An ihrer Plenarversammlung vom 25./26. März 2022 haben die Delegierten der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) den Theologen und Kirchenrechtler Urs Brosi einstimmig zum neuen Generalsekretär der RKZ gewählt.
Urs Brosi tritt am 1. Dezember 2022 die Nachfolge von Daniel Kosch an, der diese Funktion seit 2001 innehatte und altershalber zurücktritt. Vor seiner Wahl hielt Brosi fest, er sei «nicht der Verkäufer, der die ramponierte Kirche supertoll darstellt». Wichtiger sei ihm, «dass wir glaubwürdig auftreten, dass die Kirche theologisch redlich denkt und spricht, dass wir nach innen leben, was wir nach aussen verkünden».
Im Namen des Präsidiums der RKZ gratulierte Renata Asal-Steger dem künftigen Generalsekretär zu Wahl. Als langjähriger Vertreter der Thurgauer Landeskirche und als Mitglied verschiedener Gremien innerhalb der RKZ und der Mitfinanzierung SBK-RKZ ist Urs Brosi mit den Herausforderungen und mit den konkreten Aufgaben bereits vertraut. Dementsprechend hielt Renata Asal-Steger fest: «Es ist gut, dass mit der Wahl von Urs Brosi die Kontinuität sichergestellt ist. Gleichzeitig freuen wir uns auf neue Impulse und darauf, dass er neue Ideen einbringen und das Gesicht der RKZ mitprägen wird.»
Urs Brosi (1965) wuchs in Basel auf. Nach der Matura studierte er Philosophie in München und katholische Theologie in Luzern und Rom. Nach dem Pastoralkurs wirkte er vier Jahre als Pastoralassistent in der Pfarrei Dreifaltigkeit in Bern. An der Universität Münster spezialisierte er sich im kanonischen Recht und war anschliessend fünf Jahre wissenschaftlicher Assistent an der Professur für Kirchenrecht und Staatskirchenrecht der Universität Luzern. Während zwei Jahren arbeitete er als Bildungsverantwortlicher des Bistums Basel für die Weiterbildung der kirchlichen Mitarbeitenden. Seit 2008 ist er Generalsekretär und Geschäftsführer der Katholischen Landeskirche des Kantons Thurgau. In dieser Eigenschaft vertritt er bislang die Thurgauer Landeskirche in der RKZ und engagiert sich in Gremien der RKZ und der Mitfinanzierung SBK-RKZ.
In der Landeskirche Thurgau war er unter anderem an der Entwicklung eines neuen Finanzausgleichs und an der Erarbeitung einer neuen Landeskirchenverfassung beteiligt, ferner am Bau eines landeskirchlichen Zentrums in Weinfelden. Nebenberuflich ist Urs Brosi seit 20 Jahren als Dozent für Kirchenrecht am Studiengang Theologie (TBI) aktiv, er wirkt ferner als Diözesanrichter im Bistum Basel und stand 20 Jahre lang im Dienst der Armeeseelsorge. /rkz
Im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) verleihen die Kommission für Migration und die Dienststelle migratio den Preis für eine vorbildliche Initiative zur Entwicklung des vermehrten Miteinanders von Ortspfarreien und anderssprachigen Gemeinschaften.
Ein solches Projekt soll beispielhaft zeigen, wie der Weg zu einer interkulturellen Pastoral gestaltet werden kann. Der Preis wird Personen verliehen, die sich in anderssprachigen Gemeinschaften oder Ortspfarreien für eine einmalige oder langfristige Initiative engagieren. Das kann beispielsweise in Gottesdiensten und Feiern, im Religionsunterricht oder im sozialdiakonischen Engagement sein. Der Originalität sind keine Grenzen gesetzt. Als Preisträgerinnen kommen auch Institutionen und Organisationen in Frage, beispielsweise Kirchenpflegen, Jugendgruppen, Missionsräte oder freiwillig Engagierte.
