Am 15. Mai entscheidet das Stimmvolk, ob jede verstorbene Person grundsätzlich zum Organspender oder zur Organspenderin wird. Es geht um den Wechsel von der Zustimmungs- zur Widerspruchsregel. Die Schweizer Bischöfe lehnen dies ab.
Ben Kintchimon ist Priester des Pastoralraumes Zug Berg. Er lässt sich für Ostern immer etwas Neues einfallen. Einmal schmückte er ein Kreuz mit Früchten – inspiriert von einem Katecheten aus Angola. In Benin essen manche Menschen etwas Kohle vom Osterfeuer – gegen böse Geister.
Im dritten Gespräch in der Karwoche am Mittwoch, 13. April, erzählte Bernadette Gardi, Wirtin aus Unterägeri, aus ihrem Leben. Mit Energie und Witz kamen Erlebnisse aus ihrer Kindheit, Jugendzeit und den Lehr- und Wanderjahren ins Gespräch.
Öfters konnten die rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörer herzhaft lachen. Man spürte ihre Menschenliebe in den Erzählungen, aber auch in ihrer Mimik. Nach einem Zwischenspiel von Marcel Schmid mit dem Saxophon, leitete Urs Stierli, Diakon und Gemeindeleiter der Pfarrei Oberägeri, das Gespräch weiter zu den schwereren, ja sehr schweren Zeiten, die Bernadette Gardi nicht erspart blieben. Berührend liess sie die Anwesenden an ihrem Schmerz, aber auch ihrer Hoffnung und ihrem Glauben, der ihr in und durch diese schweren Zeiten geholfen haben, teilhaben. Keine Minute im Leben bleibt stehen, weder die schweren noch die frohen, es gilt jedoch das «Jetzt» zu gestalten. Und Bernadette Gardi gestaltet ihr bewegtes Leben, nebst der Arbeit als Wirtin, die sie aus vollem Herzen lebt und dabei manchmal auch als Seelsorgerin ein offenes Ohr für ihre Gäste hat, engagiert Sie sich auch noch als Lektorin und in weiteren sozialen Aufgaben. Die Menschen schätzen ihre offene, ehrliche Art, wie die Voten und Erzählungen aus dem Zuhörerkreis zeigten. Beim anschliessenden Apéro kamen lebhafte Gespräche in Gang. Waren doch die Erzählungen und Erfahrungen von Bernadette Gardi so lebensnah und gut nachzuvollziehen.
Alle Gespräche der Karwoche finden Sie auf www.pfarrei-oberaegeri.ch.
Jacqueline Bruggisser
Noch bis zum 22. Mai ist in der Kirche St. Johannes in Zug eine liebevoll gestaltete Ausstellung zu besichtigen. Es ist die Darstellung der letzten Tage Jesu. Die über 100 biblischen Figuren, meisterhaft gestaltet und inszeniert, machen das Ostergeschehen erlebbar.
Die beweglichen, ca. 30 cm hohen Figuren «sprechen» durch ihre aussagestarke Körperhaltung und Inszenierung eine eigne, unmittelbare Sprache. Claudia Oeschger aus Steinhausen hat die Ausstellung konzipiert und alle Figuren geschaffen.
Mit ihren vielen liebevollen Details ist die Ausstellung auch für Kinder sehr sehenswert. Sie ist in der Kirche St. Johannes Zug bis zum 22. Mai 2022 jeweils von 8 bis 18 Uhr zugänglich.
Der Eintritt ist frei.


Gaby Wiss, Pastoralraum Zug Walchwil
Das Forum Kirche und Wirtschaft der Katholischen Kirche Zug hat am vergangenen Samstag zusammen mit weiteren Veranstaltern verschiedenste Aspekte rund um Leben, Tod und die Organspende mit Fachleuten vertieft behandelt und diskutiert.
Das zur Abstimmung stehende Transplantationsgesetz gibt der Thematik der Organspende Brisanz. Da sich bei Organspenden ethische Fragen stellen, widmen sich diesen das Forum Kirche und Wirtschaft zusammen mit der Katholischen Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung der Schweiz KAB und dem Institut für Sozialethik ethik22.
