Bereits seit drei Jahren lebt Michèle Adam zusammen mit ihrem Mann als Pastoralraumleiterin und Gemeindeleiterin im katholischen Pfarrhaus in Risch. Lesen Sie im Beitrag von kath.ch, weshalb sie sich hier so wohl fühlt.
Der 1. August löst bei vielen Schweizerinnen und Schweizern Ur-Heimatgefühle aus. Doch was bedeutet Heimat für Menschen im Kanton Zug, die flüchten mussten? Das Pfarreiblatt hat nachgefragt.

«Heimat ist für mich dort, wo ich geboren wurde. Es ist der Ort, wo sich meine Wurzeln und meine Kultur befinden, unabhängig davon, wie es mir dort geht. Hier in der Schweiz habe ich Schutz gefunden – und letztendlich auch eine zweite Heimat.» Elbrus (Herkunft: Tschetschenien)

«Heimat ist nicht nur das, was mein Herz ausfüllt, sondern alles, was ich im Leben lerne und erhalte. Heimat ist meine Basis. Davon träume ich, das vermisse ich. Heute ist auch die Schweiz eine Heimat für mich – denn hier führe ich mein Leben.» Yohana (Herkunft: Eritrea)

«Wenn ich an Heimat denke, denke ich an meine Familie, an das Essen und die Natur zu Hause. Das alles vermisse ich. Ich bin noch neu hier. Hier herrschen eine andere Kultur und eine andere Religion vor, das ist für mich manchmal komisch.» Hamda (Herkunft: Somalia)

«Heimat ist für mich der Ort, an dem ich mich sicher fühle. Dort, wo Menschen respektvoll und freundlich miteinander leben. Früher erlebte ich Ungerechtigkeit, nur der Stärkere überlebte. In der Schule hörte ich von den Menschenrechten, hier erlebe ich sie in der Praxis. Als Flüchtling habe ich hier eine neue Heimat gefunden.» Adam (Herkunft: Tschad)

«Wenn ich an meine Heimat denke, tut mir mein Herz weh. Meine fünf Kinder sind meine Heimat; ich vermisse sie. Meinen jüngsten Sohn habe ich letztes Jahr nach 17 Jahren zum ersten Mal wieder gesehen. Ohne politische Probleme hätte ich mein Land nicht verlassen.» Tursunay (Herkunft: Usbekistan)

«Meine Heimat befindet sich in meinem Herz. Heimat ist meine Familie. Wenn jemand in ein anderes Land gehen muss, ist es sehr schwierig. Ich bin immer traurig und hoffe, dass ich eines Tages zurückkehren kann.» Özal (Herkunft: Kurde aus der Türkei)

«Ich vermisse mein Land, aber meine Familie noch mehr. Ich bin allein hier. Ich bin verheiratet, mein Mann lebt in der Türkei, meine Kinder sind in Europa, aber nicht in der Schweiz.» Hülya (Herkunft: Kurdin aus der Türkei)
(Copyright alle Bilder: G.F.S.)
Lesen Sie den vollständigen Artikel dazu im Pfarreiblatt
Zwei Dutzend Menschen mit einer Beeinträchtigung genossen Ende Juli eine herrliche Ferienwoche im Wallis, begleitet von der ökumenischen Seelsorge «seelsam». Tolles Wetter und spannende Ausflüge sorgten für viel Spass.
Gut gelaunt und erwartungsvoll trafen sich am Samstag, 22. Juli 2023 in Zug insgesamt 24 Menschen mit einer Beeinträchtigung und 12 Begleitpersonen zur Abfahrt in die diesjährige «seelsam»-Ferienwoche. Sie stand unter der Leitung von Susan Staub und Karin Schmitz von «seelsam»-ökumenische Seelsorge für Behinderte. Mit vier Kleinbussen ging es via Brünig- und Grimselpass Richtung Wallis, wo uns das Team in St. Jodern im Laufe des Nachmittags erwartete. In einem schönen Haus mit grosszügigem Umschwung und grosszügigen Räumen verbrachten wir eine tolle Woche.
Diverse Ausflüge machten die Ferientage kurzweilig: So beispielsweise das Velofahren für behinderte und betagte Menschen mit Tandem 91, ein Ausflug nach Saas Almagell mit Minigolf, der Besuch des Donnschtig-Jass in Raron, ein Besuch des World Natur Forums in Naters sowie Lädele, Kaffee trinken und Spaziergänge.
Natürlich durfte auch Kino im Haus, Spielen und Basteln nicht fehlen. Beim Raclette-Abend mit musikalischer Unterhaltung ging die Feierfreude durch die Decke…. Das Wetter war uns die ganze Woche gut gesonnen. Dankbar und mit vielen schönen Erlebnissen kehrten wir am Samstag, 29. Juli nach Zug zurück.
Allen Beteiligten und freiwillig Engagierten an dieser Stelle ein grosses Dankeschön! Wir freuen uns heute schon auf die «seelsam»-Ferienwoche 2024.