Es reicht ein Projektbeschrieb mit 4’000 bis 6’000 Zeichen sowie ergänzende Dokumente wie Bilder. Das Projekt muss im Zeitraum zwischen Ostern 2021 und 2022 umgesetzt worden sein. Der Preis ist mit CHF 3’500 dotiert. Die Eingaben für diese erstmalig erfolgte Ausschreibung werden von einer drei- bis fünfköpfigen Jury beurteilt.
Der Preis wird öffentlich übergeben. Die Preisverleihung findet im zeitlichen Umfeld des Tags der Migrantinnen und Migranten im September 2022 statt.
Bei migratio, der Dienststelle der Schweizer Bischofskonferenz für Seelsorge an Migrantinnen und Migranten sowie Menschen unterwegs, Postfach, 1701 Fribourg oder info@migratio.ch. Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gerne migratio, 026 510 15 05.
Einsendeschluss ist der 15. Mai 2022.
Schweizerische Bischofskonferenz / migratio
Das innert weniger Tage organisierte Benefiz-Konzert zugunsten der Glückskette-Aktion für die Ukraine mobilisierte viele Menschen und brachte grosszügige Spenden. Internationale Kunstschaffende zauberten eine besondere Atmosphäre in die Kirche St. Michael in Zug.
Das ukrainische Melos Gesangsquintett eröffnete das Konzert mit der National-Hymne der Ukraine: feierlich und wehmütig, aber auch hoffnungsvoll. Es folgten verschiedene weltliche und geistliche Lieder wie das Panis Angelicus oder das Ave Maria. Besonders berührend das von der Sopranistin Olga Kharchenko vorgetragene ukrainische Volkslied. Mit ihrer glockenklaren Stimme füllte sie den grossen Kirchenraum.
Reto Kaufmann, Pfarrer der Pfarrei St. Michael, sprach den Anwesenden in der Kirche Mut und den Segen Gottes zu. Im Namen aller betete er für den Frieden und schloss ganz besonders die von Krieg und Gewalt betroffenen Menschen in das Gebet von Papst Franziskus ein: «Du Gott der Liebe, schenke uns die Kraft, jeden Tag Baumeister des Friedens zu sein; schenke uns die Fähigkeit, alle Mitmenschen, denen wir auf unserem Weg begegnen, mit wohlwollenden Augen zu sehen.»
Mit John Lennons Traum-Ballade vom friedlichen Miteinander aller Menschen endete das Benefiz-Konzert so stimmungsvoll wie es begonnen hatte. Musiker und Sängerinnen aus der Ukraine und Russland sowie anderen Ländern musizierten gemeinsam für den Frieden und für die Unterstützung der Betroffenen im Ukraine-Krieg. Das Publikum dankte ihnen mit einer Standing Ovation.
Die Kollekte vor Ort ergab 12’934 Franken. Darin sind die Überweisungen an die Glückskette per Twint noch nicht eingerechnet. Zusätzlich spendete der Kirchenrat der katholischen Kirchgemeinde der Stadt Zug den Betrag von 50’000 Franken zur Unterstützung der unter dem Krieg leidenden Bevölkerung in der Ukraine. Patrice Riedo, Kirchenratspräsident: «Der Kirchenrat ist bestürzt und sehr besorgt über das Leid, welches dieser sinnlose Krieg über die Menschen in der Ukraine und die vielen Flüchtlinge bringt. Unsere Spende soll als Sofortmassnahme diesen Menschen in ihrer Notlage unkompliziert und direkt Hilfe bringen. Die Katholische Kirche der Stadt Zug ist sich ihrer Verantwortung sehr bewusst und bietet auch vor Ort in Zug Hand, um Flüchtlinge auf allen Ebenen zu unterstützen».
Ein riesiges Dankeschön gilt allen Musiker/innen, die ohne Gage aufgetreten sind, und Concert-Nights Zug für die Planung dieses grossen Anlasses innert Wochenfrist – und natürlich allen Spender/innen!
Gaby Wiss, Pastoralraum Zug Walchwil
Carel van Schaik und Kai Michel stellen in ihrem Buch einen Sinnzusammenhang aus der Anthropologie und Evolution mit biblischen Texten her und lesen die Bibel als Protokoll der menschlichen kulturellen Evolution.
