mit Konflikten ins Heute hinein. Und wagen dabei eine moderne Neuinterpretation.»
Der Projektleiter erklärt, dass eine Sprecherin und ein Sprecher die Geschehnisse von damals linear erzählen werden. Luigi Laveglia, Musiklehrer an der Musikschule Zug, habe für die Projektionen eigens Stücke geschrieben, die er mit Schülerinnen und Schülern während des Abends mit dem Piano, dem Synthesizer, der Orgel und mit Schlaginstrumenten live begleiten werde.
Seit drei Jahren arbeiten Daniel Christen und Michael van Orsouw an den Vorbereitungen für die Inszenierung. Finanzielle Unterstützung erhalten sie unter anderem von den Kirchgemeinden des Kantons Zug. Was Christen festgestellt hat: «Wir hätten das Projekt vor zehn Jahren noch nicht umsetzen können, die Erinnerung an den Bilderstreit hätte damals bei einigen Betroffenen noch zu hohe Wogen geschlagen.» Es bedürfe der Zeit, um gewisse Themen aufzugreifen.
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Marianne Bolt
Zum Abschluss ihrer Sommeraktion spendet die Katholische Kirche Zug im Namen der Teilnehmenden 5’000 Franken an die GGZ@Work. Die Gelder unterstützen Menschen im Kanton Zug, die in Armut leben.
Die Sommeraktion sollte die Bevölkerung auf die vielen religiösen Kulturschätze im Kanton aufmerksam machen, Spass bereiten und gleichzeitig einem guten Zweck dienen. Die digital aufgearbeiteten «Kulturpunkte Zug» boten geradezu ideale Voraussetzungen für Corona-Zeiten. Wer bei der Ferienaktion mitmachen und Kultur geniessen wollte, konnte das ohne Führung und zeitlich völlig unabhängig tun. Man suchte sich die Kulturpunkte, die man besuchen wollte, auf den Webseiten von www.kulturpunkte-zug.ch aus und machte sich alleine, als Paar, Gruppe oder Familie auf Entdeckungsreise.
Wer der katholischen Kirche fünf Selfies von verschiedenen Kulturpunkten zuschickte, löste die versprochene Spende von 100 Franken in eigenem Namen – aber finanziert durch die Kirche – aus. Teilnehmende aus allen Altersklassen interessierten sich für die Aktion. Auch Ständerat Matthias Michel war beispielsweise mit dabei. Er war schon vorher begeistert von der «kunsthistorischen Fundgrube», wie er die Kulturpunkte Zug bezeichnet. Seine Entdeckungstour brachte ihn zu weiteren interessanten Erkenntnissen, wie er in einem Interview im Pfarreiblatt verrät. Wer sich seine eingeschickten Selfies anschauen möchte, findet diese auf der Homepage der Kulturpunkte Zug. Dort zeugen übrigens viele weitere lebendige Fotos davon, dass Kultur auch Spass machen kann. Die Katholische Kirche Zug dankt allen Teilnehmenden herzlich fürs Mitmachen.
Das Präsidium der VKKZ (Vereinigung der katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug) entschied, den Spendenbetrag, der durch die Teilnahme an der Aktion entstand, auf 5’000 Franken aufzurunden und der GGZ@Work zu überweisen. Der Betrag ist für Menschen im Kanton Zug bestimmt, die derzeit in Armut leben.
Bernadette Thalmann
Weil die Zuger Messe aufgrund der Corona-Pandemie für dieses Jahr abgesagt werden musste, verschiebt die Katholische Kirche Zug ihr Messethema auf das kommende Jahr.
Die Vorbereitungen der Arbeitsgruppe Zuger Messe liefen bereits auf Hochtouren. Mit einem «Wohnzimmer Gottes» wollte die Katholische Kirche Zug die Gäste an ihrem Stand überraschen. Doch es sollte wie vieles in diesem Jahr anders kommen: Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Zuger Messe 2020 abgesagt. Zum Glück ist das Messethema nicht zeitgebunden. So kann im kommenden Jahr auf die vielen Ideen und die bereits geleistete Arbeit zurückgegriffen werden.
