Mit einfachen Illusionstricks können Religionslehrpersonen biblische Botschaften auf faszinierende Weise vermitteln. Wie dies funktioniert, erklärte der Referent Marc Lendenmann am Weiterbildungsabend zu Gospel Magic im Pfarreisaal St. Michael in Zug.
Lodernde Flammen, die aus einer Bibel züngeln. Oder zerrissene Taschentücher, die sich in Sekundenschnelle wieder zusammenzusetzen scheinen. So kann Religionsunterricht aussehen. Das Konzept dahinter stammt aus Amerika und heisst Gospel Magic. «Bei Gospel Magic geht es um kreative Vermittlung», erklärte Marc Lendenmann, Kinderpfarrer aus dem Kanton Zürich und Mitglied des Bibellesebunds Schweiz. 17 Zuger Religionslehrpersonen nahmen am Weiterbildungsabend der Fachstelle Bildung, Katechese und Medien BKM teil. «Kreative Vermittlung hat den Vorteil, dass sie hervorsticht und in den Köpfen der Lernenden hängen bleibt», fuhr Lendenmann fort. Gospel Magic ist eine Möglichkeit, den Lernstoff oder auch Predigttexte mit originellen Tricks zu illustrieren, sodass sie in Erinnerung bleiben. «Die Tricks sollen Faszination für den Glauben und die Bibel wecken», sagte er. Doch sind Magie und Zaubern in der Bibel nicht verboten? Wie passt das Konzept zu einem wahrhaftigen Religionsunterricht?
Ein Spiel mit der Illusion – keine Zauberei
«Die Tricks sind keine Zauberei, sondern alle erklärbar. Sie beruhen auf Illusionen», beruhigte Lendenmann. Um nicht den Anschein des Zauberns zu erwecken, empfehle er, während den Tricks keine Zaubersprüche zu sagen. Vielmehr sollten die Tricks nebenbei passieren, um das Erzählte zu verbildlichen. «Es geht darum, eine Botschaft in den Mittelpunkt zu stellen», betonte der Referent. So beziehen sich bei Gospel Magic alle Tricks auf eine Botschaft aus der Bibel. Wie ein solcher botschaftstransportierender Illusionstrick funktioniert, zeigte er anhand eines simplen Beispiels.

Kleiner Trick, grosse Wirkung. | © Melanie Schnider
Aus «BIBEL» entsteht «LIEBE»
Vor den Augen der Religionslehrpersonen zerriss er das Wort «BIBEL», das auf einem Blatt Papier stand, in die einzelnen Buchstaben «B», «I», «B», «E» und «L». Auf einem Tisch ordnete er diese zum neuen Wort «LIEBE». Was niemand bemerkte: Aus seinem Ärmel zückte er innert Sekunden ein zusätzliches «E», damit der Trick aufging. Zeitgleich zu seiner Vorführung sagte er: «Zur Bibel gibt es allerlei reisserische Vorteile: dass man beispielsweise nicht gerne liest oder sie langweilig ist. Und so zerreisst man die Bibel, ohne je darin gelesen zu haben. Aber wenn man sie auftut und darin liest, entdeckt man ganz viel. Wie zum Beispiel Liebe». Die Religionslehrpersonen schmunzelten. Für grosse Spannung und aufgerissene Augen sorgte ein Trick mit einer Guillotine.

Klappt dieser Trick mit Sicherheit? | © Melanie Schnider
Tricks mit Gospel-Magic-Gegenständen
Marc Lendenmann zerhackte zunächst mit einer circa 50cm hohen Guillotine eine Karotte in kleine Stücke. Die Anspannung im Raum stieg, als er einen Religionslehrer nach vorne bat, dessen Hand sowie eine weitere Karotte in die Guillotine legte und am Seil mit der Klinge zog. Durch einen inneren Mechanismus der Guillotine hackte die Klinge nur ein Stück der zusätzlichen Karotte ab. Ein lautes Aufatmen ging durch die Runde im Pfarreisaal St. Michael. Lendenmann meinte: «Im Leben wird es oft brenzlig, doch Gott ist bei uns.»
Neben dieser Guillotine zeigte Lendenmann den Teilnehmenden weitere, spezialisierte Gospel-Magic-Gegenstände, wie zum Beispiel den «Bungalow». Dieses kleine Holzquadrat weist an den Seiten Öffnungen auf. In diese legte er zwei Seile und zog sie an. So entstand im Inneren ein Knäuel, das unentwirrbar wirkte. Die Seilenden gab er zwei Religionslehrerinnen. Währenddessen erzählte er von Jesus, der einen Gelähmten heilte. Als Lendenmann die beiden Lehrerinnen aufforderte, an den Seilen zu ziehen, löste sich der Bungalow spielend leicht. Staunende Gesichter waren das Resultat. «Wie dieser Trick funktioniert, verrate ich euch nicht. Mit dem Rätsel geht die Botschaft für euch weiter», sagte Marc Lendenmann.