Die beiden Autoren verorten die entscheidende grundlegende Veränderung der Gesellschaftsstruktur in der neolithischen Revolution, vor gut 10 000 Jahren, als die Menschen begannen, sesshaft zu werden. Der Bericht über die Vertreibung aus dem Paradies im Buch Genesis nimmt nach Meinung der Autoren diesen Veränderungsprozess auf, obwohl er erst viele 1000 Jahre später geschrieben wurde.
Ihrer Argumentation legen sie zugrunde, dass der Mensch drei Naturen besitzt. Die erste Natur sind unsere angeborenen, genetisch verankerten Gefühle, Reaktionen und Vorlieben, welche der Mensch als Intuition oder Bauchgefühl wahrnimmt. Die zweite Natur sind tradierte, in früher Kindheit verinnerlichte Gewohnheiten und Konventionen, die kulturelle Lösungen für veränderte Gesellschaftsstrukturen und damit verbundene Probleme liefern. Die dritte Natur basiert auf der vernünftigen Analyse der Welt und ist die Vernunftnatur. Wenn unsere erste Natur im Widerspruch zur zweiten oder dritten Natur steht, kommt es zu sogenannten Missmatch-Phänomenen. Wir fühlen uns latent unbehaglich. Beiden Autoren zufolge handeln viele biblische Geschichten von solchen Missmatch-Situationen, die ihren Ausgang in der veränderten Gesellschaftsstruktur durch die Sesshaftigkeit haben.
Da sich die erste Natur bis heute nicht an die «neue» Lebenssituation der Sesshaftigkeit angepasst hat, sind die gleichen Probleme nach wie vor relevant und so faszinieren die biblischen Geschichten bis in die Gegenwart.
Das Buch liest sich leicht und flüssig, die Sprache ist gut verständlich und die Argumentationen schlüssig aufgebaut. Sie fordern den Lesenden heraus, sich immer wieder in Bezug auf Weltbild, Menschenbild und Religiosität neu zu positionieren. Eine Bereicherung für jeden, der dazu bereit ist.
Martina Schneider
Rund 300 Zügelkisten voll von Hilfsgütern gespendet von 600-700 Zugerinnen und Zugern wurden am 7. März von vier Liefertransportwagen beim Haus der Katholischen Kirche in Baar abgeholt, um sich auf den Weg zur polnisch-ukrainischen Grenze zu machen.
Vom Mittag des vergangenen Donnerstags bis zum Montagabend, 7. März, stapelten sich im und vor dem gelben Haus beim Zuger Kantonsspital riesige Mengen von Hilfsgütern. Gesammelt wurden sie von der katholischen und der reformierten Kirche im Kanton Zug. Conny Weyermann, stellvertretende Leiterin der Fachstelle Bildung-Katechese-Medien, leitete die Aktion. Im Namen der beiden Kirchen spricht sie allen Spenderinnen und Spendern sowie den freiwillig Helfenden ihren grossen Dank aus. Nebst Gütern des täglichen Gebrauchs wie Nahrungsmittel und Hygieneprodukte wurden auch Zügelkisten und Geld gespendet. Mit den Geldspenden konnten medizinische Produkte im Wert von über 800 Franken die Hilfslieferung ergänzen.
Conny Weyermann ist «überwältigt von der Solidarität der Zugerinnen und Zuger». Ganz besonders freut sie sich auch darüber, dass sich die beiden Kirchen mit dieser Aktion tatkräftig und ganz im Sinne von «ora et labora» (bete und arbeite) engagierten. Im Kontakt mit der spendenden Bevölkerung sei es auch immer wieder zu berührenden Momenten mit Menschen ukrainischer Herkunft gekommen, erklärt sie.
Die Aktion kam auf Initiative der in der Schweiz lebenden 23-jährigen Russin Victoria Bucher zustande. Sie scheute keinen Aufwand, um die notleidenden Menschen in der Ukraine, zu denen auch ein Teil ihrer Familie gehört, zu unterstützen.