Herz gegen Niere – so einfach geht das in der Spitalwirklichkeit bei Organspenden natürlich nicht. Herz gegen Niere ist aber mehr als ein Gedankenspiel. Frank Mathwig, Professor für Ethik an der Universität Bern und Mitglied der Nationalen Ethikkommission, ruft zum Perspektivenwechsel auf: «Was wäre, wenn ich morgen ein Herz oder eine Niere brauchen würde?» Auch Franz Immer, Direktor der Stiftung Swisstransplant, hat auf diesen Punkt hingewiesen: «Wir alle können auf der Warteliste für ein Organ landen.»
Die Zahlen zur Organspende in der Schweiz sind klar: Auf der Warteliste für ein Organ standen im Jahre 2020 insgesamt 1’457 Personen, Transplantationen wurden 519 vorgenommen. Auf eine Million Verstorbene kommen 20 Personen, die ein Organ zur Verfügung stellen. Diese tiefe Zahl steht in einem krassen Missverhältnis zur Höhe der Bereitschaft für eine Organspende gemäss Umfragen.
Es sind verschiedenste Blickwinkel auf das Thema möglich. Zuerst einmal geht es um die Frage des Todes: Wann ist ein Mensch tot, und damit verbunden die Frage, wann dürfen Organe entnommen werden? Die Antwort fällt nicht einfach aus: Die menschliche Hülle des Körpers zerfällt mit dem Tod, verschwindet damit aber auch die Seele? Hans Niggeli, Theologe und Klinikseelsorger im Kanton Aargau, formuliert es so: «In den Organen ist das bisherige Leben mit all seinen Erfahrungen gespeichert.» Lebe ich also bei einer Organspende in einer anderen Person weiter?
Für Frank Mathwig bedeutet daher über den Tod nachdenken, immer auch übers Leben nachdenken. Als Theologe und Ethiker ist ihm der Schutz der Persönlichkeit, also das Grundrecht auf körperliche Integrität ganz wichtig. Er braucht dazu das Bild der Haut, die Grenze zwischen der einzelnen Person und der Aussenwelt. Der Staat habe keinen willkürlichen Zugriff auf den Menschen, von aussen auf das Innere des Menschen. Auf der anderen Seite hat der Mensch die Möglichkeit, sich nach aussen zu öffnen. Solidarität von Mensch zu Mensch sei immer freiwillig und könne nicht vom Gesetzgeber erzwungen werden.
Auch wenn gemäss Statistik von 1’457 Personen auf der Warteliste 72 während dieser Zeit des Wartens verstorben sind, darf es laut Corine Mouton Dorey, Professorin für Biomedizin an der Universität Zürich, keinen staatlichen Zwang geben: «Es gibt keinen Rechtsanspruch, ein Organ zu erhalten.» Frank Mathwig plädiert daher für mehr Information zu Organspenden: «Wir alle sollen ein Bewusstsein für die Not von Menschen entwickeln, die auf ein Organ angewiesen sind. Dazu gehöre insbesondere, dass die moderne Medizin, insbesondere die Transplantationsmedizin, in der Bevölkerung noch stärker Vertrauen schaffe. Der Direktor von Swisstransplant, Franz Immer, widerspricht nicht, er verweist aber auf die klaren Regelungen in der Schweizer Ärzteschaft sowie die sorgsame Praxis in den Intensivstationen und die Gespräche mit Angehörigen. «Die Ärztinnen und Ärzte in den Intensivstationen wissen, dass es bei ihnen immer um Tod und Leben geht.»
Franz Lustenberger, Mitglied der Begleitkommission Forum Kirche und Wirtschaft
Das Institut für Sozialethik geht im neusten Magazin auf verschiedenste Aspekte des Thema Organspende ein. Das Magazin kann unter dem folgenden Link bestellt werden:
https://www.ethik22.ch/single-post/organspende-das-neuste-magazin
Die letzten Massnahmen in der Covid-19-Verordnung zur besonderen Lage sind aufgehoben: die Isolationspflicht für infizierte Personen sowie die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und in Gesundheitseinrichtungen. Damit beginnt die normale Lage.
Die Kantone sind wieder für Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung zuständig. Es bleibt eine Übergangsphase bis Frühling 2023 mit erhöhter Wachsamkeit und Reaktionsfähigkeit des Bundes und der Kantone.