Einige der Gospel-Magic-Tricks probierten die Religionslehrpersonen gleich selbst aus. | © Melanie Schnider
Weiterführende Links & Tipps
Tricks u.a. erhältlich bei: www.allerhandundgwand.ch
Tricks auf Youtube:
Ein Esstisch, an welchem die Portionen die Weltbevölkerung widerspiegeln – das gibt es am Risky Dinner. Das Los entscheidet, wer ein üppiges Mehrgangmenu, ein Menu, das der Mittelschicht entspricht oder aber ein ganz einfaches Essen der ärmsten Bevölkerungsschicht erhält. Im März wird in Oberwil ein Risky Dinner durchgeführt.
Pfarreiblatt: Barbara Vollmeier-Widler, die Pfarreiräte Oberwil und St. Michael führen in der Fastenzeit ein «Risky Dinner» durch. Der Name bedeutet auf Deutsch «risikoreiches Abendessen». Was hat es damit auf sich?
Barbara Vollmeier-Widler: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lassen sich auf einen Abend ein, an dem sie nicht wissen, was und wie viel sie zu essen kriegen. Aber keine Angst, bei diesem Experiment muss niemand hungrig nach Hause gehen.
Wie kommt es, dass unterschiedlich grosse Speisen aufgetischt werden?
Die Speisen widerspiegeln die Mahlzeiten gemessen an der Weltbevölkerung. Eine kleine Oberschicht isst gut, abwechslungsreich und viel. Die Mittelschicht erhält eine eher gewohnte Portion, und eine grosse – von Armut betroffene – Schicht erhält beispielsweise einen Teller Reis oder Polenta.

Beim Risky Dinner erfahren die Teilnehmenden erst am Tisch, zu welcher Gesellschaftsschicht sie an diesem Abend gehören. Foto: zVg
Wer entscheidet, wer welches Menu erhält?
Bei der Ankunft bezahlen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer 25 Franken und setzen sich dorthin, wo sie möchten. Dann ist es das Los, das über das Mahl entscheidet. Die Sitzplätze werden nicht getauscht, und so sitzen die verschiedenen Gesellschaftsschichten bunt gemischt zusammen.
Sie haben letztes Jahr gemeinsam mit einer anderen Pfarreirätin an einem Risky Dinner teilgenommen. Wie haben Sie das erlebt?
Es war für mich ein spannender Abend. Ich fand es sehr angenehm, dass wir Wissen vermittelt bekamen, ohne dass uns ein schlechtes Gewissen gemacht wurde. Dieser Anlass hat mir vor Augen geführt, was für Glückspilze wir sind, dass wir in der Schweiz geboren wurden.
In welcher Gesellschaftsschicht hatten Sie gegessen?
Ich hatte das 5-Gang-Menu der Oberschicht gewonnen. Das empfand ich maximal unangenehm, weil mir die meisten beim Essen zuschauen mussten. Unmittelbar neben mir sass eine Person der untersten Schicht, die ziemlich lange warten musste, bis sie endlich auch etwas zu Essen bekam. Wenigstens dürfen sich am Schluss alle am Dessertbuffet bedienen.
Durften Sie das Essen mit anderen teilen?
Ich habe einem Herrn meinen Wein zugunsten von Mary’s Meals verkauft. Die Portionen beim 5-Gang-Menü sind aber so gewählt, dass man es gut allein schafft. Ich denke, es geht an diesem Abend vor allem darum, ein «Was-wäre-wenn-Gefühl» zu entwickeln.
Das Risky Dinner ist von der Organisation «Mary’s Meals» ins Leben gerufen worden. Ist an diesem Abend etwas von Mary’s Meals spürbar?
Während den Essenspausen gibt es Minivorträge von Mary’s Meals mit Videos, Bildern und Grafiken. Dabei wird über die Ziele der Organisation und ihre Wirkungsorte berichtet.
Die 25 Franken Teilnahmegebühr dürften weitestgehend für die Kosten des Abendessens verwendet werden. Wie profitiert Mary’s Meals dennoch davon?
Alles, was von den Teilnahmegebühren übrigbleibt, wird an Mary’s Meals gespendet. Da zwischen den verschiedenen Gängen über die Organisation berichtet wird, entscheiden sich jeweils viele dazu, anschliessend für Mary’s Meals zu spenden.
Im März findet nun in Oberwil ein Risky Dinner statt. Wer darf daran teilnehmen?
Es dürfen alle kommen, die sich für ein Risky Dinner interessieren! Wir haben Platz für 100 Personen. Aufgrund der begrenzten Personenzahl und um zu wissen, ob sich jemand vegetarisch ernährt oder Lebensmittelunverträglichkeiten hat, ist eine Anmeldung erforderlich.
Interview: Marianne Bolt
Freitag, 21. März, 18.30 Uhr, Pfarreizentrum Bruder Klaus, Oberwil. Anmeldung bis 14. März unter www.marysmeals.ch/machen-sie-mit/risky-dinner-oberwil-zug oder via Pfarramt Oberwil, Tel. 041 726 60 10.
Mary’s Meals
Die Organisation Mary’s Meals versorgt täglich mehr als 2’400’000 Kinder mit einer guten Mahlzeit an ihrer Schule. Dadurch werden viele Kinder zum Schulbesuch ermutigt und erhalten die Bildung, die sie dereinst aus der Armut herausführen kann. Für 24.50 Franken kann ein Kind ein Jahr lang an der Schule gesättigt werden. www.marysmeals.ch
Erst am Tisch erfahren die Teilnehmenden, zu welcher Gesellschaftsschicht sie an diesem Abend gehören.
Im «Pilgermodus» verlasse ich an einem eiskalten Montagnachmittag in Cham den Zug. Die Januarsonne scheint milchig-weiss, in meinem Rucksack trage ich eine Kanne gefüllt mit heissem Tee und eine kleine Stärkung mit mir, in meinem Hosensack steckt ein kleiner Rosenkranz.
Gespannt blicke ich hoch zur Pfarrkirche. Hier soll mein Pilgerweg beginnen. Dieser führt während des Heiligen Jahres 2025 von der Kirche St. Jakob in Cham zur Kirche Gut Hirt in Zug. Eine Zeitlang betrachte ich den Jakobsbrunnen unmittelbar neben der Kirche, erstmals nehme ich ihn bewusst wahr. Danach lasse ich den Kirchenraum der barocken Kirche St. Jakob auf mich wirken. Vergebens suche ich nach einem Hinweis, dass hier der Pilgerweg beginnt. So verlasse ich mich auf die Navigation meines Mobiltelefons und breche auf.