Auf die Kapelle, welche im Zentrum des Messeauftritts der Kirche stehen sollte, muss die Bevölkerung nicht verzichten, denn dieses fahrbare «Wohnzimmer Gottes» ist nach wie vor auf Tournee. Aktuell steht die Kapelle bis zum 30. August auf dem Dorfplatz in Neuheim. Die nächsten Standorte der «Kennenlern- und Einbeten-Tour» sind:
01.9. – 13.9.20 | Menzingen
15.9. – 28.9.20 | Maria vom Berg, Kloster Menzingen
Mitg./bth
Artikel Ein Wohnzimmer Gottes für die Zuger Messe 2020
Die Fachstelle Bildung-Katechese-Medien der Katholischen Kirche Zug organisiert neu die Kurse für Leiterinnen und Leiter von Ministranten im Kanton Zug. Dadurch sollen alle Pfarreien gleichermassen Zugang zu den Kursen haben.
Bis letztes Jahr wurden angehende Leiterinnen und Leiter von Ministranten durch die DAMP (Deutschschweizerische Arbeitsstelle für Ministrant*innenpastoral) ausgebildet. Mit der Umstrukturierung der DAMP wurde die Organisation der Minileiterkurse an die jeweiligen Kantone delegiert. Einige Pfarreien boten bereits vorher eigene Kurse für ihre angehenden Minileiter an und führten sie erfolgreich durch.
Damit künftig sämtliche Pfarreien des Kantons Zug gleichermassen Zugang zu Kursen für Leitende von Ministranten haben, werden die Kurse ab dem Schuljahr 2020/2021 von der Fachstelle Bildung-Katechese-Medien (BKM) koordiniert und organisiert. Die drei Ministrantenpräses Doris Baumann, Carla Omlin und Martin Brun sowie die Weiterbildungsverantwortliche der Fachstelle BKM, Conny Weyermann, haben deshalb ein entsprechendes Konzept entworfen.
Jährlich wird ein Kurs mit drei Kurseinheiten für die angehenden Leitenden von Ministranten durchgeführt. Die Einheiten werden unterteilt in «Liturgie und Team», «Spielpädagogik» sowie «Anlässe und Notfälle». Für die Durchführung der Kurse werden erfahrene Ministrantenpräses oder Scharleitende engagiert. Die Weiterbildungen finden jeweils in den Räumlichkeiten verschiedener Pfarreien im Kanton Zug statt. Nach jeder Kurseinheit erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat, welches von der DAMP nach wie vor zur Verfügung gestellt wird.
Die erste Kurseinheit mit den Inhalten Liturgie und Team findet am Samstag, 14. November 2020 im Pfarreizentrum St. Michael in Zug statt. Ende August wird der Flyer an alle Ministrantenscharen des Kantons Zug verschickt, damit die Anmeldungen erfolgen können. Ebenfalls wird der Kurs auf der Homepage www.minis.ch aufgeschaltet. Auswärtige Anmeldungen werden jedoch erst dann angenommen, wenn aus dem Kanton Zug zu wenige Anmeldungen eingehen sollten.
Conny Weyermann, Fachstelle Bildung-Katechese-Medien
Mehr Macht dem Klerus, weniger den Nichtgeweihten: Eine Vatikan-Instruktion sorgt für Wirbel. Bischof Felix Gmür hält sie für «theologisch defizitär und klerikalistisch verengt».
Hier drei Stimmen zur Jubiläums-Veranstaltung des Forum Kirche und Wirtschaft vom 1. Juli. Befragt wurden Joachim Eder, Ex-Ständerat, Renate Falk, Kirchenrätin und Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenopfer.
Welche Aussage zum Thema hat Ihnen an diesem Abend am besten gefallen?
Joachim Eder: Dass Anne Schwöbel die Bedeutung der sozialen Verantwortung der Unternehmen betonte, schien mir sehr wichtig. Ihre Aussage, dass die Mitarbeitenden im Zentrum stehen müssen, ist zwar eine Selbstverständlichkeit, geht heute im grassierenden Wachstumswahn aber leider sehr oft unter.
Renate Falk: Mich haben zwei Aussagen bewegt: Die von Mathias Binswanger «Kirche hätte viel zur Wirtschaft zu sagen» und die von Thomas Wallimann-Sasaki «Wir Menschen müssen den Reichtum gestalten. Wenn wir ihn seinem freien Lauf überlassen, wird die Einkommensschere immer grösser».
Bernd Nilles: Die ExpertInnen haben deutlich gemacht, dass Geld allein kein gutes Leben sichert, der Markt nicht alles regeln kann. Zugleich wurde betont, im Sinne der katholischen Soziallehre Privatbesitz nie ganz privat ist. Wer etwas besitzt, hat Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und diese hat Anteile am Besitz. Dies kann nicht nur auf freiwilliger Basis geschehen, sondern es braucht verbindliche Regeln. Steuern sind ein Beispiel für solche Regeln. Gesetze und Unternehmensverantwortung ein anderes.