Beim Bepacken der Transporter: Conny Weyermann und Guido Estermann, Katholische Kirche Zug, mit Victoria Bucher (Mitte)
Mehrere Tonnen gesammelte Hilfsgüter wurden schliesslich von vier Liefertransportwagen abgeholt. Nun sind nun auf dem langen Weg zur polnisch-ukrainischen Grenze unterwegs. Dort sollen sie die zahlreichen Flüchtlinge, darunter auch viele Kinder und Babys, unterstützen.
Medienmitteilung der katholischen und der reformierten Kirche Zug vom 8. März 2022
Die Schweizer Bischofskonferenz, die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz und die Christkatholische Kirche der Schweiz sind bestürzt über das Leid, das die Menschen im Krieg in der Ukraine erleiden müssen. Landesweit werden die Glocken am 9. März 2022 um 10.00 Uhr läuten.
Die Kirchen laden ein zu Gebet und Innehalten und sind ein Zeichen der Verbundenheit und Solidarität mit allen Aktionen, die dem Frieden, der Nothilfe vor Ort und der Aufnahme von Geflüchteten dienen.
Die drei Schweizer Landeskirchen verurteilen den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, der auch den Frieden in Europa bedroht. Wir fordern den russischen Präsidenten auf, die Kriegshandlungen sofort zu stoppen und weiteres Leiden zu verhindern. Unsere Solidarität gilt allen Menschen in der Ukraine und ihrer Angst und Sorge.
Am kommenden Mittwoch, dem 9. März 2022, werden deshalb die Glocken der Kirchen von 10.00–10.03 Uhr als Protest gegen den Krieg und für den Frieden in der Ukraine läuten. Während des Geläuts laden wir alle in der Schweiz ein, für drei Minuten innezuhalten und für Frieden zu beten.
Viele Menschen möchten sich in der jetzigen Situation engagieren. Die drei Kirchen sehen zwei Schwerpunkte:
So werden die Glocken am Mittwoch als Zeichen der Verbundenheit und Solidarität mit allen Aktionen, die dem Frieden, der Nothilfe vor Ort und der Aufnahme von Geflüchteten dienen, ertönen. Protest und Handeln werden getragen durch das persönliche Gebet sowie gemeinsame Friedensgebete und Friedensgottesdienste.
Bischof Felix Gmür, Schweizer Bischofskonferenz
Präsidentin Rita Famos, Evangelisch-reformierte Kirche der Schweiz
Bischof Harald Rein, Christkatholische Kirche der Schweiz
Die Katholische Kirche Zug zeigt sich solidarisch mit den Menschen in der Ukraine. Sie beteiligt sich zum einen an nationalen kirchlichen Hilfsaktionen, lanciert aber zum andern auch eine eigene kantonale Sammlung von Hilfsgütern zusammen mit der reformierten Kirche.
Stefan Doppmann, Präsident der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug, äussert sich zum «unsäglichen Leid, das der Krieg über die Menschen in der Ukraine gebracht» hat, folgendermassen. «Wir zeigen unser Mitgefühl, indem wir Solidaritätsaktionen zur Linderung der grossen Not unterstützen, wie sie etwa die Caritas Schweiz organisiert». Dabei betont er, wie wichtig es ist, sich nicht nur kurzfristig zu engagieren: «Bei aller momentanen Betroffenheit dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Unterstützung auch morgen und übermorgen noch notwendig sein wird und einen langen Atem verlangt».
Das Engagement der Zuger Pfarreien folge grundsätzlich in Abstimmung mit der Gesamtkirche, betont auch Markus Burri, Mitglied der Konferenz der Pastoralraumleitenden. Damit ist beispielsweise der bischöfliche Aufruf von Felix Gmür auf der Website des Bistums Basel gemeint, für den Frieden zu beten. Die Pfarreien setzen das in Form von Fürbitten in den Gottesdiensten und Veranstaltungen mit Gebeten um.
In der Kirche St. Michael findet beispielsweise am Freitag, 11. März um 19.30 Uhr ein Benefiz-Konzert (Gesang und instrumental) mit internationalen Kunstschaffenden statt. Die Kollekte geht an die Glückskette Schweiz.