Jakobsbrunnen. | © Marianne Bolt
Als Ortsunkundige konzentriere ich mich anfangs in erster Linie darauf, den Weg via Lorzenbach und Hirsgarten zu finden. Dennoch bin ich innerlich gesammelt. Der Weg führt an der Schlossanlage St. Andreas vorbei. Ich habe den Tipp erhalten, die Kapelle St. Andreas aufzusuchen. Im Innenraum treffe ich auf ein ein spätmittelalterliches Kleinod, das im Jahr 1488 einen frühmittelalterlichen Vorgängerbau an gleicher Stelle ersetzt hat. Unmittelbar vor dem Altarraum führt eine schmale Treppe ins Untergeschoss. Dort sind noch einige Überreste des frühmittelalterlichen Kirchbaus erkennbar. Dankbar wärme ich mich auf, während ich in einer Kirchenbank sitze, den typischen Duft alter Kirchenmauern einatme und den Kirchenraum betrachte. Und ebenso dankbar bin ich, als ich draussen vor der Kapelle meinen verloren geglaubten zweiten Handschuh wiederfinde.

Kapelle St. Andreas. | © Marianne Bolt
Nun führt mich der Weg aus Cham hinaus. Ich bin froh, mein Navigationsgerät in meine Tasche stecken zu können. Ein Wegstück zwischen Himmel und Erde, geht es mir durch den Kopf. Links das Eisenbahngleis, im Hintergrund ist die Strasse zu hören. Rechts von mir ein unbebauter Landstrich bis zum See.
Vergeblich versuche ich den Rosenkranz zu beten. Meinen klammen Fingern gelingt es nicht, nach den einzelnen Perlen zu greifen. So stecke ich ihn wieder in meinen Hosensack und lasse meine Schritte vom Bruder Klausen-Gebet und von der Stille begleiten.

Rastplatz am See. | © Marianne Bolt
Der Seeuferweg in Richtung Brüggli ist wunderschön. «Das Nacktbaden ist nur auf diesem Strandabschnitt gestattet», lese ich erstaunt und schmunzelnd auf einer Tafel. An einem folgenden Strandabschnitt mache ich Rast, trinke heissen Tee und lasse meinen Blick über das Wasser gleiten. Nicht unweit von mir sitzt eine ältere Dame, die meditiert. Der Ort passt, um im Gebet zu verweilen.
Später führt mich mein Weg an einer Schafweide vorbei. Beim Anblick der Tiere geht mir der Anfang von Psalm 23 durch den Kopf: Der HERR ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen.

