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Das Forum Kirche und Wirtschaft der Katholischen Kirche Zug hat am vergangenen Samstag zusammen mit weiteren Veranstaltern verschiedenste Aspekte rund um Leben, Tod und die Organspende mit Fachleuten vertieft behandelt und diskutiert.

Das zur Abstimmung stehende Transplantationsgesetz gibt der Thematik der Organspende Brisanz. Da sich bei Organspenden ethische Fragen stellen, widmen sich diesen das Forum Kirche und Wirtschaft zusammen mit der Katholischen Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung der Schweiz KAB und dem Institut für Sozialethik ethik22.

Herz gegen Niere – so einfach geht das in der Spitalwirklichkeit bei Organspenden natürlich nicht. Herz gegen Niere ist aber mehr als ein Gedankenspiel. Frank Mathwig, Professor für Ethik an der Universität Bern und Mitglied der Nationalen Ethikkommission, ruft zum Perspektivenwechsel auf: «Was wäre, wenn ich morgen ein Herz oder eine Niere brauchen würde?» Auch Franz Immer, Direktor der Stiftung Swisstransplant, hat auf diesen Punkt hingewiesen: «Wir alle können auf der Warteliste für ein Organ landen.»

Die Zahlen zur Organspende in der Schweiz sind klar: Auf der Warteliste für ein Organ standen im Jahre 2020 insgesamt 1’457 Personen, Transplantationen wurden 519 vorgenommen. Auf eine Million Verstorbene kommen 20 Personen, die ein Organ zur Verfügung stellen. Diese tiefe Zahl steht in einem krassen Missverhältnis zur Höhe der Bereitschaft für eine Organspende gemäss Umfragen.

Wer entscheidet über meine Organe?

Es sind verschiedenste Blickwinkel auf das Thema möglich. Zuerst einmal geht es um die Frage des Todes: Wann ist ein Mensch tot, und damit verbunden die Frage, wann dürfen Organe entnommen werden? Die Antwort fällt nicht einfach aus: Die menschliche Hülle des Körpers zerfällt mit dem Tod, verschwindet damit aber auch die Seele? Hans Niggeli, Theologe und Klinikseelsorger im Kanton Aargau, formuliert es so: «In den Organen ist das bisherige Leben mit all seinen Erfahrungen gespeichert.» Lebe ich also bei einer Organspende in einer anderen Person weiter?

Für Frank Mathwig bedeutet daher über den Tod nachdenken, immer auch übers Leben nachdenken. Als Theologe und Ethiker ist ihm der Schutz der Persönlichkeit, also das Grundrecht auf körperliche Integrität ganz wichtig. Er braucht dazu das Bild der Haut, die Grenze zwischen der einzelnen Person und der Aussenwelt. Der Staat habe keinen willkürlichen Zugriff auf den Menschen, von aussen auf das Innere des Menschen. Auf der anderen Seite hat der Mensch die Möglichkeit, sich nach aussen zu öffnen. Solidarität von Mensch zu Mensch sei immer freiwillig und könne nicht vom Gesetzgeber erzwungen werden.

Kein Recht auf ein fremdes Organ

Auch wenn gemäss Statistik von 1’457 Personen auf der Warteliste 72 während dieser Zeit des Wartens verstorben sind, darf es laut Corine Mouton Dorey, Professorin für Biomedizin an der Universität Zürich, keinen staatlichen Zwang geben: «Es gibt keinen Rechtsanspruch, ein Organ zu erhalten.» Frank Mathwig plädiert daher für mehr Information zu Organspenden: «Wir alle sollen ein Bewusstsein für die Not von Menschen entwickeln, die auf ein Organ angewiesen sind. Dazu gehöre insbesondere, dass die moderne Medizin, insbesondere die Transplantationsmedizin, in der Bevölkerung noch stärker Vertrauen schaffe. Der Direktor von Swisstransplant, Franz Immer, widerspricht nicht, er verweist aber auf die klaren Regelungen in der Schweizer Ärzteschaft sowie die sorgsame Praxis in den Intensivstationen und die Gespräche mit Angehörigen. «Die Ärztinnen und Ärzte in den Intensivstationen wissen, dass es bei ihnen immer um Tod und Leben geht.»