Auch eine eigene, kantonale Hilfsaktion ist gemäss Markus Burri im Gange. Sie erfolgt in Zusammenarbeit mit der reformierten Kirche und unterstützt die Initiative der 23-jährigen schweizerisch-ukrainischen Doppelbürgerin Victoria Bucher, die seit 11 Jahren in der Schweiz lebt. Mitglieder ihrer Familie sitzen in der Ukraine im Bunker oder sind auf der Flucht. Die beiden Zuger Kirchen unterstützen die junge tatkräftige Ukrainerin, die durch persönliche Betroffenheit alle Hebel in Bewegung setzt, um «ihrem» Land zu helfen.
Ab sofort können bis zum kommenden Montag, 7. März 2022, Hygieneartikel, Esswaren, Medizinische Produkte, Decken und Schlafsäcke (siehe Kasten) beim Haus der Katholischen Kirche in Baar abgegeben werden. Die Hilfsgüter werden dann in einem Kovoi in die notleidende Ukraine transportiert.
Diese Hilfsgüter können Sie spenden!
Hygieneartikel:
Seife, Windeln, Zahnbürsten, Zahnpasta, Tampons, Binden, Feuchttücher
Lebensmittel:
Müsli, Trockenfrüchte, Kaffee, Tee, Zucker, Riegel, Nüsse, Trinkwasser, Mehl, Babybrei Baby-Milchpulver, nahrhafte Konserven
Gesundheit:
Erste-Hilfe-Sets, Verbandsmaterialien, Desinfektionsmaterialien, Sterile Binden, Medizinische Handschuhe, Wundsalben, bakterientötende Pflaster, Schmerzmittel, Defibrilator
Sonstiges:
Schlafsäcke, Zelte, Taschenlampen, Touristenmatten, Power-Banks, Batterien, Kopfkissen, warme Decken.
Bitte spenden Sie keine Kleider und Spielsachen.
Abgabeort: Haus der Katholischen Kirche an der Landhausstrasse 15, Baar
Ab sofort bis Montag, 7. März täglich von 9.00-17.00 Uhr (auch am Samstag und Sonntag)
Bernadette Thalmann
Nach dem gestrigen Entscheid des Bundesrats werden per Donnerstag, 18. Februar 2022, fast sämtliche Corona-Massnahmen aufgehoben. Das betrifft auch die Gottesdienste. Für sie gilt ab sofort keine Zertifikatspflicht und keine Maskenpflicht mehr.
Die Maskenpflicht gilt nur noch im öffentlichen Verkehr, in Spitälern und Heimen – wobei für Heimbewohnende die Maskenpflicht wiederum entfällt. Den Kantonen stehe es allerdings frei, strengere Schutzmassnahmen anzuordnen oder aber bestimmte Einrichtungen von der Maskenpflicht auszunehmen», teilte der Bundesrat am Mittwoch mit.
Auch für Gottesdienste bedeutet die neue Regelung, dass keine Maskenpflicht mehr besteht. Auch fällt die bislang geltende Zertifikatspflicht für Gottesdienste mit über 50 Menschen. An Eingängen muss nicht mehr gezählt werden, Kirchenchöre können sich wieder wie früher treffen, proben und singen.
Das Bistum Basel empfiehlt, weiterhin an den Eingängen Desinfektionsmittel bereitzuhalten und Abstände zu beachten. Vor der Austeilung der Kommunion sollten sich die Kommunionspenderinnen und Kommunionspender die Hände desinfizieren.
Die im Bistum Basel noch bis Ende März 2022 geltenden Massnahmen und Empfehlungen
Bernadette Thalmann
Im ersten Corona-Lockdown hat Christian Kelter, Gemeindeleiter der Pfarrei Hünenberg, den Podcast «GlaubensZeit» lanciert. Inzwischen haben über 2’500 Menschen seine Online-Predigt fest abonniert. Mehr dazu im folgenden Interview.