Der Event war einer der ersten grösseren Anlässe nach dem Corona-Shotdwn und Schutzmassenahmen waren nötig. Wie haben Sie die Stimmung empfunden?
Joachim Eder: Die Stimmung war sehr positiv, die Jubiläumsveranstaltung ausgesprochen würdig. Ich stellte im Publikum keine Art von Unsicherheit fest, im Gegenteil: der Wunsch, sich wieder mal austauschen zu können und miteinander den Dialog zu pflegen, war spürbar.
Renate Falk: Die Stimmung war anregend und von einer konzentrierten Aufmerksamkeit geprägt. Das Referat und die anschliessende Diskussion haben durch verschiedene humorvolle Aussagen der Mitwirkenden dem ernsten Thema eine gewisse Würze gegeben. Beim anschliessenden Apéro war die Corona bedingte Zurückhaltung spürbar.
Bernd Nilles: Die Räumlichkeiten waren ideal und die Stimmung gut. Wer die 1,5 Meter Sicherheitsabstand unterschritt, hat dies eigenverantwortlich getan, das kann man als Veranstalter nicht beeinflussen.
Was wünschen Sie sich vom Forum Kirche und Wirtschaft für die Zukunft?
Joachim Eder: Das Forum hat sich gut etabliert. Es soll weiterhin wirtschaftliche und sozialethische Fragen thematisieren, christliche Anliegen zur Sprache bringen und damit zum wichtigen Austausch zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Kirche beitragen. Das ist heute nötiger denn je.
Renate Falk: Weiter dran bleiben an Themen, die unsere Gesellschaft prägen und bewegen, und auch die Kirche bewegen und prägen sollen.
Bernd Nilles: Nutzen Sie das Vernetzungs- und Dialogpotential weiter. Scheuen Sie schwierige Themen nicht. Denn es hat schon ein wenig verwundert, dass am Tag der bundesrätlichen Verkündung des Abstimmungstermins über die Konzernverantwortungsinitiative, dieses Stichwort nicht einmal fiel.
Interview: Bernadette Thalmann
Siehe auch Artikel «Wer hat, dem wird gegeben − in der Bibel und an der Börse»
Die Katholische Kirchgemeinde der Stadt Zug setzt in Zeiten von Corona ein Zeichen: Vom Ertragsüberschuss 2019 sollen 300’000 Franken für ein Corona-Hilfspaket verwendet werden.
Das Hilfspaket ist für Organisationen und Projekte bestimmt, die von der aktuell herrschenden Krise, ausgelöst durch das Coronavirus, betroffen sind. Von den geplanten Spenden wurden 60’000 Franken an der Kirchenratssitzung vom 28. April 2020 gesprochen. Diese Beitragshöhe entspricht der Kompetenz des Kirchenrates. Die Zuwendungen wurden bereits überwiesen. Folgende Institutionen wurden berücksichtigt:
Diese Institutionen verfügen über eine hohe Vertrauenswürdigkeit bei der Bevölkerung und sind oft die erste Anlaufstelle für Menschen, die von Armut betroffen sind.
Über die restlichen Spendengelder wird die Kirchgemeinde an der Kirchgemeindeversammlung vom 15. Dezember 2020 abstimmen.
Der Kirchenrat ist überzeugt, dass diese Soforthilfe-Massnahmen wichtig und richtig sind. In Krisenzeiten muss eine schnelle und unkomplizierte Unterstützung geleistet werden.
Medienmitteilung der Katholischen Kirchgemeinde der Stadt Zug vom 21. Juli 2020
«In Zeiten von Corona hat sich deutlich gezeigt, wie nützlich die neuen Pastoralraumstrukturen sind», resümiert Gaby Wiss, Leitungsassistentin Pastoralraum Zug Walchwil.