 

Franz Lustenberger, Mitglied der Begleitkommission Forum Kirche und Wirtschaft

 

Das Institut für Sozialethik geht im neusten Magazin auf verschiedenste Aspekte des Thema Organspende ein. Das Magazin kann unter dem folgenden Link bestellt werden:
https://www.ethik22.ch/single-post/organspende-das-neuste-magazin

 

 

Die letzten Massnahmen in der Covid-19-Verordnung zur besonderen Lage sind aufgehoben: die Isolationspflicht für infizierte Personen sowie die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und in Gesundheitseinrichtungen. Damit beginnt die normale Lage.

Die Kantone sind wieder für Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung zuständig. Es bleibt eine Übergangsphase bis Frühling 2023 mit erhöhter Wachsamkeit und Reaktionsfähigkeit des Bundes und der Kantone.
Die Covid-Taskforce des Bistums Basel veröffentlicht keine FAQ mehr. Sie bittet die zuständigen Personen, vor Ort wachsam zu bleiben und ggf. verhältnismässige Massnahmen zu ergreifen, beispielsweise Hygienemassnahmen oder Maskenpflichtempfehlung. Für die umsichtige und verantwortungsvolle Umsetzung der jeweiligen Massnahmen dankt die Task-Force herzlich. Sie lädt nun alle ein, den Film nicht einfach zurückzudrehen und wie vor zwei Jahren wieder weiterfahren zu wollen, sondern aus dem Erlebten zu lernen und Neues zu wagen. Dafür wünscht sie allen Mut und Langmut.

Die Covid-Taskforce des Bistums Basel

Mitte Mai wechselt beim Verein FRW Interkultureller Dialog die Geschäftsleitung. Eva Wimmer gibt diese Aufgabe nach fast 10 Jahren Einsatz für Flüchtlinge im Kanton Zug aus gesundheitlichen Gründen ab. Nachfolgerin ist Katja Wipfli-Willeschek.

FRW Interkultureller Dialog, seit 2017 ein Verein, engagiert sich seit bald 10 Jahren mit Freiwilligenarbeit im Bereich Sprachvermittlung und verhilft damit Geflüchteten, die unter uns leben, zu einer besseren Integration in die Gesellschaft. Gleichzeitig erhalten sie Informationen zu den hiesigen Gepflogenheiten und Unterstützung in alltäglichen Fragen. Der Zugang zur Schulung ist bewusst niederschwellig gehalten. Die Sprachaktivitäten sind inzwischen ergänzend auf das Programm des Kantons ausgerichtet und tragen dazu bei, dass auch schwächere SchülerInnen Erfolge feiern können. Nebst der Sprachvermittlung bietet der FRW mit Anlässen wie gemeinsamen Essen und vielen Freizeitprojekten allen Zugezogenen und Einheimischen Möglichkeiten zur Begegnung.

Corona erforderte viel Flexibilität

Der Rückblick auf das Jahr 2021 zeigt einmal mehr, dass Flexibilität gefragt war. Ständig musste ausgelotet werden, welche Aktivitäten (noch) möglich waren. Sehr erfreulich ist, dass trotz den schwierigen Umständen ehemalige Sprachschüler und FRW-Freiwillige ihre erfolgreichen Lehrabschlüsse feiern konnten; andere Ehemalige haben eben ihre Lehrstelle angetreten. «Das sind die wertvollen Früchte unserer Arbeit der letzten 9 Jahre, über die wir uns freuen und meistens viel zu wenig darüber berichten», betont Eva Wimmer, Gründerin und bisherige Geschäftsleiterin des FRW.

Pionierwerk

Mitte Mai gibt Eva Wimmer nun ihre Leitungsfunktion aus gesundheitlichen Gründen ab. Mit Katja Wipfli-Willeschek ist die Nachfolgerin bestimmt. Eva Wimmer hat als Pionierin viel bewirkt. Angefangen hat es mit dem grossen Flüchtlingsansturm aus dem Nahen Osten vor zehn Jahren. In Zusammenarbeit mit Einheimischen und Zugezogenen entstanden Begegnungsangebote und ein Computer-Sprachlernprogramm, mit dem alle – auch Analphabeten – Deutsch lernen können. Die Betroffenheit wandelte sich allmählich zur Vision «Inklusion»: Fremde werden Vertraute, wenn es zu einem Miteinander kommt, wenn sich alle in die Gesellschaft einbringen können.