Christian, wie würdest du selbst den Podcast «GlaubensZeit» umschreiben?
Mit der «GlaubensZeit» möchte ich zeigen, dass Glauben weder kompliziert, noch eng ist. Die Botschaft von Jesus ist auch nicht von gestern. Sie ist dauernd aktuell! Der Podcast möchte versuchen, den Menschen in knapp acht Minuten einen Impuls aus dem Evangelium mitzugeben. Etwas, worüber sie weiterdenken können und im Idealfall auch innerlich wachsen können. «GlaubensZeit» zeigt: Der Glaube hilft mir im Alltag. Er ist relevant.
Wann und weshalb ist die Idee entstanden?
Entstanden ist die «GlaubensZeit» im ersten Lockdown. Da waren ein bisschen mehr Zeit und innere Ruhe da. Ich dachte darüber nach, wie man Menschen im grösseren Stil erreichen könnte. André Sidler, ein Freund, der mit James FM sehr erfolgreich Radio macht, hat mich auf die Idee gebracht. Er ist auch für die Produktion verantwortlich.
Kannst du ein paar Beispiele nennen, was du jeweils thematisierst?
Der grösste Teil der Produktionen nahm bis Ende 2021 das Evangelium des jeweiligen Sonntags auf. Da war das Thema quasi vorgegeben. Der Podcast versteht sich in diesem Sinne als Predigt zum Nachhören. Während meines Sabbaticals im Frühsommer 2021 haben wir dann eine kleine «Special-Edition» eingeschoben. Die hiess «Mee(h)rSinn» – einfach, weil ich an der Ostsee war. Im Januar 2022 mache ich jetzt eine kurze thematische Serie: Es geht um die Frage, wie du Gott im eigenen Leben finden kannst und was dir helfen könnte, in seinem Sinne gute Entscheidungen zu treffen. Das gibt vielleicht drei bis vier Folgen. Mal sehen, wo wir rauskommen. Ich mache vieles intuitiv.
Was möchtest du mit dem Angebot erreichen?
Es gilt, das Evangelium in die Welt zu sprechen. Das scheint mit dem Podcast nicht schlecht zu klappen. Also ist das wichtigste Ziel erreicht: Mehr Evangelium wagen! Weiter haben wir auch gemerkt, dass Menschen sehr wohl ein Interesse an relevantem Glauben haben. Doch stehen die wenigsten dafür am Sonntagmorgen auf. Mit dem Podcast kann man die Botschaft auch im Auto hören, beim Staubsaugen oder abends mit einem Bier oder Tee auf dem Sofa. Die Botschaft kommt eigentlich genau dahin, wo sie hingehört: in den Alltag.
Welches Publikum willst du damit ansprechen? Eines, das sonst nicht in die Kirche kommt?
Die Hörerinnen und Hörer sind bunt gemischt. Einige unserer Firmlinge hören den Podcast, aber auch Leiter und Leiterinnen von Ministranten und Blauring. Sie geben öfters gutes Feedback. Überhaupt sind es tendenziell jüngere Menschen, die zuhören. Daneben gibt es auch solche, die in ihren eigenen Gemeinden nichts hören, was sie als relevant erachten. Auch zahlreiche Kolleginnen und Kollegen (katholisch und reformiert) hören mit. Der Podcast bewegt etwas. Darüber staune ich bis heute selbst.
Die Sprache und auch der Inhalt wirken erfrischend weltlich.
Na, hoffentlich klingt das «weltlich»! Dahinein – in die Welt – ist Gott ja schliesslich auch gekommen. Aber ich weiss, was du meinst. Der kirchlich-pastorale Ton ist ja tatsächlich nicht zum Anhören. Warum reden manche im Gottesdienst ganz anders als sie es daheim am Küchentisch tun? Kein Wunder, dass kirchliche Sprache oft als fremd und damit irrelevant empfunden wird. Mir ist das Evangelium schlicht zu heilig, um es zu Verkauderwelschen. Während der Vorbereitung stelle ich mir immer ein paar meiner kirchlich distanzierten Kolleginnen und Kollegen vor. Imaginär versuche ich, denen klarzumachen, was mir zu diesem Bibeltext einfällt und was das mit ihnen zu tun haben könnte. Erst wenn die es verstehen, ist ein Text gut und eine Predigt brauchbar.