Eine herzige Begegnung. | © Marianne Bolt
Beim Erreichen der Schutzengelkapelle sehe ich angsteinflössende Szenen vor meinem inneren Auge. Wer wurde auf der ehemaligen Richtstätte wohl alles hingerichtet, wofür wurden diese Frauen, Männer und Kinder beschuldigt? Die Kapelle ist geschlossen, so mache ich mich schnellen Schrittes in Richtung Gut Hirt auf den Weg. Die Sonne neigt sich, der Biswind ist in den Strassen stärker spürbar.
Mitten im geschäftigen Tun Gott finden – auch das ist möglich. Schülerinnen und Schüler machen sich auf dem Heimweg, im «Gubelloch», der Bahnhofunterführung in Zug, dröhnt der Strassenverkehr, oben fahren Züge durch. Endlich sehe ich die Pfarrkirche Gut Hirt, die Pilgerkirche im Kanton Zug während des Heiligen Jahres. Schon wieder Schafe, denke ich schmunzelnd, als ich die blauen Schafe vor der Kirche entdecke. Ja, der Herr ist wahrlich mein Hirt. Das Lachen kann ich mir fast nicht verkneifen, als ich vor dem Altarraum ein grosses Plakat mit dem Logo des Heiligen Jahres entdecke. Denn davor stehen viele wollene – Schafe.
In der Krypta steht der selbst zu öffnende Tabernakel bereits offen, als ich diese betrete. Es sind einige Personen da, die vor dem Allerheiligsten beten. Für eine Weile schliesse ich mich den Betenden an, dann breche ich auf. Um die Erfahrung reicher, dass auch am geschäftigen Zugersee gepilgert werden kann. Und erneut schmunzelnd. Die Pfarr- und Pilgerkirche Gut Hirt als Ende des Pilgerwegs – passender könnte der Name nach meinen Begegnungen mit den unterschiedlichen Schafen und dem dazu passenden Psalm 23 nicht sein.

Schafe in der Pfarrkirche Gut Hirt, die Pilgerkirche im Kanton Zug während des Heiligen Jahres. | © Marianne Bolt
Die Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug (VKKZ) präsentiert im Jahresbericht die vielfältigen Aktivitäten der Fachstellen und Spezialseelsorgen.
Die VKKZ ist mehr als nur eine Verwaltungsorganisation. Zu ihren Aufgaben zählt es, im Auftrag der Delegiertenversammlung, verschiedenste Fachstellen, Spezialseelsorgen und Missionen zu organisieren. So ist die katholische Kirche im Kanton Zug auch an speziellen Brennpunkten des Lebens präsent: im Spital, in der Psychiatrie, im Gefängnis oder bei Menschen mit Beeinträchtigung. Die spezialisierten Fachstellen bilden Katechetinnen und Katecheten aus, regen Politik und Wirtschaft an, Antworten auf aktuelle wirtschafts- und sozialethische Fragen zu finden, sorgen für Präsenz in der Öffentlichkeit und pflegen den Dialog mit Medien.
VKKZ-Präsident Stefan Doppmann betont die Sinnhaftigkeit seiner Aufgabe: «Als VKKZ haben wir den Auftrag, die Fachstellen und Spezialseelsorgen zu ermöglichen. Das erfahre ich als Präsident als sehr sinnstiftend und erfüllend».
Sandra Dietschi verabschiedet sich in diesem Jahresbericht als Gesamtleiterin der Fachstellen und Spezialseelsorgen und plädiert für wohlwollende Offenheit, um eine zukunftsorientierte Kirche zu gestalten. Im Abschiedsgruss wünscht sie der katholischen Kirche im Kanton Zug «Offenheit, Neugierde und immer wieder den Mut, Neues auszuprobieren – ohne Netz und doppelten Boden.»
Der vollständige Jahresbericht 2024 aller Fachstellen, Spezialseelsorgen und Missionen ist hier verfügbar.
In vier Kursen innerhalb eines Jahres wurden 150 kirchlich und seelsorgerlich Mitarbeitende im Kanton Zug für das Wahren von Grenzen in ihrer Arbeit sensibilisiert.
In verschiedenen Bereichen sei es in Katechese, Jugendarbeit, Seelsorge oder Behörde tragen diese Mitarbeitenden besondere Verantwortung für das Wohlergehen der jungen und älteren Menschen, mit denen sie in Kontakt stehen. Angesichts der dringenden Notwendigkeit, die Missbrauchsthematik konsequent aufzuarbeiten, kommt der Präventionsarbeit hohe Bedeutung zu.
Für die katholische Kirche im Kanton Zug übernahm die Gesamtleiterin der Fachstellen, Sandra Dietschi, die Organisation der entsprechenden Kurse. Für die Kurse im Januar 2025 wurde Sieglinde Kliemen beigezogen, die seit Dezember 2022 als Präventionsbeauftragte des Bistums Basel tätig ist.
Sieglinde Kliemen bringt umfangreiche Erfahrung als systemische Beraterin mit, spezialisiert auf Trauma, psychiatrische Diagnosen und Opfer-Täter-Dynamiken. Zudem ist sie Co-Präsidentin des Vereins Zwüschehalt und mit dem Thema häusliche Gewalt vertraut, indem sie sich für betroffene Männer und Väter mit deren Kindern einsetzt.
In den vier Kursen mit dem Titel «Nähe und Distanz – Grenzwahrung in der kirchlichen und seelsorgerischen Arbeit» wurden die gut 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Inhalten und Massnahmen zur Prävention und Intervention des Schutzkonzeptes des Bistums Basel geschult. Mit Instrumenten zur Selbstreflexion wurden sie sensibilisiert und setzten sich mit dem Thema Nähe und Distanz auseinander. Ein zentraler Aspekt war die Bewusstseinsarbeit darüber, wie Grenzverletzungen bis hin zu sexuellen Übergriffen entstehen können.
Im Rahmen des Präventionskurses vermittelte Sieglinde Kliemen auch einen analytischen Blick auf Ungleichgewichte und Abhängigkeiten in Beziehungen sowie die Strategien von Täterinnen und Tätern. Sie gab den Teilnehmenden konkrete Hilfestellungen für den professionellen Umgang, falls sie von Übergriffen betroffen sind, Zeugen davon werden oder einen Verdacht schöpfen.
Besonders aufschlussreich war die Betrachtung des Themas Übergriffe im Spannungsfeld von Vernachlässigung, Überforderung und Hypersensibilität:
«Gesunder Umgang bewegt sich im Mittelfeld zwischen Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und gesundem Menschenverstand», brachte Kliemen das Spannungsfeld prägnant zusammen.
Im Austausch mit den Kursteilnehmenden beantwortete die Spezialistin Sieglinde Kliemen Fragen analytisch und klar und forderte mit präzisen Rückfragen zum Weiterdenken an.