Bericht und Fotos Karin Schmitz, seelsam
Ende Juni ist Alfredo Sacchi als Domherr des Kantons Zug zurückgetreten. Stefan Doppmann würdigt als Präsident der VKKZ das zehnjährige Engagement.
Danke, Alfredo!
Mehr als zehn Jahre lang warst Du «unser» Domherr für den Kanton Zug und damit der direkte Draht in die Bistumsleitung. Beide Seiten – die pastorale und die staatskirchenrechtliche – konnten darauf vertrauen, dass Du ihre Interessen und Bedürfnisse aufmerksam wahrnimmst und sie diplomatisch austariert einbringst. Wir konnten darauf zählen, dass Du als Domherr für uns da warst, wenn wir ein Anliegen hatten.
Wer dich kennt und schätzt, nimmt dich wahr als offen, ehrlich, interessiert, engagiert, kommunikativ, herzlich, unkompliziert, kompetent, glaubwürdig und noch vieles mehr.
Ende Juni hast Du kräftebedingt Deinen Rücktritt als Domherr eingereicht und Du übergibst diese Verantwortung einem jüngeren Priester. Im Namen der VKKZ danke ich Dir herzlich für all das, was Du als Domherr für den Kanton Zug geleistet und bewirkt hast. Wir wünschen Dir viel Zeit, die Du als Künstler in Deinem Atelier und ganz einfach als Alfredo mit anderen Menschen verbringen und geniessen kannst.
Stefan Doppmann
Präsident VKKZ
Thomas Hausheer, Leiter der Fachstelle «Forum Kirche und Wirtschaft» hat soeben seine Weiterbildung im Bereich «Digitale Ethik» erfolgreich abgeschlossen. Im folgenden Interview teilt er seine Erkenntnisse.
Thomas, herzliche Gratulation zum erfolgreich absolvierten CAS «Digitale Ethik» an der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ)! Was hat dich bewogen, diese Weiterbildung zu machen?
Ich habe mich bereits im vergangenen Jahr mit der digitalen Transformation auseinandergesetzt. Das war im Rahmen der von mir durchgeführte Veranstaltung «Ethik und Moral in der digitalen Welt – Wer trägt die Verantwortung?». Die Frage, ob das technisch Mögliche auch das moralisch Vertretbare und das gesellschaftlich Richtige ist, beschäftigt mich nachhaltig. Mich interessierte vor allem die nächste Stufe der Digitalisierung, die Etablierung von Künstlicher Intelligenz (KI). Dabei wollte ich der Frage nachgehen, wie die Grundsätze der Ethik auch auf kognitive Technologien angewendet werden können.
Zu welchem Thema hast du deine CAS-Arbeit geschrieben?
Meine Zertifikatsarbeit untersucht den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Seelsorge, konkret die Verwendung von einem Chatbot zur Unterstützung der Seelsorgenden. Dieser ist zeitlich unbegrenzt verfügbar, niederschwellig zugänglich und wahrt erst noch Anonymität. Das lässt vordergründig seinen Einsatz interessant erscheinen.
Zu welchen Erkenntnissen bist du gekommen?
Der Lehrgang verschaffte mir vertiefte Einblicke in die digitale Welt, insbesondere in das, was KI wirklich kann und was nicht. Aufgrund der Technologie, die dem Chatbot ChatGPT zu Grunde liegt, sind für mich KI und Seelsorge unvereinbar. Wohl liefert ChatGPT erstaunliche Ergebnisse, diese sind und bleiben aber vorerst unpräzis und fehleranfällig.
Dies deshalb, weil sie auf Wahrscheinlichkeiten und Muster aufbauen. Die grosse Datenmenge und die schnellen Rechenleistungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass lediglich eine Simulation stattfindet, die kein Bewusstsein hat. Daher ist sie nicht in der Lage, einen Menschen wahrzunehmen. Das fehlende Bewusstsein ist mit dem Fehlen der Seele gleichzusetzen. Die Seele ist aber unabdingbare Voraussetzung für das seelsorgerische Gespräch.
Weshalb und in welchen Einsatzbereichen der Künstlichen Intelligenz braucht es ethische Guidelines?
Die KI basiert auf Daten der Vergangenheit, ist also ein Abbild der Gesellschaft mit allen Fehlern und Unzulänglichkeiten. Themen wie Diskriminierung, Rassismus, Radikalisierung, Datenschutz, etc. sind noch zu wenig erkannt und nicht genügend geregelt. Es stellt sich die zentrale Frage: Wie beeinflussen wir, was uns beeinflusst? Grundsätzlich braucht es für alle Schnittstellen, wo der Mensch auf die Maschine respektive auf KI trifft, entsprechende Richtlinien.
Wie können solche Guidelines aussehen? Wie weit sollen sie gehen?
Die digitale Welt ist eine globale Welt, solche Guidelines greifen nur, wenn sie weltweit Beachtung und Anwendung finden. Dies scheint mir auf rechtlicher Basis ein utopisches Ziel zu sein. Es gibt aber Bestrebungen, auf der Ebene von Richtlinien und Kodexen Rahmenbedingungen zu schaffen und auch umzusetzen. Die EU ist im Bereich des Datenschutzes und der Anwendung von «vertrauenswürdiger KI» sehr aktiv. Grossunternehmen, die international tätig sind, verpflichten sich im Rahmen ihrer Governance, Risk und Compliance zur Einhaltung solcher Guidelines. Die Krux der Sache sind allerdings die Verpflichtung zur Einhaltung, deren Kontrolle und die Sanktionierung von Verstössen.