Die Covid-Taskforce des Bistums Basel veröffentlicht keine FAQ mehr. Sie bittet die zuständigen Personen, vor Ort wachsam zu bleiben und ggf. verhältnismässige Massnahmen zu ergreifen, beispielsweise Hygienemassnahmen oder Maskenpflichtempfehlung. Für die umsichtige und verantwortungsvolle Umsetzung der jeweiligen Massnahmen dankt die Task-Force herzlich. Sie lädt nun alle ein, den Film nicht einfach zurückzudrehen und wie vor zwei Jahren wieder weiterfahren zu wollen, sondern aus dem Erlebten zu lernen und Neues zu wagen. Dafür wünscht sie allen Mut und Langmut.
Die Covid-Taskforce des Bistums Basel
Mitte Mai wechselt beim Verein FRW Interkultureller Dialog die Geschäftsleitung. Eva Wimmer gibt diese Aufgabe nach fast 10 Jahren Einsatz für Flüchtlinge im Kanton Zug aus gesundheitlichen Gründen ab. Nachfolgerin ist Katja Wipfli-Willeschek.
FRW Interkultureller Dialog, seit 2017 ein Verein, engagiert sich seit bald 10 Jahren mit Freiwilligenarbeit im Bereich Sprachvermittlung und verhilft damit Geflüchteten, die unter uns leben, zu einer besseren Integration in die Gesellschaft. Gleichzeitig erhalten sie Informationen zu den hiesigen Gepflogenheiten und Unterstützung in alltäglichen Fragen. Der Zugang zur Schulung ist bewusst niederschwellig gehalten. Die Sprachaktivitäten sind inzwischen ergänzend auf das Programm des Kantons ausgerichtet und tragen dazu bei, dass auch schwächere SchülerInnen Erfolge feiern können. Nebst der Sprachvermittlung bietet der FRW mit Anlässen wie gemeinsamen Essen und vielen Freizeitprojekten allen Zugezogenen und Einheimischen Möglichkeiten zur Begegnung.
Der Rückblick auf das Jahr 2021 zeigt einmal mehr, dass Flexibilität gefragt war. Ständig musste ausgelotet werden, welche Aktivitäten (noch) möglich waren. Sehr erfreulich ist, dass trotz den schwierigen Umständen ehemalige Sprachschüler und FRW-Freiwillige ihre erfolgreichen Lehrabschlüsse feiern konnten; andere Ehemalige haben eben ihre Lehrstelle angetreten. «Das sind die wertvollen Früchte unserer Arbeit der letzten 9 Jahre, über die wir uns freuen und meistens viel zu wenig darüber berichten», betont Eva Wimmer, Gründerin und bisherige Geschäftsleiterin des FRW.
Mitte Mai gibt Eva Wimmer nun ihre Leitungsfunktion aus gesundheitlichen Gründen ab. Mit Katja Wipfli-Willeschek ist die Nachfolgerin bestimmt. Eva Wimmer hat als Pionierin viel bewirkt. Angefangen hat es mit dem grossen Flüchtlingsansturm aus dem Nahen Osten vor zehn Jahren. In Zusammenarbeit mit Einheimischen und Zugezogenen entstanden Begegnungsangebote und ein Computer-Sprachlernprogramm, mit dem alle – auch Analphabeten – Deutsch lernen können. Die Betroffenheit wandelte sich allmählich zur Vision «Inklusion»: Fremde werden Vertraute, wenn es zu einem Miteinander kommt, wenn sich alle in die Gesellschaft einbringen können.
Der FRW-Vorstand hat den Wechsel in der Geschäftsleitung genutzt, um das breite Wirkungsfeld des Vereins zu überprüfen und nötige Prioritäten zu setzen. So wurde festgehalten, dass sich die Aktivitäten auf die zwei Standbeine «Sprache» und «Begegnung» konzentrieren werden. Wenn sich darüber hinaus Bedürfnisse ergeben, wird der Kontakt mit Institutionen und Vereinen gesucht, die diese abdecken können.
Obwohl FRW eine von Freiwilligen (zurzeit 130) getragene Organisation ist, spielen die Finanzen zunehmend eine Rolle. «Wir wollen Menschen und Institutionen gewinnen, die unsere Anliegen mit ihrer Mitgliedschaft ideell und finanziell unterstützen», sagt Vereinspräsident Markus Burri und verweist zur Kontaktaufnahme auch auf die Webseite frwzg.ch. /mjw
Die Katholische Kirchgemeinde Zug lädt junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren zu einem Fotowettbewerb ein. Sie sollen ihre schönsten Schnappschüsse einsenden. Ein persönlicher Bezug zur Stadt oder zum Kanton Zug ist Bedingung.