Der FRW-Vorstand hat den Wechsel in der Geschäftsleitung genutzt, um das breite Wirkungsfeld des Vereins zu überprüfen und nötige Prioritäten zu setzen. So wurde festgehalten, dass sich die Aktivitäten auf die zwei Standbeine «Sprache» und «Begegnung» konzentrieren werden. Wenn sich darüber hinaus Bedürfnisse ergeben, wird der Kontakt mit Institutionen und Vereinen gesucht, die diese abdecken können.

Ideelle und finanzielle Unterstützung gesucht

Obwohl FRW eine von Freiwilligen (zurzeit 130) getragene Organisation ist, spielen die Finanzen zunehmend eine Rolle. «Wir wollen Menschen und Institutionen gewinnen, die unsere Anliegen mit ihrer Mitgliedschaft ideell und finanziell unterstützen», sagt Vereinspräsident Markus Burri und verweist zur Kontaktaufnahme auch auf die Webseite frwzg.ch. /mjw

 

Die Katholische Kirchgemeinde Zug lädt junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren zu einem Fotowettbewerb ein. Sie sollen ihre schönsten Schnappschüsse einsenden. Ein persönlicher Bezug zur Stadt oder zum Kanton Zug ist Bedingung.

Faszinierende Momente stehen im Fokus der Ausschreibung. Ob Begegnungen im Alltag, Glücksmomente beim Feiern oder Innehalten und sich besinnen – ganz unterschiedliche Sujets sind denkbar.

Die besten zehn Arbeiten werden vom 23. September um 19.00 Uhr bis zum 25. September 2022 in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten ein Preisgeld. Eingabefrist ist der 30. April 2022.

Kontakt: Elisabeth Feiler-Sturm, Kuratorin für mobile Kunst- und Kulturgüter, Katholische Kirchgemeinde Stadt Zug.

 

Medienmitteilung der Katholischen Kirchgemeinde Stadt Zug vom 29. März 2022

Die Coronazeit war die Zeit der digitalen Innovation im Bildungsbereich. So auch in der Ausbildung von Katecheten und Katechetinnen, welche die Fachstelle Bildung-Katechese-Medien in Zusammenarbeit mit den Fachstellen aus den Kantonen Schwyz, Uri, Ob- und Nidwalden durchführt.

Ausbildungsgänge mussten mit Online-Formaten umgesetzt werden. Dies führte nicht nur zu technischen Innovationen, sondern auch zu didaktischen. Die Erfahrung im Umgang mit digitalem Unterricht zeigte mehre Aspekte.

Erfolgreiche Mischformen

Der Unterricht muss so gestaltet werden, dass die Lernaufgaben für die Teilnehmenden so stringent sind, dass sie ohne externe Hilfe gelöst werden können. Materialen müssen entsprechend aufgearbeitet zur Verfügung gestellt werden. Nebst dem klassischen Präsenzunterricht haben sich rein digitale Formen entwickelt. Für die Erwachsenenbildung erweisen sich Mischformen, also die Kombination von Phasen des Online-Lernens und Phasen der Präsenzunterrichts, als besonders erfolgversprechend. In den Präsenzphasen werden Inhalte erstellt, welche in den Online-Phasen erarbeitet werden. Diese Erarbeitung kann selbstständig passieren oder mit Hilfe von digitalen Plattformen mit entsprechenden digitalen Settings.