Wo und wie willst du dein erworbenes Wissen einsetzen?
Ich werde die Erfahrung aus diesem Lehrgang in Projekte und Angebote meiner Fachstelle einbringen, weitere Aspekte und Fragestellungen im Rahmen der Kappeler Anlässe diskutieren. Im Austausch mit den Pfarreien und Kirchgemeinden möchte ich das Bewusstsein für diese Themen schärfen und sie ermutigen, ihre Überzeugung aus christlich-ethischer Sicht aktiv einzubringen.
Ethik lebt vom Dialog und der Debatte. Diesen Dialog würde ich gerne mit Exponenten der Zuger Wirtschaft oder einzelnen Firmen führen, denn die Herausforderungen in der digitalen Transformation werden in Zukunft nicht kleiner sein. Hier kann ich mir auch eine beratende Funktion der Fachstelle als konkrete Dienstleistung für Zuger Firmen vorstellen.
Interview: Bernadette Thalmann
Nächste Veranstaltungen Forum Kirche und Wirtschaft
30. September 2023
«Älterwerden würdig gestalten» in Cham
6./7. Oktober 2023
«Oasentag» (Einführung in die Christliche Meditation) in Waldkirch/DE
Das Kommunikationsteam der VKKZ wünscht Ihnen schöne, erholsame Ferientage. Wir wünschen Ihnen, dass Sie viel Interessantes erleben und Energie tanken können, ob zuhause, in den Bergen, am Meer, irgendwo unterwegs oder in einer fremden Stadt.
Das Kommunikationsteam schaltet in den Sommerferien auch einen Gang zurück und lässt sich für neue Ideen inspirieren. Wir freuen uns, Sie im August gut erholt wieder hier auf unserer Homepage begrüssen zu können.
Der Regierungsrat hat Reto Kaufmann per 1. Juli 2023 zum neuen Domherrn des Kantons Zug ernannt. Damit ist der Zuger Stadtpfarrer auch Mitglied des Domkapitels des Bistums Basel.
Seit 2016 leitet Reto Kaufmann als Pfarrer die Stadtzuger Pfarrei St. Michael und den Pastoralraum Zug-Walchwil. Erfahrungen in der Seelsorge im Kanton Zug brachte er bereits von seinem früheren Einsatz 1998 – 2004 als Vikar in der Chamer Pfarrei St. Jakob mit, bevor er dann elf Jahre als Pfarrer in der Luzerner Pfarrei St. Anton wirkte und auch für eine zweite Pfarrei verantwortlich war. Mit seiner Ernennung zum Domherrn des Kantons Zug löst er Alfredo Sacchi ab, welcher dieses Amt seit 2013 wahrgenommen hat.
Als Präsident der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug VKKZ freut sich Stefan Doppmann sehr über diese Ernennung und gratuliert dem frischgebackenen Domherrn herzlich: «Die Ernennung des Regierungsrats ist doppelter Grund zur Freude. Einerseits bekommt der Kanton Zug einen Domherrn, der als beliebter Seelsorger bestens mit Land und Leuten vertraut ist. Gleichzeitig darf sich die Bistumsleitung über Verstärkung freuen. Ich bin davon überzeugt, dass Reto Kaufmann seine Aufgabe als diplomatisches Bindeglied zwischen der Kantonsregierung und dem Bistum mit viel Fingerspitzengefühl und Würde wahrnehmen wird. Dem zurückgetretenen Domherrn Alfredo Sacchi danken wir herzlich für sein umsichtiges Wirken in den vergangenen zehn Jahren».
Mit grossem Engagement hat der kantonale Seelsorgerat in seinem 27-jährigen Wirken Meilensteine gesetzt. Die Veränderungen der pastoralen Strukturen haben konkrete Auswirkungen, eine davon ist die Auflösung des Seelsorgerats.
Die Geschichte ist geprägt vom Wandel. Das gilt für alle Bereiche der Gesellschaft, auch für die Kirche – und zwar im Grossen der Weltkirche wie im Kleinen in der Pastoral für die Menschen vor Ort. Dieser Wandel verändert kirchliche Strukturen im Bistum und erreicht jetzt auch den Seelsorgerat auf kantonaler Ebene. Ursprünglich zur Beratung der Dekanatsleitung gegründet, löst sich der Seelsorgerat im Sommer auf.
Der Seelsorgerat entstand 1996 aus der Konferenz der Präsidentinnen und Präsidenten der Pfarreiräte aller Pfarreien. Ziel des neuen Gremiums war, den Zusammenhalt unter den engagierten Laien in allen Pfarreien zu stärken und gemeinsame Impulse für die Kirche zu setzen.
Mit den neuen pastoralen Strukturen stellte sich die Frage nach der Rolle des Seelsorgerats. In gemeinsamen Überlegungen mit dem Bistum ist der Entscheid gefallen, dass nach 27 Jahren die Ziellinie erreicht ist und der Seelsorgerat sich auflöst. Um diesen Entscheid hat der Seelsorgerat gerungen – haben sich doch viele Frauen und Männer jahrelang mit Herzblut engagiert und Meilensteine gesetzt.