Faszinierende Momente stehen im Fokus der Ausschreibung. Ob Begegnungen im Alltag, Glücksmomente beim Feiern oder Innehalten und sich besinnen – ganz unterschiedliche Sujets sind denkbar.
Die besten zehn Arbeiten werden vom 23. September um 19.00 Uhr bis zum 25. September 2022 in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten ein Preisgeld. Eingabefrist ist der 30. April 2022.
Kontakt: Elisabeth Feiler-Sturm, Kuratorin für mobile Kunst- und Kulturgüter, Katholische Kirchgemeinde Stadt Zug.
Medienmitteilung der Katholischen Kirchgemeinde Stadt Zug vom 29. März 2022
Die Coronazeit war die Zeit der digitalen Innovation im Bildungsbereich. So auch in der Ausbildung von Katecheten und Katechetinnen, welche die Fachstelle Bildung-Katechese-Medien in Zusammenarbeit mit den Fachstellen aus den Kantonen Schwyz, Uri, Ob- und Nidwalden durchführt.
Ausbildungsgänge mussten mit Online-Formaten umgesetzt werden. Dies führte nicht nur zu technischen Innovationen, sondern auch zu didaktischen. Die Erfahrung im Umgang mit digitalem Unterricht zeigte mehre Aspekte.
Der Unterricht muss so gestaltet werden, dass die Lernaufgaben für die Teilnehmenden so stringent sind, dass sie ohne externe Hilfe gelöst werden können. Materialen müssen entsprechend aufgearbeitet zur Verfügung gestellt werden. Nebst dem klassischen Präsenzunterricht haben sich rein digitale Formen entwickelt. Für die Erwachsenenbildung erweisen sich Mischformen, also die Kombination von Phasen des Online-Lernens und Phasen der Präsenzunterrichts, als besonders erfolgversprechend. In den Präsenzphasen werden Inhalte erstellt, welche in den Online-Phasen erarbeitet werden. Diese Erarbeitung kann selbstständig passieren oder mit Hilfe von digitalen Plattformen mit entsprechenden digitalen Settings.
Eine weitere Form sind hybride Angebote. Damit gemeint ist die Mischform von Präsenzunterricht mit online zugeschalteten Teilnehmenden. Damit diese Form nachhaltiges Lernen ermöglicht, sind entsprechende methodische Lernsettings nötig. Gruppenarbeiten mit digital zugeschalteten Teilnehmenden sind dabei ebenso eine Variante wie Phasen, in denen die Präsenzteilnehmenden und die Online-Teilnehmenden getrennt arbeiten. Damit dies möglich ist, braucht es die entsprechende technische Infrastruktur. Die Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug VKKZ wird deshalb in den nächsten Monaten einen entsprechenden digitalen Schulungsraum einrichten, der diesen Bedürfnissen Rechnung trägt.
Guido Estermann, Leiter Fachstelle Bildung-Katechese-Medien
Das Forum Kirche und Wirtschaft der Katholischen Kirche Zug und das Institut für Sozialethik «ethik22» laden am 9. April im Pfarreizentrum St. Michael in Zug zu einem Infoseminar ein. Im Fokus steht das aktuelle Thema Organspenden in der Schweiz.
Unter dem Titel «Schänk mer dis Härz» ist die Veranstaltung dem Thema Organspenden in der Schweiz gewidmet und dauert von 10.15-15.30 Uhr.
Da Mitte Mai eine nationale Abstimmung zum Umgang mit Organspenden stattfindet, wollen die Veranstalter dem Publikum fundierte Informationen und den Austausch mit Expertinnen und Experten ermöglichen. So werden ausgewiesene Referenten aus der Spitalseelsorge, der Nationalen Ethikkommission und von Swisstransplant vor Ort sein.
Folgende Themen werden diskutiert:
• Wer hat Kontrolle über meinen Körper?
• Wann sind wir tot?
• Was bedeutet der Einbezug von Angehörigen?
• Zu wem sollen wir Sorge tragen?
An der Veranstaltung, die unter dem Namen «wichtig und richtig» läuft, wird ein Mittagessen serviert.
Weitere Informationen und Anmeldung bis 4. April 2022 auf www.forum-kirchewirtschaft.ch
Bernadette Thalmann