Wie gut kommt der Podcast an?
Der Erfolg hat uns alle ein wenig überrascht. Bis heute wurden 69 Ausgaben von «GlaubensZeit» publiziert. Die wurden gesamthaft mehr als 60’000-mal abgerufen. Jede Ausgabe wurde im Durchschnitt rund 900 Mal angehört, einzelne Folgen erreichten bis zu 2’500 Aufrufe. Im Spätsommer waren es weniger. Aktuell haben jetzt rund 2’500 Menschen die «GlaubensZeit» fest abonniert.
Über die Hörerschaft insgesamt wissen wir nicht sehr viel. In letzter Zeit werde ich aber in Zug oder Luzern öfters von Unbekannten auf den Podcast angesprochen. Das finde ich schon enorm. Was wir wissen: 80% der Hörerinnen und Hörer leben in der Schweiz, 5% hören aus Deutschland zu, und sage und schreibe 10% leben in den USA. Dafür habe ich keine Erklärung. Ich freue mich aber darüber.
Der Podcast kann auf www.pfarrei-huenenberg.ch (ganz unten auf der Startseite) angehört und über iTunes und Spotify abonniert werden.
Schauen Sie sich auch die «Impulse aus der Stille» von Bernhard Lenfers, Gemeindeleiter Pfarrei St. Johannes, Zug, an.
Interview: Bernadette Thalmann
Heuer feiert die St. Thomas Kirche in Inwil ihr 50-jähriges Jubiläum. Während des ganzen Jahres sind diverse Anlässe geplant. Den Höhepunkt bildet die Ebeler Chilbi vom 3. Juli. Dann findet auch die Uraufführung einer eigens dafür komponierten Messe statt.
Eigentlich wäre das Jubiläum bereits im vergangenen Jahr fällig gewesen. Wegen Corona musste das Organisationskomitee die Feierlichkeiten jedoch verschieben. In diesem Jahr findet nun eine ganze Reihe von Anlässen mit Bezug auf das Jubiläum statt.
Den Höhepunkt bildet die Ebeler Chilbi am 3. Juli. «Der St. Thomas Chor freut sich jetzt schon auf die Uraufführung der eigens komponierten Messe zu Ehren des Apostels Thomas, dem Namenspatron der Kirche», sagt Roger Kaiser, der verantwortliche Diakon für St. Thomas. Die Messe wurde komponiert von Roland Küng, Text und Konzept stammen von Charlotte Küng. Der Chor wird unterstützt durch die Appenzeller Streichmusik-Geschwister Küng. Bischof Denis Theurillat wird Ehrengast sein.
Am Nachmittag findet im Saal des Thomaszentrums noch eine Fotoschau statt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Feierlichkeiten findet bereits am 7. Mai statt. Es handelt sich um einen Familientag, für den ein Clown engagiert wird. Der Anlass mit anschliessendem Zvieri richtet sich vor allem an die Kinder. «Der Clown führt sie zur Orgel und wird ihnen zusammen mit dem Organisten auf humorvolle Art deren Funktionsweise erklären», führt Roger Kaiser weiter aus.
Zwei weitere Höhepunkte schliessen dann das Jubiläumsjahr ab: Am 25. November gibt es einen Gala-Abend mit Musik, feinem Essen und weiteren Überraschungen. Eingestimmt wird diese Feier mit einer Präsentation und Ausstellung zur Geschichte der St. Thomas Kirche mit anschliessendem Apéro. Und schliesslich findet am 2. Dezember noch das Adventskonzert mit dem St. Thomas Chor statt, der ebenfalls sein Jubiläum feiert.
Alle Anlässe zum Jubiläumsprogramm finden Sie auf www.pfarrei-baar.ch.
(Klicken Sie in der Agenda oben bei der Kategorie «50 Jahre St. Thomas» an)
Bernadette Thalmann