Plakataktion „7 Tage Auferstehen“ von 2006 | © zVg
Der Austausch zwischen den Ehrenamtlichen in den Pfarreien wurde gestärkt; die Spezialseelsorge wurde in den Pfarreien besser verankert; Das Projekt «7 Tage Auferstehen» trug 2006 den Zusammenhalt aller Pfarreien in die Öffentlichkeit. Ganz besonders zu erwähnen ist die Präsenz der Kirche an der Zuger Messe. Seit 2009 präsentiert sich die Kirche in diesem Schaufenster einer breiten Öffentlichkeit. Diese Präsenz und der direkte Kontakt zu den Menschen haben viel zum positiven Image der Kirche in unserem Kanton beigetragen.
Das Engagement von Frauen und Männern in der Kirche bleibt wichtig, es wird in den neuen pastoralen Strukturen weiterleben, denn engagierte Menschen verändern und bringen die Kirche vorwärts. Ein Abschlussfest am 19. August würdigt das 27-jährige segensreiche Wirken des Seelsorgerats und sorgt für einen Ausklang in Dankbarkeit.
Franz Lustenberger, Präsident Seelsorgerat
Die Lakeside Gallery in Zug zeigt derzeit eine Doppelausstellung. Einer der Künstler ist Alfredo Sacchi, der vielen als Priester und Domherr bekannt ist. Im Interview mit Arnold Landtwing erzählt er über seine Werke und seinen Weg zum Künstler.
Alfredo Sacchi, Hand aufs Herz: Ist der Künstler Priester und Domherr geworden oder umgekehrt?
Zuerst hat sich der Priester durchgesetzt. Kreatives Arbeiten war mir schon immer ein Anliegen, aber als Pfarrer bin ich nie dazu gekommen. Ich habe immer die internationale Kunstmesse «Art Basel» besucht. Vor etwa 15 Jahren habe ich zwei Künstler gesehen, die mich inspiriert haben.
Was genau hat Sie damals inspiriert?
Ein südamerikanischer Künstler hat von der Natur geschliffene Steine farbig emailliert und aufgereiht. Seine Werke kosteten ungefähr die Höhe des Werkes, d.h. eine 70 Zentimeter hohe Stele mit Steinen kostete 70’000 Dollar. Ein anderer Künstler hat Bilder mit Holzlatten gemacht – und in jedem Bild waren etwa drei der Latten beweglich.
Und wann haben Sie zum kreativen Arbeiten gefunden?
Zu meiner Pensionierung hat mir mein Freund Roland Villiger ein Set mit Farben und Pinseln geschenkt. Irgendwann habe ich in Berlin dann angefangen, mit Kugeln, Holz und Farben zu arbeiten. Mit der Zeit sind das Wohnzimmer und die Küche zum Atelier geworden. Meine erste Skulptur waren farbige Kugeln, sie steht noch in Berlin.
Wie sind Sie denn von Zug nach Berlin gekommen?
Ich wollte eine Wohnung kaufen, habe aber im Kanton Zug nichts Erschwingliches gefunden. Unsere Familie hat seit Jahrzehnten Beziehungen nach Berlin und bei einem Nachtessen hat mich jemand gefragt, ob ich nicht in Berlin eine Wohnung kaufen wolle. Das habe ich dann gemacht. So ist Berlin zu meiner zweiten Heimat geworden.