Basisschulung zum Schutzkonzept für Seelsorgende, Verantwortliche in Kirchenräten und Fachstellen. Foto: Arnold Landtwing
Unter dem Link «Kirche schaut hin» finden Sie auf der Homepage der Katholischen Kirche im Kanton Zug sämtliche Massnahmen im Kanton sowie im Bistum und national.
Ende Januar hat Sandra Dietschi ihre Tätigkeit als Gesamtstellenleiterin der Fachstellen und Spezialseelsorgen der katholischen Kirche im Kanton Zug beendet. Beim Abschiednehmen wird deutlich, wie vielfältig ihre Aufgaben waren.
Als Gesamtleiterin Fachstellen und Spezialseelsorge war Sandra Dietschi seit Oktober 2022 verantwortlich für die Fachstellen Bildung-Katechese-Medien (BKM), Forum Kirche und Wirtschaft, Kommunikation, kirchliche Jugendarbeit sowie die Seelsorge in Spital, Psychiatrie, Gefängnis und Seelsam, die Seelsorgestelle für Menschen mit Behinderung. Als Mitglied im Beirat der FRW unterstützte sie den interkulturellen Dialog. Als Co- Leiterin förderte sie Freiwilligenarbeit im Kanton durch die ökumenische Wegbegleitung. Neben fachlichen und personellen Fragen lag ihr Herzensanliegen im Austausch und der Vernetzung. Es war Sandra Dietschi wichtig, dass die einzelnen Stellen voneinander wissen, Kooperationen suchten und ein gemeinsames Bewusstsein als katholische Kirche im Kanton Zug entwickelten. Diese Anliegen brachte sie mit beratender Stimme ins Präsidium der VKKZ ein und konkretisierte sie auch in der regelmässig verschickten «Sunnemattpost».

Sandra Dietschi hat vielfältige Aufgaben in der katholischen Kirche im Kanton Zug wahrgenommen. Foto: Arnold Landtwing
Mit dem Projekt «Kirche mit Zug» brachte sie frischen Wind in die Entwicklung von Visionen, wie die Kirche in Zukunft für die Menschen im Kanton Zug aussehen könnte. Ihre Begeisterungsfähigkeit war eine treibende Kraft, um brachliegende Veränderungsenergien zu kanalisieren und ihnen eine Richtung zu geben. Ob Grossanlässe wie die «Lange Nacht der Kirchen» oder die «Zuger Messe», Sandra Dietschi war überall engagiert und präsent.
Als Mitglied der Konferenz der Leitungspersonen der Pastoralräume vernetzte sie im pastoralen Bereich sowohl im Kanton als auch im Bistum. In letzterem präsidierte sie auch die Diözesane Diakonie-Kommission und arbeitete in der Vorbereitungsgruppe zur Synodalen Versammlung 2025 mit. Als Präsidentin des Konkordatsrates der Modularisierten Innerschweizer Ausbildungskooperation Modu-IAK war ihr die Weiterentwicklung und Kooperation der katechetischen Ausbildung in der Zentralschweiz ein grosses Anliegen.
Mit hoher Sensibilität erkannte sie im Zeitraum der kirchlichen Pilotstudie nicht nur das Bedürfnis nach persönlichem Austausch, sondern organisierte auch gleich die Möglichkeit zu einem Treffen. Im Haus Sunnematt lud sie jahreszeitengemäss zu spirituellen Impulsen ein.
Liebe Sandra, das Präsidium der VKKZ dankt dir herzlich für deinen Einsatz und wünscht dir für die neue Aufgabe als Altersseelsorgerin im Pastoralraum Zug-Walchwil alles Gute.
Stefan Doppmann, Präsident VKKZ
Das Präsidium der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug VKKZ und die Bistumsregionalleitung haben gemeinsam entschieden, die Stelle Gesamtleitung der Fachstellen und Spezialseelsorgen nicht mehr weiterzuführen. Auf dem Hintergrund dieses Entscheids kommt es auf der Fachstelle Bildung-Katechese-Medien BKM zu Veränderungen in den Zuständigkeiten.
Anja Petersen ist weiterhin für das Fachstellensekretariat zuständig. Für die pastorale Führung der Fachstellen und Spezialseelsorgen ist ab 1. Februar 2025 die Bistumsregionalleitung zuständig. Zudem vertritt Christian Kelter als Pastoralraumleiter Zug Lorze die Konferenz der Leitungspersonen im Bistumskanton Zug im Präsidium der VKKZ.
Die Zugerinnen und Zuger zeigen sich erneut sehr solidarisch mit armutsbetroffenen Familien im Kanton: Rund 9,2 Tonnen Lebensmittel haben sie in einer Sammelaktion zusammengetragen. Das Ergebnis liegt damit im Vergleich zum Vorjahr nochmals um gut eine Tonne höher.
«Zuger für Zuger» ist mittlerweile eine feste Grösse während der Adventszeit im Kanton Zug und demonstriert mit dem eindrücklichen Ergebnis, dass die Zuger Bevölkerung die weniger privilegierten Mitmenschen im reichen Kanton wahrnimmt. Yolanda Fässler, Bereichsleiterin Arbeit & Förderung von GGZ@Work in Baar, freut sich über die Grosszügigkeit der Spendenden: «Es ist eine tolle Sache und überhaupt nicht selbstverständlich, dass wir das Ergebnis nochmals steigern konnten. Die Lebensmittelspenden entlasten zu Beginn des neuen Jahres Menschen, die finanziell schlechter gestellt und von Armut betroffen sind.»