Kräfte zu bündeln und Ideen auszutauschen, war während der Corona-Krise ganz besonders wichtig: Die Religionslehrpersonen haben ihre Materialien auf einer Plattform hinterlegt, im Fachbereich Altersarbeit wurden Mutmachbriefe zugänglich gemacht, im Fachbereich Jugendarbeit Konzepte erarbeitet, die sogar auf Bistumsebene eingesetzt wurden, Pfarrer und Gemeindeleiter haben miteinander über die Möglichkeiten der Umsetzung des Schutzkonzeptes in den Gottesdiensten gesprochen, die Sekretariate haben von gemeinsamen Texten fürs Pfarreiblatt profitiert und die Sakristane haben Schilder, Kordeln und Desinfektions-Spender montiert. Und von St. Johannes Zug bis St. Johannes Walchwil wurden gemeinsame digitale Tagesimpulse verfasst: Für jeden Sonntag und Feiertag sprach ein Pfarrer oder Gemeindeleiter ermutigende Worte zu den Gläubigen im ganzen Pastoralraum, nachzulesen unter www.przw.ch.
Vielleicht sagen Sie: Davon habe ich gar nichts gemerkt! Das ist auch gut und richtig so. In Ihrer Pfarrei sehen Sie Ihre Bezugspersonen. Es sind die Menschen, die Ihnen vertraut sind. Die Pfarreiseelsorgenden können sich Ihnen mehr zuwenden, weil nicht jede/r das Rad neu erfinden muss, sondern gemeinsam nach sinnvollen Lösungen gesucht wird. Und trotz Absprachen ist es kein Einheitsbrei. Jede Pfarrei hat ihren eigenen Charakter – und das soll auch so bleiben.
Gaby Wiss, Leitungsassistentin Pastoralraum Zug Walchwil
Im Bistum Basel ist Anfang Juli ein Konzept gegen sexuelle Übergriffe in Kraft getreten. Der Bischof von Basel hat es mit den staatskirchenrechtlichen Körperschaften erarbeitet.
Das Bistum Basel hat ein Konzept zur Bekämpfung von Übergriffen erarbeitet. Anfang Juli trat die «Prävention und Intervention gegen sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» in Kraft, womit die Richtlinien der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) umgesetzt werden. Es basiert auf einer Grundlage, welche die SBK im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Vereinigung der Höheren Ordensoberen erarbeitet hat. Adressaten dieses Konzepts sind grundsätzlich alle Personen im kirchlichen Dienst, die durch staatskirchenrechtliche Körperschaften oder andere Instanzen angestellt sind, sowie auch Freiwillige.
Im Konzept wird betont, dass es sich bei der Seelsorge um Beziehung handelt. Eine Beziehung, für deren Gestaltung die Seelsorgenden in jedem Fall verantwortlich seien, denn es handle sich immer um asymmetrische Beziehungen. Aufgezeigt werden die Übergänge von alltäglichem Normalverhalten zu Grenzverletzungen bis hin zu strafbarem Verhalten.
Ein vom Bischof errichtetes diözesanes Fachgremium ordnet Aufbau- und Ablauforganisation der geschaffenen Stellen im Bereich von Prävention und Intervention gegen sexuelle Übergriffe. Um Übergriffen konkret entgegenzuwirken, wird ein Präventionsbeauftragter oder eine Präventionsbeauftragte des Bistums die Umsetzung der Massnahmen durchsetzen und überprüfen. Ebenfalls unterstützt diese Person das Ausarbeiten eines Verhaltenskodex, den Seelsorgeteams erarbeiten müssen. Weiter wird unter anderem veranlasst, dass alle Seelsorgenden bei Stellenantritt eine Selbstverpflichtung unterzeichnen, in der sie bestätigen, sich entsprechend den Richtlinien zu verhalten wie auch Weiterbildungen zu absolvieren, in denen sie auf problematische Aspekte ihrer Arbeit aufmerksam gemacht werden.
Der Bischof hat die Weisungsbefugnis all jenen Personen gegenüber, die durch ihn ernannt oder mit einer Missio canonica für den pastoralen Dienst beauftragt sind. Bereits den Bewerbungsunterlagen müssen diese Personen einen Privat- und Sonderprivatauszug aus dem Schweizerischen Strafregister beilegen, der danach alle drei Jahre erneut einzureichen ist. Für die Personen im kirchlichen Dienst, die von einer anderen Anstellungsbehörde angestellt worden sind oder sich freiwillig in einem sensiblen Bereich in der Pastoral betätigen, empfiehlt der Bischof dieselben oder ähnliche Massnahmen. Zu diesen Personen gehören beispielsweise KatechetInnen, JugendarbeiterInnen, Präsides von Kinder- und Jugendverbänden, SozialarbeiterInnen, PfarreisekretärInnen, KirchenmusikerInnen, SakristanInnen oder HauswartInnen.
Marianne Bolt
Gesamtes Konzept des Bistums Basel