Galeristin Sussi Hodel und Alfredo Sacchi | © Arnold Landtwing
Die Ausstellung ist eigentlich eine Werkschau über zehn Jahre, in denen Sie im stillen Kämmerlein in Berlin gearbeitet haben?
Ja, das kann man so sagen. Vor zwei Jahren habe ich eine erste kleine Ausstellung in der Bauhütte, der Cafeteria von St. Michal in Zug realisiert. Die zweite war in meiner Wohnung und im Treppenhaus. Ein Nachbar kennt die Galeristin Sussi Hodel und hat sie auf mich aufmerksam gemacht – und so bin ich jetzt hier in der Lakeside Galerie.
Welches ist die Kernbotschaft, die sich durch Ihre Werke zieht?
Ich glaube an den Gott des Lebens – und das sieht man in meinen Skulpturen: Sie sind lebendig, sie machen lebendig und strahlen etwas Frohes aus. Jedes Holzstück repräsentiert in seiner Farbigkeit einen Menschen. In der Vielfältigkeit finden sie zu Gemeinschaft und Stabilität und zusammen.
Wie viel Mut braucht es, in eine Galerie zu gehen?
(zögert länger) Viel! Es hat schon viel Mut gebraucht, überhaupt auszustellen.
Warum?
(schweigt nochmals länger) Ich habe mich auch auf die Ausstellung eingelassen, weil ich ein paar Werke verkaufen möchte. Wer mich kennt, weiss, dass ich sozial engagiert bin. Den Erlös aus dem Verkauf werde ich weitergeben.
Hinweis:
Die Ausstellung «Sein oder nicht sein – Existenz in Farbe» mit Bildern von Tiziano Autera und Werken von Alfredo Sacchi in der Lakeside Gallery in Zug gegenüber dem Casino dauert noch bis am 1. Juli.