Taschen mit gespendeten Lebensmitteln. Foto: Arnold Landtwing
Einen besonderen Beitrag hat wiederum die reformierte Religionslehrerin Heike Dönni geleistet: Zusammen mit Schülerinnen und Schülern in Cham hat sie Guetzli gebacken und vom Erlös haltbare Waren gekauft. Allein dieses Projekt steuerte Lebensmittel im Wert von rund 1’200 Franken zum Gesamterfolg bei. Ebenfalls zum guten Resultat beigetragen haben auch Angestellte des Grosskonzerns Glencore, die rund 4000 Kilogramm zusammentrugen.
Die Spenden werden von der GGZ@Work eingesammelt, sortiert und dann in Taschen sinnvoll verteilt, ab 21.01.2025 über mehrere Wochen an bedürftige Personen mit dem entsprechenden Ausweis in den Tischlein-Deck-Dich-Filialen in Baar, Cham und Ägeri abgegeben.

v.l.n.r.: Melanie Schnider (kath. Kirche), Meliha Jukic (Glencore), Simone Bulach (ref. Kirche), Erika und Michelle Tanner (Tanner SA), Yolanda Fässler (GGZ@Work). Foto:_Arnold Landtwing
2008 haben Die «Zuger Woche» und die Gemeinnützigen Gesellschaft Zug (GGZ@Work) die Sammelaktion initiiert. Die reformierte und katholische Kirche unterstützen das alljährlich laufende Projekt. Sie nehmen die Lebensmittel entgegen, die anschliessend von der GGZ eingesammelt werden. Zu den idealen Spenden zählen Esswaren, die nicht schnell verderblich sind, Putzmittel und Produkte der Körperhygiene.
Weitere Informationen zu Tischlein deck dich

Michelle und Erika Tanner tragen jedes Jahr willkommene Spenden des Familienbetriebs Tanner SA bei. Foto: Arnold Landtwing

Melanie Schnider (Kommunikation katholische Kirche im Kanton Zug) und Simone Bulach (Kirchenrätin reformierte Kirche Kanton Zug). Foto: Arnold Landtwing

Für die Abgabe von Lebensmitteln braucht es viele helfende Hände von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Foto:_Arnold Landtwing

Hochbetrieb bei der Abgabe von Lebensmitteln der Aktion „Zuger für Zuger“. Foto: Arnold Landtwing
Künstliche Intelligenz und Kirche – auf den ersten Blick zwei Welten, die wenig gemeinsam haben. Doch was, wenn KI nicht nur ein technisches Spielzeug, sondern ein wertvolles Werkzeug für die Arbeit in Kirchgemeinden sein könnte? Referent Spiro Mavrias zeigte an der 9. Pastoralkonferenz Zug Anwendungsmöglichkeiten auf, die überraschten.
Künstliche Intelligenz und Kirche scheinen zunächst wenig miteinander zu tun zu haben. Während die Kirche tief in Glauben und Spiritualität verwurzelt ist, dreht sich bei KI alles um technologische Innovationen. Doch bei der 9. Pastoralkonferenz Zug wurde genau diese Spannung aufgelöst und ein neuer Blick auf die Möglichkeiten geworfen, die KI für die Kirche bereithält. Unter dem Titel «Künstliche Intelligenz: Chancen für Kirche und Kirchgemeinden» versammelten sich am Donnerstagabend, 16. Januar 2025 rund 45 Teilnehmende im Pfarreizentrum St. Johannes in Zug. «Ziel des Abends ist es, herauszufinden, wie intelligent KI wirklich ist, und ob sie ein Tool für eine bessere Kirchenarbeit darstellt», erklärte Thomas Hausheer, Vorstandsmitglied der Pastoralkonferenz Zug und Leiter des Forums Kirche und Wirtschaft. «Man kann sich vor Künstlicher Intelligenz fürchten, aber sich auch auf sie einlassen», fügte er an.