VKKZ investiert in moderne Infrastruktur

Eine weitere Form sind hybride Angebote. Damit gemeint ist die Mischform von Präsenzunterricht mit online zugeschalteten Teilnehmenden. Damit diese Form nachhaltiges Lernen ermöglicht, sind entsprechende methodische Lernsettings nötig. Gruppenarbeiten mit digital zugeschalteten Teilnehmenden sind dabei ebenso eine Variante wie Phasen, in denen die Präsenzteilnehmenden und die Online-Teilnehmenden getrennt arbeiten. Damit dies möglich ist, braucht es die entsprechende technische Infrastruktur. Die Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug VKKZ wird deshalb in den nächsten Monaten einen entsprechenden digitalen Schulungsraum einrichten, der diesen Bedürfnissen Rechnung trägt.

 

Guido Estermann, Leiter Fachstelle Bildung-Katechese-Medien

 

Das Forum Kirche und Wirtschaft der Katholischen Kirche Zug und das Institut für Sozialethik «ethik22» laden am 9. April im Pfarreizentrum St. Michael in Zug zu einem Infoseminar ein. Im Fokus steht das aktuelle Thema Organspenden in der Schweiz.

Unter dem Titel «Schänk mer dis Härz» ist die Veranstaltung dem Thema Organspenden in der Schweiz gewidmet und dauert von 10.15-15.30 Uhr.
Da Mitte Mai eine nationale Abstimmung zum Umgang mit Organspenden stattfindet, wollen die Veranstalter dem Publikum fundierte Informationen und den Austausch mit Expertinnen und Experten ermöglichen. So werden ausgewiesene Referenten aus der Spitalseelsorge, der Nationalen Ethikkommission und von Swisstransplant vor Ort sein.

Folgende Themen werden diskutiert:
• Wer hat Kontrolle über meinen Körper?
• Wann sind wir tot?
• Was bedeutet der Einbezug von Angehörigen?
• Zu wem sollen wir Sorge tragen?

An der Veranstaltung, die unter dem Namen «wichtig und richtig» läuft, wird ein Mittagessen serviert.
Weitere Informationen und Anmeldung bis 4. April 2022 auf www.forum-kirchewirtschaft.ch

 

Bernadette Thalmann

 

An ihrer Plenarversammlung vom 25./26. März 2022 haben die Delegierten der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) den Theologen und Kirchenrechtler Urs Brosi einstimmig zum neuen Generalsekretär der RKZ gewählt.

Urs Brosi tritt am 1. Dezember 2022 die Nachfolge von Daniel Kosch an, der diese Funktion seit 2001 innehatte und altershalber zurücktritt. Vor seiner Wahl hielt Brosi fest, er sei «nicht der Verkäufer, der die ramponierte Kirche supertoll darstellt». Wichtiger sei ihm, «dass wir glaubwürdig auftreten, dass die Kirche theologisch redlich denkt und spricht, dass wir nach innen leben, was wir nach aussen verkünden».

Im Namen des Präsidiums der RKZ gratulierte Renata Asal-Steger dem künftigen Generalsekretär zu Wahl. Als langjähriger Vertreter der Thurgauer Landeskirche und als Mitglied verschiedener Gremien innerhalb der RKZ und der Mitfinanzierung SBK-RKZ ist Urs Brosi mit den Herausforderungen und mit den konkreten Aufgaben bereits vertraut. Dementsprechend hielt Renata Asal-Steger fest: «Es ist gut, dass mit der Wahl von Urs Brosi die Kontinuität sichergestellt ist. Gleichzeitig freuen wir uns auf neue Impulse und darauf, dass er neue Ideen einbringen und das Gesicht der RKZ mitprägen wird.»

Urs Brosi (1965) wuchs in Basel auf. Nach der Matura studierte er Philosophie in München und katholische Theologie in Luzern und Rom. Nach dem Pastoralkurs wirkte er vier Jahre als Pastoralassistent in der Pfarrei Dreifaltigkeit in Bern. An der Universität Münster spezialisierte er sich im kanonischen Recht und war anschliessend fünf Jahre wissenschaftlicher Assistent an der Professur für Kirchenrecht und Staatskirchenrecht der Universität Luzern. Während zwei Jahren arbeitete er als Bildungsverantwortlicher des Bistums Basel für die Weiterbildung der kirchlichen Mitarbeitenden. Seit 2008 ist er Generalsekretär und Geschäftsführer der Katholischen Landeskirche des Kantons Thurgau. In dieser Eigenschaft vertritt er bislang die Thurgauer Landeskirche in der RKZ und engagiert sich in Gremien der RKZ und der Mitfinanzierung SBK-RKZ.

In der Landeskirche Thurgau war er unter anderem an der Entwicklung eines neuen Finanzausgleichs und an der Erarbeitung einer neuen Landeskirchenverfassung beteiligt, ferner am Bau eines landeskirchlichen Zentrums in Weinfelden. Nebenberuflich ist Urs Brosi seit 20 Jahren als Dozent für Kirchenrecht am Studiengang Theologie (TBI) aktiv, er wirkt ferner als Diözesanrichter im Bistum Basel und stand 20 Jahre lang im Dienst der Armeeseelsorge. /rkz

 

Im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) verleihen die Kommission für Migration und die Dienststelle migratio den Preis für eine vorbildliche Initiative zur Entwicklung des vermehrten Miteinanders von Ortspfarreien und anderssprachigen Gemeinschaften.

Ein solches Projekt soll beispielhaft zeigen, wie der Weg zu einer interkulturellen Pastoral gestaltet werden kann. Der Preis wird Personen verliehen, die sich in anderssprachigen Gemeinschaften oder Ortspfarreien für eine einmalige oder langfristige Initiative engagieren. Das kann beispielsweise in Gottesdiensten und Feiern, im Religionsunterricht oder im sozialdiakonischen Engagement sein. Der Originalität sind keine Grenzen gesetzt. Als Preisträgerinnen kommen auch Institutionen und Organisationen in Frage, beispielsweise Kirchenpflegen, Jugendgruppen, Missionsräte oder freiwillig Engagierte.

Wie kann ich mich bewerben?

Es reicht ein Projektbeschrieb mit 4’000 bis 6’000 Zeichen sowie ergänzende Dokumente wie Bilder. Das Projekt muss im Zeitraum zwischen Ostern 2021 und 2022 umgesetzt worden sein. Der Preis ist mit CHF 3’500 dotiert. Die Eingaben für diese erstmalig erfolgte Ausschreibung werden von einer drei- bis fünfköpfigen Jury beurteilt.

Der Preis wird öffentlich übergeben. Die Preisverleihung findet im zeitlichen Umfeld des Tags der Migrantinnen und Migranten im September 2022 statt.

Wo kann ich eine Kandidatur oder einen Vorschlag für eine Preisträgerin einreichen?

Bei migratio, der Dienststelle der Schweizer Bischofskonferenz für Seelsorge an Migrantinnen und Migranten sowie Menschen unterwegs, Postfach, 1701 Fribourg oder info@migratio.ch. Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gerne migratio, 026 510 15 05.

Einsendeschluss ist der 15. Mai 2022.

 

Schweizerische Bischofskonferenz / migratio

Das innert weniger Tage organisierte Benefiz-Konzert zugunsten der Glückskette-Aktion für die Ukraine mobilisierte viele Menschen und brachte grosszügige Spenden. Internationale Kunstschaffende zauberten eine besondere Atmosphäre in die Kirche St. Michael in Zug.

Das ukrainische Melos Gesangsquintett eröffnete das Konzert mit der National-Hymne der Ukraine: feierlich und wehmütig, aber auch hoffnungsvoll. Es folgten verschiedene weltliche und geistliche Lieder wie das Panis Angelicus oder das Ave Maria. Besonders berührend das von der Sopranistin Olga Kharchenko vorgetragene ukrainische Volkslied. Mit ihrer glockenklaren Stimme füllte sie den grossen Kirchenraum.

Reto Kaufmann, Pfarrer der Pfarrei St. Michael, sprach den Anwesenden in der Kirche Mut und den Segen Gottes zu. Im Namen aller betete er für den Frieden und schloss ganz besonders die von Krieg und Gewalt betroffenen Menschen in das Gebet von Papst Franziskus ein: «Du Gott der Liebe, schenke uns die Kraft, jeden Tag Baumeister des Friedens zu sein; schenke uns die Fähigkeit, alle Mitmenschen, denen wir auf unserem Weg begegnen, mit wohlwollenden Augen zu sehen.»