Via Mentimeter konnten die Versammelten ihre bisherigen Erfahrungen und Meinungen zu KI teilen. | © Melanie Schnider
Dass KI keine bedrohliche Zauberei aus dem Netz ist, zeigte Spiro Mavrias gleich zu Beginn seines Referats auf: «Texte, die mit Künstlicher Intelligenz erstellt werden, sind reine Stochastik – sie beruhen auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen.» Tools wie ChatGPT und Claude sind spezialisierte Formen der KI, die auf Sprache beruhen, sogenannte Large Language Models (LLM). Anhand von Sprachbefehlen, den Prompts, liefern sie ein Ergebnis. Somit seien keine komplizierten Programmiersprachen mehr notwendig. «So können Sie für Ihre Kirchgemeinde beispielsweise eine Predigt im Stil des berühmten katholischen Theologen Karl Rahner schreiben lassen», meinte er schmunzelnd.
Spiro Mavrias ist nicht nur ein Experte für KI-Tools, sondern auch Theologe. Er absolvierte sein Vikariat in Berlin-Neukölln. Seit knapp zwei Jahren lebt der 31-Jährige in der Schweiz und arbeitet als Verantwortlicher für Kirchenentwicklung «Neue kirchliche Orte und Formen» bei der Reformierten Kirche Kanton Zürich. «Künstliche Intelligenz entwickelt sich exponentiell weiter, jeden Tag und in einem äusserst rasanten Tempo», betonte er. KI sei ab dann wirklich intelligent, wenn sie selbstständig Lösungen findet für komplexe Probleme, für die sie nicht explizit programmiert wurde, und wenn sie sich selbst Ziele setze. Ganz so weit ist die Entwicklung aktuell noch nicht. Doch was ist heute schon möglich?

Spiro Mavrias demonstriert, wie Künstliche Intelligenz zur Simultanübersetzung genutzt werden kann. | © Melanie Schnider
Spiro Mavrias stellte einige KI-gestützte Tools vor, die die Mitarbeitenden im Alltag in ihrer Kirchgemeinde einsetzen können: Simultanübersetzen mit ChatGPT via Handy während seelsorgerischen Gesprächen, KI-Podcasts mit Google NotebookLM für die Gläubigen erstellen, neue Kirchenlieder von Suno.com komponieren oder Bilder fürs Pfarreiblatt mit Fooocus oder Midjourney generieren lassen. KI-Bilder sind inzwischen so gut, dass sie kaum mehr von realen Bildern zu unterscheiden sind. Dies wirft zahlreiche ethische Fragen auf: Dürfen wir solche Bilder erstellen? Welche Folgen könnten sich daraus ergeben? «Die Kirche sollte eine Vorbildfunktion einnehmen und mit KI erstellte Bilder immer als solche kennzeichnen», empfahl Mavrias.

Verblüffend: All diese Bilder sind nicht echt, sondern von einer KI generiert. | © Melanie Schnider
Eine weitere Möglichkeit der KI sind Trainingschat-Bots, mit denen angehende Seelsorgerinnen und Seelsorger schwierige Gespräche üben können. Der Chat-Bot antwortet dabei schriftlich oder mündlich in der Rolle eines Menschen in einer herausfordernden Lebensphase. Als diese Anwendung besprochen wurde, herrschte eine ambivalente Stimmung im Pfarreizentrum St. Johannes: Faszination und Begeisterung, aber auch das beklemmende Gefühl, ersetzt zu werden.
«KI sollte keinen menschlichen Kontakt in der Kirche ersetzen oder überflüssig machen, sondern Zeit schaffen für Zwischenmenschliches. Leben bedeutet Sein, genauer gesagt Zusammensein», sagte Spiro Mavrias. Eine KI könne nicht sein – sie sei nicht fähig, Beziehungen einzugehen. Eine KI wisse nichts von Leid, Liebe, Freude oder Trauer. «Diese tiefmenschlichen Erfahrungen sind nicht erlernbar – sie sind ausschliesslich erfahrbar. Eine KI mag in bestimmten Bereichen hilfreich sein, aber sie bleibt ein Werkzeug – und kann niemals das ersetzen, was es bedeutet, ein beziehungsreiches, fühlendes Wesen zu sein», verkündete Spiro Mavrias am Ende seines Referats. Anschliessend diskutierten die Teilnehmenden bei einem Apéro riche weiter. «Es ist gut zu wissen, dass Emotionen und Erfahrungen von der KI nicht ersetzbar sind», meinte eine Teilnehmerin. Eine andere Teilnehmerin sagte: «Die Vielfalt und die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz sind sehr faszinierend. KI ist ein Quantensprung, der uns vor ein neues Kapitel stellt.»

Grosse Neugierde herrschte im Pfarreizentrum St. Johannes. | © Melanie Schnider

Auch Thomas Hausheer weiss viel über KI. Im Rahmen der Weiterbildung Digital Ethics hat er seine Diplomarbeit über den Einsatz von Chatbots in der Seelsorge geschrieben. | © Melanie Schnider
Text und Fotos: Melanie Schnider
Vor über 130 Jahren machte Papst Leo XIII auf gesellschaftliche Missstände während der Industrialisierung aufmerksam. Mit seiner Arbeiter-Enzykla «rerum novarum» setzte er sich für mehr Gerechtigkeit der Arbeitnehmenden ein.
Auch heute stehen wir vor grossen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen wie etwa Korruption, Kinderarbeit, Rechtspopulismus oder die Abholzung der Regenwälder. Oft scheinen diese unlösbar zu sein. Doch im neuen Kartenspiel LeoXIII bekämpfen die Spielerinnen und Spieler diese Dilemmata mithilfe der katholischen Soziallehre, die sich auf universelle Prinzipien wie Menschlichkeit und Solidarität beruft. «Mit LeoXIII wollen wir die Spielenden für die Prinzipien der katholischen Soziallehre sowie die Tugenden ethischen Handelns sensibilisieren», erklärt Thomas Wallimann, Sozialethiker am Institut «ethik22».
Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der KAB Schweiz hat er das Kartenspiel LeoXIII entwickelt, gemeinsam mit sechs professionellen Spielentwicklern des kirchlichen Jugendtreffs «Gamers Point», Mitarbeitenden der christlichen Sozialbewegung St. Gallen KAB SG und des Instituts «ethik22». Das Spiel eignet sich für Spielende ab zehn Jahren, im Freundeskreis oder in der Familie sowie für Ethik- oder Religionsunterricht. Doch wie genau funktioniert das Spiel?

Das Kartenspiel ist nach dem Papst LeoXIII (1810-1903) benannt, der den Grundstein für die Entwicklung der katholischen Soziallehre gelegt hat. Foto: KAB Schweiz
LeoXIII erinnert ein wenig an das bekannte Kartenspiel UNO, jedoch mit einem entscheidenden Unterschied: Es geht nicht darum, möglichst schnell zu spielen, sondern darum, fundierte Argumente vorzubringen. Zu Beginn des Spiels werden Herausforderungskarten ausgelegt, die globale Probleme wie etwa fehlende Bildung oder den Zugang zu Trinkwasser symbolisieren. Diese Herausforderungen müssen mithilfe der fünf Prinzipien der katholischen Soziallehre gelöst werden: Gerechtigkeit, Hilfe zur Selbsthilfe, Ökologie, Menschlichkeit und Solidarität. Die Prinzipien sind auf farbigen Zahlenkarten dargestellt.
Im Spielverlauf legen die Spielenden Zahlenkarten ab, um die katholische Soziallehre in die Diskussion einzubringen. Höhere Zahlen repräsentieren stärkere Argumente. Ziel ist es, alle Karten abzulegen und dabei möglichst wenige Strafpunkte zu sammeln. Strafpunkte gibt es, wenn Karten nicht gespielt werden. Denn sinnbildlich steht dieses Verhalten dafür, dass jemand die Argumente der katholischen Soziallehre nur im Kopf hat und nicht in eine Debatte einbringt. Am Ende gewinnt die Person mit den wenigsten Strafpunkten, die die Prinzipien der katholischen Soziallehre am besten angewendet hat.
«Das Spiel behandelt zentrale ethische Fragen unserer Zeit», sagt Thomas Wallimann. «Jede Karte regt zu einer Diskussion über gesellschaftliche Herausforderungen an.» So kann beispielsweise die Karte «Kinderarbeit» dazu führen, Fragen zu stellen wie: Was löst dieses Thema bei euch aus? Warum ist Hilfe zur Selbsthilfe notwendig? Wie könnte eine solche Unterstützung konkret aussehen? Durch diese Diskussionen erlernen die Spielenden ethisch fundiert zu argumentieren und die katholische Soziallehre anzuwenden. Neben den pädagogischen Vorteilen hat LeoXIII noch einen weiteren, erfreulichen Aspekt: Es macht grossen Spass, sich mit den globalen Herausforderungen zu beschäftigen und nach einer gerechteren Welt zu streben.