Stell dir vor, alle Menschen leben in Frieden

Mit John Lennons Traum-Ballade vom friedlichen Miteinander aller Menschen endete das Benefiz-Konzert so stimmungsvoll wie es begonnen hatte. Musiker und Sängerinnen aus der Ukraine und Russland sowie anderen Ländern musizierten gemeinsam für den Frieden und für die Unterstützung der Betroffenen im Ukraine-Krieg. Das Publikum dankte ihnen mit einer Standing Ovation.

Grosszügige Spenden

Die Kollekte vor Ort ergab 12’934 Franken. Darin sind die Überweisungen an die Glückskette per Twint noch nicht eingerechnet. Zusätzlich spendete der Kirchenrat der katholischen Kirchgemeinde der Stadt Zug den Betrag von 50’000 Franken zur Unterstützung der unter dem Krieg leidenden Bevölkerung in der Ukraine. Patrice Riedo, Kirchenratspräsident: «Der Kirchenrat ist bestürzt und sehr besorgt über das Leid, welches dieser sinnlose Krieg über die Menschen in der Ukraine und die vielen Flüchtlinge bringt. Unsere Spende soll als Sofortmassnahme diesen Menschen in ihrer Notlage unkompliziert und direkt Hilfe bringen. Die Katholische Kirche der Stadt Zug ist sich ihrer Verantwortung sehr bewusst und bietet auch vor Ort in Zug Hand, um Flüchtlinge auf allen Ebenen zu unterstützen».

Ein riesiges Dankeschön gilt allen Musiker/innen, die ohne Gage aufgetreten sind, und Concert-Nights Zug für die Planung dieses grossen Anlasses innert Wochenfrist – und natürlich allen Spender/innen!

 

Gaby Wiss, Pastoralraum Zug Walchwil

 

Carel van Schaik und Kai Michel stellen in ihrem Buch einen Sinnzusammenhang aus der Anthropologie und Evolution mit biblischen Texten her und lesen die Bibel als Protokoll der menschlichen kulturellen Evolution.

Die beiden Autoren verorten die entscheidende grundlegende Veränderung der Gesellschaftsstruktur in der neolithischen Revolution, vor gut 10 000 Jahren, als die Menschen begannen, sesshaft zu werden. Der Bericht über die Vertreibung aus dem Paradies im Buch Genesis nimmt nach Meinung der Autoren diesen Veränderungsprozess auf, obwohl er erst viele 1000 Jahre später geschrieben wurde.

Ihrer Argumentation legen sie zugrunde, dass der Mensch drei Naturen besitzt. Die erste Natur sind unsere angeborenen, genetisch verankerten Gefühle, Reaktionen und Vorlieben, welche der Mensch als Intuition oder Bauchgefühl wahrnimmt. Die zweite Natur sind tradierte, in früher Kindheit verinnerlichte Gewohnheiten und Konventionen, die kulturelle Lösungen für veränderte Gesellschaftsstrukturen und damit verbundene Probleme liefern. Die dritte Natur basiert auf der vernünftigen Analyse der Welt und ist die Vernunftnatur. Wenn unsere erste Natur im Widerspruch zur zweiten oder dritten Natur steht, kommt es zu sogenannten Missmatch-Phänomenen. Wir fühlen uns latent unbehaglich. Beiden Autoren zufolge handeln viele biblische Geschichten von solchen Missmatch-Situationen, die ihren Ausgang in der veränderten Gesellschaftsstruktur durch die Sesshaftigkeit haben.

Da sich die erste Natur bis heute nicht an die «neue» Lebenssituation der Sesshaftigkeit angepasst hat, sind die gleichen Probleme nach wie vor relevant und so faszinieren die biblischen Geschichten bis in die Gegenwart.

Das Buch liest sich leicht und flüssig, die Sprache ist gut verständlich und die Argumentationen schlüssig aufgebaut. Sie fordern den Lesenden heraus, sich immer wieder in Bezug auf Weltbild, Menschenbild und Religiosität neu zu positionieren. Eine Bereicherung für jeden, der dazu bereit ist.

 

Martina Schneider

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